Andreas Unterweger

(((())))

Posted in Trauer by andreasundschnurrendemia on 29. Januar 2010

Von J. D. Salinger (1919 – 2010) sollte jeder alles gelesen haben, was er zur Veröffentlichung frei gegeben hat. (Bekanntlich war das nicht allzu viel: nichts mehr ab 1965 – obwohl er, zumindest nach eigenen Angaben, auch danach noch geschrieben hat.)

Mit alles meine ich eben nicht nur The Catcher In The Rye und vielleicht noch Nine Stories, sondern auch seine letzten, mit einem Bein bereits in der absoluten Freiheit des nicht zur Veröffentlichung Gedachten stehenden Texte wie  Seymour wird vorgestellt. Darin finden sich dann Sätze wie dieser hier:

„… bitte nehmen Sie von mir diesen bescheidenen Strauß früh blühender Klammern an:
(((())))“

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Familientreffen in der Allianz Arena (Stanglpass 13)

Posted in Stanglpass by andreasundschnurrendemia on 22. Januar 2010

Aus der aktuellen Ausgabe (Heft 55) der Münchner Fußball-Fachzeitschrift Der tödliche Pass:

Familientreffen in der Allianz Arena
oder

Wer solche Feinde hat, braucht keine Freunde
Drei Gespräche

Der Stanglpass
zugespielt von Andreas Unterweger aus Österreich

Sie sind das Feinbild des „klassischen“ Fußballfans à la Nick Hornby: Familien im Fußballstadion. Während man(n) in das „Stadion“ von früher noch wie in die Kneipe ging (und da wie dort dasselbe vorfand: Bier, einen Stehplatz, raue Gesänge …), so erwartet einen in der zeitgenössischen „Arena“ eine völlig andere Atmosphäre: statt des (einzigen) familienfreien Tages ein „Familientag“, statt Stehplätzen „Sitzfamilien“, statt des alkoholgeschwängerten Hexenkessels von einst „eine gediegene und angenehme Atmosphäre, in der sich alle Gäste wohl fühlen“ …

Die angeführten Zitate stammen alle von der Homepage der Münchner Allianz Arena – kein Wunder, dass die Vabitschs aus Graz ihr diesjähriges Familientreffen ausgerechnet dort stattfinden ließen. Sighild und Gerhard, die Eltern, reisten aus Graz an, Tochter Anna aus München-Nymphenburg, die Söhne Martin (mit Freundin Angelika) und Paul aus Wien, Sohn Johannes (mit Freundin Magdalena) aus Stuttgart. Als Ersatzmann für den erkrankten Bernhard (Annas Ehemann und der einzige „wahre“ Bayern-Fan in der Familie) wurde Horst, ein Münchner Freund von Johannes, nachnominiert.

Im Schatten des internationalen Vabitsch-Kongresses am 24.10.2009 fand auch ein Fußballspiel statt: Bayern München gewann gegen Eintracht Frankfurt mit 2:1.

Die Eltern: Sighild und Gerhard Vabitsch (beide 60 +), Pensionisten aus Graz

Andreas
Wie hat es Euch in die Allianz Arena verschlagen?

Sighild
Es war ein Geburtstaggeschenk für Gerhard – von den Kindern. Sie haben die Karten auf Ebay ersteigert. Die Bayern-Spiele sind ja alle ausverkauft.

Gerhard
Die Karten waren auch gar nicht billig. Ich glaube, eine Karte hat so um die 50 Euro gekostet.

Andreas
Warum ausgerechnet die Allianz Arena?

Gerhard
Als Architekt bin ich an dem Bau interessiert. Ich habe die Arena auch schon in der Bauphase besichtigt. Aber mit Fußball ist es natürlich interessanter.

Andreas
Hat die Arena Deine architektonischen Erwartungen erfüllt?

Gerhard
Der Bau ist sehr eindrucksvoll – von außen. Die beleuchteten Waben …

Sighild
… vor dem violetten Nachthimmel …

Gerhard
… das ist schon sehr schön. Von innen aber macht sie nichts her.

Andreas
Welchen Eindruck hattet Ihr von dem Umfeld des Stadions?

