Andreas Unterweger

Anzeiger

Posted in Dylanologie, Grungy Nuts, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 18. Juli 2018

Besten Dank an Joshua Köb für das nette Interview im Rahmen seines gelungenen Artikels über Open-Air-Literaturfestivals im Anzeiger, Magazin für die österreichische Buchbranche.

Passt auch wunderbar, um die Lesung am 16.08. auf der ORF-Hör- und Seebühne in Graz anzukündigen, die erste Lesung aus Grungy Nuts

Hier Wortmeldung 1 …

Hier Wortmeldung 2 …

Hier der ganze Artikel mit Illustrationen und Farbe und allem als PDF

Und hier die ungekürzte Originalfassung des Interviews:

 

Interview mit Andreas Unterweger

von Joshua Köb

 

Sie haben schon bei vielen Literaturfestivals gelesen. Heuer sind Sie mit Ihrem neuen Buch „Grungy Nuts“ bei der ORF Hör- und Seebühne in Graz und beim Blätterwirbel in St. Pölten zu Gast. Wie groß ist die Vorfreude auf den Lesesommer?

 

Groß – wie auf alle Lesungen. V.a. auf die, die honoriert werden. Lesungen sind eine der wichtigsten Möglichkeiten, um mit Literatur Geld zu verdienen. Darüber hinaus lese ich meine Texte auch gerne vor. Beim Schreiben habe ich oft den Eindruck, einer Melodie zu folgen, einem Rhythmus, der schon vor dem fertigen Text da gewesen zu sein scheint: wie die Skulptur, die bereits im Felsblock steckt und dann „nur noch“ freigelegt werden muss. Diese „wahre Gestalt“ des Textes ist bei einer Lesung besser wahrzunehmen, als wenn man ihn still für sich liest.

 

Worin liegt der Reiz von Lesefestivals? Ist das Publikum anders?

 

Die Rockfestival-Stimmung bei Open Air-Veranstaltungen ist schon etwas Besonderes. Wenn das Gelände schon lange vor der Lesung dicht bevölkert ist, die Leute essen und trinken, dazu die Musik … Anders als sonst rekrutiert sich das Publikum kaum aus Kulturszeneveteranen und den Freunden der Familien der Lesenden, sondern aus Leuten, die sich einfach einen schönen Abend machen wollen … Das gelingt ihnen dann auch.

 

Was macht die Bühne unter freiem Himmel aus?

 

Ich mag diese Weite. Es ist auch beim Zuhören angenehm. Statt immer nur die einsame Gestalt auf der Bühne oder die Leute um einen herum anzustarren, kann man auch so erfreuliche Dinge wie die Baumkronen, die Wolken, die Abendhimmelsfarben usw. betrachten.

 

Vor welcher Kulisse würden Sie gerne einmal lesen?

 

Ich hätte gern den Literaturteil von Bob Dylans Rolling Thunder Revue übernommen. Statt Allen Ginsberg. Aber dazu ist Dylan leider zu früh geboren.

 

Was darf man sich von Ihrem neuen Buch erwarten?

 

Also, der Klappentext des Droschl-Verlags meint über die Erzählungen in „Grungy Nuts“: „Die durchweg 17-jährigen Figuren erkunden allerhand: den Wahn- und Irrsinn der ersten eigenen Grunge-Band samt WG-Leben in den 1990ern; welch Abgrund sich im Keller einer Diskothek auftut; den ersten Liebeskummer oder wie eine Schar ,Meerjungfrauen´ in schwindelerregender Weise eine Einzimmerwohnung auf den Kopf stellt.“ Die Ankündigung für die Sommerlesung auf der ORF-Hör- und Seebühne formuliert es hingegen so: „Die Magie der Jugend, in der Freiheitsdrang, unerschütterlicher Idealismus, die erste Liebe und vor allem Musik als Lebenselixier groß geschrieben werden“ … Damit ist eigentlich alles über den Unterschied zwischen der Wirklichkeit und der Wirklichkeit, wie sie sich bei sommerlichen Open-Air-Lesungen präsentiert, gesagt.

