Andreas Unterweger

Beiwort des Jahres

Posted in Nachrichten aus dem Guten Morgen-Land by andreasundschnurrendemia on 9. Mai 2010

… ist, zumindest meiner einhelligen Meinung nach, der eben in dem Magazin „Natur im Garten“ gesichtete Euphemismus
„Beikraut“.

Was kommt als Nächstes?

„Beigustl“?
„Wunschloses Beiglück“?!
„Beiterweger“?!?

Beitrag zum Hochschuldialog?

Posted in Nachrichten aus dem Guten Morgen-Land by andreasundschnurrendemia on 8. Mai 2010

Verbirgt sich hinter diesem scheinbar unverfänglichen Schnappschuss aus dem Gartenarbeitslager St. Johann …

… womöglich ein Beitrag zum Hochschuldialog?!

(Detail, stark vergrößert:)

Mein Uhrturm

Posted in Grazer Glossen, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 3. Mai 2010

Gestern in der Zeitung (und zwar in G7, der Grazer Stadtzeitung der Kleinen Zeitung), aber auch heute noch aktuell:

MEIN UHRTURM

Er ist mein Wahrzeichen von Graz – auch wenn er nicht am Schlossberg steht, sondern am Lendplatz, auch wenn ihn Graz Tourismus nicht als „Top Sehenswürdigkeit“ anpreist, auch wenn Alfred Kolleritsch früher, als ich noch darin gewohnt habe, oft gesagt hat: „Du wohnst im hässlichsten Haus von Graz.“
Schon wahr: Mein Uhrturm ist keine Schönheit. Vierzehn klobige Stockwerke hoch, ist ihm der Charme eines Kolchosen-Silos eigen. Sein finsterer Schatten reicht zwar nicht bis Seiersberg, aber fast, und wenn die Sonne hinter seinem breiten Rücken verschwunden ist, gerät man an der Bushaltestelle vis-à-vis auch im Sommer ins Frösteln. Niemand, der dort, den Kopf im Nacken, zu dem auf dem Dach rotierenden Uhrwürfel hoch starrt, käme auf die Idee zu behaupten: „Zum Träumen und zum Küssen. Ein wahrhaft erhebender Ort.“ (Graz Tourismus über den anderen Uhrturm…)
Und doch: Wie so vieles ist auch dies eine Frage der Perspektive. Denn wenn man sich im Turm befindet, hoch oben im achten Stock z.B., und von dort auf das Bushüttchen hinunter schaut, sieht die Sache schon ganz anders aus… Wobei sich, von einem dieser großen, den Blick auf die Stadt (und mehr) frei gebenden Fenstern aus betrachtet, viel attraktivere Eyecatcher anbieten. Die Südflanke des Schöckels etwa. Der Buckel des Plabutsch. Und dazwischen der weite, abends in allen Farben spielende Himmel…
Tatsächlich handelt es sich bei diesem Panorama wohl um den schönsten Blick, den man in und von Graz erhaschen kann, schöner noch als der vom anderen Uhrturm herab. Schließlich hat man von hier aus auch freie Sicht auf die „Top Sehenswürdigkeiten“ des Schlossbergs – vom Schlossberg aber schaut man auf mein Hochhaus…
Mein
Haus… 27 Jahre lang habe ich, mit Unterbrechungen, darin gelebt. Im ersten Jahr, mit Mama und Papa zu dritt in einem Zimmer, muss es recht eng gewesen sein… Später sind wir nur noch zu Besuch gekommen: Omama hat Paradeissauce gekocht, Opapa aus Winnetou vorgelesen… Mit 19 Jahren, kein Kind mehr, doch noch nicht erwachsen, bin dann ich eingezogen: mit mir der Lurch, die Fensterschlieren, Berge von schmutzigem Geschirr. Ich hatte keine Zeit für so was, ich hatte Wichtigeres vor: auf dem Fensterbrett sitzen, die Füße hinaus baumeln lassen, aus dem Fenster schauen…
In meinem Rücken spielte es sich ab. Oft waren Freunde da, selten ein Mädchen. Franz Innerhofer war da, die Rettung war da, und einmal kam sogar die Polizei. Was heißt, sie „kam“… Sie stürmte, acht Mann hoch, die Wohnung! Dumme Freunde hatten Flaschen aus dem Fenster geworfen – noch dümmer, dass darunter die Polizeistation lag…
Die Bücherstapel wuchsen, die Freunde gingen – sie fuhren mit ihren Freundinnen nach Paris, um ihnen auf dem Eiffelturm Heiratsanträge zu machen. Ich konnte da nicht mit, ich war schon da: In meiner letzten Nacht im Turm, zwischen den Plastikplanen und den Malerkübeln, hielt ich – draußen spielten die Lichter von Graz – um die Hand meines Mädchens an…
Vielleicht ist das Hochhaus am Lendplatz ja wirklich „das hässlichste Haus von Graz“. Für uns, meine Frau und mich, bleibt es dennoch: der schönste Uhrturm der Welt!