Andreas Unterweger

twang-tone.de

Posted in Tankstellenmorgen by andreasundschnurrendemia on 25. September 2012

Hübsche erste Renzension zu „Tankstellenmorgen“ von Mike Korbik auf twang-tone.de, dem sehr empfehlenswerten virtuellen Flyer-Zine aus Berlin:

„Die vier Songs auf dieser EP hat Norb Payr bereits im letzten Jahr auf seiner zweiten Solo LP in englischer Sprache veröffentlicht. Norb war und ist Gitarrist verschiedener österreichischer Bands wie The Jaybirds oder The Subcandies. Inzwischen ist er mehr solo als Singer / Songwriter unterwegs. Andreas Unterweger ist ein junger Schriftsteller, den Norb Payr bat, deutsche Texte zu seinen Songs zu schreiben. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Erstaunlich, wie organisch sich diese Texte an die Melodie fügen, wie sie mit der Musik eine Einheit bilden. Norb Payrs Songwriting ist eh über jeden Verdacht erhaben, steht in einer guten Tradition von Paul McCartney bis Paul Simon etwa. Die Lyrics von Andreas Unterweger passen sich wunderbar daran an und erzählen kleine liebenswerte Alltagsgeschichten von Tankstellenmädchen, Fernfahrern, Sommerfantasien und segelnden Liegestühlen. Hübsch.“

P.S. Alle, die mir folgen können, können dies nun auch via Twitter tun –
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und zwar
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(ungefähr)
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Goethe-Institut

Posted in Du bist mein Meer, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 19. September 2012

Fabian Thomas hat für die Internet-Redaktion des Goethe-Instituts einen sehr schönen Artikel über die österreichische Gegenwartsliteratur geschrieben („Jenseits der Kaffeehaus-Romantik“).
Meine Arbeit kommt auch vor: ich bin vor lauter Geschmeichelt-Sein gleich ganz rot geworden – und werde es wohl noch länger bleiben …

Herzlichen Dank, Herr Thomas!

Unten stehend der Teil über „Du bist mein Meer“, und hier geht es zum ganzen Artikel!

Aus: Fabian Thomas: Jenseits der Kaffeehaus-Romantik – österreichische Gegenwartsliteratur

„[…]

Urlaubsfotos in Prosa

Beim genaueren Hinsehen ist die aktuelle österreichische Literaturlandschaft umso interessanter. Neben der Hauptstadt Wien spielt Graz eine große Rolle für die Belebung der Szene durch junge Akteure, die unabhängig von der Massenproduktion eigene Akzente setzen. Eine Plattform finden sie in der ebenfalls in Graz beheimateten Literaturzeitschrift Lichtungen (1), wo auch schon Texte von Andreas Unterweger erschienen, einem der vielversprechendsten jungen Autoren in Österreich. Sein künstlerischer Hintergrund unterstreicht die Vielseitigkeit, mit der junge Kulturschaffende ans Werk gehen. Er ist Gitarrist und Sänger der Band Ratlos, schreibt Gedichte, hat einen Roman veröffentlicht und in seinem letzten Buch Du bist mein Meer die Gattung der Urlaubsnovelle auf originelle Weise neu belebt: Ein Paar fährt in den Urlaub, hat aber den Fotoapparat vergessen. So beschränkt sich der Erzähler darauf, in kurzen Prosaskizzen die Eindrücke einer England-Reise festzuhalten. Sprachlich an der Musik und Lyrik geschult, ist der 1978 geborene Unterweger ein gefühlvoller Erzähler mit Gespür für das Ungewöhnliche.

„Er sieht, auf einem solchen Foto, den Bauch der Frau. Er denkt an das Ungeborene darin. Er denkt es als ein Neugeborenes, von dem er kein Foto wird machen können. Er sieht das unmögliche Bild vor sich. Er weiß: so viel hat er von seinem Kind noch nie gesehen.“

[…]“

Copyright: Goethe-Institut e. V., Internet-Redaktion. September 2012

(1) Wobei meine literarische Heimat immer die manuskripte waren bzw. sind – aber die Lichtungen, in denen zwei meiner Texte erscheinen durften, sind natürlich auch superduper!

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Alphabet der Kindheit 2

Posted in Das gelbe Buch, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 19. September 2012

Nachtrag zu:
12.09.2012, 19:00, Meerscheinschlössl, Mozartgasse 3, 8010 Graz. Präsentation der Anthologie “Alphabet der Kindheit. 50 Autorinnen und Autoren schreiben für 50 Jahre SOS-Kinderdorf in der Steiermark“ – mit einer Lesung des Schauspielers Wolfram Berger und Buffet.

Ich konnte leider nicht vor Ort sein, aber wie aus den Berichten zuverlässiger Augenzeugen hervorgeht, war das ein großartiger Abend!