 

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Zwei Gedichte (Teflon 19)

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 15. Juli 2018

Zwei meiner Gedichte auf Griechisch! Und zwar in der aktuellen Ausgabe der Literaturzeitschrift „Teflon“ (Athen), die von Jazra Khaleed und Kyoko Kishida herausgegeben wird:

Jazra Khaleed ist jener Dichter, der beim Festival „Hoffnung als Provokation“ mit seiner gelungenen Leseperformance für Aufsehen sorgte:

 

Für „Teflon“ 19 hat er meine Gedichte „Der Vater“ …

… und „Die Mutter“ …

… übersetzt. Beide sind erstmals in manuskripte 205 erschienen.

„Teflon“ wird unter widrigsten Umständen herausgegeben, wie wir österreichischen Literaturzeitschriftenmacher sie glücklicherweise nicht (mehr) kennen. Ohne Unterstützung, praktisch klandestin. Umso schöner, etwas beigetragen haben zu können.
Die aktuelle Ausgabe enthält einen Österreich-Schwerpunkt, eine gelungene Übersicht zur österreichischen Gegenwartslyrik, so dass sich neben meinen Texten auch solche von Fiston Mwanza Mujila, Xaver Bayer, Stefan Schmitzer, Sophie Reyer, Christoph Szalay, Thomas Ballhausen und weiteren hiesigen Autorinnen und Autoren finden.

ευχαριστώ, lieber Jazra!
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Muca Maca – Nachbetrachtung

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 6. Juli 2018

Nachtrag zum Termin:
7.7., 16:30, Andreas Unterweger liest Gedichte auf Slowenisch und Deutsch im Rahmen der Friedensarbeit „Aktion Schmusekatze/akcija muca maca“.
Weitere künstlerische Brückenschläge von Max Höfler, Erwin Stefanie Posarnig, David Kratzelbinder (Pavelhaus – Pavlova hiša), Irina Karamarkovic, OMAS GEGEN RECHTS Steiermark, Franz Trampusch u. a. m.
Initiiert von GKP, der Steirischen Gesellschaft für Kulturpolitik. Bad Radkersburg, Brücke.

Eine wichtige und richtige Aktion!

Hier überschreiten wir, in einer Gegenbewegung zu den militärischen Grenzschutzübungen, die kürzlich unweit von hier stattgefunden haben, gemeinsam die Brücke der Freundschaft in Richtung Slowenien …

(c) Boris Jausevec, Vecer

… hier sieht man mich, wie ich mich – früh, aber gekonnt – in die Phalanx der „Omas gegen rechts“ einreihe:

(c) Walter Schmidbauer, Kleine Zeitung

… und hier lese ich 3 Gedichte über Ehe (sprich: Demokratie), Patriarchat und Matriarchat („Die Schlange“, „Der Vater“, „Die Mutter“) …

(c) Walter Schmidbauer, Kleine Zeitung

… jeweils auf Deutsch und Slowenisch (in der großartigen Übersetzung von Aleš Šteger – danke!).

Nicht im Bild: Wie ich drei manuskripte-Ausgaben, in denen die Gedichte einst veröffentlicht wurden, verteile und damit selbst die Grenze des Paywalls temporär eingerissen wird.

Ich danke Andrea Kral und Gerlinde Schiestl von der Gesellschaft für Kulturpolitik für die Einladung zu ihrer schönen Aktion! Hvala lepa!

Bericht der GKP:

„DANKE! HVALA! 🤗

Noch immer sprachlos und überwältigt von den vielen schönen und inspirierenden Gesprächen, bedanken wir uns bei euch für die großartige Unterstützung für/am Samstag.
GEMEINSAM konnten wir ein Zeichen für die Überwindung von Grenzen, für den Zusammenhalt, gegen die Entsolidarisierung der Gesellschaft für den Frieden und für die demokratischen Werte setzen.
Und lustig war’s auch 😊“

ORF-TV-Bericht:

https://tvthek.orf.at/…/Dober…/13983079/VestiMB/14334149 (00:58-01:30).

