Andreas Unterweger

En route pour Paris …

Posted in Das gelbe Buch, gedichte, Le livre jaune, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 23. November 2018

Monsieur Unterwegs …

… unterwegs nach/en route pour Paris!

Ich freue mich sehr auf meine kommenden Auftritte in einer meiner Lieblingsstädte!
Diese Reise wurde vom Dichter, Übersetzer und Geisteswissenschaftler Guillaume Métayer organisiert und wird vom Österreichischen Kulturforum in Paris/forum culturel autrichien à Paris unterstützt. Vielen herzlichen Dank!

  • Morgen Abend im legendären Club des Poètes (nur ein Jahr jünger als die manuskripte!):
    24.11.2018, 22:00, 30 Rue de Bourgogne, 75007 Paris.
    Ich werde einige meiner Gedichte aus den Zeitschriften Po&Sie und Babel heureuse lesen und freue mich auch auf die Lesungen von Krisztina Tóth aus Ungarn und Guillaume Métayer, meinem lieben Dichterfreund, dessen Gedichte und Essays zu übersetzen ich gelegentlich die Ehre habe und der Gedichte und Prosa von mir für die Zeitschriften „Place de la Sorbonne“ und „Po&Sie“ übersetzt hat.
  • Montag Abend beim Festival „Livres en Tête“, mit dem Motto „Certains l´aiment en prose. Soirée poésie“:
    26.11.2018, 20:00, Faculté des lettres de Sorbonne Université. Salle des Actes. 17, rue de la Sorbonne, Paris 5e.
    Wir AutorInnen – Christian Doumet, Laure Gauthier, Claude Mouchard, Sanda Voica und ich – werden von Guillaume Métayer jeweils vorgestellt und interviewt, anschließend performt das Schauspielerensemble „Les livreurs“ unsere Texte.
    Ankündigung des österreichischen Kulturforums in Paris:
    „L´écrivain et poète Andreas Unterweger, co-éditeur de la légendaire revue manuskripte, lit au festival „Livres en Tête“ (Sorbonne Université).
    Unterweger, né à Graz en 1978, a publié plusieurs livres chez Droschl, entre autres Das gelbe Buch (Le Livre jaune) qui sera publié chez Lanskine en 2019 (traduit par Laurent Cassagnau). Des textes en français ont paru dans des revues comme Po&Sie et Place de la Sorbonne.
    Unterweger est présenté par le poète Guillaume Métayer. À part le festival, les deux écrivains amis, qui se traduisent mutuellement, participent à des lectures bilingues à Paris.
    Les autres poètes qui seront lus au festival Livres en tête sont Christian Doumet, Laure Gauthier, Claude Mouchard et Sanda Voica.“
  • Dienstag, Atélier Poétique:
    27.11.2018, 11:00: Ich spreche vor und mit Studierenden der Université de Sorbonne in Guillaume Métayers Creative Writing-Seminar über Poetik und die zeitgenössische österreichische Literatur.

Außerdem freue ich mich auf das Kennenlernen neuer Freunde in Paris. So werde ich etwa Catherine Tourné und Paul de Brancion vom Verlag Editions LansKine treffen, wo bald mein erstes Buch auf Französisch, „Le livre jaune“ („Das gelbe Buch“), in der Übersetzung von Laurent Cassagnau erscheinen wird.

Eine Leseprobe aus Laurent Cassagnaus exzellenter Übersetzung gibt es in der Zeitschrift „La barque“.

Aber mehr zu all dem nach Paris.

Und noch einmal:

Herzlichen Dank an Guillaume Métayer für die Einladung zu den Auftritten und die Organisationsarbeit
sowie an das Österreichische Kulturforum in Paris für die Unterstützung meiner Reise!

manuskripte 222 – Präsentation

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 22. November 2018

Nachtrag zum Termin:
21.11.2018, 19:00, Alfred Kolleritsch und Andreas Unterweger präsentieren die manuskripte 222.
Mit Lesungen von Arnold Stadler und Andrea Winkler. Schauspielerin Susanne Konstanze Weber liest Lyrik von Kornelia Koepsell, Ursula Krechel und Max Sessner. Schauspielhaus Graz, Haus 3, 8010 Graz. Eintritt und Wein frei.

Titelbild: Jack Bauer, aus der Serie „Schäferstündchen“, 2018.

 

222 – eine magische Nummer, ein magisches Heft, eine magische Präsentation!

