Andreas Unterweger

5 Songtexte („Noch mehr Lärm!“)

Posted in Dylanologie, ratlos, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 29. September 2019

Jüngst ist das Pop-Lesebuch „Noch mehr Lärm!“ bei Edition Kürbis erschienen.

Herausgegeben von Heimo Mürzl und Wolfgang Pollanz, dem ich herzlich für die Einladung und gute Zusammenarbeit danke.

Mit Beiträgen von von Georg Altziebler, Austrofred, Irene Diwiak, Eloui, Matthias Forenbacher, Karl Fluch, Bruno Jaschke, Lisa Kaufmann, Oliver Mally, Lukas Matzinger, Mieze Medusa, Dominika Meindl, Nina Müller, Heimo Mürzl, Wolfgang Pollanz, Andreas Rauschal, Gerald Schmickl, Günther Schweiger, Marina Stiegler, Ernst Tiefenthaler, Daniel Wisser und mir.

Das Buch wurde am 25.09. im Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz und wird am 30.09. im Literaturhaus Wien präsentiert.

*

Mein Beitrag sind 5 Songtexte, die zwischen 2006 und 2009 entstanden sind.

Lyrics sind bekanntlich keine Lyrik und funktionieren nur mit der dazugehörigen Musik. In diesen Fällen ist diese bislang unveröffentlicht.

Aber die Songs „Herbst ohne dich“ und „Gewitter“ (Demoaufnahme unten) könnten bei den letzten ratlos-Konterten gehört worden sein (Böllerbauer und Teichen, 2009) …

P7041042

(c) Christoph Treberspurg

… „Rockmusiker“ habe ich beim 1. Wiener Bob Dylan-Kongress, „Refractions of Bob Dylan“, 2011

(c) lama.at

… und „Am Anfang“, gemeinsam mit Christian Dayé, beim Geburtstagsabend für Rainer Götz im Literaturhaus Graz (2012), gespielt.

Von „Hotel Suputnyk“ gibt es dafür gleich zwei Demoaufnahmen, eingespielt für Radio Orange, am 04.09.2010:

Mit Zerlegungen:

Geschrammelt, mit Mundharmonika:

 

 

Hotel Suputnyk

 

Draußen im Weltall

bricht der Morgen an

zwitschern Motoren

kräht die Straßenbahn

 

doch hier drinnen sind Sterne

sie funkeln in deinem Haar

und die Nacht ist unendlich

dein Haar ist unendlich

nah

 

im Hotel Suputnyk

 

*

Herbst ohne dich

 

 

In der Küche riecht es nach Regen

Raureif liegt morgens am Bett

Die Blätter fallen vom Kalender

Das Wasser in der Wanne ist gekippt

 

Am Schreibtisch wird es früher dunkel

Im Badezimmer wird es später licht

Und über allen Tagen liegt ein Nebel

Es wird Herbst ohne dich

Herbst ohne dich

 

Schau, die Kastanien da

sind noch vom vorigen Jahr

und das Kastanientier hier flüstert mir

wie das war

im Sommer

mit dir

 

Der Wind spielt Jagdhorn im Luftschacht

Das Altpapier raschelt wie Laub

Ich brüte wie ein lebensmüder

Zugvogel im Staub

 

Und in der Küche riecht es nach Regen

Am Lampenschirm liegt bereits Schnee

Ich taumle benebelt durchs Leben

im Herbst ohne dich

Es ist Herbst ohne dich

 

Das alte Kastanientier

erzählt mir noch immer von dir

verdorrt und gebrochen und klein

und allein

wie ein Herz

außer sich

 

im Herbst

ohne dich

 

Es ist Herbst

ohne dich

 

*

 

 

Am Anfang

 

 

Wir blinzeln noch ins Licht

das in den Garten bricht

in dem die Zeit beginnt, in der

wir zwei zusammen sind

 

Wir sind noch nass vom Tau

wir schwanken noch im Wind

der in den Halmen rauscht, was wie

das Meerestosen klingt

 

 

Wir stehen noch in der Brandung

wir gehen erst an Land

Wir stehen noch ganz am Anfang

und ich halte deine Hand

 

 

Die Spuren, die du lässt

sind jetzt noch schnell verwischt

das Wasser löscht im Sand den Pfeil

der Richtung, die du nimmst

 

Wir sind noch gar nicht da

wir haben noch so viel Zeit

sie liegt weit wie der Ozean

vor uns für uns bereit

 

 

Wir stehen noch in der Brandung

wir gehen erst an Bord

Wir stehen noch ganz am Anfang

komm, ich gebe dir mein Wort

*

Gewitter

 

 

Kommt ein Gewitter

oder liegt es an dir

dass deine Hände so zittern

oder liegt es an mir

 

dass deine Liebe ein Zweig ist

und deine Zweifel ein Sturm

ein Rascheln ein Donnern

setzt die Nacht unter Strom

 

 

Wenn die Sirenen heulen

hol die Segel ein

geh nicht über Bord

klammer dich an mein Wort

 

*

 

Rockmusiker

(So kommt man viel herum)

 

 

Man muss weit weggehen, um

zu sich zu kommen

man muss viel weggeben, um

bei sich zu bleiben

sagst du mir, wo wir doch schon

in ein Alter kommen

in dem es schwierig wird, ein

Rockmusiker zu sein

 

Man muss weit weggehen, um

zu sich zu kommen

man muss sich aufgeben, um

bei sich zu sein

sagst du mir, wo wir doch schon

in ein Alter kommen

in dem es schwierig wird, sich

die Seele aus dem Leib zu

 

schreien

 

Man muss weit weggehen, um

zu sich zu kommen

So kommt man viel herum

 

 

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