Andreas Unterweger

„kaspar aus stein“ (manuskripte 222)

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 16. Dezember 2018

Mein eigener Beitrag zu Heft 222 der manuskripte:

Laure Gauthier: kaspar aus stein
Aus dem Französischen von Andreas Unterweger

Die poetische Erzählung kaspar de pierre wurde seit ihrem Erscheinen 2017 im Verlag La Lettre volée in positiven bis hymnischen Rezensionen gefeiert, für mehrere Preise nominiert und in Genf szenisch aufgeführt.

Als Bearbeitung des Kaspar Hauser-Mythos weist der Text zahlreiche Bezüge zur deutschen Sprache im Allgemeinen und zur österreichischen Literatur im Besonderen auf – man denke nur an Peter Handkes Drama Kaspar. Die 1972 geborene Pariserin hat sich sowohl als Dichterin als auch als Literaturwissenschaftlerin intensiv mit Elfriede Jelinek und ihren österreichischen GenerationsgenossInnen auseinandergesetzt.

 

Hier die Anfänge der Übersetzung: die erste Arbeit in Leibnitz, Sommer 2018 …

Lesen Sie hier den Beginn des in den manuskripten abgedruckten Auszugs aus kaspar aus stein!

Bestellen Sie hier die manuskripte 222!

Laure Gauthier lebt in Paris und schreibt wunderbar eigensinnige Gedichte, Erzählungen und Libretti. Mehr, auch über kaspar aus stein, auf ihrer (auch deutschsprachigen) Homepage: laure-gauthier.com/de
2015 habe ich ihr Theaterstück marie weiss rot für die manuskripte besprochen: „Übersetzen. Schreiben. Lesen“.
2016 erschien in manuskripte 215 meine Übersetzung eines Textausschnitts aus Gauthiers aktuellem Buch, je neige (entre les mots de villon) (Lanskine 2018).
Dank eines Werkzuschusses der Literar Mechana werde ich das ganze Buch kaspar aus stein übersetzen können – herzlichen Dank, Literar Mechana!

 

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„Groteske Einfälle“ („Grungy Nuts“ bei Ö1, Radiogeschichten)

Posted in Grungy Nuts by andreasundschnurrendemia on 14. Dezember 2018

Meine Erzählung „Koffeinismus“ aus „Grungy Nuts“ (Droschl 2018) wurde heute, am 14.12.18, auf Ö1in „Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich“, gesendet.

Gelesen (und zwar fabelhaft!) hat sie der große Grazer Schauspieler und Theatermacher Daniel Doujenis, gestaltet wurde die Sendung von ORF-Routinier Günter Encic, der sich in den letzten Jahrzehnten um die steirische Literatur sehr verdient gemacht hat.

Herzlichen Dank an beide Herren!

Die Sendung ist hier nachzuhören!

Screenshots von der Ankündigung, Kurzrezension von Günter Encic:

 

 

Netzwerk : Poesie 2018 (Unabh. Literaturhaus NÖ)

Posted in gedichte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 8. Dezember 2018

Nachtrag zum Termin:

Eine herrliche Veranstaltung – am besten daran war, dass sie gleich zweimal stattfand!

Eingeladen und hervorragend betreut von den Dichtern/Organisatoren Christoph W. Bauer, Michael Stiller und Sylvia Treudl trafen sich die acht oben abgebildeten LyrikerInnen im Mai …

… im schönen Krems. Jede/r brachte sieben Gedichte mit, die an die anderen verteilt wurden (eines für jeden). So erhielt jede/r sieben Gedichte, auf die er über den Sommer lyrisch reagierte.
Im Dezember sahen wir uns und Krems wieder …

… und lasen die Gedichte bei der Präsentation einer Anthologie, die aus den gesammelten Vorlagen und Reaktionen entstanden ist.

Hatte es im Mai eine Privatlesung gegeben, bei der nur wir Dichter und die Organisatoren anwesend waren …

(Fotos mit mir drauf: (c) Elke Laznia)

… folgte nun der offizielle Teil der Veranstaltung:

Dazwischen lag die Arbeit des Sommers, in meinem Fall eine Woche im Juli und zwei Wochen im August, während derer ich mich in jeder urlaubsfreien Minute mit den Gedichten der KollegInnen auseinandersetzte.
Nach einem ersten Experiment mit loser, auf freien Assoziationen basierender Inspiration („Unterwerfung“ als Reaktion auf Helwig Brunners „verwerfung“) schwenkte ich auf ein bewährtes Verfahren um, dessen Resultate ich „Covers“ nenne und das ich bereits an Gedichten etwa Hugo von Hofmannsthals erprobt hatte: Ich übersetzte die Texte, Wort für Wort (so gut das eben geht), in ihr Gegenteil. Oder etwas anderes ganz Anderes. Kurz: Es war eine wunderbare Arbeit!