Sighild
Wir sind mit der U-Bahn angekommen – da war ein ziemliches Gedränge. Ich leide ja ein bisschen an Platzangst. Trotzdem habe ich nie das Gefühl gehabt, bedrängt zu werden. Der Strom teilt sich immer wieder, es war recht angenehm.

Gerhard
Die Logistik ist beeindruckend. Wie sie das voll kriegen – und dann wieder entleeren.

Sighild
Geschreckt habe ich mich ein bisschen vor der berittenen Polizei. Was tun die, wenn wirklich etwas passiert? Reiten sie in die Menge hinein?

Gerhard
Ja, da hat man schon Respekt …

Sighild
Und jeder wird ganz genau untersucht. Es gibt einen Frauen-Eingang und einen Männer-Eingang: Männer werden von den Männern abgegriffen, Frauen von Frauen.

Gerhard
Wobei das auch umgekehrt sein könnte. Das ist ja nicht abwegig, ich zum Beispiel hätte mir das durchaus vorstellen können …

Andreas
Wie hat Euch das Spiel gefallen?

Sighild
Die Spieler sind lange nur so herum gehüpfelt.

Gerhard
Ich war enttäuscht von dem Spiel!

Sighild
Zuerst waren die Frankfurter in Führung, dann haben die Bayern ausgeglichen …

Gerhard
Das war nicht besser als ein Spiel von Sturm Graz!

Sighild
… und schließlich haben die Bayern dann das 2:1 geschossen.

Andreas
Seid Ihr Fußballfans?

Sighild
Ja sicher!

Gerhard
Na ja …

Sighild
Der Fußballfan bei uns bin ich! Ich schaue immer!

Gerhard
Ich nur, wenn Österreich spielt. Und dann halte ich meistens für die Gegner.

Andreas
Beim letzten Länderspiel warst Du also für Spanien?

Gerhard
Ja. Aber ich habe mich gewundert, warum sie ausgerechnet gegen Spanien spielen. Spanien ist ja viel zu gut. Sie sollen gegen die Färöer spielen – aber sogar gegen die verlieren sie!

Sighild
Ein Tor haben die Österreicher aber gegen Spanien geschossen …

Gerhard
Aber dann war es auch wieder vorbei! Spanien hat 5:1 gewonnen!

Der Sohn: Johannes Vabitsch (32), Betriebswirt aus Stuttgart

Andreas
Wie ist die Idee entstanden, Deinen Vater zum Geburtstag in die Allianz Arena einzuladen?

Johannes
Wir hatten schon einmal, 2004 oder 2005, ein Familientreffen in München. Damals ist mein Vater allein zur Arena hinausgefahren und hat ganz begeistert die Bauarbeiten fotografiert. Zu seinem 65. Geburtstag haben wir ihm dann diesen Ausflug geschenkt. Nächstes Jahr wird er 70, wir haben also recht lange gebraucht …

Andreas
Warum hat es so lange gedauert?

Johannes
Wir waren so naiv zu glauben, dass man im freien Verkauf Karten für ein Bayern-Spiel bekommt … Meine Schwester ist dann nach einiger Zeit draufgekommen, dass Spiele des FC Bayern immer ausverkauft sind! Da sind zuerst einmal die Dauerkartenbesitzer. Dann kommen die Vereinsmitglieder: die haben Vorkaufsrecht. Und dann gibt es noch die bayrischen Sportvereine: auch sie haben Vorkaufsrecht. Und erst wenn dann noch Karten übrig sein sollten, kommen die in den freien Verkauf. Es bleiben aber nie welche übrig: weil die Sportvereine immer gleich mehrere Karten kaufen und die dann auf Ebay versteigern …

Andreas
Und zu einem Spiel von 1860 München wolltet Ihr nicht? Das wäre vielleicht einfacher gewesen …

Johannes
Wir haben schon daran gedacht. Aber mein Schwager Gerhard hat darauf beharrt, zu Bayern zu gehen. Es muss der FC Bayern sein, hat er gesagt. Und als es dann soweit war, war er krank!

Andreas
Wie hat es Dir in der Arena gefallen?

