Andreas Unterweger

In Zeilen wie diesen #4 (feat. Isa Riedl, Galerie Marenzi)

Posted in In Zeilen wie diesen, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 28. Mai 2020

20+20 Zeilen aus den Zeiten, die wir gerade erleben – Teil 4 meiner Auftragsarbeit für die Leibnitzer Galerie Marenzi, kuratiert von Klaus-Dieter Hartl, gefilmt von Max Pratter.
Dazu ein Gespräch mit der großartigen Grazer Künstlerin Isa Riedl, deren Arbeiten eben in der Galerie zu sehen sind. Wir sprechen über etwas, das uns verbindet: Zaubersprüche.

Hier zum Mitlesen:

*

Und meiner Timeline ward ein Mund gegeben, groß zu reden und
Lästerungen, und so tat sie ihn auf, zu lästern ein weltregierendes,
geheimes Wesen, das da hieß: Verschwörungstheorien. Mit denen
lief es wie mit negativer Theologie, dem Antikörpertest auf Gott,

sprich: Hätte man sie nicht verneint, man wäre nicht auf die Idee
gekommen, dass sie existierten. Sie hießen, hieß es, Dämonologie,
Reptiloiden, Homöopathie, Impfskepsis, Yoga oder Trump, und all
das, so hieß es weiter, sei nur ein Einziges, und sein Name sei: Nazi.

Ich hätte dazu, wie Columbo, noch ein Fräglein gehabt, doch siehe:
Als ich den Mund auftat, kam kein Sprech heraus, nur eine Blase.

*

Wie die Taschenlampenbücher für Kinder, bei denen man mit
Lichtkegeln aus Papier Tortenstücke des Sichtbaren aus der Tiefsee
oder dem Weltall schneidet, funktionierten die Straßenlampen der
Wagnastraße bei Nacht. Ich erkannte mich selbst auf der Leinwand,

wie ich aus einem dieser hyperrealistisch scharfen Schwarz-Weiß-
Film Stills, wie man sie sonst nur vom Nachtzug aus sehen kann,
ins nächste rannte, kaum wieder. War ich der letzte Mensch auf
diesem Set? Und welcher postapokalyptische Horror lauerte dort

im Dunkel?! Nur Flaggen, untote, lautete die Antwort, und Codes,
und Hausnummern … Du bist keine Legende, und wir sind Legion.

*

Als ich auf Twitter lesen musste, dass wir, weil wir uns nun ja Tag
für Tag rund um die Uhr sähen, keine Sehnsucht nacheinander
mehr hätten, war die Sehnsucht am größten. Und sie hörte nicht
auf, selbst dann, als wir, nebeneinandersitzend, Erdäpfel schälten.

Schon immer musste man weit weggehen, um zu sich zu kommen.
Erst jetzt wurde klar, wie weit, und dass zu sich auch hieß: zu dir.

Als der Ärger am größten war, war es auch die Sehnsucht. Als die
Pfanne am schwersten wog, tat es auch die Sehnsucht. Als ich
erstmals wieder außer Haus ging, unter all die anderen maskierten
platonischen Körper, machte ich mich auf den Weg zurück zu dir.

*

Dann war es endlich wieder soweit. Die Investoren jubelten. Man
riss uns, als wären wir Bildmotive Dürers, aus der Natur. Das nicht
entfremdete, anständige Leben
, in dem es uns genügt hatte, eine
Wohnung und unsere Nächsten in ihr drin zu haben, war vorüber.

Es war unser ganzes Glück zu verlernen, wie man ruhig in einem
Zimmer bleibt. Wir kurvten zum Baumarkt, bildeten Schlangen.

Die Vögel gingen auf Abschiedstournee, die Rehe schauten das
Licht, die Igel wurden mit Reifenprofilen horizontal plakatiert. Nur
das untote, stumpfsinnig repetitive, präsexuelle Leben machte, in
seinen freilich mikroskopischen Dimensionen, weiter wie bisher.

***

Der 5. und letzte Teil folgt nächste Woche!