Als Beispiel für ein solches Doppelgedicht mag das erste aus der Reihe dienen, Birgit Müller-Wielands Gedicht „Es ist immer wieder ein Fest“ und meine Reaktion darauf: „Es ist immer wieder ein Rausch“ (Auswahlkriterium: die Vorlage ist bereits online, und zwar hier …):

Auf ähnliche, vielleicht weniger durchschaubare Weise verwandelte sich Simone Lappert frostiges „1992“ bei mir in ein van Gogh-gelb flammendes „1888“, wurde aus Carolin Callies´ Gedicht „neues blumenbuch“ bei mir eines namens „Alte Haut (Blues)“, orientierte sich meine Reaktion auf Kathy Zarnegins „Zärtlich unverständlich“ nicht an der venezianischen Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari, sondern am Pionier-Denkmal am Ufer des Donner Lake, Kalifornien, und bildete Nico Bleutges Gedicht „aber dieses knopfloch …“, das u. a. Motive aus „Berlin, Alexanderplatz“ aufgreift, die Basis für eine Meditation über Teddybären im Zeitalter ihrer Massenproduktion. Aus der Gegenüberstellung von Elke Laznias Prosagedicht „Greifbares ist Sand ist Angst“ mit meiner Antwort „Ungesagtes ist Blei ist der Untergang“ entstand ein Frau-Mann-Dialog, der nicht nur mir gespenstisch vertraut erschien.

Noch glücklicher bin ich mit den Gedichten, die ich auf meine ausgeteilten Texte empfangen habe.
Birgit Müller-Wieland entgegnete auf meine „Realisten“ (Blazac und Flaubert) mit „Phantastinnen“ (Bettina von Arnim und Karoline von Günderode), Helwig Brunner ließ in seiner Antwort auf mein Gedicht „Palaia“ die „rede“ „rascheln“, kein Tier, Simone Lappert verlieh meiner „Großvatersprache“ in ihrem Gegenstück eine persönliche Ebene, Elke Laznia presste aus meinen „Sonnenblumen“ „das Öl der Nacht“, Kathy Zarnegin unternahm, ausgehend von „Silberhauch“, eine Fahrt ins Blau, seine exotischsten Variationen, Nico Bleutge gab dem Troll aus „Beziehungsexperten“ eine lyrische Stimme und Carolin Callies zeichnete auf meine „Zitronenblätter“ den „atlas eines stelldicheins“.

Bei der sektmatinéeumrahmten Lesung am 02.12.2018 …

(c) Elke Laznia

… las nun jeder 3 eigene Gedichte, auf die unmittelbar die jeweilige Reaktion folgte.

Der Dichter Christoph W. Bauer, Herausgeber der Anthologie, begrüßte …

… die Schriftstellerin Sylvia Treudl stellte die Lesenden vor …

… und zwar mit lyrischen Zweizeilern. Der mich betreffende lautete so:

ein unruhiges gelb lodert vorm schwarz

die geschichte sitzt nachts am küchentisch / trinkt mit balzac

Hell, yes!

Danach ging es los, in der Reihenfolge, die das Inhaltsverzeichnis vorgab:

Helwig Brunner

Simone Lappert

Birgit Müller-Wieland und Simone Lappert

Caroiln Callies und Elke Laznia

Kathy Zarnegin

Andreas Unterweger
(c) Elke Laznia

  Birgit Müller-Wieland

Carolin Callies

 

Nico Bleutge

Liebe Organisatorinnen und Organisatoren, liebe Kolleginnen und Kollegen, die gesammelten Abenteuer dieser Veranstaltung waren mir – Besprechung für Besprechung, Lesung für Lesung, Weinverkostung für Weinverkostung – eine Riesenfreude! Ich hoffe, den/die eine oder andere/n von Euch bald wiederzusehen!

Vielen Dank, liebes Unabhängiges Literaturhaus Niederösterreich in Krems! Weiter so!

*

P.S. Wer will, kann hier die Anthologie „Netzwerk : Poesie. Lyrik V“ bestellen – schwere Empfehlung!