Hier die wichtigsten Stationen des Abends im Schnelldurchlauf: Ilse Amenitsch von ORF Steiermark hat ihr Mikrofon platziert: am 22.11., 18:30,und am 2.12., 22:00, auf ORF Radio Steiermark zu hören.

Ich spreche über das Heft, den Begriff der Offenheit, die „Weltreise der Literatur“, die die aktuelle Ausgabe der manuskripte antritt (s.u.) und stelle die ProtagonistInnen des Abends vor:

Arnold Stadler liest seinen Beitrag, „Am Kilimandscharo. Unterwegs zu einer Erzählung“:

Andrea Winkler las ihren Beitrag: „An einem Tag wie keinem“:

Schauspielerin Susanne Konstanze Weber las Lyrik von Kornelia Koepsell, Ursula Krechel und Max Sessner:

Anschließend: Après-Poesie mit vielen Freundinnen und Freunden! Alfred Kolleritsch, Gründer und Herausgeber der manuskripte, war zwar leider aus gesundheitlichen Gründen verhindert, aber durch seine Präsenz in jeder Anekdote mittendrin im Geschehen!

Arnold Stadler

Andrea Winkler, Franz Weinzettl

Heft 222 der manuskripte lässt sich hier bestellen: bestellung@manuskripte.at oder http://www.manuskripte/webshop

 

Pressetext der manuskripte 222:

Weltreise der zeitgenössischen Literatur

 

Alle, die angesichts des mild, aber doch heranrückenden Winters das Fernweh packt, können mit der aktuellen Ausgabe der manuskripte im Kopf verreisen:

Folgen Sie Arnold Stadler zum Kilimandscharo und an andere Sehnsuchtsorte, streifen Sie mit Leopold Federmair durch die „Gegend von Takehara“ (in Japan), mit Rosa Pock durch „die stadt der müßiggänger“ oder schauen Sie mit Jan Volker Röhnerts Gedichten durch „Teheran-Fenster“. Die ganze Ambivalenz des Exotischen zeigt sich in Milena M. Flašars Erzählung „Ferngespräch“, die sich auf die Spuren von Exilanten begibt – von der Kaspar-Hauser-Variation der französischen Avantgarde-Dichterin Laure Gauthier ganz zu schweigen.

 

Ebenso buntgemischt wie hochkarätig die Liste der BeiträgerInnen aus insgesamt sechs Ländern:

Internationalen Literaturstars wie Büchner-Preisträger Arnold Stadler oder Ursula Krechel (Dt. Buchpreis 2016) stehen neben nationalen Größen wie Milena Michiko Flašar (Österr. Buchpreis Shortlist 2018), Andrea Winkler oder Lydia Mischkulnig und Newcomern wie der Grazerin Silvana Cimenti (manuskripte-Förderpreis der Stadt Graz 2018). Die Germanistin Alexandra Millner bespricht Thomas Antonics Wolfgang Bauer-Biografie, Literaturhauschef Klaus Kastberger Flašars Roman „Herr Kato spielt Familie“.

Und mit Rui Nunes präsentieren die manuskripte 222 auch eine überraschende Neuentdeckung: Der arrivierte portugiesische Autor lebt seit Jahren vom hiesigen Literaturbetrieb unbemerkt in St. Pölten. Die Prosastücke in den manuskripten 222 sind seine erste Publikation in Österreich.

 

Bleiben Sie weltoffen – lesen Sie die manuskripte!

 

AutorInnen der manuskripte 222:

Thomas Ballhausen
Xaver Bayer
Ruth Johanna Benrath
Silvana Cimenti
Jan Decker
Leopold Federmair
Milena Michiko Flasar
Laura Freudenthaler
Laure Gauthier
Jörg Hannemann
Ingeborg Horn
Daniel Jurjew
Günther Kaip
Klaus Kastberger
Kornelia Koepsell
Ursula Krechel
Elke Laznia
Alexandra Millner
Lydia Mischkulnig
Boris A. Novak
Rui Nunes
Mario Oppelmayer
Christine Pitzke
Rosa Pock
Jan Röhnert
Max Sessner
Cordula Simon
Arnold Stadler
Christian Steinbacher
Andrea Winkler

Sept poèmes (Babel heureuse 4)

Posted in gedichte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 18. November 2018

Sieben meiner Gedichte* in der neuen Ausgabe der Pariser Literaturzeitschrift „Babel heureuse“ – ich bin glücklich wie Babel!

