Andreas Unterweger

manuskripte 228 – Präsentation und Pressetext

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 24. Juli 2020

Nachtrag zum Termin:
23.07.2020, 19 Uhr: Präsentation der 228. Ausgabe der Literaturzeitschrift manuskripte.
Es lesen Katharina Ingrid Godler (Prosa) und Sophia Schnack (Lyrik). Schauspieler Felix Krauss liest das Monodrama Liebe Frau Krauss von Matthias Göritz.
Moderation: Andreas Unterweger, Begrüßung: Heidrun Primas
Forum Stadtpark, Stadtpark 1, 8010 Graz

 

Nichts für schwache Nerven: die Präsentation der manuskripte 228 am 23.7. im Forum Stadtpark:

Erste manuskripte-Präsentation seit dem Tod von Alfred Kolleritsch …
Erste manuskripte-Präsentation seit 25 Jahren im Forum Stadtpark …
Erste manuskripte-Präsentation unter strengen Corona-Bestimmungen …
Volles Haus (Leute mussten weggeschickt werden) …
Baumapokalypse vor den Glasfenstern (zum Glück wurde niemand verletzt) …
Hagelapokalypse …
Kurz: Ein Abend, den keine/r der Beteiligten so schnell vergessen wird!

 

In der richtigen Reihenfolge sah das so aus:

Heidrun Primas, Leiterin des Forum Stadtpark und Organisationsruhepol im Andrang unangemeldeter Gäste und in den weiteren Turbulenzen des Abends, begrüßte auf freundlichste Weise und erinnerte an Alfred Kolleritsch, den langjährigen Forum-Präsidenten.

Ich las die Marginalie zum Heft und stellte das Heft vor (s. Pressetext, ganz unten).

Katharina Ingrid Godler las aus ihrer Prosa „Die Gulaschlustigen“, einem Text, der auf konsumkritische Weise die Poetik der im Forum Stadtpark von Gunter Falk und Wolfgang Bauer erfundenen Happy Art and Attitude weiterführt.

Von dem vor den Fenstern des Forums ausbrechenden Tumult rund um einen abgebrochenen gewaltigen Ast ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen: Respekt!

Nach einer kurzen Pause mit Aufräumarbeiten …

… las Sophia Schnack drei ihrer Gedichte, in denen verschiedenste Stilmittel zu einem kohärenten, unaufgeregten Ganzen montiert sind:

Hier mussten wir schon während der Lesung eine kurze Pause einlegen … Nach dem Baum brach der Hagel über den Stadtpark herein.

Nach dem Gewitter trug Schauspieler Felix Krauss das Monodrama „Liebe Frau Krauss“ des anwesenden Autors Matthias Göritz vor. Großes Kino für alle, die je Auseinandersetzungen mit ihren Vermietern  hatten – obwohl sich Felix wegen der Corona-Auflagen nicht von seinem Sessel wegbewegen durfte.

Ich danke Heidrun Primas und ihrem Team für die Gastfreundschaft und die außerordentlichen Organisationsskills!

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass den widrigen Umständen zum Trotz so viele gekommen sind!

Neben dem zahlreichen jungen Publikum war es schön, so viele langjährige WegbegleiterInnen, FreundInnen, AutorInnen zu sehen- vielen Dank!

manuskripte 228 – Pressetext

 

Alfred Kolleritschs letztes manuskripte-Heft

 

Die manuskripte 228 sind die erste Ausgabe der legendären Grazer Literaturzeitschrift, die nach dem Ableben ihres Gründers und Herausgebers Alfred Kolleritsch erscheint.
Wenige Tage vor seinem Tod hielt er die Mappe mit den ausgewählten Texten noch in der Hand und gab seinen Segen dazu. Auch, dass die Präsentation im Forum stattfindet, wurde noch mit ihm vereinbart. Es hätte eine Art Besuch zuhause werden sollen, eine Rückkehr in jenes „Experiment eines Elternhauses ohne Eltern“, als das Alfred Kolleritsch, langjähriger Präsident des Forum Stadtpark, dieses einst bezeichnete.

Andreas Unterweger, seit 2016 Mitherausgeber und nun Kolleritschs Nachfolger, präsentierte eine manuskripte-Ausgabe, die sich in typischer Vielfalt zwischen den Texten arrivierter AutorInnen und zahlreicher Neuentdeckungen bewegt.

Zwei davon, die Klagenfurterin Katharina Ingrid Godler und die Wienerin Sophia Schnack, waren mit Lesungen aus ihren allerersten Veröffentlichungen zu erleben.

Zum Abschluss las Schauspieler Felix Krauss ein furioses Monodrama des deutschen Autors Matthias Göritz, das wohl vielen, die je mit „dämlichen Mietverträgen“ zu tun hatten, aus den notgedrungen verfinsterten Herzen sprach …

 

Heft 228 der manuskripte eröffnet mit den Texten eines dichten Corona-Kapitels, dessen Beiträgen gemeinsam ist, dass sie Augenblicksaufnahmen aus dieser für uns alle belastenden Phase in einen größeren Rahmen setzen: „Corona mit Hölderlin“ – der Titel von Ilma Rakusas Gedichtzyklus ist Programm.

Ein weiteres Kapitel widmet sich dem Gedenken Hans Eichhorns, der Anfang 2020 viel zu früh verstorben ist. Umrahmt von einer persönlich-poetischen und einer germanistischen Widmung bilden vier seiner Gemäldepostkarten, die über rund 15 Jahre fast täglich in der Redaktion eintrafen, das bildnerische Herz des Heftes. Hunderte weitere warten bei uns im Büro darauf, von GaleristInnen entdeckt zu werden.

Das Erfreulichste zum Schluss: Neben einer Auswahl von exzellenten Texten arrivierterer AutorInnen (wie etwa Angelika Reitzer, Lydia Mischkulnig, Uroš Zupan, Wolfram Malte Fues, Matthias Göritz oder Anna Baar) finden sich in den manuskripten 228 gleich vier waschechte Debüts: Katharina Godler, Samira Lechner, Sandro Paul und Sophia Schnack erleben – in bester manuskripte-Tradition – ihre allererste Veröffentlichung.

 

Die manuskripte 228 sind im manuskripte-Webshop erhältlich.

Fotos der Lesenden: (c) manuskripte

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