Andreas Unterweger

Lieblingslieblingsrezensionen 2

Posted in Das gelbe Buch, Das kostbarste aller Geschenke by andreasundschnurrendemia on 6. Juli 2016

Meine Bücher haben das große Glück, von klugen und gebildeten Leuten gelesen zu werden, die selbst sehr gut schreiben können … Hier zwei weitere meiner „Lieblingslieblingsrezensionen“ – vielen Dank!

 

Zu „Das gelbe Buch“:

„was ihr gelbes buch betrifft – bin ich voll des reflektierenden vergnügens.

habe darin kreuz & quer gelesen, geblättert, mich immer irgendwie darin flanierend zwischen den hauptabteilungen und sonstigen kleineren kapitelgruppen recherchierend herumgetrieben .. sehr angenehmer aufenthalt in diesem gelben buch: bislang kannte ich nur das gelbe haus oder den gelben klang .. also andere, ganz besondere kunstorte der gelben art, aber der autor ist da ja, wie merkbar, in bester gesellschaft – kandinsky & klee.

was mich als leser speziell vergnüglich stimmt, ist so etwas, was man eine gesteigerte aufmerksamkeit nennen könnte, die sich bei der lektüre (schon des registers, also von hinten her!) einstellt. das ist ein gutes zeichen – ist doch aufmerksamkeit das natürliche gebet der seele (dieser malebranche-gedanke hat eine sehr eigene geschichte, taucht in celans büchnerpreisrede auf, dort benjamins kafka-lektüre referierend .. – das führt sehr weit weiter ..) – was ich sagen will, ist doch einfach: es ist ein gutes buch, dem man viele leser wünscht.“

(Herr aus Graz-Umgebung)

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Zu „Das kostbarste aller Geschenke“:

„Vor ein paar Monaten notierte ich mir ein paar plastische Sätze Mirós:
„Für mich sollte ein Gemälde Funken versprühen. Es sollte einen blenden
wie die Schönheit einer Frau oder eines Gedichts […] . Es sollte sein
wie die Steine, die die Hirten in den Pyrenäen benutzen, um sich die
Pfeifen anzuzünden. Die Kunst mag untergehen – was zählt ist die Saat,
die sie auf der Erde verteilt hat.“ In diesem Sinne hat mich das wunderbare
„kostbarste aller Geschenke“ in Gehalt und Form berührt, angeregt, so
sehr es mich auch zum Schmunzeln und Lachen brachte, auch nachdenklich
gestimmt, mir aus Bildern Filme gemacht, Assoziationen geweckt, eigene
Fragen (Sorgen) und Rätsel ausgedrückt, aufgeworfen. Vielleicht sind
Aphorismen, Fragmente, Notizen dieser Art besonders geeignet, eine
solche Spur zu hinterlassen, also im Sinne Mirós: einen fruchtbaren
Grund. Ich danke dafür, ja ich glaube, dass sich (von der
Kunst) nicht mehr (das ist ja schon so viel), nichts Wertvolleres
erwarten lässt. Übrigens steht der Fluss ganz sicher still, während wir
strömen. Ich beobachtete es über Weihnachten wieder, nur das Licht zieht
mit.“

(Dame aus der Schweiz)

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