Andreas Unterweger

Weil einen sonst keiner fragt (Stanglpass 12)

Posted in Stanglpass by andreasundschnurrendemia on 31. Oktober 2009

Liebe Wesen
lesen
was?

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Den neuesten
Tödlichen Pass!
Und darin, unter andrem, das:

Weil einen sonst keiner fragt

Der Stanglpass
zugespielt von Andreas Unterweger aus Österreich

AU      Herr Unterweger, in der neuesten Ausgabe des Tödlichen Pass führen Sie ein Interview mit sich selbst – warum?

AU      In letzter Zeit war ich hin und wieder in der für mich völlig neuen Situation, ein Interview geben zu dürfen. Dabei hatte ich häufig den Eindruck, der/die Interviewende stelle mir, beeinflusst von den Konventionen der Textsorte „Interview“, andere Fragen als jene, die er/sie mir in Wirklichkeit stellen möchte. Und mit meinen Antworten ging es mir ähnlich: im Nachhinein betrachtet, habe ich mich bei vielen Antworten gewissen Spiel- bzw. Sprachregeln angepasst, anstatt die – natürlich viel schwieriger zu ergründende – Wahrheit zu sagen … Anders, und kürzer ausgedrückt: bei Interviews scheint mir häufig, beide Beteiligten würden eigentlich lieber über etwas ganz anderes reden.

AU      Worüber würden Sie denn gern reden?

AU      Im Moment: über Fußball!

AU      Verstehe. Deshalb also dieses Interview im Tödlichen Pass … Wenn sie aber über Fußball reden möchten, warum halten Sie sich dann so lange beim Thema „Interview“ auf?

AU      Weil das Interview die mit Abstand wichtigste Textgattung im fußballerischen Diskurs ist! Von den Statements, die Spieler und Trainer vor, nach und auch während des Spiels in die Mikrophone der Fernseh- und Radio-Reporter abgeben, über das Frage-Antwort-Spiel bei Pressekonferenzen bis hin zu Zeitungsartikeln, die meist auch wieder auf Gesprächen mit Insidern basieren – der Fußball spricht zu einem großen Teil durch die Form des Interviews zu uns. Interviews aber bestehen, zumindest nach meinen Beobachtungen, über weite Strecken aus einem konstanten Aneinander-vorbei-Reden. Eine Art doppelt missglückter Kommunikation, aus der sich die rezipierende Öffentlichkeit dann ihre „Wirklichkeit“ konstruiert. Solch ein grundlegendes formales Problem muss in einer Fußballfachzeitschrift doch einmal angesprochen werden – finden Sie nicht?

AU      Das kommt wohl ganz auf die Qualität der Zeitschrift an. – Ein Interview mit sich selbst ist aber auch keine neue Idee …

AU      Natürlich nicht. Gerade in letzter Zeit war diese Form regelrecht in Mode. Juri Andruchowytschs Roman Geheimnis etwa besteht aus einem langen Gespräch zwischen dem Autor und Egon Alt, seinem Alter Ego. In Wolf Haas´ Roman Das Wetter von vor fünfzehn Jahren interviewt eine (erfundene) Journalistin den Autor Wolf Haas. Und Franz Schuhs Memoiren führen den (gattungsbezeichnenden) Untertitel Ein Interview gegen mich selbst.

AU      Der Philosoph Konrad Paul Liessmann hat diesen literarischen Selbstbefragungen in einer Radiosendung einmal vorgehalten, sie würden im Grunde nur deshalb unternommen, „weil einen sonst keiner fragt“ …

AU      Diese Sendung habe ich auch gehört – und Liessmanns Bemerkung war ebenso witzig wie berechtigt. Aber man könnte es auch so sehen: Man interviewt sich selbst, weil einem eben sonst niemand jene Fragen stellt, die sich einem tatsächlich stellen.

AU      Welche Fragen stellen sich Ihnen denn?

AU      Angesichts Ihres Mediums und meines Auftrages als sein Österreich-Korrespondent frage ich mich heute*, einen Tag vor Redaktionsschluss für Heft 54 natürlich, warum im österreichischen Fußball in letzter Zeit ein solcher Aufwärtstrend zu beobachten ist.