Hier ein paar Fotos:

Der schöne Büchertisch:

Begeisterter Applaus nach der Ansprache der Herausgeberinnen Agnes Altziebler und Silvana Cimenti:

Lothar Lässer spielt Akkordeon, Robert Lepenik Gitarre und Wassermelonenschachtel:

Wolfram Bergers liest das Kapitel „Ein Meister der Verkleidung“ aus „Das gelbe Buch“, meinem noch in Entstehung begriffenen zukünftigen Seller(ie) – was er, wie berichtet wird, ganz wunderbar gemacht hat (danke!).

Alle Fotos (c) Klemens König

Tankstellenmorgen – out now!

Posted in Tankstellenmorgen by andreasundschnurrendemia on 14. September 2012

Ab heute im Handel:

die  EP „Tankstellenmorgen“
(Dornbach Records)
von Norb Payr und Andreas Unterweger.
Vinyl-Single (4 Songs) mit beigelegter CD.
Vertrieb: einstmals HOANZL, jetzt privat bestellbar via z. B. andreas.unterweger@gmx.at. Preis: € 14,99,-

(Cover: Willi Ripl)

Mehr Informationen (Songtitel, Songtexte, Fotos etc.) auf andreasunterweger.at.

Mehr Informationen auf norbpayr.com.

Hörprobe („Autopilot“).

Kontakt: office@dornbach-records.com oder andreas.unterweger@gmx.at.

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Und hier die wunderbaren Liner Notes von Wolfgang Pollanz – sein Wort in Hörers Ohr! Bzw.:

Herz und Hirn

Mit dem Eindeutschen von englischen Songs ist das so eine Sache. Bestimmt sagt den meisten im Zusammenhang mit den Beatles der Name Camillo Felgen rein gar nichts. Und doch sollte man ihn kennen, der Luxemburger Moderator und Texter war der Übersetzer von „I Want To Hold Your Hand“ und „She Loves You“, es sind die einzigen zwei Titel, von denen die FabFour auf Druck der Plattenfirma eine deutsche Version eingespielt haben. Man glaubte damals, die Band könne nur so in Deutschland Fuß fassen. Nun, heute sind wir eines Besseren belehrt. Weil damals alles schnell gehen musste, traf sich der Übersetzer mit Paul McCartney am Vorabend der Aufnahme in einem Hotelzimmer in Paris. Dieser hatte nur einen Wunsch, es sollte möglichst kein für Engländer nur sehr schwer aussprechbares „ch“ in dem Text vorkommen. Um seinem Wunsch Nachdruck zu verleihen, überließ er Felgen eine Flasche Dimple. Als die Band nach einem Konzert in Paris gegen ein Uhr morgens wieder bei diesem auftauchte, verlangte McCartney allen Ernstes, er solle seinen Text in „Sie liebt dir“ ändern, einem Wunsch, dem Felgen verständlicherweise nicht nachkam.

Ob Norb Payr den jungen Schriftsteller Andreas Unterweger auch mit einer Flasche Whiskey bestochen hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber eigentlich ist diese EP mit deutschen Versionen von Norb Payrs Songs keine Überraschung, spielt doch die Musik in Unterwegers literarischer Arbeit eine nicht unwesentliche Rolle, er selbst hat in Bands gespielt, auf pumpkin records war vor einigen Jahren eine Bearbeitung eines Hugo von Hoffmannsthal-Textes seiner damaligen Gruppe auf dem Sampler POEM/E/S vertreten. Und natürlich ist Andreas Unterweger nicht der einzige Autor, der ab und zu Songtexte schreibt. Zwei große amerikanische Dichter fallen einem da auf der Stelle ein, Richard Brautigan, der Texte für die kalifornische Psychedelic-Band Mad River schrieb, und Thomas Pynchon, in dessen Büchern immer wieder fiktive Bands und Lyrics vorkommen.

Was die Songs dieser EP so großartig macht, ist die sprachliche Musikalität von Andreas Unterwegers Texten, die sich wie selbstverständlich an Norb Payrs Musik anpassen, so, als gäbe es gar keine englischen Versionen, als seien dies die Originale. Und sie haben auch Witz, aus „Ride On The Train“ wird ein „Tankstellenmorgen“, und „Liverpool“ mutiert zu „Swimmingpool“. Nicht immer funktioniert die deutsche Sprache in Zusammenhang mit Popmusik, manches klingt bemüht, manches peinlich, zu sehr ist man von Schlagermusik auf der einen, von Diskurspop auf der anderen Seite in seinen Hörgewohnheiten geprägt. Vielleicht kann einen diese EP versöhnen mit beiden Seiten, Andreas Unterwegers Texte und Norb Payrs Songs treffen glücklicherweise beides – Herz und Hirn.

Wolfgang Pollanz, April 2012