Andreas Unterweger

O. T. (2) oder …

Posted in Nachrichten aus dem Guten Morgen-Land by andreasundschnurrendemia on 31. Dezember 2009

… „Frohes neues Jahr!“

Österreich, Dezember 2009

Kunststoff (und Schlamm) auf Kunststoff (und Moos) auf Leder, 20,09 x 20,09 x 37,21 cm

Schreibkraft

Posted in Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 29. Dezember 2009

Demnächst in der schreibkraft*: eine wunderbare Rezension zu Wie im Siebenten von Werner Schandor, 130 Seiten Sonnenschein (hier zu lesen). Hätte ich das selbst so auf einer Seite zusammenfassen können, ich hätte die 130 Seiten wohl gar nicht erst geschrieben …

* schreibkraft – das Feuilletonmagazin mit Sitz in Graz. Die Redaktion für die in der aktuellen Ausgabe enhaltenen literarischen Texte bzw. die beim Wettbewerb „Rettet den Reim“ zu Werke gehende Jury bestand übrigens aus diesen beiden Herr- (bzw. Damen-)schaften.

O. T. (1) oder …

Posted in Nachrichten aus dem Guten Morgen-Land by andreasundschnurrendemia on 23. Dezember 2009

… „Frohe Weihnacht!“

Österreich, Dezember 2009

Leder auf Eis auf Eis, 36,94 x 27,26 x 70,09 cm

München

Posted in Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 16. Dezember 2009

Mit einem Weltplakat auf Weltreise (mit dem Zug nach München):

Die Lesung wird von musikalischen Interventionen des famosen Tanzmusik-Trios
„Freude, Freude und Freude“
(Öre Tülsn: voc & kb, Emil Blumps: voc, git, Hans Feige: dr, perc)
begleitet.

Mit bestem Dank an Organisator Horst Waggershauser!

Kleine Zeitung

Posted in Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 15. Dezember 2009

Für all jene, die am 11.12.09 die Kleine Zeitung nicht  zur Hand hatten:
Über Werner Krauses Rezension zu „Wie im Siebenten“ und das dazu gehörige Interview mit dem schönen Titel „Hochzeit mit der Romanfigur“ (damit war glücklicherweise die weibliche Hauptfigur von „Wie im Siebenten“ gemeint) habe ich mich sehr gefreut!

Don Juans …

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 9. Dezember 2009

… heißt der Text, der in diesem Jahr den ersten Preis beim Literatur-Wettbewerb der Akademie Graz gewonnen hat. Ich habe das  Glück, mich als sein Autor bezeichnen zu dürfen.
„Don Juans“ ist nicht unbedingt das, was man sich unter „Kurzprosa“ (so die Wettbewerbsvorgabe) vorstellt, sondern – zumindest nach meiner, nicht unbedingt richtungsweisenden Interpretation – eine Arie, um genau zu sein: eine Registerarie. Sie handelt von Dingen wie diesen, klingt aber etwas anders.
Für alle, die „Don Juans“ einmal live hören möchten: die Preisverleihung mit Lesungen der drei Preisträger (2. Robert Prosser, 3. Valerie Fritsch) findet morgen, am 10.12.09, um 19:30, im Literaturhaus Graz statt.  Beim Eingang gibt es einen Trick: die ersten 20, die sich mit meinem Namen vorstellen, werden eingelassen!
Hier Details zur Veranstaltung. Bis morgen!

Gâteau rigolo

Posted in Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 3. Dezember 2009

Gâteau rigolo, so serviert im Sapa, Lindengasse 13, 1070 Wien:

Wo und womit sollte man den Erhalt der Autorenprämie des bm:ukk*  für Wie im Siebenten denn sonst feiern?

* „Auszeichnung besonders gelungener belletristischer Debüts österreichischer AutorInnen.“