AU      Tatsächlich? Soweit ich weiß, hat sich – im Gegensatz zu fußballerisch vergleichbaren Ländern wie Ungarn, Israel oder Zypern – kein österreichischer Klub für die Champions League qualifiziert.

AU      Das schon. Andererseits aber haben es alle vier international vertretenen österreichischen Klubs in die Gruppenphase der Europa-League geschafft – und dort einen gelungenen Einstand gefeiert. Rapid Wien, in der Qualifikation u. a. gegen Aston Villa erfolgreich, hat den deutschen Tabellenführer HSV 3:0 geschlagen. Und Red Bull Salzburg hat zum Auftakt in Rom gegen Lazio gewonnen.

AU      Auf die österreichische Nationalmannschaft scheinen die Erfolge auf Klubebene aber keinen Einfluss zu haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach fährt sie nicht zur Weltmeisterschaft nach Südafrika. Und erst vor einem Jahr hat man sich mit einem 1:1 auf den Färöer Inseln erneut blamiert …

AU      Seit letztem Jahr hat sich viel getan. Unter dem neuen Trainer Dietmar Constantini hat das Team durchaus ansprechende Leistungen und Resultate gebracht: vier Punkte in den zwei Spielen gegen Rumänien, eine ebenso knappe wie unverdiente Auswärtsniederlage gegen Tabellenführer Serbien und ein überzeugender 3:1-Heimsieg gegen die gar nicht mehr so schwachen Färöer … Mehr als der undankbare dritte Platz hinter Serbien und Frankreich, aber noch vor Rumänien, ist im Moment wohl einfach nicht drinnen.

AU      Was macht Constantini anders als seine Vorgänger Karel Brückner und Josef Hickersberger?

AU      Constantini hat die Mannschaft radikal verjüngt – und anders als seinen Vorgängern stehen ihm dafür auch plötzlich zahlreiche junge, ebenso talentierte wie gut ausgebildete Spieler zur Verfügung. Seit Jahrzehnten spricht man von einer zu intensivierenden Nachwuchsarbeit, die nun tatsächlich Früchte zu tragen scheint. Klubs wie Rapid Wien (Trainer Peter Pacult) und Sturm Graz (Franco Foda) tun sich dabei besonders hervor. Ihre Jungkicker – Yasin Pehlivan (20 Jahre), Christopher Drazan (19), Daniel Beichler (21), Jakob Jantscher (20), um nur ein paar zu nennen – kommen erst in der österreichischen Bundesliga regelmäßig zum Einsatz und wissen dann auch im Team zu überzeugen.

AU      So phänomenal kann die Nachwuchsarbeit hierzulande aber auch nicht sein: ein Ausnahmetalent wie der 20-jährige Marko Arnautović wurde aus den Jugendmannschaften von fünf österreichischen Klubs geworfen.

AU      In seinem speziellen Fall war das vielleicht besser so. Arnautović ist daraufhin schon als Teenager ins Ausland gegangen, hat sich bei Twente Enschede durchgesetzt und war dort letzte Saison mit zwölf Toren zweitbester Torschütze. Und wer hätte je zu träumen gewagt, dass José Mourinho einen österreichischen Stürmer als Ersatz für Zlatan Ibrahimovic zu Inter Mailand holt? Um zehn Millionen Euro?

AU      Diese Ablösesumme macht Arnautović zum teuersten österreichischen Fußballer aller Zeiten.

AU      Und er ist nur die Spitze des Eisbergs – oder zumindest des Eiszapfens. Erwin „Jimmy“ Hoffer (22) ging für fünf Millionen Euro zum FC Napoli, sein Ex-Sturmpartner, der 27-jährige Stefan Maierhofer (die beiden haben letzte Saison 50 Bundesliga-Tore für Rapid Wien gemacht) für zwei Millionen Euro zu den Wolverhampton Wanderers, wo er im ersten Spiel sein erstes Tor erzielt hat. Und mal sehen, wie lange Marc Janko (26), der letzte Saison 39 Tore für Red Bull Salzburg geschossen und Dritter in der Rangliste zum Goldenen Schuh wurde, noch in Österreich bleibt.

