Andreas Unterweger

Vrane, čečkarje in konfeti

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 28. Mai 2017

Ich freue mich über meine zweite Publikation auf Slowenisch!

Eva Rosič hat „Don Juans“ übersetzt, den Evergreen unter meinen Erzählungen, mit dem ich 2009 den Literaturpreis der Akademie Graz gewonnen habe.


Organisator und Autor Tomo Podstenšek bestätigt meinen eigenen Eindruck: die Übersetzung über einen „nice flow“ im Slowenischen. Wer diesen auskosten möchte: Am 22.06.2017, um 19:00, lese ich, womöglich eigenzüngig, die slowenischen „Don Juans“ im Institut francais de Slovénie in Ljubljana vor. Außerdem lesen: Guillaume Métayer und Ales Steger. Moderation: Mathias Rambaud, der Leiter des Instituts und geistige Vater der Veranstaltung. Breg 12, 1000 Ljubljana, Slowenien.
Mit freundlicher Unterstützung des

ÖKF Logo weiß

(Österreichisches Kulturforum Ljubljana) – herzlichen Dank!
Mehr zu der Lesung in Ljubljana hier!

Die Anthologie mit dem Titel „Vrane, čečkarje in konfeti“ („Krähen, Gekritzel und Konfetti“ [?]) wurde anlässlich des Alpe Adria festival prihajajoče literature (Alpe Adria Festival of Forthcoming Literature) in Maribor im Verlag Litera veröffentlicht und vereint eine Auswahl slowenischer, kroatischer, ungarischer und österreichischer „Forthcoming Literature“. Darunter die österreichischen AutorInnen Sophie Reyer, Constantin Göttfert und Lucas Kristan, von den fremdsprachigen Autoren sind mir Marko Gregur (Kroatien), Roland Orcszik (Ungarn) und Tomo Podstenšek (Slowenien) ein Begriff.

Hvala lepa, Eva Rosič, Tomo Podstenšek, Marko Gregur und Kristina Kočan!

Björn Treber (Kleine Zeitung v. 25.05.17)

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 26. Mai 2017

Gestern, am 25.05.17, in der Kleinen Zeitung, aber auch heute noch gültig: Mein Porträt von Björn Treber, Teilnehmer der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt 2017.

Hier ein Foto des Zeitungsartikels …

… und hier die ursprüngliche Fassung:

Mit vollem Risiko nach Klagenfurt

 

Den jungen Kärntner Björn Treber hat wohl kaum jemand als Teilnehmer beim Bachmann-Preis erwartet. Der Jury empfohlen wurde er von der Grazer Literaturzeitschrift manuskripte.

 

Wettkampfsituationen sind nichts Neues für Björn Treber. Schließlich galt der 24-jährige als großes Tennistalent. Drei Jugendstaatsmeistertitel und ein 7:1-Score gegen Dominic Thiem sprechen für sich. Seine Leidenschaft galt aber anderem: „Im Internat in der Südstadt bin ich um fünf Uhr aufgestanden, um zu lesen“, erzählt er. Kein Wunder, dass ihm für das Training bald die Kraft fehlte.

Die steckte er in den Sport namens Literatur … Nach Beginn eines Germanistik-Studiums in Graz schickte er seine Versuche an die manuskripte, wo ich damals schon als Redakteur arbeitete. Ich weiß noch, wie mir Alfred Kolleritsch erstmals einen Text „von diesem langen Kärntner“ über den Schreibtisch schob. Wir druckten die allzu expressiven Frühwerke zwar nicht ab, waren aber von der Hingabe und Lernwilligkeit ihres Autors beeindruckt.

In der Folge kam der junge Mann oft zu Text- und Lebensbesprechungen in die Redaktion, zahllose E-Mails gingen hin und her. Und einmal verkosteten wir gemeinsam Treberschnaps. „Bei den manuskripten“, meint er heute, „habe ich zum zweiten Studium immatrikuliert.“

In Heft 211 und 214 debütierte der Doppelstudent endlich mit Prosa: introspektiven Beobachtungen, die in jeder Formulierung um maximalen Ausdruck ringen. Dass Juror Stefan Gmündner ihn mit seinem Text Weintrieb für die Tage der deutschsprachigen Literatur nominiert hat, ist aber auch für Alfred Kolleritsch und mich eine Überraschung – eine erfreuliche!

Vor einem der groben Verrisse, für die das Wettlesen berüchtigt ist, zeigt Björn keine Angst. „Ich bin zwar etwas nervös, war aber schon beim Tennis ein Risikospieler!“, lacht er.

Vor Klagenfurt gibt Treber noch ein Heimspiel und liest bei der Präsentation der neuen manuskripte am 21.6., um 19:00, im Schauspielhaus Graz.

Björn Treber mit Alfred Kolleritsch …

… im Café König …

… und mit Treberbrand.

*

Mit bestem Dank für die gute Zusammenarbeit, lieber Werner Krause!

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Sting Like A Butterfly (Kleine Zeitung v. 20.05.17)

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 21. Mai 2017

Gestern, am 20.05.17, in der Kleinen Zeitung, aber auch heute noch gültig: Meine Besprechung von Für dich würde ich sterben, Erzählungen aus dem Nachlass von F. Scott Fitzgerald.

Hier ein Foto des Zeitungsartikels …

… und hier die ursprüngliche Fassung:

Sting Like A Butterfly

Prosaperlen aus dem Nachlass von F. Scott Fitzgerald

 

In den 1930er Jahren durchlebte F. Scott Fitzgerald (1898-1940) seine persönliche Große Depression. Der Ruhm, den er in den Roaring Twenties genossen hatte, war verflogen. Seine Frau Zelda, eine Art Ex-Reality Star, zog von einer Nervenklinik in die nächste. Er selbst kämpfte mit Alkoholismus, Tuberkulose, der Sorge um Tochter Scottie und, da seine Romane floppten, finanziellen Problemen …

Diese wurden verschärft, als Magazine wie Saturday Evening Post seine Short Stories, die zu schreiben ihm als Brotjob diente, immer öfter ablehnten. „Zu düster“, befanden die Redakteure. „Auf der Höhe der modernen Literatur“, meint hingegen Herausgeberin Anne Margaret Daniel, die knapp 20 solcher Texte zu einem geglückten Erzählband zusammenfasste.

 

Während die Redaktionen weitere Geschichten über junge Liebe verlangten, schrieb Fitzgerald – mit jener schmetterlingshaft leicht wirkenden Virtuosität, die ihm selbst Ernest Hemingway attestierte – über Selbstmord, Drogen, Arbeitslose, Korruption … Kurz: Er hielt seiner Gegenwart, die auf den Weltkrieg zutaumelte, den Spiegel vor.

Bzw.: die Filmkamera. Wendungen wie „Nächste Einstellung“ belegen die Strahlkraft des neuen Leitmediums, dessen Glanz und Elend sich auch der Schöpfer des „großen Gatsby“, ab 1937 Hollywood-Drehbuchautor, aus Geldnot verschrieben hatte. „Wir sind besser als die Wirklichkeit“, lässt er einen Regisseur sagen, und: „Ich war selten so enttäuscht wie vom echten Versailles und erinnerte mich dort an das Versailles, das Conger neunundzwanzig im Studio gebaut hatte.“

 

„Besser als die Wirklichkeit“ war freilich kein Anspruch, den Fitzgerald an seine Prosa stellte. Er hatte höhere Ziele: „Ich habe immer gedacht … ich könnte (auch wenn ich´s nicht immer getan habe), Menschen glücklich machen, und das hat mir mehr Freude bereitet als alles andere“, heißt es in einem Brief aus seinem letzten Lebensjahr.

Mit den Erzählungen aus Für dich würde ich sterben ist ihm dies, 77 Jahre nach seinem Tod, jedenfalls gelungen.

 

Scott Fitzgerald: Für dich würde ich sterben. Erzählungen. Herausgegeben und kommentiert von Anne Margaret Daniel. Aus dem amerikanischen Englisch von Gregor Runge, Andrea Stumpf und Melanie Walz. Hamburg: Hoffmann und Campe 2017.

 

Mit bestem Dank für die gute Zusammenarbeit, lieber Werner Krause!