Und bedanke mich sehr herzlich bei Übersetzer Laurent Cassagnau – erstens für seine exzellente Übersetzungsarbeit (zuletzt schon in „La barque“ zu bewundern), zweitens für seinen profunden Kurzessay über meine Gedichte, der unten sowohl im französischen Original als auch auf Deutsch nachzulesen ist. Ich mag besonders die Formulierungen „melancholische Ironie“ und „was man den ,magischen Realismus´ Andreas Unterwegers nennen könnte“.

Andreas Unterweger: 7 Gedichte – Übersetzung und Einleitung von Laurent Cassagnau;
Andreas Unterweger: 7 Poèmes – Présentation et introduction par Laurent Cassagnau

Einleitung von Laurent Cassagnau:

„Die hier präsentierten Gedichte wurden zwischen 2008 und 2017 geschrieben. Sie illustrieren die sowohl der Prosa als auch der Lyrik Andreas Unterwegers innewohnende Dialektik von Sehnsucht und Enttäuschung, Banalität des Alltäglichen und imaginären Gegenden, von Dingen und Wörtern. Diese Dialektik speist sich aus Biographemen, aber auch aus einer Vielzahl von Lektüren – hier vermischen sich etwa Referenzen an das Universum Tolkiens (u. a.: „A Elbereth ! Gilthoniel“, die Hymne in Sindarin, der Sprache der Grauelben, oder „der Perian“ etc.) mit Inuit-Mythologie (Sedna, die Meeresgöttin mit den verstümmelten Fingern, deren Haar von den Inuit-Schamanen gekämmt wird). Die autobiografische Dimension ist nicht frei von Selbstironie, wovon das Gedicht Elbenmärchen zeugt, in dem die geliebte Frau, Judith, emphatisch als wahrer „Silmaril“ gefeiert wird („Glitzern reinen Lichts“, bei Tolkien) – und das von einem Sprecher, der ein Zwerg ist und, anders als der wissende Leser es erwarten würde, nicht Gimli heißt, sondern Wimli, eine spaßige Variation, die das germanophone Ohr, das mit Austriazismen vertraut ist, auf « Wimmerln », also Aknepickel, verweist. Melancholische Ironie ist auch am Werk, wenn Die Eltern verglichen werden mit Elefantenrobben, wie sie Alfred Brehm (1829-1884), ein renommierter Zoologe und Autor eines in Deutschland und Österreich sehr populären Tierlebens, beschrieben hat. Was man den „magischen Realismus“ Andreas Unterwegers nennen könnte, ist nicht frei von einer politischen Dimension. In Kabul evoziert er implizit die antike Exegese und die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Stufen der Lektüre (wörtlicher, moralischer, allegorischer, anagogischer Schriftsinn), um sie besser widerlegen zu können: Ausgehend von der Hypothese, nach der die Jungfrauen, die islamistische Fanatiker im Paradies zu treffen hoffen, kraft der Polysemie des arabischen Terminus „huri“ nur „Weintrauben“ darstellen, geht Andreas Unterweger noch weiter und setzt der Diskussion ein Ende, indem er sowohl den anagogischen Sinn (die Jungfrauen) als auch den metaphorischen Sinn (die Weintrauben) verweigert : „in Wirklichkeit, / schon klar, waren es keine Trauben (oder / Korallen, Perlen und Rubine), die wir sahen, // sondern nur: Mädchen“ – womit er Taliban und andere Gottesfanatiker auf ihre groteske und blutige religiöse Verkennung hinweist.

Ob nun als Berichte realer Reisen (wie etwa in das ukrainische Lviv der Gegenwart, das im alten Österreich Lemberg hieß) oder als „Reisen im eigenen Zimmer“, in deren Verlauf sich Brotbrösel in einen Sandstrand verwandeln und der Abwasch im Spülbecken in eine submarine Landschaft, bahnen sich die Gedichte Andreas Unterwegers ihren Weg durch triviale wie schmerzvolle (Donauebene) Erfahrungen, um etwas zu erreichen, das er sich nicht scheut, Glück zu nennen.“

Vielen herzlichen Dank, lieber Laurent!

* Donauebene, Dezember [2008, in: manuskripte 183, 2009]; Bluten (Frühlingsgedicht) [2009]; Юдит [2009]; Elbenmärchen [2012, unveröffentlicht]; Die Eltern [2012]; Sedna [2012]; Kabul [2017]

Buch Wien 2018: Lesung auf der Standard-Bühne

Posted in Grungy Nuts, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 17. November 2018

Nachtrag zum Termin:
10.11.2018, 11:00, Andreas Unterweger liest aus „Grungy Nuts“ (Droschl 2018). Moderation: Michael Wurmitzer (Der Standard). Buch Wien, Bühne 2 (Standard-Bühne).