AU      Ist die Leichtigkeit, mit der sich diese neue Spieler-Generation im Nationalteam durchsetzt, nicht etwas verdächtig? Zeigt sie denn nicht nur, wie schwach ihre direkten Vorgänger waren?

AU      Es ist jedenfalls schön zu sehen, dass die junge Konkurrenz eine belebende Wirkung auf so manchen Spieler hat, der bereits als ewiges Talent abgeschrieben war. Andreas Ivanschitz (26) – 2003 mit neunzehn Jahren Teamkapitän, danach aber immer erfolgloser – kommt beim FSV Mainz 05 wieder in Schwung. Roman Wallner (27) – der vor zehn Jahren als großes Stürmertalent galt, danach aber eher durch Alkohol-Eskapaden aufgefallen ist – führt nach neun Runden mit acht Toren die österreichische Torschützenliste an. Die meisten Zuspiele bekommt er übrigens von Thomas Prager (24), um den es in den letzten zwei Jahren auch viel zu still geworden war.

AU      Zum Abschluss eine persönliche Frage: Tut es Ihnen nicht weh, den Aufschwung des österreichischen Fußballs mitzuverfolgen, während Ihr persönlicher Herzensclub, der Grazer AK, nach seinem Zwangsabstieg 2006 immer noch in der Regionalliga festsitzt?

AU      …

AU      Und das, wo man letztes Jahr doch so knapp am Aufstieg zumindest in die zweithöchste Spielklasse dran war! Schließlich war der GAK vor der letzten Runde noch Tabellenführer! Hat den direkten Konkurrenten TSV Hartberg in der Vorschlussrunde vor für die dritte Spielklasse unglaublichen 7.500 Fans 2:0 besiegt! Und hat danach auch noch das letzte Spiel gewonnen! Der GAK war praktisch schon Meister …

AU      Bitte …

AU      … hätte, ja, hätte nicht Hartberg im letzten Spiel mit 6:0 über einen verdächtig inferioren SAK Klagenfurt triumphiert und damit plötzlich die um zwei Tore bessere Tordifferenz aufgewiesen … Wie so viele GAK-Fans müssen auch sie …

AU      Bitte!

AU      … geschockt gewesen sein! Wie soll es nur mit dem GAK jetzt nur weitergehen? Durch die Reduktion der zweiten Spielklasse auf zehn Klubs wird der Aufstieg nicht leichter und auch finanziell sieht es wieder einmal nicht unbedingt rosig …

AU      BITTE!!!

AU      Ja?

AU      Ich möchte nicht mehr über Fußball sprechen.

AU      Oh. Na dann, danke für das Gespräch!

* 24.09.09

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Lol

Posted in Notizen by andreasundschnurrendemia on 27. Oktober 2009

Anstatt zu lächeln, sah das eine Mädchen das andere ausdruckslos an und sagte: „Lol.“

(St. Pölten Hauptbahnhof, Bahnsteig 7 A, 27.10.09., 12:32)

Betreff: Anschaffungsvorschlag

Posted in Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 19. Oktober 2009

An folgendem E-Mail-Wechsel, so passiert an einer deutschen Elite(!)-Universität, sieht man, warum der/die Universalgelehrte einer vom Aussterben bedrohten Gattung angehört (ähnlich Pustelschwein etc.).
Man sieht aber auch, dass mit Zivilcourage und Einfallsreichtum dieser bedenklichen Entwicklung entgegengewirkt werden kann!
Danke, Emil B., Du listiger Held des akademischen Widerstands!

Betreff: Anschaffungsvorschlag

Liebe Karen M.,
ich schlage folgenden Titel zur Anschaffung durch die Bibliothek vor:
Autor/Hrsg.: Andreas Unterweger
Titel: Wie im Siebenten
Erschein.-Ort/Verlag: Graz, Droschl
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN/ISSN: 978-3-85420-757-3
Bemerkungen: Ich wünsche eine Vormerkung.

Lieben Gruß,
Emil B.

