Andreas Unterweger

„Kdo naj gre v Frankfurt in kako“ (Pranger 2020)

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 14. Juli 2020

Am 8.7.2020 durfte ich beim Literaturkritikfestival Pranger im schönen Café Pritličje mitten im Zentrum von Ljubljana mit Nada Grošelj und Urška P. Černe, der Leiterin des Festivals, über die Wahrnehmung slowenischer Lyrik im deutschen Sprachraum sprechen: „Wer nach Frankfurt gehen soll und wie“ (Slowenien ist 2023 Gastland auf der Frankfurter Buchmesse). Ich hörte auf Slowenisch zu, antwortete auf Deutsch und wurde von Jens Sakelšek exzellent gedolmetscht.

Hier das Video der Veranstaltung:

 

Von links nach rechts: Nada Grošelj, Urška P. Černe, io mio, Jens Sakelsek.

Erfreulicherweise berichtete die slowenische Presse recht ausführlich, etwa die Tageszeitung „Delo“ oder die slowenische Nachrichtenagentur STA, die einige meiner Äußerungen festhielten:

Im Hinblick auf den Auftritt als Gastland bei der Frankfurter Buchmesse 2023 sollte das Hauptaugenmerk eher auf Qualität statt Quantität liegen, sprich: auf weithin sichtbaren Veröffentlichungen, etwa in größeren deutschen Verlagen (wie es Aleš Šteger, Uroš Zupan oder Anja Golob gelang), und weniger auf einer Vielzahl kleinerer.
In diesem Zusammenhang sei auch an Fabjan Hafner erinnert, der in Slowenien kaum als slowenischer Dichter wahrgenommen wird, obwohl seine slowenischen Gedichte jüngst bei Suhrkamp in der Übersetzung Peter Handkes erschienen sind (Rezension von Anna Baar in manuskripte 228, ab 23.7.20).

Einen großen Impact erwarte ich mir auch von der Veröffentlichung einer umfangreichen slowenischen Lyrik-Anthologie im Hanser-Verlag, betreut von Aleš Šteger, Amalija Macek und Matthias Göritz. Diesbezüglich soll es eine Kooperation mit manuskripte geben.

Außerdem wies ich – was die Verlagssuche im deutschsprachigen Raum betrifft – auf die wichtige Rolle der Übersetzerin/des Übersetzers hin. Der Name Fabjan Hafners etwa bürgte für literarische Qualität. Überspitzt gesagt: War das übersetzte Gedicht ausnahmsweise einmal nicht besonders gut, so sorgte allein Fabjans Name darunter dafür, dass es in der Übersetzung als gut wahrgenommen wurde.

Ein weiterer, allgemeinerer Punkt: Nur Lyrik, die gut/leicht übersetzbar ist, wird übersetzt. Klassische oder andere standardnahe Schreibweisen befinden sich z. B. im Vorteil gegenüber phonetischen, dialektalen, formal strengen, wortspielreichen. Die auf internationalen Festivals vertretene Lyrik ähnelt sich somit mitunter untereinander mehr als als die Lyrik auf nationalen, einsprachigen. Dies ist ebenso schade wie herausfordernd für jede/n, der/die Lyrik übersetzt – no risk no fun!

Usw.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten für diesen schönen Tag, insbesondere Urška P. Černe für die Einladung und großartige Betreuung …

Pranger2020_08jul2020_2dan_foto Nina Medved_splet-11

(c) Nina Medved/Pranger

… sowie meinem Reisegefährten Jens Sakelšek, den ich als Dolmetscher nur dringendst weiterempfehlen kann!

Weitere Fotos von meinem schönen und lehrreichen Ausflug:

Pranger2020_08jul2020_2dan_foto Nina Medved_splet-9

(c) Nina Medved/Pranger

Pranger2020_08jul2020_2dan_foto Nina Medved_splet-15

(c) Nina Medved/Pranger

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