Andreas Unterweger

Berlin

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 30. Oktober 2011

Nachtrag zu dem Termin:
22. und 23.10.2011: Andreas Unterweger bei der Autorentagung „Literarische Brennpunkte. Mikrotexte aus Lateinamerika und Europa“. Weitere Teilnehmer: Katharina Bendixen, Ruth Johanna Benrath, Flavia Company, Patricia Esteban Erlés, Judith Keller, Ildiko Nassr, Juan Romagnoli. Literaturhaus Lettrétage, Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin.

Dickes D (wie Dankeschön) an die lieben Leute vom Literaturhaus Lettrétage!
Es war, auch abseits der Gespräche, Diskussionen und Lesungen, eine ganz großartige Autorentagung.
Alle (Organisatoren UND Teilnehmer!) waren sehr sympathisch –
und ich, vom Willkommensabendessen an, nicht mehr hungrig.

Mehr darüber (Fotos, Programm, Speiseplan etc.) gibt es unter diesem Link!

Und hier noch ein paar Kreuzberger (und -köllner)
Selbstporträts …

… Fremdporträts …

… und mehr:

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Das Gnu

Posted in Notizen by andreasundschnurrendemia on 29. Oktober 2011

Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens hat das Gnu, die PatientInnenzeitschrift der LSF* Graz,
mehrere mit der Steiermark verbundene Schriftstellerinnen und Schriftsteller
(u. a. Michael Scharang, August Schmölzer, Andrea Stift)
um eine Geschichte/ein Gedicht gebeten.
Hier mein Beitrag zur „literarischen Sondernummer“:

 Die Stricherlliste

3 x 3 Notizen

für das Gnu
Zeitschrift der Patientinnen und Patienten der LSF Graz

1

 Unter den 177 Schriftstellern (meint auch: Schriftstellerinnen), deren Bücher ihm in seinem Arbeitszimmer den Rücken zuwenden, befinden sich – wie er, mit einer Tabelle (einer „Stricherlliste“, denkt er) die Regale abschreitend, feststellt – 23, die als Patienten in einem Krankenhaus wie der LSF gewesen sind – oder, in anderer Zeit, anderem Umfeld, dort gewesen sein hätten können.

 Dass es niemandem einfallen würde, die Bücher dieser 23 in ein separates Regal zu stellen – oder gar, sie wegzusperren, denkt er.

 (Das, denkt er, wäre wirklich verrückt.)

 *

 „17 Abhängigkeitssyndrome“, notiert er, „3 Depressionen, 3 Schizophrenien (ohne damit einhergehendes Drogenproblem)“ und: „4 Suizide“.

Dass diese Wörter nichts, aber auch rein gar nichts, denkt er, über das aussagen, was sie bedeuten.

(Wenn er irgendetwas über diese Dinge weiß, dann das.)

*

 Und: Dass nicht nur die Wörter auf seiner Liste, sondern auch die Zahlen, die sich aus all den Strichen ergeben, nichts („null“, denkt er) zu bedeuten haben.

 Denn – wie es in Berichten zu diesem Thema (und anderen) heißt: „Die statistische Erfassung erweist sich als ausgesprochen schwierig.“

 Oder: „Die Dunkelziffer liegt mit Sicherheit höher.“

 Oder: „Es fällt schwer, eine Grenze zu ziehen.“
(Um nicht zu sagen: Es gibt keine.)

2

 „23 von 177 – das macht: dreizehn Prozent“, rechnet er (mit dem Taschenrechner).

 Dass ihm diese Zahl – noch nicht die Dunkel- (aber auch alles andere als eine Hell-)Ziffer, denkt er – recht hoch erscheint.
Doch als Beweis für die (pseudo-)romantische These, dass sich Kreativität und Psychose („Genie und Wahnsinn“, denkt er) gegenseitig bedingen, ist sie wiederum viel zu niedrig.

(Gott sei Dank, denkt er.)

*

Dass ein Buch, z. B. Paris – ein Fest fürs Leben, nicht (noch) besser wird, nur weil man irgendwo gehört hat, dass manches darin auf die Probleme seines Verfassers (Alkoholismus, Depressionen, Paranoia usw.) zurückzuführen sei, denkt er.

 (Aber natürlich wird es dadurch auch nicht schlechter.)

 *

„Bücher, die von den psychischen Krankheiten ihrer Verfasser beeinflusst worden sind, beeinflussen mich – beeinflussen jeden Satz, den ich schreibe“, notiert er (am Rand der Liste).