Betreff: Re: Anschaffungsvorschlag

Lieber Emil B.,

da das gewünschte Buch ein Roman ist, muss ich nun doch einmal nachfragen: Für was wird es denn benötigt?
Wenn es für wissenschaftliche Forschung ist, wird es wie immer gekauft – falls es allerdings nur zur Lektüre dient, kann es angesichts des sehr knappen Etats momentan nicht gekauft werden.
Beste Grüße,
Karen M.

Betreff: Re: Re: Anschaffungsvorschlag

Liebe Karen M.,

den Roman benötige ich für die Forschung im Projekt „Post-Soziale Mechanismen der Integration“, in dem es um die Beschäftigung mit Objekten geht – neben Finanzobjekten auch Konsumobjekte, wie z. B. Musik. Der Roman enthält u. a. Essays über Aneignungsweisen von Popmusik (Bob Dylan), die diesbezüglich relevant sind.

Besten Gruß,
Emil B.

Wiener Zeitung

Posted in Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 17. Oktober 2009

Wer Werner Schandors sehr schöne Rezension zu „Wie im Siebenten“ lesen möchte, dem empfehle ich, heute, am 17. Oktober 2009, die Wiener Zeitung zu kaufen!
(Oder einfach auf das blaue Wort zu klicken …)

Wie auch immer: Viel Freude beim Lesen!

Frankfurt

Posted in Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 15. Oktober 2009

Nachtrag zu: 14.10.2009, 15:00, Lesung aus „Wie im Siebenten“ auf der Buchmesse Frankfurt, Halle 4.1 E 123, Stand der IG Autoren

Die Lesung (ca. 15 Min.) und ein Interview, geführt von Pamela Neuwirth, kann man sich hier anhören.

Unten stehend ein paar Bilder von meinem langen, aber schönen Tag
(aufgestanden um 02:45, schlafen gelegt um 01:00,
dazwischen Auto gefahren, geflogen, viel gesehen, kurz gelesen, gelacht, gegessen, geflogen, wieder Auto gefahren)
auf der Buchmesse Frankfurt:

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Mit Angelika Wellmann und Rainer Götz am Droschl-Stand, dem Herz der Veranstaltung (Foto: Annette Knoch).

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Das ewige Rumgschafteln in diesen unendlichen Hallen macht mich schmunzeln …

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Messegelände 1: Ein unheimlich europäisch aussehendes chinesisches Kind.

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Messegelände 2: Was ich für den chinesischen Pavillon hielt, entpuppte sich als Pizzastand.

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Messegelände 3: Auf diesem Platz wäre ich gern, wie einst Peter Handke auf jenem Plateau in La Défense, „über eine Stunde bewegungslos gestanden“ – aber der Wind war zu kalt und zu stark.

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Der Teppichboden im chinesischen Pavillon.

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Am Droschl-Stand:
Lektor Rainer Götz, Verlagskollege David Wagner, Verlegerin Annette Knoch-Droschl.

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Das Erste, was ich vom wirklichen Frankfurt gesehen habe, lag während des ganzen Abendessens in meinem Rücken.
(Nicht im Bild, vor mir, die fröhliche Tafel: steirische Schriftsteller und Politiker, Reise-Organisator Dr. Heimo Steps [danke!], gutes Essen und sehr guter Weißwein.)

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Auf dem Flughafen Frankfurt: Schriftsteller Wilhelm Hengstler beim Yogi-Tee.

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Und damit bin ich dann nach Hause geflogen.

 

Drei neue Rezensionen

Posted in Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 15. Oktober 2009

Auszüge aus drei neuen Rezensionen von „Wie im Siebenten“:

„Der Debütroman von Andreas Unterweger ist ein Glaubensbekenntnis an die Liebe gleichermaßen wie an die Musik und zeigt, wie sehr diese beiden Künste zusammengehören. Der Autor stimmt in seinem Roman ein Hohelied auf jenes Gefühl an, das die Welt im Innersten zusammenhält. Ich singe mit ihm mit. Und Sie?“
Martina Jung für Orange 94.0 (die ganze, sehr schöne Rezension + ein Interview werden am 12.12., um 12:00, gesendet!)

