Andreas Unterweger

Weil es so schön war

Posted in Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 7. Oktober 2009

… und ich mich so sehr darüber gefreut habe: herzlichen Dank!!!

(Nachtrag zum Termin: 01.10.2009, 20:00, Präsentation von „Wie im Siebenten“ im Literaturhaus Graz)

Einleitung zur Lesung von Andreas Unterweger am 1.10.09
von Gerhard Melzer

Andreas Unterweger lockt seine Leser mit einer einfachen Einstiegsdroge in seine Romanwelt. Einfach im durchaus wörtlichen Sinn: Er wünscht für seinen Helden, der zufällig so heißt wie er selbst, ein einfaches Leben, er wünscht ihm eine schlichte, reine Liebe zu seiner Freundin Judith, die zufällig so heißt wie Unterwegers Gefährtin im wirklichen Leben, und er möchte über dieses einfache Leben und Lieben ein einfaches Buch schreiben: sein erstes.

Sowas, denkt man, wünscht sich nur ein Anfänger, der nichts weiß vom Leben, Lieben und Schreiben, und natürlich gelingt sie nicht, diese dreifaltige Einfachheit.

Andreas Unterwegers Erstling ist ein Buch über den schönen, kindlichen Elan des Anfangs, der sich in den Fallstricken seiner unvermeidlichen Fortzeugungen verstrickt, doch diesen Elan nie verrät, sondern ihn transformiert, manchmal in Ernst und Nachdenklichkeit, manchmal in Humor. Und die Form des Romans bildet zusehends das Dickicht des Lebens, Liebens und Schreibens ab: die Sprache wird komplexer, reflektierter, integriert Wissen und stellt es auch aus: in Anmerkungen, Fußnoten, Bildern, in Zitaten und Querverweisen. Es gibt mit einem mal nicht nur Judith und Andreas in Unterwegers Romanwelt, sondern auch Dante und Beatrice, Yoko Ono und John Lennon, in deren Lebens-, Liebes- und Künstlerbiographien sich das vermeintlich reine Licht von Judiths und Andreas Geschichte vielfältig bricht.

Unterwegers Roman ist solcherart nicht einfach nur ein Debütroman, sondern zugleich auch eine Reflexion über das Schreiben von Debütromanen. Und natürlich eine Reflexion über Einfachheit, die sich immer erst herstellt, wenn sie, wie in Kleists Aufsatz übers „Marionettentheater“, durch die Komplexität durchgegangen ist. Aller Anfang ist ja doch schwer.

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