 

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In Zeilen wie diesen #3 (feat. Isa Riedl, Galerie Marenzi)

Posted in In Zeilen wie diesen by andreasundschnurrendemia on 19. Mai 2020

20+20 Zeilen aus den Zeiten, die wir gerade erleben – Teil 3 meiner Auftragsarbeit für die Leibnitzer Galerie Marenzi.
Dazu ein Gespräch mit der großartigen Grazer Künstlerin Isa Riedl, deren Arbeiten eben in der Galerie zu sehen sind. Wir sprechen über etwas, das uns verbindet: Nachtaufnahmen.

Als Leseprobe die ersten beiden der 4 vorgelesenen Texte – eine kleine Apokalypse, die in eine Utopie mündet – zum Mitlesen:

IN ZEILEN WIE DIESEN 3

*

In jenen Tagen sah ich eine Welt aus dem Meer steigen, die war
selbst wie das Meer: unvorstellbar kalt, unvorhersehbar, herzlos
rollte sie, Welle für Welle, auf uns zu. Zu Beginn der ersten Welle

schloss man zuerst die Kunst, dann die Wirtschaft – denn diese sei
systemrelevant, die Kunst nicht. So wurde die Wirtschaft, anders
als die Kunst, auch gleich wieder aufgesperrt, als die erste Welle

verflachte. Wir aus der Kunst empörten uns, jedoch vergebens.
Eingebunkert in unsere Bubbles simulierten wir noch immer mit
Bildschirmen Scheinwerferlicht, als draußen eine zweite Welle

noch einmal, härter, über die Welt und ihre Wirtschaft hereinbrach.

*

Und dies sah ich: Bei jeder neuen Welle hatte die Kunst noch zu
und die Wirtschaft schon offen, oder umgekehrt: die Wirtschaft
noch offen, die Kunst schon zu. Und dies: Nach der letzten Welle,

als die Bullaugen unseres Theatrons sich ganz ohne Erlass, ganz
zaghaft, wieder öffneten, waren alle Fabriken, Bazare, Parkgaragen
(und was sonst noch so zur Wirtschaft gehört hatte) menschenleer.

 

Und: Nur wir allein, die aus der Kunst, hatten die Sintflut überlebt.
Mag sein, dass uns auch Gott, wie die Welt, weil wir eben nicht
systemrelevant waren, einfach vergessen hatte. Wie auch immer.

An einem windstillen Strand nahmen wir die Masken ab, spielten.

 

 

Als Extra, zu Isa Riedls Nachtbildern der Serie „AEDON“, las ich folgendes titelloses Gedicht, das 2014 in den manuskripten erschienen ist:

 

Ich weiß nicht, was die Lichter dort

bedeuten. Neun sind´s, die nachts

 

ein Straßenstück beleuchten, den

Teilabschnitt wahrscheinlich einer

 

Autobahn, die wir nicht kennen …

 

Ich schaue immer in das gar nicht

grelle, sterngelbe Licht, bis meine

 

Augen brennen. Doch niemals

fährt ein Auto durchs Gedicht.

***

In Zeilen wie diesen #1

In Zeilen wie diesen #2

***

Ich danke Klaus-Dieter Hartl und Max Pratter für die gute Zusammenarbeit – bald geht es weiter!

In Zeilen wie diesen #2 (feat. Isa Riedl, Galerie Marenzi)

Posted in In Zeilen wie diesen, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 15. Mai 2020

20+20 Zeilen aus den Zeiten, die wir gerade erleben – Teil 2 meiner Auftragsarbeit für die Leibnitzer Galerie Marenzi.
Dazu ein Gespräch mit der großartigen Grazer Künstlerin Isa Riedl, deren Arbeiten eben in der Galerie zu sehen sind. Wir sprechen über etwas, das uns verbindet: (Bilder von) Einfamilienhäuser(n).

Zur leichteren Verständlichkeit der gelesenen Passagen (allem, was in der Galerie Marenzi passiert, widerfährt gewaltiger Nachhall!), hier der Text zum Mitlesen:

***

IN ZEILEN WIE DIESEN 2

*

In jenen Tagen boomte die Gattung Tagebuch. Das verschärfte
natürlich die Krise, zumal bei Schriftstellern wie mir, deren Bücher
schon davor Tagebücher gewesen waren. Bald würde man wohl
einen Roman schreiben müssen, um als formal originell zu gelten!
Vorerst aber käuten wir alle täglich dieselben Schlagzeilen wieder.