P.P.S. Wanderer, kommst du ins Arte Hotel Krems, dann probiere (wie Carolin Callies, bedrängt von Elke Laznia, s.u.) den Cocktail „poet“, der von Sylvia Treudl kreiert wurde:

P.P.P.S.: Er war mir aus Paris gefolgt:

Lesung mit Fiston Mwanza Mujila (Stmk. Landesbibliothek)

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 5. Dezember 2018

Nachtrag zum Termin:
29.11.2018, 19 Uhr, Andreas Unterweger moderiert, Fiston Mwanza Mujila liest. Steiermärkische Landesbibliothek, Kalchberggasse, 8010 Graz.

Es war mir eine ebenso große Ehre wie Freude, meinen Freund Fiston Mwanza Mujila, den Peter-Rosegger-Preisträger 2018, in der Steiermärkischen Landesbibliothek vorzustellen!

Hier lese ich das Porträt von ihm, das ich für die Art Faces Gallery des Landes Steiermark geschrieben habe und das vor Kurzem in der Publikation zu den Landes-Kunst- und Kulturpreisen erschienen ist:

(c) Steiermärkische Landesbibliothek

Hier performt Fiston den Anfang seines preisgekrönten und nun auch dramatisierten Romans „Tram 83“:

(c) Steiermärkische Landesbibliothek

Hier beginnen wir mit unserem Gespräch im Anschluss an die Lesung, in dem Fiston viel Faszinierendes, Erschütterndes und Berührendes über das Leben im Kongo erzählte und ich ihm endlich jene Gretchen-Frage stellen durfte, die jede/r echte steirische Schreibende alle 5 bis 10 Jahre (runder Geburtstag/Todestag) beantworten muss: „Nun sag, wie hast du´s mit Peter Rosegger?“

(c) Steiermärkische Landesbibliothek

Und hier lässt sich mein Einführungstext „Wir brauchen Tausende Don Quijtes!“ nachlesen: auf dieser Homepage / auf der Art Faces Gallery.

(c) Steiermärkische Landesbibliothek

Danke, lieber Fiston! Danke, liebe Christine Wiesenhofer, für die Einladung in die Landesbibliothek!

Paris 2018

Posted in Das gelbe Buch, gedichte, Grungy Nuts, Le livre jaune, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 3. Dezember 2018

Wie meine letzte Reise nach Paris war auch meine heurige Lesereise in die französische Hauptstadt wieder ein Fest – ein Fest fürs Leben!

Organisiert wurde mein Aufenthalt von Guillaume Métayer, meinem lieben Freund: Er lebt als Dichter, Geisteswissenschaftler, Übersetzer und Freigeist in Paris, Montparnasse.

Unterstützt wurde meine Reise vom Österreichischen Kulturforum Paris.

Vielen herzlichen Dank!

  1. Club des Poètes

(24.11.2018, 22:00, Andreas Unterweger liest Gedichte im Rahmen des Leseabends des Club des Poètes. 30 Rue de Bourgogne, 75007 Paris)

Gleich nach meiner weichen Landung …

…  hatte ich die Ehre, im ebenso streng bewachten …

… wie legendären, 1961 gegründeten Pariser Club des poètes zu lesen.

Erst ein Abendessen mit anderen poètes …

 

 

… darunter Guillaume Métayer …

 

 

… Krisztina Tóth aus Ungarn – hier mit dem vielfach begabten Gastgeber Blaise Rosnay – …

… Theaterwissenschaftlerin Zoe Schweitzer …

… Alexandra Filippi vom Österreichischen Kulturforum in Paris (3.v.l., mit exzellentem Literaturzeitschriftengeschmack) und Künstler Elias (Editions Caractères, r.):

(C) Österreichisches Kulturforum in Paris

Um 22 Uhr wird die Tür geschlossen, das Licht ausgeschaltet – „wir betreten das Territorium der Poesie“ … Der heutige Abend ist übersetzter Lyrik gewidmet.

Blaise Rosnay, Sohn des Gründers und heute selbst Leiter des Clubs, zu dessen Aufgaben auch das Bekochen der Gäste zählt, trägt auswendig Gedichte von Garcia Lorca, Georges Séferis u. a. vor:

 

 

 

Seine Mutter interpretiert ein Gedicht einer brasilianischen Dichterin:

 

 

Ich trete gemeinsam mit Krisztina Tóth aus Ungarn und Guillaume Métayer auf.
Krisztina und ich lesen Gedichte auf Ungarisch/Deutsch, Guillaume leitet ein und liest seine Übersetzungen.

(C) Österreichisches Kulturforum in Paris

Unsere Themen: Bestiarium und Familie – heißt für meine Texte: „Die Maus“ (neu übersetzt), „Die Schlange“, „Der Vater“, „Die Mutter“ (die drei letzteren sind 2016 in der Übersetzung von Guillaume Métayer in der französischen Literaturzeitschrift Place de la Sorbonne erschienen).