Johannes
Das Stadion ist beeindruckend. Wenn man hineinkommt, merkt man gar nicht, wie riesengroß es ist … Aber die Stimmung war nicht so gut. Meine Freundin Magdalena, Horst und ich, wir sind im Gästesektor gesessen. Dort haben die Frankfurt-Fans haben gesungen: „FC Bayern und schon wieder keine Stimmung!“ Das liegt wahrscheinlich daran, dass immer die gleichen Leute drin sitzen und es nie Karten für andere gibt …

Andreas
Mitten unter hartgesottenen Fußballfans – war das für Euch, die Ihr ja eher selten zum Fußball geht, nicht etwas befremdlich?

Johannes
Die Frankfurter, na ja, das waren schon harte Jungs. Hinter uns ist eine Familie mit drei Kindern gesessen: Bayern-Fans! Die haben sich natürlich dauernd beschwert, dass die Frankfurter stehen. „Setzt euch hin, wir sehen nichts!“, haben sie gerufen … Und dann waren sie schockiert über den rauen Ton, der da geherrscht hat …

Andreas
Dein Vater hat das Spiel FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt mit einem Spiel von Sturm Graz verglichen. War es wirklich so schlecht?

Johannes
Ich glaube, er hat sich zu viel erwartet. Wir kennen ja Bayern-Spiele nur aus dem Fernsehen. Die Fernsehübertragung aber vermittelt – durch die Kameras, die immer dem Ball folgen – den Eindruck einer größeren Geschwindigkeit, als sie tatsächlich vorhanden ist. Die Wirklichkeit erscheint im Vergleich dazu total langsam – vor allem, wenn man auf dem dritten Rang sitzt … Wo ist jetzt die Wiederholung, fragt man sich dauernd. Ein Stangenschuss oder eine Abseitssituation sind ja nur im Fernsehen spannend. Das Fernsehen erzeugt eine künstliche Spannung. Im Stadion wird man ja auch andauernd abgelenkt. Meine Freundin Magdalena z. B. hat das ganze Spiel lang die Fan-Choreografien beobachtet.

Andreas
Das Spiel hat Dir also gefallen?

Johannes
Es war nicht schlecht … Schön war jedenfalls, dass Frankfurt eine Zeit lang geführt hat. Man hat es in den leuchtenden Augen der Frankfurt-Fans gesehen: Endlich, endlich einmal werden wir gegen die Bayern gewinnen! – Am Ende waren die natürlich alle am Boden zerstört. Diese harten Jungs haben Tränen in ihre Jeansjacken und Wimpel geweint … Wie gesagt: Es war wirklich sehr schön.

Der Ersatzmann: Horst Waggershauser, Germanist (31) aus München

Andreas
Horst, Du hast die Familie Vabitsch in die Allianz Arena begleitet…

Horst
Ich bin gemeinsam mit Johannes und Magda bei den Frankfurt-Fans gesessen. Da musste man aufpassen, was man sagt. Sonst wurde man gleich blöd angeschaut.

Andreas
Wie gefällt Dir die Arena?

Horst
Rundherum ist es halt sehr hässlich. So kahl, nur diese Betonwege … Auch die Vabitschs haben sich darüber aufgeregt, dass man etwas so hässlich gestalten kann.

Andreas
Und wie ist es Dir
in der Arena ergangen?

Horst
Es war alles so kompliziert! Johannes und ich, wir wollten vor dem Spiel noch ein Bier und eine Wurst kaufen. Da haben wir uns also angestellt, um dann zu erfahren, dass man da so eine Karte braucht, auf die man erst einmal Geld raufladen muss (Anm.: die „Arena Card“). Und auch dafür mussten wir uns anstellen! Das war super umständlich. Das Spiel hat schon angefangen, bis wir endlich ein Light Bier und eine Wurstsemmel gehabt haben … Und als wir dann los wollten, hat uns der Blockwart – „Blockwart“, wie im Gefängnis! – mit dem Bier und der Wurstsemmel nicht auf die Tribüne gelassen. Wir mussten in den Katakomben fertig essen und trinken, erst dann durften wir raus … Wozu das denn? Damit man keine Würste auf das Spielfeld wirft?! Die Becher sind ja eh aus Plastik! – Das machen die nur mit den gegnerischen Fans. Die anderen habe ich essen und trinken gesehen …

Andreas
Bier- und Wurstverbot als reine Schikane?