Gemeinsam entdeckten wir etwa Banksys neues Bild. Es zeigte
einen Superhero, der war weder Bat- noch Gürteltierman, sondern
eine anonyme Krankenschwester in Supermanpose. Alle auf der
Station jubelten. Erst als einer rief, auch Banksy habe damit einfach
nur sich selbst dargestellt, löste die Polizei die Versammlung auf.

*

Nein, es war nicht die Zeit, Verschwörungstheorien zu verbreiten.
Aber wirkte es denn nicht suspekt, dass just jener Kanzler, von dem
ein späterer Literaturnobelpreisträger schon vor Jahren gesagt
hatte, er ähnle einer der Masken aus Gummi, die sich Bankräuber
übers Gesicht ziehen
, nun eine ausgeweitete Maskenpflicht ausrief?

Kein Wunder, dass alle dieselben Alpträume kriegten: War man
früher vor Un-Toten geflüchtet, so waren es nun Un-Maskierte, die
einen verfolgten … Wir Kunstschaffenden freilich hatten auch dies
längst vorhergesehen. In meinen eigenen Träumen (= Büchern) z.
B. trugen die Leute, und zwar alle, seit jeher schon keine Masken.

*

Auch Einfamilienhäuser sind Menschen, und ich war nicht allein,
wenn ich am Abend Richtung Wagna joggte. Der eine blinzelte
mir, aus geröteten Bewegungsmeldern, argwöhnisch entgegen, der
andere schloss die Rouleaus vor Angst, und dieser hier, hinter
seinem Quarantänevollbart aus Thujen, knurrte mich sogar an.

Und doch, welch Glück, gesehen zu werden (oder zumindest:
beobachtet)! Und Menschen zu sehen – selbst solche, steif und von
geradezu rührend altmodischer Abgründigkeit: „Gestatten, Riedl!“
„Hopper, angenehm!“ „Na, und wer bist du?“ „Ich bin der kleine
Psycho!“ – Menschen zu sehen, also: Mensch, was für ein Glück!

*

In Frankreich hieß es: état de guerre sanitaire. Dort reimte sich
wieder alles – wie bei Baudelaire die Ästhetik des Hässlichen. Von
Flaubert und seiner noch nervöseren Poetik der Gehässigkeit ganz
abgesehen. Aber, bei aller décadence, am Ende war es dann doch
nur eine Frage, die zählte: L´état de guerre sanitaire, c´est moi?

 

Und die, wie alle FAQs, ist sociale … Und während „wir“ im
Frühjournal kaum noch ins Ausland kamen, während le village
global
so rasch wuchs wie der Ölpreis fiel, zogen die banlieues im
selben Maß, mit dem ihr body count jenen des XVIème Arr. hinter
sich zurückließ, ihren Belagerungsring enger um die/das capital€.

***

Aus der Serie „Mutationen“ von Isa Riedl:

Mehr Fotos von den Dreharbeiten in der Galerie Marenzi …

… finden sich hier!

Literarni nokturno (Radio Slovenija v. 04.05.20)

Posted in gedichte, Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 5. Mai 2020

Gestern auf Radio Slovenija und nun online nachzuhören: Einige meiner Gedichte* in der exzellenten Übersetzung von Urška P. Černe, formidabel gelesen von Schauspieler Gregor Zorc und mit beeindruckenden Soundcollagen unterlegt.

Wer die Sendung hören möchte, klicke bitte auf diese Zeile oder obiges Bild und dann auf den Button „Poslušaj“.

Einige der Gedichte (s.u.) sind online auf Deutsch nachzulesen, die kursiv geschriebenen finden sich im dreisprachigen Gedichtband „Poèmes“ (La Traductière 2019), der bei den Buchhandlungen Bücherstube Angelika Schimunek in Graz und Draxlers Büchertheke in Leibnitz zu erwerben ist.

Ich danke Urška P. Černe ganz herzlich für Ihren Einsatz! Diese Sendung ist ganz allein ihr Verdienst.
Und ich danke Daniela Kocmut, die mich zur Lesung bei den „Slowenischen Buchtagen Maribor 2019“ eingeladen hat. Die meisten der Gedichte wurden für diese Gelegenheit übersetzt.
Hvala lepa!