 

  1. Cabaret Culture Rapide, Belleville

25.11.2018

 

Am Ende eines langen, eindrucksvollen Nachmittags im Pariser Stadtteil Belleville …

… traten Guillaume Métayer und ich …

… zur Spontanlesung auf der Slambühne des Cabaret Culture Rapide an.

 

Soundtrack: The Cure, Townes van Zandt, das Hereinrauschen des abendlichen chinesisch-afrikanisch-französischen Kulturengemischs von Belleville, Paris …

 

  1. Festival „Livres en tête“, Paris-Sorbonne

(26.11.2018, Sorbonne, École Normale Supérieure, 45, rue d’Ulm 75005 Paris)

Wow! In der ausverkauften Salle des actes (rund 80 Leute) der ebenso altehrwürdigen wie vor Studentenleben sprühenden Pariser Universität Sorbonne wurden die Texte von 5 AutorInnen präsentiert: Neben meiner Erzählung „Don Juans“ auch Gedichte und Prosa von Christian Doumet, Claude Mouchard, Sanda Voica und Laure Gauthier, deren Texte ich bereits für die manuskripte übersetzt und besprochen habe.

 

Das Prinzip des Abends: Ein/e Schauspieler/in, Student/in an der Sorbonne, Mitglied der Schauspieltruppe „Les livreurs“ …

(c) Bernhard Engel

… trägt den Text davor, danach ein 5-Minuten-Interview mit dem Autor/der Autorin.
Moderator des Abends, voller Witz, Charme und Esprit wie immer: Guillaume Métayer (mit Claude Mouchard und Christian Doumet [r.], mit Laure Gauthier, mit Sanda Voica, die auch einen lesenswerten Bericht über diesen Abend verfasst hat):

Einer der 5 Höhepunkte des Abends – und für mich eine der Sternstunden meines Dichterlebens:
Paul Tchakarian

(c) Bernhard Engel

… liest die Erzählung „Don Juans“, von Guillaume Métayer für die Zeitschrift „Po&Sie“ übersetzt …

(c) Bernhard Engel

… und wie er sie liest!! Geradezu unheimlich, wie es ihm gelingt, dem Ich-Erzähler der „Hans und ich“-Geschichte (auch aus „Koffeinismus“ bzw. „Grungy Nuts“) bekannt, ein zwischen Naivität und Durchtriebenheit, Lachanfall und Gänsehaut oszillierendes Leben einzuhauchen. Jetzt weiß ich endlich, wie dieses „Ich“ aussieht! Und spricht! Und das alles in einer Übersetzung …
Ein großes Bravo und herzlichen Dank an Paul Tchakarian für seine Performance und Guillaume Métayer, der den Text nicht nur brillant übersetzt hat, sondern den Schauspieler auch dramaturgisch beraten hat (eigentlich ein Duo à la Hans und „ich“, die beiden …).

(c) Bernhard Engel

***

Nicht im Bild finden sich zahlreiche weitere erfreuliche Erlebnisse mit lieben Menschen, darunter:

  • Mein Auftritt im Atélier Poétique, dem Creative Writing-Kurs Guillaume Métayers an der Sorbonne. Eine große Ehre für mich, weil die rund 15 Studierenden die Aufgabe bekommen hatten, Gedichte „à la manière d´Andreas Unterweger“, also Gedichte in „meiner Manier“, zu schreiben.
    Und das ist ihnen auch großartig gelungen! Sobald ich mehr Zeit habe, würde ich an dieser Stelle gerne ein, zwei Übersetzungen aus den gesammelten Texten veröffentlichen.
  • Die amikale Besprechung im Büro des Verlags Éditions Lanskine mit Verlegerin Catherine Tourné und Schriftsteller Paul de Brancion:
    In der unwahrscheinlichen Atmosphäre einer Wohnung mit Gartenzugang Nähe Montparnasse erfuhr ich, dass „Le livre jaune“, „Das gelbe Buch“ in der wunderbaren Übersetzung des Germanisten Laurent Cassagnau, schon demnächst, im Frühling 2019, erscheinen soll.
    Ich bin sehr glücklich, dass dieses Buch, das mir so sehr am Herzen liegt, nun auch in Frankreich, dank Laurent Cassagnaus Bemühungen, einen solch engagierten Verlag mit so freundlichen Verlegern gefunden hat!

 

Paris hat also, zum Glück, wieder einmal kein Ende … Reste à l´écoute, la France!

 

Und herzlichen Dank noch einmal, lieber Guillaume Métayer, liebes 

Ohne Euch wäre dies alles nicht möglich gewesen!