Morgenstunde hat Grunge im Munde … Das alte Sprichwort: nie wahrer als am Morgen nach der Buch Wien Party!
Ich persönlich war bis Mitternacht dort, getan hat sich herzlich wenig, also bin ich – erleichtert, wie es alle Familienväter 40+ gewesen wären – gegangen. Später sollte ich erfahren: Um Mitternacht geht man nicht, da kommt man! Und zwar, um zu bleiben – bis zur Lesung.

Die Abschlusslesung der Party, meine Lesung aus „Grungy Nuts“, fand auf der Bühne 2, der Standard-Bühne der Buch Wien statt. Als Moderator fungierte Journalist Michael Wurmitzer (Der Standard – rechts), der mit guten Fragen und schmeichelhaften Assoziationen (Ernst Jandl!) nicht nur den Autor (links) begeisterte.

(c) Literaturverlag Droschl

Gelesen habe ich das Zwischenspiel „Polen“ aus „Die Instrumente“ und den Anfang von „Das Liebesleben der Meerjungfrauen“.

(c) Elisabeth Eccher

Dank an die zahlreichen Zuhörenden, die uns trotz der frühen Stunde und hektischen Meeseatmosphäre nicht den Rücken zugewendet haben!

(c) Literaturverlag Droschl

Eine sympathische Wiener Tradition: die Autogrammjäger! Diesmal ausrüstet mit einem Foto, das Werner Schandor 2009 geschossen hat:

Auch eine sympathische Tradition: Die gute Stimmung am Stand des Literaturverlags Droschl, an dem sich am Vortag das manuskripte-Meet and Drink abgespielt hatte. Auch am Samstag bildete er wieder das Herz der Veranstaltung – hier sichtbar im herzlichen Lachen der Droschl´schen Pressedame, Henrike Blum!

(c) Literaturverlag Droschl

Buch Wien 2018: manuskripte-Meet and Drink

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 17. November 2018

Nachtrag zum Termin:
09.11.2018, 15:00, Andreas Unterweger bewirtet manuskripte-AutorInnen und -AbonnentInnen (und solche, die es werden wollen) beim manuskripte-Meet and Drink auf der Buch Wien mit südsteirischem Weißwein und der besten Information, wie es mit der Literatur weitergeht. Stand der Verlage Droschl und Residenz, C19, C21.

Eine Buch Wien ohne manuskripte-Meet and Drink wäre wie Wien ohne …

… den Eiffelturm!

Deshalb wurde die seit dem Jahre 17 unseres Jahrhunderts bestehende Tradition auch heuer fortgesetzt. Und tatsächlich stürmten die Autorinnen und Autoren, Abonnentinnen und Abonnenten, Freundinnen und Freunde der manuskripte (und solche, die es werden wollten [sprich: wurden!]) auch diesmal wieder den Droschl-/Residenz-Stand, an dem Helga Höhn und ich unsere Zelte in Form von Heften, Flaschen und Grazer Königstalern aufgeschlagen hatten.
Hier ein paar kleine Ausschnitte der regen Betriebsamkeit:

Max Droschl, Daniela Strigl
(wie in der Folge: v.l.n.r.)

Tadeja Lackner, Verena Stauffer, Fridolin Stauffer

Almut Tina Schmidt

Andreas Unterweger, Heinz Fischer, Daniela Strigl

Helga Höhn

Anna Baar

Karin Rick

Helga Höhn, Karin Rick und Heide Schmidt (beim Kauf eines guten Droschl-Buchs)

Sebastian Raho

Andreas Unterweger, Frédéric Beigbeder, Thomas Stangl

Herbert J. Wimmer

Helga Höhn und Andreas Unterweger auf der Buch Wien Party

Wir danken allen fürs Kommen! Bis zum nächsten Mal!

Und für diejenigen, die zwar Abo-Karten mitgenommen haben, sie aber im prall gefüllten Messe-Sack nicht mehr wiederfinden: ein manuskripte-Abo kann man auch online bestellen: http://www.manuskripte.at/webshop/ – 4 x 150 Seiten mit der besten Information, wie es mit der Literatur weitergeht – um nur 29,70 Euro (innerhalb Österreichs).