 

*Die Eltern, Kein Gedicht, „Beziehungsexperten“, GroßVaterSprache, Die Sonnenblumen, An einen, den ich kannte

***

Moje prve pesmi …

In Zeilen wie diesen #1 (feat. Galerie Marenzi)

Posted in In Zeilen wie diesen, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 4. Mai 2020

20+20 Zeilen aus den Zeiten, die wir gerade erleben – Teil 1 meiner Auftragsarbeit für die Leibnitzer Galerie Marenzi.
Dazu ein in Zeiten des (eingebildeten) Lockdown-Müßiggangs übersetzter Song (Original von Conor Oberst, „Gossamer Thin“).

Produziert/kuratiert von Klaus-Dieter Hartl (Galerie Marenzi), gefilmt von Max Pratter in der Galerie Marenzi, wo eben die Ausstellung von Isa Riedl läuft, zu sehen auf dem YouTube-Kanal von Leibnitz Kult:

 

 

Der Ton ist noch nicht perfekt – hier zur leichteren Verständlichkeit bis zum Erscheinen der zweiten Folge der Text zum Mitlesen:

***

IN ZEILEN WIE DIESEN

In jenen Tagen aber sah ich ein Tier aus meiner Timeline steigen,
das hatte weder Häupter noch Hörner, trug dafür eine Art Krone –
aus Klopapier oder aus der Façon geratenem Haar. Und doch war
es zweifellos jenes, über das der sonst so unapokalyptische Dichter
Catull gemeint hatte, es habe schon könige und blühende länder

völlig vernichtet … Und auch Sie, geneigte/r Zeitzeuge/in, passen
ins Beuteschema des Tiers, auch Sie tragen womöglich schon sein
Malzeichen (auf der Stirn, in der Lunge?). Und gewiss hängt Ihnen
sein Name längst zum Ohr heraus. Er lautet: otium (= Müßiggang,
Ruhe, Lockdown: viel Zeit, um müßige [sinnlose] Dinge zu tun).

*

In Zeiten wie diesen posierten Betriebswirte in ihren Penthouses
als Der arme Poet, die Nachbarin strich ihre frisch gestrichenen
Fensterläden, und nur der Landtagsabgeordnete aus der party der
Fleißigen ging weiter aus, verließ seine Geheimfinca, wankte der
vorfahrenden Polizeistreife entgegen. Weil er das Auto für bestellte
Pizzen hielt? Ja, aber es schwebte doch auch etwas Gewichtigeres

in den Aerosolen … Ich verlachte diese Possen, neidete den Kunst-,
Kinder-, Homeofficelosen aber bald ihr Zuviel an Zeit. Und so
machte ich mich selbst an die „Arbeit“, spiegelte einen Song aus
glasklarem Amerikanisch in meinem trüben, zerkratzten Deutsch.

**

Es fuhren kaum Autos, aber wenn einen dann doch eines überholte
(in der Wagnastraße etwa, abends, beim Joggen), wurde wieder
klar, wie laut so ein Auto eigentlich ist. Und: wie sehr es stinkt.
Aber es fuhren ja kaum Autos, und wenn, dann waren es keine
echten Autos, sondern bestellte Pizzen. Pakete. Ein Taxi. Ein Igel

spazierte nachdenklich die Leitlinie entlang … Kaum Autos also,
und wenn doch eines vorbeidröhnte, überwog die Erleichterung.
Worüber? Über die alte Abnormalität: den Lärm, den Rauch! Nun
endlich konnte man (ohne dass Hunde und Lichter ansprangen:
Alarm!) zwang- und hemmungslos, vogelfrei (wie früher!) husten.

*

Nach außen hin hielten wir uns an die Vorschriften, insgeheim aber
bereiteten wir uns vor, wieder und wieder in Wasser zu ertrinken.
Dazu hatte das Mail eines berühmten Dichters geraten, das ein noch
berühmterer bald als Kettenbrief entlarvte. Ab da trugen die Wörter

Masken (Max Sessner) … Ich verstand in der Angstzeit statt: in der
Amtszeit
, tippte in der Stummung statt: in der Stimmung, las statt
ab Montag: ab Nontag. Was nun richtig war und was falsch, war,
wenn überhaupt, erkennbar nur noch beim Homeschooling. Wer
eine Maske trägt, hat Gold im Mund?
Falsch! Richtig: Wer eine
Maske trägt, kann
nicht erwarten, dass man seine Tränen sieht.