(„Auch diesen.“)

3

 Dass er sich wohl nur deshalb für den (literatur-)wissenschaftlich-statistischen Ansatz (sprich: die Stricherlliste, denkt er) entschieden hat, damit er um das herum kommt, was er – lt. Einladungsbrief – eigentlich schreiben hätte sollen:
„eine Geschichte über persönliche Begegnungen mit einem Menschen, der auf die eine oder andere Weise in die weiten Krankheitsbilder der in der LSF behandelten Menschen passt“.

(Er will ja nicht immer nur über sich selbst schreiben, denkt er.)

*

 Außerdem:

„Die manisch-depressive Freundin, der alkoholkranke Bekannte, die demente Großmutter“ (es gibt sie tatsächlich alle!, denkt er) sollen nicht zu literarischen (Witz-)Figuren einer jener Anekdoten werden, die sein Ich-Erzähler so gerne erzählt.

(„Das steht mir nicht zu.“)

*

 Und:

 Dass für das Verhältnis zwischen den Patienten einer psychiatrischen Klinik und den angeblich normalen Menschen („uns“, denkt er) das gilt, was Jorge Luis Borges über das Verhältnis zwischen Dichter und Leser gesagt hat:

„Unsere Nichtigkeiten unterscheiden sich kaum; es ist ein bedeutungsloser und zufälliger Umstand, dass du der Leser dieser Übungen bist und ich ihr Verfasser.“

 

* Landesnervenklinik Sigmund Freud Graz

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Rock BMX …

Posted in Lennonologie by andreasundschnurrendemia on 28. Oktober 2011

… heißt das supsicoole, von Günther Golob herausgegebene Kunstmagazin natürlich nicht. Aber so merkt man sich´s einfach leichter – v. a., wenn man, wie ich, nicht mehr der Jüngste ist.
Jung hingegen die Erzählung, die ich für die neueste Ausgabe beisteuern durfte: geschrieben 2006, ist „Imagine“ (eine Art Biopic über den letzten Tag im Leben John Lennons) erst fünf Jahre alt – ich selbst war damals 28 und hatte Eselsbrücken wie die im Titel genannte sicher auch noch nicht nötig.

Imagine“: hier nachzulesen! Im neuen X-ROCKZ-MAGAZIN! Auf Seite 34!

Frankfurt, 14.10. 2011

Posted in Du bist mein Meer, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 15. Oktober 2011

Hier die wichtigsten Stationen des langen, aber lustigen Tages,
den ich – gemeinsam mit mehreren anderen Autoren –
auf Einladung des Landes Steiermark (vertreten durch Landesrat Christian Buchmann – besten Dank!)
auf der Buchmesse Frankfurt verbringen durfte:

Aufstehen 03:30 – Zähne putzen, duschen, Wahl der passenden Kopfbedeckung:

04:10, Abfahrt von Grafenwörth (nach Wien-Schwechat):

07:45, Landung am Flughafen Frankfurt:

08:10, Zusammentreffen mit den aus Graz gestarteten Autoren –
Mist, Andrea Stift und ich haben ein Outfit-Problem:

09:13, Blick auf Frankfurt:

11:00, Ankunft auf der Buchmesse – heute ist noch nicht viel los:

11:05, Warten auf den Beginn einer Foto-Session mit Fotograf Ekko von Schwichow
am Droschl-Stand, wie immer das Herz der Veranstaltung:

11:20, Lektoren-Gespräch mit dem gestrengen Herrn Dr. Rainer Götz, Lektor des Droschl-Verlags:

12:05, Andrea Stift, Verlegerin Annette Knoch-Droschl und Rainer Götz (v. l. n. r.)
beim Orangensaft-Trinken:

12:45, der Preis für die coolste Hose der Buchmesse Frankfurt 2011 geht an … den Droschl-Verlag!

13:30, Geschäftsessen mit Andrea Stift:

15:30, Andrea Stift und Valerie Fritsch lesen bei literadio
(ich hatte übrigens 2009 die Ehre – was man hier nachhören kann):

18:07, Besichtigung der wahren Buchmesse:

18:24, Fotografieren einer Frankfurter U-Bahn für meinen Freund Simon:

18:35, gemeinsames Abendessen:

21:20, Reiseorganisator Dr. Heimo Steps,
Camus-Experte, Houellebecq-Kenner und als „letzter Anarch unter den Beamten“ (Günter Eichberger) leider schon kurz vor dem Ruhestand*,
formuliert folgenden denkwürdigen Aphorismus:
„Alle gehen in die gleiche Richtung – was soll das?“

01:05, Ankunft in Grafenwörth –  gute Nacht!

