Andreas Unterweger

Lesung im Literaturhaus Graz: Elisabeth Loibner

Posted in Das gelbe Buch, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 2. November 2015

Nachtrag zu dem Termin:
27.10.2015. 19:00, Andreas Unterweger liest im Literaturhaus Graz aus „Das gelbe Buch“ (Droschl 2015). Außerdem liest: Margit Schreiner. Moderation: Elisabeth Loibner.

Andreas Unterweger-Elisabeth-Loibner-LesungGraz-2015(c) Literaturverlag Droschl

Hier die gelungene Einleitung (manche sagen auch: „Einbegleitung“) von Elisabeth Loibner, die auf dem Foto oben dabei zu sehen ist, wie sie neben mir sitzt und mir kluge Fragen stellt. Herzlichen Dank, Elisabeth!

„Andreas Unterweger wird heute aus seinem „Gelben Buch“ lesen, in dessen Mittelpunkt ein Gruppe von Buben steht, die gemeinsam mit dem Großvater und der Katze Mia ihre Zeit verbringen. Sie wohnen in einem gelben Haus, zwischen gelben Feldern an einem gelben Fluss.
Andreas Unterweger entführt uns mit diesem Buch in einen kindlichen Phantasieraum, dessen vielfältiger und offener Anspielungsreichtum unsere Alltagslogik immer wieder mit unbestimmten und zugleich Augen öffnenden scheinbaren Paradoxien auf witzige und geistvolle Weise aufbricht.
Die Texte bringen unsere scheinbar sichere Alltagslogik ins Wanken und rufen uns in Erinnerung, was sich uns in Rückbesinnung auf einen kindlichen Phantasieraum an Möglichkeiten, an neuen Sicht- und Zugangsweisen auf die Wirklichkeit eröffnen kann.
Es ist ein Phantasieraum voller märchenhafter Alltagsszenen in einer kindlich – im wörtlichen Sinne „maßlosen“ Zeit, in der etwa die Armbanduhr dem Herztakt des Großvaters folgt und ihre leuchtenden Zeiger in erster Linie dazu dienen, der Dunkelheit ihren Schrecken zu nehmen.
Auch unsere Einteilung in Jahreszeiten erscheint in der Phantasiewelt der Kinder ausgesetzt, weil es hier nur „große“ und seeehr lange gelbe Sommer gibt, auf die direkt der Winter folgt. Das Zeitmaß ist also nicht durch unser rationales Einteilungsdenken geprägt, sondern ausschließlich durch emotionale Werte bestimmt.
Als exemplarisches Beispiel für den Zauberraum, den Unterweger uns eröffnet, möchte ich auch den utopische Ort Hoboken nennen, der von Bob Dylans entlehnt – zwar scheinbar unerreichbar bleibt – doch zugleich sind die Buben, freilich ohne es zu wissen, selbst Teil desselben – es ist ein Ort, wo die Dinge und Wörter noch zusammengehören und Ganzheiten bilden:
Zitat: „Dort, in Hoboken, hause man noch in der Sprache (beziehungsweise in dem Wort für „Haus“), man bade noch in ihr (im Wort für „Fluß“), man wärme sich an ihr (am Wort für „Feuer“), und wenn man hungrig sei, so hieß es, dann könne man das Wort für Paradeissauce auslöffeln wie einen Topf voll Paradeissauce – vorausgesetzt, man kenne auch das Wort für „Löffel“.“
Dies nur eine kleine Kostprobe aus Andreas Unterwegers zauberhaftem „Gelben Buch“, aus dem ich ihn nun bitte möchte, selbst zu lesen, danke!“

Elisabeth Loibner, Literaturhaus Graz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: