Andreas Unterweger

Hoch Hochschober!

Posted in Das gelbe Buch, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 17. Oktober 2017

Nachtag zum Termin:
16.10.2017, 21:00, Andreas Unterweger liest im Hotel Hochschober. Turracher Höhe 5, 9565 Turracherhöhe.

Gelbe Tage auf der Turracher Höhe – gekrönt von einer Lesung aus „Das gelbe Buch“ im gemütlichen Rahmen der Hotelbibliothek „Wortreich“ …

… bei der es gleich zwei Premieren zu erleben gab: 1. die erste Lesung aus „Das gelbe Buch“ in einem gelben Sessel …

… 2. habe ich zum ersten Mal das Kapitel „Im gelben Garten“ gelesen, das Gerhard Melzer zum Titel seines Essays „Der Traum der Katze“ inspiriert hat.

Alle künftigen Gäste des Hotels Hochschober, das ich nur wärmstens empfehlen kann, finden ein Exemplar von „Das gelbe Buch“ in der Hotelbibliothek „Wortreich“ zum Ausborgen bzw. im Hotelshop.

Ich danke der Familie Leeb-Klein für die Einladung und die Gastfreundschaft. Es ist eine sehr sympathische Idee, Lesungen in das umfangreiche Hotelprogramm einzubinden – nicht zuletzt, da man sich als Künstler einen solch exquisiten Kurzurlaub unter normalen Umständen kaum leisten kann. Hoch Hochschober – weiter so!

Auch danke ich Luise Grinschgl (Kulturvermittlung Steiermark) für die Vermittlung ins sonnige Nachbarbundesland.

 

 

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Der Traum der Katze

Posted in Das gelbe Buch, Das kostbarste aller Geschenke, Du bist mein Meer, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 8. Oktober 2017

Heute, am 8.10.17, in der Kleinen Zeitung, aber auch morgen noch, und nicht nur für mich, mehr als schön zu lesen:

Gerhard Melzers Literaturgeschichte Nr. 16 – DER TRAUM DER KATZE. Andreas Unterweger und die schwankenden Böden der Wirklichkeit

 

„Der Traum der Katze“ als Word-Datei

Danke, lieber Gerhard Melzer.

„Je größer der Preis, desto besser“ (Interview)

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 2. Oktober 2017

Die Germanistik-Studentinnen Susanne Grünbauer und Lisa Stelzer haben mir am 17.04.2017, im Café König in Graz, ein paar Fragen gestellt. Es ging um meine Erfahrungen mit Literaturpreisen, insbesondere mit dem Literaturpreis der Akademie Graz, den ich 2009 mit der Erzählung „Don Juans“ gewonnen habe. 2007 belegte ich den zweiten Platz mit „Grasberg“.

Wie den Rest der Proseminar-Arbeit der beiden jungen Damen finde ich auch das Interview gelungen. Alles in allem ein glattes „Sehr gut“, wenn man mich fragt! Danke für das nette Gespräch!

 

Aus der Proseminararbeit
„LITERATURPREISE – UNTER GENAUERER BETRACHTUNG DES LITERATURPREISES DER AKADEMIE GRAZ“
für das Proseminar „Literarisches Forschen“ bei Ass.-Prof. Dr.phil. Gerhard Fuchs,
vorgelegt von Susanne Grünbauer und Lisa Stelzer:

 

Interview mit Andreas Unterweger

 

  1. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

 

Unterweger: Das Schreiben ist eher zu mir gekommen. Es war von Anfang an schon da, würde ich sagen, aber dass schon immer ein Hang dazu da war, sagen die meisten. Bei mir war es so, dass früher schon gesagt wurde, dass ich einmal ein Dichter werden würde. Eher so scherzhaft, weil ich damals schon rumgereimt habe, wie das viele Kinder machen. Dann mit etwa 16 bis 17 ist es noch einmal akut geworden. Damals habe ich circa zehn Gedichte am Tag geschrieben. Der große Lernprozess folgte in den nächsten zehn Jahren, in denen ich draufgekommen bin, dass es vielleicht besser ist, zehn Gedichte im Jahr zu schreiben. Man wird immer vorsichtiger und kritischer mit sich selber und das ist auch sehr gut so.

 

  1. Wie verläuft Ihr Alltag als Autor?

 

Unterweger: Der Alltag als Autor hängt auch von den Lebensumständen ab. Bevor ich Kinder hatte, zum Beispiel, war das ganz fein, da hatte ich so drei, vier Tage nur für das Schreiben und war freiberuflicher Autor. 2006, als ich die Erzählung „Grasberg“ schrieb, hatte ich noch einen ganz anderen Alltag, da war ich freiberuflich unterwegs, war in keiner Beziehung und bin herumgefahren in der Welt. Ich habe in Stuttgart bei einem Freund gewohnt. Ich war vorher in Gmunden an einem Ort, der Grasberg hieß. 2009 war das Schreiben anders, da habe ich in Niederösterreich gewohnt. Dort habe ich gesehen, dass es wieder diesen Preis von der Akademie Graz gibt und dass es wieder um Prosa geht. Ich hatte eine Woche Zeit bis zur Deadline, und es hat wirklich funktioniert.
Ich konnte mich ganz dem Schreiben widmen, dazwischen laufen gehen, gärtnern. Das war sehr schön in Niederösterreich.
Dann haben wir Kinder bekommen, und dann verändert sich das Leben natürlich. Mit einem war es noch so ähnlich wie zuvor, aber mit zwei hat es sich sehr stark verändert. Jetzt ist das Schreiben etwas, das ich nur in der Früh machen kann. Ich habe eine Zeit lang im Auto geschrieben, in der Früh von fünf bis acht oder neun Uhr, weil ich einfach keinen anderen Raum gehabt habe. Ich schreibe in der Früh, bevor die Kinder aufstehen oder im Zug oder überall, wo es geht. Wenn die Kinder größer sind, wird das wieder anders sein.
Ich arbeite jetzt auch bei den manuskripten, Teilzeit, drei Tage in der Woche.

 

  1. Wodurch wurden Sie zur erstmaligen Teilnahme am Literaturwettbewerb der Akademie Graz 2007 motiviert?

 

Unterweger: Ich habe die Ausschreibung gesehen, und Geld braucht man immer. Damals war ich sehr jung und hatte noch nicht viel geschrieben. Ich war sehr interessiert an dem einen oder anderen Preis, an höher dotierten und weniger hoch dotierten. Ich habe mir nicht viel erwartet. Ich habe mit der Erzählung „Grasberg“ teilgenommen. Ich habe sie gut gefunden, aber ich hatte sie auch schon woanders eingereicht, und da ist nicht einmal eine Reaktion gekommen. Du brauchst wirklich einen aufmerksamen Leser, und wenn du keinen Namen hast, ist es schwer, sich durchzusetzen.

 

  1. Wieso haben Sie 2009 ein zweites Mal teilgenommen?

 

Unterweger: 2009 habe ich nochmal teilgenommen, weil ich 2007 sehr gute Erfahrungen gemacht hatte. Außerdem ging es, im Gegensatz zu 2008, wieder um Prosa.

 

  1. Was war Ihre Motivation „Don Juans“ zu schreiben, und warum haben Sie sich genau für diese Thematik entschieden?

 

Unterweger: Ich hatte die erste Seite irgendwie im Kopf und schnell niedergeschrieben. Die Thematik hat sich ergeben aus der Geschichte mit den vielen Namen, mehrere Frauen, die alle ähnlich heißen. Vielleicht war ich selber einmal in einer ähnlichen Situation. Man kommt ja immer wieder in solche Situationen, wo man mehrere Personen trifft, die ähnlich heißen. Das habe ich lustig gefunden. Das passiert mir immer wieder. Dann ist mir das mit Don Juan eingefallen und dass es vielleicht einen Bezug geben könnte mit dem Mythos. Ich habe mir die Oper angesehen. Der Diener Don Juans erzählt einer Frau, einer Eroberung von Don Juan, wie viele Frauen Don Juan vor ihr hatte, um sie abzuschrecken, und ich fand diese Liste lustig. So bin zu der Thematik gekommen. Die Form ist eine Mischung von Prosa und Lyrik, und das passt auch gut zur Oper. Es hat mir irgendwie alles gefallen.

 

  1. Kam der Gewinn des Literaturpreises der Akademie Graz 2009 überraschend für Sie?

 

Unterweger: Natürlich war es eine Überraschung, aber nicht aus heiterem Himmel. Ich hatte mir schon Chancen ausgerechnet und habe meinen Text auch für gut gehalten.

 

  1. Wie war der Ablauf der Verleihung? Gab es Unterschiede zwischen 2007 und 2009?

 

Unterweger: Zwischen den Verleihungen gab es große Unterschiede. 2007 war es im Minoriten-Festsaal. Ich war zum ersten Mal dort und es waren sehr viele Leute da. Die Lesung war super, „Grasberg“ ist gut zum Vorlesen. Es war eine meiner schönsten Lesungen. Ich habe den Text Grasberg danach nie mehr bei einer Lesung gelesen, weil ich diesen Moment behalten wollte.
2009 war die Verleihung im Literaturhaus Graz, der Rahmen war kleiner, und es waren nur Leute anwesend, die sich auch wirklich für Literatur interessierten. Sie waren ein gutes Publikum. Das Niveau war 2009 insgesamt viel höher, auch unter den Wettbewerbsteilnehmern. Da hatte ich Glück, dass ich gewonnen hatte. Auch die Jury war 2009 anders besetzt. Ich finde es auch sehr gut, dass die Teilnahme an dem Wettbewerb anonym abläuft, so war es kein Problem, dass meine Verlegerin 2009 in der Jury war. Die Kuverts mit den Namen der Teilnehmer bleiben beim Veranstalter und die Jury erhält nur die Texte. Erst nach der Entscheidung erfährt die Jury, welcher Text von wem stammt. Für mich war es 2007 schöner, aber insgesamt war es besser 2009.

  1. Wie sind Sie über Ihren Gewinn verständigt worden?

 

Unterweger: Ich bin telefonisch verständigt geworden. Da wird man angerufen und freut sich dann.

 

  1. Welche Bedeutung hatte der Preis für Sie?

 

Unterweger: Er hatte große Bedeutung. Das eine ist das Finanzielle, das ist immer wichtig, das ist viel wichtiger als man sich vorstellt als Künstler. Der erste Preis hat natürlich auch mehr Bedeutung, was Ruhm und Ehre anbelangt. Einen ersten Preis verewigt man in seiner Kurzbiographie. Den von 2009 führe ich immer noch in meiner Kurzbiographie an, so oft habe ich so einen Preis nicht gewonnen. Ich habe dann auch nachher nicht mehr am Literaturwettbewerb der Akademie Graz teilgenommen. Dadurch, dass es anonym war, hat es mir auch zusätzlich noch mehr bedeutet.

 

  1. Hat sich nach dem Erhalt des Preises viel in Ihrem Leben geändert?

 

Unterweger: Nein, es sind für eine kurze Zeit die Geldsorgen weg.

 

  1. Haben Ihre Mitmenschen Sie auf den Preis angesprochen?

 

Unterweger: Ich bin nur von der Zahnarztassistentin angesprochen worden. 2009 war nach der Preisverleihung ein großer Artikel über mein erstes Buch in der Zeitung. Ich hatte in der Nacht gemeinsam mit meiner Frau in einem Hotel geschlafen, und beim Frühstück hatten die Menschen alle die Zeitung, in der ich groß drinnen stand. Da bin ich mir berühmt vorgekommen, ich weiß aber nicht, ob es wirklich jemandem aufgefallen ist. Bald darauf ist eine Studentin gekommen und hat mich interviewt. Ich habe mir gedacht, dass das so weitergehen würde, ist es aber nicht. Es war die einzige – bis heute.

 

  1. Welchen Preis würden Sie noch gerne gewinnen?

 

Unterweger: Den Nobelpreis! Nein, im Ernst: Es gibt keinen Preis, den ich nicht gerne gewinnen würde. Ich habe zwei Kinder, bin Alleinverdiener, ich kann jeden Preis gebrauchen.
Ich stehe vielen Preisen von einem ideellen Standpunkt aus allerdings eher skeptisch gegenüber, unter anderem, weil der Wettbewerbsdruck auch sehr nervenaufreibend sein kann, vor allem für junge Autoren. Wenn ich an solchen Wettbewerben teilnehme, dann nur, weil ich Kinder habe und Geld brauche.
Aber natürlich gehören die Wettbewerbe zur Literaturtradition dazu.

 

  1. Welcher Preis würde Sie am meisten überwältigen?

 

Unterweger: Sehr sympathisch finde ich jene Preise, für die man sich nicht bewerben muss, sondern für sein Lebenswerk oder für ein Buch geehrt wird. Das ist ein Geschenk. Je größer der Preis, desto besser.
Ein brutales Wettlesen à la Bachmann-Preis zu gewinnen wäre vermutlich noch überwältigender, einfach, weil es eine so große Herausforderung ist. Aber ich bin kein Fan davon.