Andreas Unterweger

AustroBob 3

Posted in Dylanologie, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 27. März 2015

Nachtrag zum Termin:
23.03.2015, 19:00, Präsentation der Anthologie “Austrobob. Österreichische Aneignungen von Bob Dylans Poesie und Musik” (Falter Verlag 2014). Hauptbücherei der Stadt Wien, Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien.

Begrüßung: Siegmar Schlager (GF Falter-Verlag), Andreas Mailath-Pokorny (Wiener Stadtrat für Kultur und Wissenschaft)
Gäste: Armin Thurnher, Mika Vember, Markus Brandstetter, Andreas Unterweger (Podiumsdiskussion mit den Herausgebern Alexandra Ganser, Eugen Banauch, Martin Blumenau)
Lesungen: Andreas Unterweger (aus Wie im Siebenten), Bernhard Mooshammer
Musik: Bernhard Mooshammer, Markus Brandstetter, Agnès Milewski
Moderation: Eugen Banauch

So habe ich mir damals, als ich in der Schottenfeldgasse an „Wie im Siebenten“ schrieb, meinen späteren Alltag als Schriftsteller immer vorgestellt: Lesungen …

DSC_0720… an coolen Locations …

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… vor viel Publikum …

DSC_1998(C) Olivia Rathammer

… spannende Diskussionen mit geist- und prominenzreichen Zeitgenossen …

DSC_2022(C) Olivia Rathammer

… und anschließend Übernachtung in einem schönen Hotel (Am Brilliantengrund, Bandgasse, 1070 Wien) …

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… und tatsächlich ist es, zumindest an manchen Tagen, Tagen wie diesen (s.o.), auch ganz genau so gekommen!

Ich danke allen Beteiligten, insbesondere den oben auf der Bühne sitzenden für das lustige Diskutieren, Susanne Schwameis vom Falter Verlag für die freundliche Betreuung und Bernhard Mooshammer für die schöne Musik, v.a. „You Gotta Serve Somebody“.

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manuskripte 207

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 27. März 2015

Nachtrag zum Termin:
26.03.2015, 20:00 Uhr, Präsentation der manuskripte 207. Es lesen Elke Laznia und – aus dem Stück “Der Rüssel” von Wolfgang Bauer – Erhard Koren und Eva Schäffer. Begrüßung: Alfred Kolleritsch. Andreas Unterweger spricht über „Der Rüssel“. Schauspielhaus Graz (Ebene 3)

Das war eine schöne und unterhaltsame Sache und hat, u. a., so ausgesehen:

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Oder so (mehr Bilder, u.a. von Elke Laznias schöner Lesung und der packenden Wolfgang Bauer-Darbietung von Erhard Koren und Eva Schäffer auf der Facebook-Seite der manuskripte).

Und jetzt geht es wieder heim, zu den niederösterreichischen Elefanten:

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Metropolitane Menschenkinder (Zu: Iris Hanika, „Wie der Müll geordnet wird“

Posted in Das kostbarste aller Geschenke, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 26. März 2015

Hier meine Rezension zu Iris Hanikas neuem Roman, deren kürzere Fassung am 22.03.15 unter der schönen Überschrift „Gänzlich unbeschützt im Weltenall“ in der Kleinen Zeitung erschienen ist.

 

METROPOLITANE MENSCHENKINDER

Iris Hanikas neuer Roman vereinigt Grant und Menschenliebe zu einem packenden Panorama, das weit über Berlin hinausreicht.

„Wie der Müll geordnet wird“ erinnert mich daran, wie es war, meinen Berliner Kollegen B. ebendort auf ein Eis zu treffen. Zur Begrüßung hieß es: „Ich hab gar keine Zeit!“, dann schimpfte er über sein Fahrrad, über „Kreuzkölln“, über Touristen (wie mich) …
B. grantelte aber auf so intelligente, witzige, ja, liebenswürdige Weise, dass wir drei Stunden immer noch eifrig plaudernd beisammen saßen. Im Freien. Im Herbst. Bei 0 Grad Celsius.

Mit Hanikas Buch mag es einem anfangs ähnlich ergehen: Antonius ist mit dem Leben fertig. Er will allein leben, „nur noch sinnlose Dinge tun“, also sortiert er den Müll in den Tonnen.
Das klingt grantig, ist aber – dank Hanikas kunstvollen Sprachspielen, die Essays über UDSSR-Literatur, Oden auf Windräder und barocke Reyen einbetten – höchst unterhaltsam!
Zudem zeigt sich bald, was den Antrieb des Suhlens im Sinnlosen ausmacht: eine in diesem Kontext erstaunliche, erstaunlich offen gezeigte Zuneigung, ja, Liebe zu den Menschen.