„Mit Wie im Siebenten serviert Andreas Unterweger ein unterhaltsam reflektiertes Debüt, in dem er die picksüß aufgetragene Liebesthematik mit ausreichend Selbstironie zu würzen versteht.“
Paul Pechmann, Falter (die ganze Rezension)

Ein kunstvolles literarisches Vexierspiel auf vielen Ebenen und Stillagen, das sich kokett mit dem Leben und dem Schreiben beschäftigt.
Tobias Hierl, Buchkultur Österreich Spezial

P.S. Für zukünftige Rezensionen (sofern noch welche geschrieben werden):
S. 93 f.: In dem Kapitel „Etwas Ganzes“ kommt KEINE Abtreibung vor, sondern eine Schwangerschaft, die auf natürliche Weise verloren geht.
Hätte ich auch nur im Traum daran gedacht, dass ein solches (Miss-)Verständnis möglich ist, ich hätte alles getan, um es zu verhindern. (Ohne Abtreibung ist das Buch ja gleich viel lichter – und auch viel leichter zu verstehen!)

Hartberg weiß:

Posted in Nachrichten aus dem Guten Morgen-Land by andreasundschnurrendemia on 10. Oktober 2009

T12 led screen truck

Hartberg am 06.10.09 dank TextBildMMIX
(steirischer herbst 2009)

Weil es so schön war

Posted in Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 7. Oktober 2009

… und ich mich so sehr darüber gefreut habe: herzlichen Dank!!!

(Nachtrag zum Termin: 01.10.2009, 20:00, Präsentation von „Wie im Siebenten“ im Literaturhaus Graz)

Einleitung zur Lesung von Andreas Unterweger am 1.10.09
von Gerhard Melzer

Andreas Unterweger lockt seine Leser mit einer einfachen Einstiegsdroge in seine Romanwelt. Einfach im durchaus wörtlichen Sinn: Er wünscht für seinen Helden, der zufällig so heißt wie er selbst, ein einfaches Leben, er wünscht ihm eine schlichte, reine Liebe zu seiner Freundin Judith, die zufällig so heißt wie Unterwegers Gefährtin im wirklichen Leben, und er möchte über dieses einfache Leben und Lieben ein einfaches Buch schreiben: sein erstes.

Sowas, denkt man, wünscht sich nur ein Anfänger, der nichts weiß vom Leben, Lieben und Schreiben, und natürlich gelingt sie nicht, diese dreifaltige Einfachheit.

Andreas Unterwegers Erstling ist ein Buch über den schönen, kindlichen Elan des Anfangs, der sich in den Fallstricken seiner unvermeidlichen Fortzeugungen verstrickt, doch diesen Elan nie verrät, sondern ihn transformiert, manchmal in Ernst und Nachdenklichkeit, manchmal in Humor. Und die Form des Romans bildet zusehends das Dickicht des Lebens, Liebens und Schreibens ab: die Sprache wird komplexer, reflektierter, integriert Wissen und stellt es auch aus: in Anmerkungen, Fußnoten, Bildern, in Zitaten und Querverweisen. Es gibt mit einem mal nicht nur Judith und Andreas in Unterwegers Romanwelt, sondern auch Dante und Beatrice, Yoko Ono und John Lennon, in deren Lebens-, Liebes- und Künstlerbiographien sich das vermeintlich reine Licht von Judiths und Andreas Geschichte vielfältig bricht.

Unterwegers Roman ist solcherart nicht einfach nur ein Debütroman, sondern zugleich auch eine Reflexion über das Schreiben von Debütromanen. Und natürlich eine Reflexion über Einfachheit, die sich immer erst herstellt, wenn sie, wie in Kleists Aufsatz übers „Marionettentheater“, durch die Komplexität durchgegangen ist. Aller Anfang ist ja doch schwer.

Für Simon

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 5. Oktober 2009

Die schöne Sitte, Katzen zu zeichnen
(auf Ansichtskarten, Briefpapier, in zu signierende Bücher …),
verdanke ich Simon, dem Sohn einer Freundin.

Simon ist dreizehn Jahre alt und weiß viele Sachen –
zum Beispiel, wie man anderen eine Freude macht.
Als kleines Dankeschön hier seine Lieblingswörter:

„Straßenbahn“, „U-Bahn“, „Autobus“, „Garagentor“

und ein paar Fotos aus L´viv:

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