 

#EuropeanBalconyProject Facebook-Livestream

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 10. November 2018

Erster Nachtrag zum Termin:
10.11.2018, 16:00, 1010 Wien, vor dem Parlament:
Andreas Unterweger ruft die Europäische Republik aus.
(Vielen Dank an GKP, Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik, für die Unterstützung!)
Als Teil des internationalen European Balcony Project habe ich das von Ulrike Guérot, Robert Menasse und Milo Rau verfasste Manifest des European Balcony Project als Straßenmusiker vor dem „Denkmal der Republik“ in Wien vorgetragen.

Musik: „Brennnesseln“ von ratlos.
Text: Manifest des European Balcony Project von Ulrike Guérot, Robert Menasse und Milo Rau, arrangiert von Andreas Unterweger.

Hier einmal das Facebook-Live-Video, gefilmt von Verena Stauffer – vielen herzlichen Dank!

 

 

Text zum Mitlesen:

 

Manifest des #EuropeanBalconyProject
von Ulrike Guérot, Robert Menasse, mit Unterstützung von Milo Rau,
arrangiert von Andreas Unterweger

 

 

Heute, am 10.11.18, 16 Uhr, sprich: jetzt

einhundert Jahre genau nach Ende von Weltkrieg eins

der nicht der letzte blieb, gedenken wir nicht nur

sondern setzen eine neue Spur

Es ist Zeit …

 

Zeit wahrzumachen, was Europa uns versprochen hat

sich zu erinnern, was der Einigung zugrunde lag

Wer in Europa ist in diesem Augenblick

ist Bürger/in der europäischen Republik

Wir übernehmen Verantwortung …

 

für das universale Erbe der Erklärung

der Menschenrechte, geloben ihre Verwirklichung.

Europas Reichtum beruht auf Ausbeutung

anderer Kontinente, auf Unterdrückung

Wir teilen …

 

mit jenen, die wir von ihrem Boden vertrieben haben.

Dies ist der erste Schritt auf dem Weg zur globalen

Demokratie: die Europäische Republik

Europäer ist, wer es sein will

 

Das Europa der Nationalstaaten: gescheitert.

Europäische Einigung: verkauft, vereitelt.

Euro und Binnenmarkt ohne politisches Dach

für das Raubtier Neoliberalismus zu schwach

 

Erobern wir die Macht in den Institutionen

Europas, um Markt und Währung in der gemeinsamen

europäischen Demokratie zu (re-)kreieren.

Europa heißt: Menschen einen, nicht Staaten integrieren.

 

An die Stelle der Souveränität der Staaten tritt

der Bürgerinnen und der Bürger Souveränität

Wir begründen die Europäische Republik

auf der Gleichheit jenseits von Herkunft, Nationalität.

 

Der Republik Städte und Regionen

sind ihre konstitutionellen Träger. Der Tag ist gekommen

dass sich Europas kulturelle Vielfalt

endlich entfaltet in politischer Einheit

 

Der Europäische Rat ist abgesetzt.

Das Europäische Parlament gibt das Gesetz

Es wählt eine europäische Regierung, die dem Wohl

aller Bürgerinnen und Bürger verpflichtet ist.

 

Es lebe die Europäische Republik!

*

Zum Vergleich: Die Originalfassung des Manifests des European Balcony Project

*

Update:

Die Generalprobe, gefilmt ebenfalls von Verena Stauffer (man beachte das noch magischere Ende!):

 

Standbild, fotografiert ebenfalls von Verena Stauffer:

Danach: Mani-Fest, Café Eiles, fotografiert ebenfalls von Verena Stauffer …

Fotografiert von yours truly:

„Verrückt erheitert“ (Die Furche über „Grungy Nuts“)

Posted in Grungy Nuts by andreasundschnurrendemia on 8. November 2018

Liebe Leute, kauft Die Furche, denn darin finden sich immer die schönsten Rezensionen!
Nun gut, ich gebe zu, diese Feststellung ist subjektiv gefärbt. Aber was soll ich schon anderes sagen bei einer derart präzisen, gebildeten und einfühlsamen Besprechung wie jener, die der Germanist Stefan Neuhaus in der aktuellen Furche zu meinem neuen Buch „Grungy Nuts“ vorgelegt hat?

Ich habe mit diesem Text jedenfalls mannigfaltigen Grund zur Freude – etwa, wenn meine Prosa selbst in einer der hochinteressanten Abschweifungen mit traumwandlerischer Sicherheit zwischen der von Lieblingsautoren wie Heinrich Böll und Thomas Mann verortet wird oder allerlei Wissenswertes über die Zahl 11 in meiner und anderer Literatur mitgeteilt wird.

