Andreas Unterweger

manuskripte 213 (in Bildern)

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 24. September 2016

Nachtrag zum Termin –
21.09.2016, 19:00, Präsentation der manuskripte 213, Schauspielhaus Graz, Ebene 3. Es lesen Iris Hanika, Hanno Millesi und Schauspieler Daniel Doujenis (Lyrik). Moderation: Alfred Kolleritsch und Andreas Unterweger
– in Bildern:

manuskripte-Gründer und -Herausgeber Alfred Kolleritsch hat soeben die zahlreichen Besucher begrüßt (r.: sein Sohn Julian, in Vorbereitung der Fotos 2-5 dieses Beitrags [danke!]) …

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Der neue Mitherausgeber läutet die Lesungen ein – dieses Mal tatsächlich, nach einer Formulierung aus Ute Baumhackls exzellenter Rezension zum Heft in der Kleinen Zeitung, „witzige Privatdebakel“ (zumindest: mehr oder weniger witzig, ab und an privat, manchmal ein Debakel) …

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Die Berliner Autorin Iris Hanika liest „Aus der laufenden Chronik“ – Prosaskizzen mit Kindern und Russland, über die (und mit der!) „Gewalt wirklich großer Kunst“ …

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Hanno Millesi aus Wien liest Texte aus „Schmetterlingstrieb“ (demnächst bei Edition Atelier) – ebenso witzig-skurril wie berührend, ja, schön …

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Schauspieler Daniel Doujenis interpretiert die lt. Kleiner Zeitung „ephemeren Gedichte“ der manuskripte-Debütantin Joceline Ziegler, märchenhafte Lyrik von Silke Scheuermann und die starken Gedichte von Max Sessner, die das Publikum zu Zwischenrufen wie „toll, ganz toll!“ animieren …

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Anschließend: Freier Wein, Run auf die Hefte und, noch später, Après-Poésie in Ferls Weinstube mit, u. a., Literaturlegende Klaus Hoffer …

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Ein geglückter Abend!

P.S. Wer die manuskripte als Einzelheft bestellen oder sogar abonnieren möchte, hat hier dazu Gelegenheit.

Elf Gedichte (manuskripte 213)

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 22. September 2016

Mein eigener Beitrag zu Heft 213 der manuskripte sind die 11 Gedichte „Silberhauch“ (geschrieben 2015), „,Beziehungsexperten´“ (2015), „Die letzte Meerjungfrau“ (2015), „Nach dem Tod kommt Narsarsuaq“ (2015), „Bimini“ (2016), „Das Ende von Etwas“ (2016), „Koffeinismus“ (2012), „Klimatologen“ (2014), „Die Sonnenblumen“ (2008), „Seebarn“ (2012) und „Die Dänin“ (2011).

Hier die ersten 3:

 

 

Silberhauch

 

 

Es gibt Wasserfeen (nicht zu verwechseln mit: Wasserfrauen),

deren Flügel sind genauso unverwechselbar quecksilbrig blau

wie die von Wasserjungfern (nicht zu verwechseln mit: Wasserfrauen),

sie gaukelfliegen auch genau so – unnachahmlich knapp über dem Wasser

(wie Wasserfarbenkleckse voller Feenglanz, blau!) – wie Wasserjungfern,

& wenn ich mich nicht irre, lässt sich, ohne Bedenken, behaupten,

dass sich Wasserfeen & Wasserjungfern – nicht aber: Wasserfrauen

(die sind wiederum anders, bedeuten anderes, s.: Die letzte Meerjungfrau) –,

dass sich also Wasserfeen & Wasserjungfern, diese zwei Wasserwesen,

bis zum hintersten, am hellsten rosa schimmernden Segment ihres Unterleibs,

ja, bis ins kleinste, unscheinbarste Grübchen an ihrem Prothorax hinein!,

gleichen … Aber: Lassen Sie sich nicht täuschen.

 

 

 

 

 

„Beziehungsexperten“

 

 

Nicht alle Steine sind Trolle, aber alle Trolle

beherrschen die Kunst, sich wie ein Stein zu verhalten

in solcher Vollendung, dass noch bis heute

kein einziger Troll gesichtet werden konnte,

der in Körperbau & Lebensweise einem Stein

nicht geglichen hätte

wie ein Kiesel, ein Felsblock dem anderen …

 

Dennoch: Es lohnt sich, weiterhin, die Steine

ganz genau, unentwegt (am besten: ohne zu blinzeln!)

im Auge zu behalten: ihr Wackeln, ihre „Erosion“ –

schließlich ist, wie wir wissen, „bis heute“

keine sehr lange Zeit

für Steine – nicht einmal solche,

die sich wie Trolle, die sich wie Steine

 

verhalten, verhalten.

 

 

 

 

 

Die letzte Meerjungfrau

 

 

Eine Meerjungfrau in einer Klomuschel

wird meistens für eine Python gehalten.

 

Die meisten der wenigen, denen sie sich zeigt,

ergreifen schreiend die Flucht … Die wenigsten

 

fotografieren „die Schlange“ … Bewundert, begeistert

willkommen geheißen oder einfach nur gesehen

 

hat sie aber noch niemand.

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Die weiteren 8 Gedichte und all die anderen großartigen Texte in den aktuellen manuskripten finden sich, u. a., hier.

„Sie haben das Heft in der Hand“ (Kleine Zeitung, 20.09.2016)

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 20. September 2016

Vielen Dank, Ute Baumhackl und Julia Schafferhofer, für den charmanten Besuch in der manuskripte-Redaktion gestern – und den so gelungenen Artikel in der Kleinen Zeitung heute! Die beste Information, wie es mit den manuskripten weitergeht!

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Ebenso lesenswert freilich, auf derselben Doppelseite, Ute Baumhackls Vorschau auf Heft 213, das morgen, um 19 Uhr, im Schauspielhaus Graz präsentiert wird.

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Mit, u.a., einer Lesung aus Iris Hanikas „witzigen Privatdebakeln“ – großartige Formulierung, die im Übrigen auch auf Hanno Millesis Prosastücke zutrifft. Und womöglich auch auf so manches Gedicht aus dem Heft, das Schauspieler Daniel Doujenis vortragen wird.
Alfred Kolleritsch und ich moderieren.
Hinterher: Freier Wein und Run auf die Hefte! Bis morgen!

Nachtrag: Auch „Der Standard“ hat berichtet – mit dem wahren Satz: „Ja, wir hanteln uns jetzt gemeinsam durch und versuchen, gute Literatur zu finden“ (Alfred Kolleritsch). Wir wohnen jetzt übrigens nicht mehr im Weinviertel, sondern an der Weinstraße, in Leibnitz – ein kleiner Schritt für die Sprache, ein großer für meine Familie und mich.