Erstaunlich auch die Wende in Teil zwei: Aus losen Handlungsfäden knüpft die Berliner Autorin eine packende Geschichte, Antonius´ Vorgeschichte, die mehrere Personen in ein wildes Beziehungsgeflecht stürzt.
Was wird das? Eine urbane Romanze wie ihr Bestseller „Treffen sich zwei“? Ein germanistischer Krimi, der um „das Eigentliche“, die deutsche Nazivergangenheit, kreist?
Beides – und doch etwas ganz anderes, Allgemeineres … Nachdem die Liebe, der alle zu Füßen liegen, alle kräftigst mit denselben getreten hat, senkt sich der Vorhang der Nacht über Hanikas großartiges Theatrum mundi: „und alle Menschenkinder liegen unbeschützt im Weltenall, wie sie das immer tun“.

Iris Hanika. Wie der Müll geordnet wird. Roman. Droschl 2015.

Austrobob 2

Posted in Dylanologie, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 4. März 2015

Vorschau auf den Termin:
23.03.2015, 19:00, Präsentation der Anthologie „Austrobob. Österreichische Aneignungen von Bob Dylans Poesie und Musik“ (Falter Verlag 2014). Hauptbücherei der Stadt Wien, Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien.

Begrüßung: Siegmar Schlager (GF Falter-Verlag), Andreas Mailath-Pokorny (Wiener Stadtrat für Kultur und Wissenschaft)
Gäste: Armin Thurnher, Mika Vember, Markus Brandstetter, Andreas Unterweger (Podiumsdiskussion mit den Herausgebern Alexandra Ganser, Eugen Banauch, Martin Blumenau)
Lesungen: Andreas Unterweger, Bernhard Mooshammer
Musik: Bernhard Mooshammer, Markus Brandstetter, Agnès Milewski
Moderation: Eugen Banauch

Der ursprüngliche Termin wurde ja wegen des abenteuerlichen Grundes „Kabelbrand“ abgesagt. Armin Thurnher ersetzt Wolfgang Kos, und Mika Vember ersetzt Cornelia Travnicek.

In der ersten Ankündigung, in der mein eigener Beitrag zum Buch teilweise nachzulesen ist, habe ich vergessen zu erwähnen, dass der Initiator und Mitherausgeber des Projekts, Eugen Banauch, in seinem Essay „Gruber hört heimlich Dylan – Bob Dylan in der österreichischen Gegenwartsliteratur“ die meines Wissens erste wissenschaftliche Beschäftigung mit „Wie im Siebenten“ unternimmt. So etwas liest man natürlich gerne.

Hier zwei kurze Zitate aus Eugen Banauchs langer Auseinandersetzung mit „Wie im Siebenten“:

Über das Buch (mit schönem, schön verstecktem Dylan-Zitat zum Schluss):
Wie im Siebenten ist ein Buch über die erste große Liebe seiner Protagonisten. Es ist aber auch ein Buch über das Schreiben eines ersten Buchs; es bleibt wohl bewusst unklar, ob sich das auf einen (unveröffentlichten) Erstling, auf eine erste Fassung oder auf Wie im Siebenten ganz allgemein bezieht, also selbstreferenziell ist. So etwas bleibt in diesem Roman gerne offen, so klar und wahr er seine Sätze setzt: der Vergleich mit Richard Brautigan im Klappentext ist stimmig. Schon der Titel ist zumindest doppeldeutig: Wie im Siebenten steht sowohl für den sprichwörtlichen – hier weggelassenen – Himmel, als auch für den siebenten Wiener Gemeindebezirk Neubau. ,Neubau´ ist programmatisch zu verstehen, dafür, dass da einer sein Leben baut und seine Liebe, weil er weiß, dass das sonst keiner für ihn macht.“
Usw.

Über den Dylan-Essay im Buch:
„Unterweger schreibt direkt über Dylan, und auch wieder nicht. Er ist es ja nicht, der da schreibt, sondern Andreas, der Protagonist, dem wir in Andreas Unterwegers erstem Buch über die Schulter schauen können, wie er sein erstes Buch schreibt. Und diesem schreibenden Protagonisten ist Dylan so wichtig, dass er lange Überlegungen anstellt, warum Dylan 1964 dem Folk Movement den Rücken kehrt. Er kommt hier zu einer unorthodoxen Lesart von Dylans Gone Electric: ,Weniger wissenschaftlich (und genauer) gesagt: Es war die Liebe zu Sara Lownds, die Bob Dylan elektrifizierte.´ (115)“
Usf.

Zitate aus:

Eugen Banauch: Gruber hört heimlich Dylan – Bob Dylan in der österreichischen Gegenwartsliteratur. In: AustroBob. Österreichische Aneignungen von Bob Dylans Poesie und Musik. Hg. von von Eugen Banauch, Alexandra Ganser, Martin Blumenau.
Wien: Falter Verlag 2014.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors – danke!