Andreas Unterweger

Über das Glück im Leben

Posted in Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 2. September 2009

Christoph Hartner, freier Journalist und einer der ersten Leser von „Wie im Siebenten“, hat mich für die Kronen Zeitung (Steiermark) interviewt. An einem Freitag im August haben wir uns zwei Stunden lang im Gastgarten der „Scherbe“ am Grazer Lendplatz über Gott, Melville und die Welt unterhalten (und meinem Droschl-Verlagskollegen Stefan Schmitzer zugewunken, der im Hintergrund mit seiner entzückenden Familie brunchte). In Gesprächspausen hat mir Christoph dann ein paar einfache Fragen gestellt und sich eifrig Notizen gemacht, während ich – stotternd, stockend und, wenn ich Glück hatte, stammelnd – versucht habe zu erklären, warum mein Buch ganz genau so geworden ist, wie es ist, und nicht anders.
Heute ist dazu folgender Zeitungsartikel erschienen, der wie alle Zeitungsartikel (und insbesondere Interviews) ein literarischer Text ist – „literarischer“ vielleicht noch als der literarische Text, um den es eigentlich geht.
Zwei lebene Legenden im Gespräch sozusagen … Was nicht heißen soll, dass die unten stehenden Dinge, die so nie gesagt wurden, nicht stimmen. Im Gegenteil. Vielleicht ist es ja tatsächlich so, wie die literarische Figur Andreas Unterweger in Christoph Hartners Dialog „Über das Glück im Leben“ zur literarischen Figur Christoph Hartner sagt: „Legendenbildung ist das einzige, was wir haben, um die Wahrheit zu sagen.“
Danke jedenfalls für das sehr nette Gespräch und Gratulation zu dem gelungenen dramatischen Dialog, Christoph!

Andreas Unterwegers Romandebüt „Wie im Siebenten“:

Über das Glück im Leben

Mit seinem Debütroman über die Liebe, das Glück und das Schreiben eines Debütromans hat der gebürtige Grazer Andreas Unterweger nicht weniger als die Komplexität der Einfachheit eingefangen. Seit gestern ist „Wie im Siebenten“ (Verlag Droschl) im Handel erhältlich. Die „Steirerkrone“ traf ihn zumInterview.

Ist „Wie im Siebenten“ der Versuch eines Buches über das Glück?

„Ja und nein. Ich bin ein Fan der Happy-Art-Bewegung von Wolfgang Bauer. Wenn ich mich übertrieben bemühe, Glück darzustellen, schimmert ja immer auch etwas anderes durch, nämlich die Wahrheit, dass es natürlich nicht so einfach ist. Das Buch ist der Versuch, die Wahrheit zu sagen, und da gehören Zweifel und Ängste genauso dazu.“

Dennoch vermischen Sie Ihre Biografie mit der von Pop-Größen wie Dylan oder Lennon. Machen Sie sich damit nicht zur lebenden Legende und entfernen sich von der Wahrheit?

„Legendenbildung ist das einzige, was wir haben, um die Wahrheit zu sagen. Außerdem kommt man der eigenen Wahrheit oft näher, wenn man die Geschichten anderer erzählt oder etwas erfindet. Man muss als Autor nicht wirklichkeitsgetreu sein, sondern wahrhaftig.“

Das Schreiben des ersten Buches wird bei Ihnen zum literarischen Motiv.

„Dass der erste Roman eine autobiografische Liebesgeschichte ist, ist ja ein Klischee der Literaturgeschichte. Ich bediene mich in meinem Roman einer postmodernen Strategie und umgehe das Klischee, indem ich es bloßlege. Ich wollte viele Perspektiven auf Idylle und Wirklichkeit zeigen.“

Sie umschreiben das Wir mit der Formel „Ich, Andreas und sie, Judith“. Warum die Namensnennung?

„Ich schreibe nach einem Rhythmus und mache daher viele Details unbewusst. Es hat aber bestimmt mit einer Identitätsverstärkung zu tun, ein kontinuierliches Sicherstellen also, wer dieses ,Ich‘ und ,sie‘ und ,Wir‘ sind. Auch hier scheint durch die Übertreibung ein gewisser Zweifel durch.“

Hat man dennoch nie Angst vor Trivialität, wenn man über die Liebe schreibt?

„Nein, denn die Sicht auf die Liebe ändert sich ja täglich, sie ist ganz einfach und äußerst kompliziert zugleich. Ich hatte eher Angst davor, zu kompliziert zu werden, weil ich das Buch ja gleichzeitig erlebt und geschrieben habe und nie wusste, wie es ausgeht. Die Angst vor Trivialem war mir dabei letztlich nicht so wichtig wie das eigene Glück.“

„Wie im Siebenten“ (144 Seiten, 18 Euro) ist seit gestern im Handel erhältlich. Am 1.Oktober liest Andreas Unterweger im Grazer Literaturhaus.
Der 1978 geborene Andreas Unterweger bringt sein Debüt „Wie im Siebenten“ im Verlag Droschl heraus. Der Fan und Experte in Sachen Wolfgang Bauer hat bislang in Literaturzeitschriften publiziert und erhielt 2007 den Förderpreis der „manuskripte“.

2 Antworten

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  1. andrea said, on 4. September 2009 at 12:31 pm

    schau mal: büchertipp von marcus poettler auf facebook:

    der herbst ist da! mit regen und nebel. und allen, die diese jahreszeit eingeigelt lesend auf der couch verbringen, kann ich zwei wirklich stimmungserhellende bücher ans herz legen:

    Andreas Unterweger „Wie im Siebenten“
    und
    Andrea Stift „Klimmen“

  2. […] seines Artikels über das 50-Jahr-Jubiläum der manuskripte, seines Porträts von Franz Innerhofer u. a. m. – zu meinen Lieblingsjournalisten gehört. Umso schöner, dass er mein Buch […]


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