Horst
Ich weiß nicht … Muss wohl so sein! So etwas macht einem jedenfalls das ganze Fußballerlebnis kaputt. Das schränkt den Fußballgenuss ein, sozusagen! – Andererseits: die Frankfurt-Fans bekommen wohl zu Recht keine Würste!

Andreas
Warum?

Horst
Die Frankfurter Fans haben den FCB ununterbrochen als „Judenverein“ bezeichnet! Der FC Bayern ist ja im Dritten Reich tatsächlich positiv aufgefallen. Die hatten einen jüdischen Präsidenten, zu dem sie gestanden sind … Eine tolle Geschichte. Umso schockierender, dass ihnen das jetzt auf diese Art und Weise vorgehalten wird. „Judenverein“ – und die rufen das auch noch laut! Es gibt doch sicher auch bei der Eintracht Fanbeauftragte. Die müssten da was machen!

Andreas
Das sehe ich auch so. – Und wie war Dein Eindruck vom Spiel?

Horst
Net so toll. Bayern halt. Wir sind einem 0:1 hinterher gerannt und haben dann doch noch irgendwie 2:1 gewonnen …

Andreas
Aus dem „wir“ schließe ich, dass Du – als Münchner – FC Bayern-Fan bist?

Horst
„Wir“? Hab ich das wirklich gesagt? … „Fan“ nicht, eher „Sympathisant“. Ich verfolge eben, was mit dem FC Bayern passiert. Das hat ja hohen Unterhaltungswert … Eigentlich bin ich aber eine Champions League-Schlampe. Ich bin immer für die, die in der Champions League sind!

Andreas
Liebe Familie Vabitsch, lieber Horst – herzlichen Dank für Eure Zeit und die aufschlussreichen Gespräche!

(Weitere Stanglpässe: Weil einen sonst keiner fragt [10/09], Goldene Nordwest-Mitte [07/09])

LeseZeichen

Posted in Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 12. Januar 2010

… heißt das TV-Literaturmagazin des Bayerischen Rundfunks, von dessen aktueller Ausgabe meine Omama (die, technisch viel besser ausgerüstet als ich, einen Fernsehapparat besitzt) ganz begeistert ist.

Wer die gestrige Erstausstrahlung auf BR1 versäumt hat, kann sich die Wiederholung auf BR-alpha – entweder heute, den 12.01.2010, um 23:00, oder am 16.01.2010, 22:00 –  ansehen.

Ich danke jedenfalls Redakteur Rudolf  von Bitter, Talkmaster Armin Kratzert und den anderen beiden Herren, die mich in München so freundlich betreut haben, ganz herzlich!

P.S. Herrn von Bitter verdanke ich auch diesen schönen kleinen Artikel zum Thema „Wie im Siebenten“. Ich weiß nicht, ob das Bayerische Fernsehen einen „Bildungsauftrag“ hat – aber es scheint ihn zu erfüllen!

Silvester beinhart

Posted in Nachrichten aus dem Guten Morgen-Land by andreasundschnurrendemia on 4. Januar 2010

Der diesjährige Preis
für die absolut härteste Silvesterparty
geht an …

… Mia,
die Katze aus dem gelben Haus,
die sich am 31.12. mit so großem Erfolg vor dem Hinaus-in-die-Kälte-Trippeln gedrückt hat,
dass sie nicht nur den Jahreswechsel,
sondern auch noch den nächsten Tag
und die nächste Nacht
und den Morgen darauf
im fensterlosen Vorzimmer eingeschlossen,
ohne Wasser und Futter,
zugebracht hat …

(Woraus hervorgeht,
dass man immer laut maunzen sollte,
wenn nach einem gerufen wird!!!)

Der Preis für die härsteste Silvesterparty 2009/2010
war mit sieben Katzenwürsten dotiert,
die alle das Katerfrühstück
nicht überstanden haben.

Unser Foto zeigt Mia
bei der anschließenden
Siesta.