***

Ich danke für den Auftrag sowie Klaus-Dieter Hartl und Max Pratter für die gute Zusammenarbeit – bald mehr!

***

Ach ja, der Song!
Das Original stammt, wie gesagt, von Conor Oberst, heißt „Gossamer thin“ und findet sich auf den Alben „Ruminations“ und „Salutations“.
Ich habe mit 16 oder 17 erkannt, dass es völlig sinnlos ist, Songs aus dem Englischen, das ohnehin jeder versteht, 1:1 ins Deutsche zu übersetzen … In Zeiten wie diesen habe ich aber einmal eine Ausnahme gemacht.

 

SPINNWEBENDÜNN

 

Ringe um die Augen
Spuren am Arm
Seine Fans schlagen Schaum, seine Freunde Alarm
Seine Frau sagt kein Wort
Doch sie hasst´s, wenn er fort ist
Sie zählt jeden Rock in seiner neuen Gefolgschaft

Und die sind spinnwebendünn,
Alternativ, Bohèmiens
Und sie tanzen, walzen mit Stil
Sie wirbeln herum, knicksen und kichern viel
Lehnen an seinem Knie, lesen nur Poesie
Und sie widersprechen ihm nie

Sie glaubt an den Papst
Und nicht an den Teufel
Sie treffen sich in einem geheimen Hotel
Sie spielt mit seinem Haar
Und sie küsst seinen Hals
Wenn sie schreit, klingt es lustvoll, wenn sie stöhnt nur nach Angst

Und hej, was geht es mich an
Dass sie mehr als einen Mann lieben kann
Doch sie sind spinnwebendünn
vom Abgund entfernt, hängen am letzten Zwirn
Strapazieren ihr Glück, über Gebühr,
Weil man voll riskiert, wenn man liebt

Ist das eine Art Bewusstseinserweiterung
Dass mein Bier zittert in meiner Hand?
Bleibt das so? Nun, ich werd mich gewöhnen dran
Ein Blumenstrauß nur, den man neu arrangiert

Ich hab keinen Hunger, will nicht aus dem Haus
Ich denke an das, was man Therapeut weiß
Das höhere Selbst und das Es und das Ich
Und du bist wer du bist, und du bist es auch nicht

Aber ich bin spinnwebendünn
Wie der Delicate Arch, feingeschliffen vom Wind
Es steht eine Glas-Psyche am Spiel
Wirf rüber den Ziegel, mal sehen, was passiert
Denn das Hirn und der Geist sind ja nicht ganz das Gleiche
Doch sie wollen beide weg von hier

 

***

 

Fotos von den Dreharbeiten, (c) Klaus-Dieter Hartl, an der Wand Arbeiten von Isa Riedl:

„Die Rummelsburger See“ auf ORF Radio Steiermark

Posted in Das Gelbe vom Jahr by andreasundschnurrendemia on 4. Mai 2020

Am 3.5. in Ilse Amenitschs Radiosendung „Literatur spezial“ auf Radio Steiermark und nun eine Woche in der ORF Radiothek online nachzuhören:
Das Prosagedicht „Die Rummelsburger See“, das ich vor 2 Jahren in Berlin und Leibnitz geschrieben und vor 2 Wochen in meinem Zuhausestudio (nicht zu verwechseln mit „Heimstudio“) eingelesen habe.

HIER ZU HÖREN – mit freundlichstem Vorspann von Ilse Amenitsch:

Wer den Text lesen will, muss sich bitte noch etwas gedulden bzw. kann mich gerne auch direkt kontaktieren.

Hier die Bilder zum Text: DER Rummelsburger See (nicht zu verwechseln mit DER Rummelsburger See [schwere Sprache!]).

 

 

 

 

Ich danke Ilse Amenitsch für die ebenso charmante wie perfekte redaktionelle Betreuung und meinem lieben Freund Reinfried Blaha für die Tage an der See!

 

Im April 2018 „jenseits des Ostkreuzes“ – Foto von Reinfried Blaha: