Andreas Unterweger

Alfred Kolleritsch. Eine Hommage – Rückblick

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 26. Oktober 2020

Nachtrag zu:
Alfred Kolleritsch. Eine Hommage
Sa, 24.10., 19:30 Uhr, Schauspielhaus Graz (Haus Eins). Geschlossene Veranstaltung.
Eine Veranstaltung des Literaturhauses Graz in Zusammenarbeit mit manuskripte – Zeitschrift für Literatur, Forum Stadtpark und Schauspielhaus Graz.
In Kooperation mit Literaturverlag Droschl und ORF-Landesstudio Steiermark.

Ich danke allen, die mitgeholfen haben, dass dieser Abend so stimmig über die (große) Bühne gehen konnte …
Stellvertretend seien Klaus Kastberger vom Literaturhaus Graz, Heidrun Primas vom Forum Stadtpark und Elisabeth Tropper vom Schauspielhaus Graz genannt.

manuskripte-Büro goes Schauspielhaus.

Höchst erfreulich diesmal auch die Nachrichten aus der Kulturpolitik:
Kulturstadtrat Günter Riegler kündigte den neu geschaffenen Alfred-Kolleritsch-Preis an,
Landesrat Christopher Drexler den Ankauf der manuskripte-Archivs durch das Land Steiermark!

Klaus Kastberger, Christopher Drexler, Günter Riegler, Katja Gasser.


Alle Beteiligten haben ihren Teil zum Gelingen des Abends beigetragen und ihre Parts wunderbar erfüllt. Besonders stolz war ich natürlich auf die von mir geladene manuskripte-Gesprächsrunde:
Hedwig Wingler, unsere Rekordautorin, die erst am Morgen erfuhr, dass sie für die leider verhinderte Barbara Frischmuth einspringen sollte, und dann eloquent über Alfred Kolleritschs Anfänge Auskunft gab;
Aleš Šteger, international erfolgreicher Lyriker und Literatur-Organisator, der allen Hürden zum Trotz aus dem Corona-gebeutelten Slowenien anreiste;
Franz Weinzettl, langjähriger Vertrauter Alfred Kolleritschs und Schriftsteller (manuskripte-Preis 1997), der wie so oft die schönsten und damit richtigsten Dinge zu sagen wusste.

Katja Gasser, Hedwig Wingler, Andreas Unteweger, Franz Weinzettl, Aleš Šteger, Klaus Kastberger.

Einige Möglichkeiten, den Abend nachzuerleben:

  • Der Stream des ganzen Abends, immer noch online – mit bestem Dank an Markus Mörth, Uwe Seifner, die Stadt Graz!
    (Beginn des manuskripte-Gesprächs bei Minute 35:00)
(c) Verena Stauffer

  • … der kommt am Kauf der manuskripte-Ausgabe 229 („Für Fredy“) nicht vorbei. Erhältlich in Buchhandlungen – in Graz etwa Angelika Schimuneks Bücherstube, Moser-Morawa, Büchersegler – und im manuskripte-Webshop.

Die erste Rezension dazu stammt vom schon gerühmten Dichter Franz Weinzettl:
„Das Würdigungsheft ist Gift für Misanthropen, denn man möchte nach der Lektüre mit (fast) allen, wie sie sich da zeigen, befreundet sein.“

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Es war mir eine Freude. Und Fredy hätte es auch gefallen.

Vielen Dank!

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Alfred Kolleritsch. Eine Hommage – Vorschau, Live-Stream, Live-Ticker

Posted in Uncategorized by andreasundschnurrendemia on 24. Oktober 2020

Heute Abend präsentiere ich die neue manuskripte-Ausgabe 229 („Für Fredy“) in einem etwas größeren Rahmen als üblich:

Alfred Kolleritsch. Eine Hommage

Sa, 24.10., 19:30 Uhr, Schauspielhaus Graz (Haus Eins). Geschlossene Veranstaltung.

Eine Veranstaltung des Literaturhauses Graz in Zusammenarbeit mit manuskripte – Zeitschrift für Literatur, Forum Stadtpark und Schauspielhaus Graz.
In Kooperation mit Literaturverlag Droschl und ORF-Landesstudio Steiermark.

„Auch für mich ist das ein furchtbarer Schreck. Man denkt sich unwillkürlich: Jetzt hat er so viel durchgemacht, da hätte er jetzt auch nicht sterben müssen! Es ist sehr selten, daß ein großer Schriftsteller wie er auch ein großer Kommunikator und Organisator ist. Man denkt immer, das schließt sich aus. Aber der Fredy war einfach alles, und das, ohne ein Gschaftlhuber zu sein. Das ist sehr selten. Er war auch als Veranstalter und Zeitschriftenherausgeber ein großer, freier Geist, aber mit den Wurzeln doch immer in diesem wahnsinnigen Graz, man hätte ihn nie ausreißen können.” (Elfriede Jelinek)

Alfred Kolleritsch ist am 29.5.2020 in Graz verstorben. Weggefährt*innen und Autor*innen würdigen das Werk des vielfach ausgezeichneten Autors und seine einzigartigen Verdienste um die Vermittlung deutschsprachiger Literatur.

Das Programm:

Die Veranstaltung wird im Live-Stream übertragen.

Parallel zum Live-Stream läuft der manuskripte-Live-Ticker mit der ebenso wortgewandten wie flinkfingrigen manuskripte-Autorin Verena Stauffer auf dem Facebook– und Twitter-Kanal der manuskripte.

manuskripte 229 („Für Fredy“) – Marginalie

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 22. Oktober 2020

Meine Marginalie zu Heft 229 der manuskripte, das am 24.10.2020 im Rahmen der großen Hommage für Alfred Kolleritsch im Schauspielhaus Graz präsentiert wird.*

(Titelbild von Fritz Panzer: Portrait Alfred Kolleritsch. Öl-Tempera auf Leinen, 1981)

MARGINALIE

Wenn ich von Alfred Kolleritsch eines gelernt habe, dann das: Beim Herausgeben einer Literaturzeitschrift, wie in der Literatur überhaupt, geht es nicht nur um Texte (oder gar Themen), sondern um Menschen.
Anders, mit Lukas Cejpek nämlich, gesagt: „Ich erinnere mich, dass Alfred Kolleritsch, wenn wir über neue Texte sprachen, immer als erstes gefragt hat: Wie ist der so? Kennst du den persönlich?“ (S. 133.)

Nachdem er in 60 Jahren 228 Ausgaben der manuskripte herausgegeben hat, gibt es nun erstmals ein reguläres manuskripte-Heft, das sich voll und ganz dem Menschen Alfred Kolleritsch selbst widmet. Dass es dazu erst posthum kommt, in der ersten Nummer nach seinem Tod, ist traurig – sagt aber auch viel darüber aus, wie er so war.

„Aus vielen Splittern“, so hieß es in unserem Aufruf zu diesem Heft, „soll das vielseitige Porträt seiner vielfältigen Persönlichkeit entstehen“.
Viele Seiten sind es tatsächlich geworden. Und auch vielfältige. Neben den Reden, die bei Verabschiedung und Begräbnis gehalten wurden, finden sich im Blattinneren Bilder aus acht Jahrzehnten sowie Nachrufe, Erinnerungen, Anekdoten, Gedichte, Nachgesänge, Klagelieder, Briefe, Gespräche, Notizen und auch Essays sowohl zum literarischen als auch zum kulturgeschichtlichen Vermächtnis unseres lieben Fredy.
Verfasst wurden sie von Wegbegleiter*innen aller Art – die man, spätestens nach dieser Ausgabe, als „Chor der manuskripte-Autor*innen“ bezeichnen könnte. Die vielstimmige Hommage gilt aber nicht nur dem Herausgeber und Literaturförderer Kolleritsch, sondern auch dem Dichter, dem Forum-Stadtpark-Präsidenten, dem homme de famille, kurz: dem Menschen Alfred Kolleritsch.
Dieser behauptete von sich: „Ich habe mich bemüht, meine verschiedenen Tätigkeiten ,als eine‘ zu leben.“ Und tatsächlich verschwimmen seine auf den ersten Blick so unterschiedlichen Lebensbereiche bei der Lektüre dieses Heftes zu einem großen Ganzen, das von ein und demselben ebenso scharfsinnigen wie freundlichen Esprit getragen wird.

Manche der folgenden Texte gingen aus Kondolenzschreiben hervor. Viele schrieben ihre Beiträge auf unsere Einladung hin. Andere zogen es vor, schweigend zu gedenken. Einige haben sich auch selbst gemeldet. Abgelehnt wurde kein einziger Text – auch ein Novum in der manuskripte-Geschichte.
Wir bedanken uns bei allen, die zu diesem Heft beigetragen haben – insbesondere bei den Familien Kolleritsch und Hoffer. Und entschuldigen uns bei jenen, die sich womöglich übersehen fühlen. Für sie wird es weitere Möglichkeiten der Äußerung geben.
Das Gedenken an einen Menschen wie Alfred Kolleritsch kann sich unmöglich auf eine einzelne manuskripte-Nummer beschränken – so, wie auch sein Vermächtnis weit über diese 250 Seiten hinausreicht.

„Bestimmt wird Alfreds sanfter und starker Geist Schutzpatron der manuskripte bleiben.“
(Olga Martynowa, S. 188)

A.U.

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* Alfred Kolleritsch. Eine Hommage

Sa, 24.10., 19:30 Uhr, Schauspielhaus Graz (Haus Eins). Geschlossene Veranstaltung.

Eine Veranstaltung des Literaturhauses Graz in Zusammenarbeit mit manuskripte – Zeitschrift für Literatur, Forum Stadtpark und Schauspielhaus Graz.

„Auch für mich ist das ein furchtbarer Schreck. Man denkt sich unwillkürlich: Jetzt hat er so viel durchgemacht, da hätte er jetzt auch nicht sterben müssen! Es ist sehr selten, daß ein großer Schriftsteller wie er auch ein großer Kommunikator und Organisator ist. Man denkt immer, das schließt sich aus. Aber der Fredy war einfach alles, und das, ohne ein Gschaftlhuber zu sein. Das ist sehr selten. Er war auch als Veranstalter und Zeitschriftenherausgeber ein großer, freier Geist, aber mit den Wurzeln doch immer in diesem wahnsinnigen Graz, man hätte ihn nie ausreißen können.” (Elfriede Jelinek)

Alfred Kolleritsch ist am 29.5.2020 in Graz verstorben. Weggefährt*innen und Autor*innen würdigen das Werk des vielfach ausgezeichneten Autors und seine einzigartigen Verdienste um die Vermittlung deutschsprachiger Literatur.

Mit: Barbara Frischmuth, Markus Schirmer, Max Droschl, Heidrun Primas, Anna Baar, Monique Schwitter, Aleš Šteger, Andreas Unterweger, Franz Weinzettl u.v.a.m.

Moderation: Katja Gasser und Klaus Kastberger.

Die Veranstaltung wird im Live-Stream übertragen.

In Kooperation mit Literaturverlag Droschl und ORF-Landesstudio Steiermark.

P.S. Die manuskripte 229 sind bereits im manuskripte-Webshop bestellbar.

„Das Schweigen ansprechen“ (4.10.20, Forum Stadtpark)

Posted in Uncategorized by andreasundschnurrendemia on 9. Oktober 2020

Nachtrag zum Termin:
Das Schweigen ansprechen. Wie man über Schweigen schreibt und wie man über Schreiben schweigt. Eine Literarische Matinee im Forum Stadtpark“
Literarische Matinee von und mit den Styria Artists in Residence Tanja Sljivar (SRB) und Vera Schindler (D) und der Schauspielerin Ninja Reichert.
Lesung, Film, Diskussion mit den Künstlerinnen, Heidrun Primas und Andreas Unterweger.
Forum Stadtpark, 04.10.2020, 11 Uhr.
Eine Kooperation von Forum Stadtpark, manuskripte und St.A.i.R. (Styria Artist in Residence) des Landes Steiermark.

V.r.n.l.: Heidrun Primas, Vera Schindler, io mio.
Foto: Jennifer Eckert (danke!)

Eine spannende Literaturveranstaltung erwuchs aus einem der ersten Gespräche, die ich mit Vera Schindler in Graz führte. Vera ist Dramatikerin aus Berlin, wurde ab diesem Semester an der Wiener Schule für Dichtung angenommen und derzeit Styria Artist in Residence des Landes Steiermark in Graz, wo sie von mir organisatorisch betreut wird.

Andreas, ungefähr so: Hier ist der Schlüssel, hier ist der Corona-Test, dann ist die Vorstellungsrunde, und wann und wo machen wir dann eine öffentliche Präsentation deiner Arbeit?
Vera hingegen: Eine Lesung? Warum? Ich schreibe doch, das muss reichen.

Aus dieser dialektischen Spannung und ihrer Vorliebe dafür, sich durch ihre künstlerische Arbeit zu artikulieren, anstatt ihre Person in die Öffentlichkeit zu stellen, entwickelte Vera gemeinsam mit Tanja Sljivar, ihrer Styria Artist-Kollegin aus Serbien, eine erstaunlich komplexes Konzept für einen Vormittag, der sowohl künstlerische als auch kulturpolitische Brisanz in sich barg.
Efreulicherweise erklärte sich Heidrun Primas vom Forum Stadtpark, das Tanja Sljivar betreut, bereit, die Veranstaltung ins Forum-Programm aufzunehmen.

Dort haben die Autorinnen den Vormittag so angekündigt:

„Eine Autorin, die das Blatt leer lässt. Ein Buch ohne Buchstaben. Ein Umschlag ohne Inhalt. Ein ungeposteter Post. Eine wortlose Diskussion.
Ein schweigendes Gespräch._
Das Schweigen ansprechen.Wie man über Schweigen schreibt
und
wie man über Schreiben schweigt.Eine Lesung und ein Gespräch über Künstlergespräche“

Heidrun Primas begrüßte:

Ninja Reichert las Vera Schindlers Standortbestimmung:

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist 20201004_112130.jpg.
Hinten, im Bildvordergrund: Vera Schindler. Auf der Bühne vorne, im Bildhintergrund: Ninja Reichert

Tanja Sljivar kombinierte auf famose Weise Textsplitter über das Wesen der Arbeit mit Songs quer durch die Musikgeschichte, von der kommunistischen Arbeitsverherrlichung bis zum Gastarbeiter-Lied:

Tanja Sljivar und Vera Schindler

Anschließend entspann sich eine selten gesprächige Diskussion über Wohl und Wehe der verschiedenen Arten des Schweigens in der Kunst mit dem zahlreich erschienen und hochkarätig besetzten Publikum:

Ninja Reichert und Vera Schindler

Ich steuerte u.a. Erfahrungsberichte aus der eigenen Schriftstellerexistenz bei (so wurde mir etwa vor meinem Debüt der Rat gegeben, mich künftig relativ beliebig zu möglichst vielen Themen via Zeitung/Internet zu Wort zu melden, um nur ja wahrgenommen zu werden, im Gespräch zu bleiben, Werbung für meine Bücher zu machen – leider nicht mein Ding [aber es gibt ja genug hochmotivierte Kolleg*innen]) und Erfahrungen aus Jurysitzungen, in denen Künstler*innen, deren Arbeiten politiker- und mainstreammedienfreundlich in Themen gefasst werden können (und damit weniger offen, letztlich weniger widerständig sind), in letzter Zeit einen Startvorteil zu haben scheinen.

Ich danke den beiden Künstlerinnen sowie Heidrun Primas und ihrem Team für diesen so fleißig zugebrachten Sonntagvormittag!

V.r.n.l.: Heidrun Primas, io mio, Vera Schindler.
Foto: Jennifer Eckert