* Danke für den schönen Ausflug – und alles Gute für die pensionäre Zukunft, lieber Heimo!

P.S.
Link in die Vergangenheit: Buchmesse Frankfurt 2009.

Lesung am Lendplatz

Posted in Du bist mein Meer, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 12. Oktober 2011

Nachtrag zu dem Termin:
06.10.2011, 17:00 (!), Andreas Unterweger liest bei den Grazer Lendplatz Kleinkunsttagen. Markthalle am Lendplatz, 8020 Graz.

Eine Lesung am Lendplatz, drei Blickwinkel:


(c) Rosemarie Krieger

 (c) Reinfried Blaha

(c) David Stift

 

Mit bestem Dank an die engagierten Veranstalter vom Club Lend, v. a. Manfred Leitold,
Elli Eccher (für ihre Einführung)
und das zahlreich erschienene Publikum!

(c) Rosemarie Krieger

P.S. Was ich vorgelesen habe, gibt es übrigens hier (die G7-Kolumnen) bzw. hier (Du bist mein Meer) zum Nachlesen!

Sara

Posted in Dylanologie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 4. Oktober 2011

Und noch ein Nachtrag zu dem Termin:
„01.10.2011, 20:00, Andreas Unterweger feat. The Literats beim Geburtstagsfest des Wiener Literaturhauses und der IG Autoren. Weitere Gastsänger: Christian Futscher, Robert Huez, Christoph Mauz. Literaturhaus in Wien, Zieglergasse 26, 1070 Wien.“

(Copyright Literaturhaus)

Links Robert Bilek, der Mundharmonika-Virtuose, rechts ich, die Schnürlsamthosen-Mimose,
nicht im Bild (aber am wichtigsten): Bob Dylan, der den wunderbaren Song „Sara“ geschrieben hat.

The Literats – live im Literaturhaus

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 2. Oktober 2011

„Nachtrag zu dem Termin:
01.10.2011, 20:00, Andreas Unterweger feat. The Literats beim Geburtstagsfest des Wiener Literaturhauses und der IG Autoren. Weitere Gastsänger: Christian Futscher, Robert Huez, Christoph Mauz. Literaturhaus in Wien, Zieglergasse 26, 1070 Wien.“

The Literats – kaum zu erkennen, und dennoch: die schärfste Boyband des Landes!

Von links nach rechts:
Hannes Skocek (git), Robert Bilek (sax, harp), Gerhard Ruiss (voc), Horst Bayer (voc), Walter Famler (dr – hier, ganz im Gegensatz zur Wirklichkeit, nicht im Bilde), Charlie Hödl (b)

Ich hatte gestern Abend das Glück, (einmal mehr*) als Gastsänger in diesen illustren Kreis aufgenommen zu werden.
Mein Set war kurz – „Sara“ (Bob Dylan) und „Pfirsichspritzer-Blues (Down In St. Veit)“** (ratlos) -, während die Literats, wenn ich die ausgeteilte Setlist richtig einschätze, wahrscheinlich heute noch spielen …

Wie auch immer: Danke für die ebenso leidenschaftliche wie kompetente musikalische Unterstützung und den lustigen Abend!

Hier noch ein paar Highlights wie …

 

… das Paillettenhemd von Gerhard Ruiss …


… der Vortrag des Gastsängers (und -gebers) Robert Huez
(bekanntermaßen Ex-Mastermind der Peter Maffay-Covergroup „Dr. Sommer“)
und …

… der Promi-Alarm, den der Anblick dieser beiden Herren beim Verfasser (der allerdings, wie man an seinen Fotos sieht, recht kurzsichtig ist) ausgelöst hat:
John Goodman und Frank Hoffmann?
Nein, besser: Gastsänger Christoph Mauz und Bassist Charlie Hödl!

 

* Zum 4. Mal nach 2008 (Rote Bar und Schauspielhaus Wien) und 2009 (Rote Bar/Buchmesse Wien).

** Musik: Dayé, Text: Dayé, Laube, Unterweger – diesmal, Premiere!, mit 5 Strophen, wobei mir besonders die „We´re drinking Whiskey / we´re drinking Barack / we´re drinking Pfirsichspritzer ´till we meet the Notarzt / tonight / Notarzt tonight!“-Strophe bleibenden Charakter zu besitzen scheint.
Es spricht übrigens für die avantgardistische Rockauffassung der Literats, diesen klassischen Zugaben-Song, der wohl noch nie vor Mitternacht aufgeführt wurde, als einen der ersten Songs des Sets zu bringen – hat funktioniert!