Links zu Zeitungsartikeln mit Fotos zum Nachlesen von Kleine Zeitung und Vecer:

https://www.kleinezeitung.at/…/Aktion-Schmusekatze_Grenzueb…

https://www.vecer.com/muca-maca-proti-pumi-6516563

 

manuskripte 220 – Präsentation

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 3. Juli 2018

Nachtrag zum Termin:
29.06.2018, 19:00, Alfred Kolleritsch und Andreas Unterweger präsentieren die manuskripte 220. Lesungen von Valerie Fritsch und Silvana Cimenti. Daniel Doujenis liest Lyrik von W. S. Merwin und Prosa von Jürg Laederach. Steiermärkische Landesbibliothek, Kalchbergg. 2, 8010 Graz.

Ausverkauft! Und das bei freiem Eintritt! Bei der Präsentation der manuskripte 220 war nicht nur der Veranstaltungssaal der Steiermärkischen Landesbibliothek bis auf den letzten der eilig aufgestellten Zusatzstühle gefüllt, sondern auch die manuskripte-Hefte gingen weg wie die kühlen Gläser Weißwein, die im Foyer serviert wurden …

Kurze Chronologie des Abends:

Ich spreche über das Heft, seine BeiträgerInnen und die Geheimbotschaft, die ich im wunderbaren Cover von Hans Eichhorn gefunden zu haben glaube („Ich sehe triumphierend geilen Cover“).

(c) Barbara Belic (danke!)

Dann die Stars des Abends:

Oh ja.

Heft 220 ist wie immer im gut sortierten Webshop der manuskripte und in den Buchhandlungen Ihres Vertrauens erhältlich.

Mehr Informationen zum Heft:

manuskripte 220 – Pressetext

Zur Präsentation:

Die Grazer Starautorin und Fotokünstlerin Valerie Fritsch liest ihre berührende Erzählung „Morbus“, die sie für die manuskripte verfasst hat.

Mit der 1981 geborenen Grazerin Silvana Cimenti stellen die manuskripte eine echte Debütantin vor. Sie liest einen Auszug aus ihrem bemerkenswerten Romanmanuskript „Die Reste meines Gestern liegen noch immer im Kühlschrank“ – ihre allererste Veröffentlichung.

Daniel Doujenis trägt Gedichte des im deutschen Sprachraum neu entdeckten US-amerikanischen Altmeisters W.S. Merwin vor (Übersetzungen von Hans Jürgen Balmes). Der Zyklus trägt den wunderbaren Titel „Die Nachtpflaumen“. Zum Abschluss liest er einen bislang unbekannten Text unseres im März verstorbenen Autors und Freunds Jürg Laederach

 

Zum Heft:

Der Auftakt der 220. Ausgabe der manuskripte ist der Erinnerung an Jürg Laederach gewidmet. Neben Alfred Kolleritsch nehmen u. a. Elfriede Jelinek, Ilma Rakusa und Marianne Schroeder mit bewegenden und unterhaltsamen Worten Abschied vom Schweizer Dichter. Felix Philipp Ingold hat Laederach die deutsche Erstübersetzung eines Gedichtzyklus des russischen Klassikers Boris Pasternak gewidmet.

Der Hauptteil des Heftes überzeugt mit einer Mischung aus bewährter Qualität und Neuentdeckungen.

Darin finden sich u. a. neue Prosatexte der oberösterreichischen Avantgardisten Hans Eichhorn und Erwin Einzinger, eine exzellente Essay-Erzählung von Leopold Federmair, das Schwimmtagebuch der Kärntnerin Helga Glantschnig (der Sommertext schlechthin!), eine Erzählung der Anton-Wildgans-Preisträgerin Sabine Scholl und experimentelle Prosa der ungarischen Multikünstlerin Kinga Tóth.

Den Lyrikteil bilden Beiträge von AutorInnen aus fünf verschiedenen Ländern. Neben W. S. Merwin sind dies Dana Ranga aus Rumänien mit Raumfahrtgedichten, Dieter M. Gräf (D) mit drei genresprengenden Textcollagen, Patrick Beurard-Valdoyes (F) lyrische Porträts u. a. von Friederike Mayröcker und Zoltan Lésis Gedichte, die den Spagat zwischen Poesie und Unterhaltung nicht scheuen.

Im Essayteil: ein brillanter Essay von Andrea Scrima über Lydia Davis, Harald Miesbacher zum einjährigen Todestag von Hansjörg Zauner und Hedwig Winglers Rezension zu Die Generalin von Manfred Mixner.

 

(c) manuskripte

(c) Barbara Belic

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