manuskripte 186

Posted in Dylanologie by andreasundschnurrendemia on 1. Dezember 2009

Heute, um 20:00, präsentiert Herausgeber Alfred Kolleritsch im Schauspielhaus Graz (Ebene 3) die neue Ausgabe der Literaturzeitschrift manuskripte.
In diesem Heft (Nr. 186!) finden sich großartige Texte so exzellenter AutorInnen (und freundlicher Menschen [in meinen Augen, auch wenn ich ihnen selbst oft kaum zu trauen wage, treten diese zwei Dinge, gutes Schreiben und ein gutes Herz, ja ausnahmslos gemeinsam auf …]) wie Iris Hanika, Forrest Gander oder Marcus Poettler.
Meinereiner durfte zu diesem Druckwerk eine kleine Abhandlung folgenden Titels beisteuern: What is this shit? Schlechte Kunst bei Wolfgang Bauer und Bob Dylan. Ein lockerer Essay.
Ob dieser Essay – der mich, wie „locker“ er sich auch gebärden mag, sehr viel Schweiß gekostet hat – nun gut gelungen ist oder nicht (und was dies über mein Herz aussagt …), darüber mag sich jede geneigte Leserin/jeder geneigte Leser ihr/sein eigenes Urteil bilden.
Vielleicht aber muss ein Essay zum Thema „schlechte Kunst“ ja gar nicht gut sein. Oder aber, im Gegenteil, umso besser. Oder es ist überhaupt so, wie Mae West – zumindest laut einem T-Shirt, das ich heute im Siebenten gesehen habe – gesagt hat: „Wenn ich gut bin, bin ich gut. Wenn ich schlecht bin, bin ich besser.“

Als kleines Amuse-Geule hier die Einleitung (wenn auch ohne – die eminent wichtigen – Endnoten):

What Is This Shit?
Schlechte Kunst bei Wolfgang Bauer und Bob Dylan
Ein lockerer Essay

Einleitung
Selfportrait und Das stille Schilf

„What is this shit?“ Mit diesem „denkwürdigen Einleitungssatz“ eröffnete 1970 der Rolling Stone-Kritiker Greil Marcus seine Rezension zu Selfportrait, Bob Dylans eben erschienenem zehntem Studioalbum. Obwohl oft zitiert, wurde Marcus´ Frage bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet.
Zwar gilt Selfportrait – ein Doppelalbum mit 24, meist gecoverten Songs – dem Mainstream der Rockhistorik seither als eines der schlechtesten, wenn nicht gar das schlechteste Dylan-Album aller Zeiten. Doch was „diese Scheiße“, um bei Marcus´ Formulierung zu bleiben, tatsächlich sollte (bzw.: was es mit ihr auf sich hat), darüber gehen die Meinungen in der Dylanologie nach wie vor auseinander.

Während die einen ein „lieblos zusammengestoppelte(s) Sammelsurium“, „das Eingeständnis einer Niederlage“ oder gar „das Ende von Dylan“  beklagen, vermuten andere (wenige) einen verkappten Geniestreich.
Für zusätzliche Verwirrung sorgten die Erklärungsversuche Bob Dylans. Erstens erfolgten sie mit rund eineinhalb Jahrzehnten Verspätung (erstmals in einem Interview mit dem Rolling Stone 1984), zweitens in einer Art und Weise, die das Hitparadendenken des Pop-Diskurses heillos überforderte: „Selfportrait wurde veröffentlicht“, so Dylan etwa, „weil es mich zu der Zeit einfach störte, dass ich so im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand. Also haben wir dieses Album herausgebracht, um mir die Leute vom Hals zu schaffen. Sie sollten mich nicht mehr gut finden. […] Und das taten sie auch.“

Ob es nun wirklich so war, wie Dylan sagt, oder nicht – jemand (wie ich), der mit dem Schaffen des 2005 verstorbenen österreichischen Dichters Wolfgang Bauer vertraut ist, wird bei einer solchen Erklärung auf jeden Fall hellhörig. Schließlich erinnert die oben geäußerte Absicht, bewusst zu missfallen, frappant an jene irritierende künstlerische Strategie, die Bauer „schlechte Kunst“ oder „Ästhetik des Missglückten“ genannt und in seinem Gedichtband Das stille Schilf (erschienen 1969) vor- und durchexerziert hat.
Diese Gedichte Bauers sind dermaßen gekonnt schlecht gemacht, dass man sie schon wieder als gut bezeichnen muss! Neben dem beträchtlichen satirischen Potenzial (Parodie auf Leserbriefgedichte, allzu hermetische Lyrik etc.) ist Bauers verquerer Poetik auch ein utopischer Zug eigen: durch den völlig unreflektierten, unbedarften sprachlichen Gestus scheint die Sehnsucht danach, „Gefühle, Empfindungen, Absichten (…) wie im kindlichen Bewußtsein direkt und spontan entfalten zu können“ (Gerhard Melzer). Indem sie vorführen, wie kläglich dieser Versuch scheitert, wohnt den schlechten Gedichten nicht zuletzt auch ein subtiler sprachkritischer Aspekt inne.

Jemandem wie mir (mit Bauers Gedichtband vertraut, mit Dylans Äußerung konfrontiert) stellt sich damit folgende Frage: Wäre es nicht möglich, dass sich hinter dem viel gescholtenen Album Selfportrait ein ähnlich geglückt missglücktes Meisterwerk – und damit: ein Bauers „schlechter Kunst“ vergleichbares ästhetisches Konzept – verbirgt?

Und hier der ganze Text!