(aus rechtlichen Gründen unscharf)

Ein paar meiner Lieblingszitate aus Stefan Neuhaus´ Rezension:

1. (Die Wahl des Verlags:)
„Es ist ein Coming-of-Age-Buch über, aber nicht für 17-Jährige, sondern für alle Junggebliebenen, die ein wenig nostalgisch, ein wenig mitleidig und ein wenig amüsiert zurückblicken. Ein bisschen verrückt fühlt man sich nach der Lektüre und auf eine nachdenkliche Weise erheitert.“

2. (Wiederauszupacken bei etwaigen Verhandlungen mit offiziellen Vertretern der Stadt Graz – zumindest manchen von ihnen:)
„Andreas Unterweger wurde 1978 in Graz geboren. Diese Stadt bietet offensichtlich einen guten Nährboden für Ungewöhnliches.“

3. (Wiederauszupacken in der Geschenkeanpreisschlacht vor Weihnachten!)
„Unterweger hat sich bereits einen Namen gemacht als Verfasser von ungewöhnlichen, nachdenkenswerten und dabei stets heiteren Texten. Wer ein Buch zum Verschenken sucht, das keine Konfektionsware ist und über das sich ein längeres Gespräch mit dem Beschenkten nicht vermeiden lässt, der ist bei Unterweger etwa mit ,Wie im Siebenten´, ,Du bist mein Meer´ oder ,Das kostbarste aller Geschenke´ [und hoffentlich auch ,Das gelbe Buch´- Anm. d. Verf.] an der richtigen Adresse.“
Noch wichtiger aber die folgende Feststellung (es ist die erste Rezension, die darauf eingeht):
„Doch der Ton ist für ihn neu“ …

Alles in allem: Tausend – oder nein: Elf Dank, lieber Stefan Neuhaus!

European Balcony Project

Posted in ratlos, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 8. November 2018

Vorschau auf den Termin:
10.11.2018, 16:00, 1010 Wien, vor dem Parlament:
Andreas Unterweger ruft die Europäische Republik aus.
(Vielen Dank an GKP, Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik, für die Unterstützung!)

Als Teil des internationalen European Balcony Project werde ich das von Ulrike Guérot, Robert Menasse und Milo Rau verfasste Manifest des European Balcony Project verlesen.

Damit es mir dabei nicht ergeht wie diesem leise vor sich hin lesenden Herrn …

… werde ich das Manifest als Straßenmusikant mit Gitarre, Kazoo und Mundharmonika intonieren.Also ungefähr so:

 

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Und das auf die Stunde genau 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs. Vor dem Parlament, wo am 12.11.1918 die Österreichische Republik ausgerufen wurde. Und zur Melodie des ratlos-Songs „Brennnesseln“ – in dessen Riff die „Freude, schöner Götterfunken“-Fanfare hymnischerweise nahezu perfekt hineinpasst.
Mit Auftritten wenn schon nicht auf Balkonen, so doch zumindest in Schaufenstern haben wir mit ratlos in den Nuller Jahren ohnehin Erfahrung gesammelt …

Also, kommt vorbei, liebe Leute, oder informiert Euch/bleibt auf dem Laufenden:

Hier das Manifest in Originalfassung.

Meine Lyrics-Fassung poste ich – gemeinsam mit einem Video des Auftritts und anderen Goodies – nach dem Geschehen.

Es lebe die Europäische Republik!

„Grungy Nuts“ in „Das rote Mikro“ – Vorschau

Posted in Grungy Nuts, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 4. November 2018

Am 05.11.2018, 20:00, war ich zu Gast auf Radio Helsinki bei Barbara Belic und las die Erzählung „Koffeinismus“ aus „Grungy Nuts“ in „Das rote Mikro“. Außerdem erzählte ich ein bisschen etwas über die Entstehung des Buchs.

Die Sendung mit meiner Lesung aus „Grungy Nuts“, den Texten der Jungautoren Andreas Peterjan und Luca Manuel Kieser und Musik von Nirvana und The Morbidelli Brothers ist in der Datenbank der freien Radios unter https://cba.fro.at/387307 nachzuhören!

Hier Bilder der Aufnahme in Barbara Belics herzerwärmender Studioküche:

Im Hintergrund: sehenswerte Fotos und eine kunstvoll gerahmte Droschl-Karte mit einem Zitat aus einem neun Jahre alten Buch:

Vielen Dank, liebe Barbara, für den gemeinsamen Mittagskoffeinismus in Deiner schönen Wohnung – es war mir wie immer eine einzige Freude!