Andreas Unterweger

„Als ich kein Waldbauernbub war“ #2

Posted in Nachrichten aus dem Guten Morgen-Land, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 24. Dezember 2020

Ich bin hinter dem 24. Türchen im Leibnitz Kult-Adventskalender!
Der Text, den ich lese, ist am 25.12.2019 in der Kleinen Zeitung erschienen. Man kann ihr hier mitlesen.

Gefilmt wurde in der Leibnitzer Galerie Marenzi.
Im Hintergrund das Titelbild der manuskripte 230, Madonna in der blauen Bluse von Dorothee Golz.
Ich danke Klaus-Dieter Hartl für die Einladung sowie Max Pratter und Gernot Kratzer für die gute Zusammenarbeit.

Möge alles gut ausgehen, wie in meiner Weihnachtsgeschichte.

„Schutzmäntel aus Lesestoff“ (manuskripte 230 – Marginalie)

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 22. Dezember 2020

Meine Marginalie zu Heft 230 der manuskripte*. Sie eignet sich womöglich auch aus als Weihnachts- und/oder Neujahrsgruß.





Dorothee Golz: Madonna in der blauen Bluse (2011), C-Print, Diasec, 90×67 cm. © Bildrecht Wien

Marginalie

Dorothee Golz‘ „digital gemalte“ Madonna in der blauen Bluse auf unserem Titelbild mag manche/n an ein Gedicht von Alfred Kolleritsch erinnern:

Sie stand neben ihm,
das blaue Kleid
sagte Dunkles voraus,
den Schutzmantel,
den rauen Fetzen Verbergung.

Um geschützt zu sein,
fielen sie ineinander.**

Nach einem solchen Schutz, dem Gegenteil des gebotenen Sich-Einschließens und Einander-Fernleibens, sehnen sich in diesem so dunklen Corona-Winter wohl viele von uns. Ich hoffe, dass sich Ihnen auf den folgenden Seiten zumindest eine Ahnung davon auftut, versammeln diese doch auch eine Art geistiger Schutzausrüstung. Schutzmäntel aus Lesestoff sozusagen, deren Wirkung darin besteht, dass sie den Abstand, den wir im Außen wahren müssen, im Inneren überbrücken.

Die 230. Ausgabe der manuskripte erscheint im Quartal des 60. Geburtstages der Zeitschrift. Ohne, dass wir es bewusst angestrebt hätten, spannen die Beitragenden einen Bogen über sechs Jahrzehnte Literaturgeschichte: von Barbara Frischmuth, einer von Alfred Kolleritschs ersten Mitstreiterinnen (sie kannte ihn schon, als er noch nicht manuskripte-Herausgeber war!), über seinen langjährigen Wegbegleiter Franz Weinzettl, dessen um Berührungen kreisenden Gesamtwerk ein Schwerpunkt gewidmet ist, bis hin zu den jüngsten manuskripte-Förderpreisträger*innen Florian Dietmaier (2019) und Freda Fiala (2020).

Zum Jubiläum erscheint parallel zu diesem Heft eine manuskripte-Sonderpublikation, die sich großteils aus den germanistischen Beiträgen eines für April 2020 geplanten und dann wegen der Pandemie abgesagten Symposiums im Literaturhaus Graz (in Kooperation mit dem Franz-Nabl-Institut) zusammensetzt.

Darin werden so vielfältige Themen wie die Verflechtungen zwischen der Beat-Generation und der Grazer Gruppe, Elfriede Jelineks alles andere als marginale Rolle im manuskripte-Kontext, Peter Handkes mehrsprachige Wortspiele in und um die Zeitschrift oder die jüngere Geschichte der manuskripte (ab 1995) detailliert betrachtet, zugleich werden aber auch Ausblicke auf die Zukunft gewagt. Ihr Titel: Wie es mit der Literatur weitergeht.

Wie es mit den manuskripten im Detail weitergeht, daran arbeiten wir eifrig, dass es weitergeht, steht jedenfalls außer Frage.

Wir freuen uns auf das nächste Jahr. Am 11.1.2021 präsentieren wir dieses Heft mit leichter, coronabedingter Verspätung im Literaturhaus Graz, im Frühling folgt dann die erste, schon prall gefüllte Ausgabe nach einer behutsamen grafischen Neuausrichtung.

2020 war wohl für alle ein besonderes Jahr, und auch für uns von den manuskripten alles andere als ein besonders schönes. Den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu begegnen, war und ist nicht einfach, vor allem in einer Zeit, in der bedingt durch den Abschied von Alfred Kolleritsch vieles neu organisiert, gedacht werden muss. Markiert doch sein Tod einen tiefen Schnitt in dem von ihm gepflanzten Baum.

Bei der anhaltenden Traurigkeit über seinen Verlust bin ich aber froh über und stolz auf mein Team – Helga Höhn, Julian Kolleritsch, Silvana Cimenti: Ihr habt den doppelt erschwerten Bedingungen getrotzt und seit Sommer praktisch Sonderheft um Sonderheft fabriziert – bravissimo!

Ein herzliches Dankeschön gebührt auch unseren Partner*innen aus Kultur und Politik sowie selbstverständlich unseren Abonnent*innen, die den manuskripten die Treue gehalten oder gar neu hinzugestoßen sind.

Die blaue Bluse sagt Lichtes voraus.

A.U., 19.11.2020

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* Allen Lockdowns zum Trotz haben wir im manuskripte-Büro in den letzten Wochen des Jahres zwei Hefte fertiggestellt: Erster Teil dieses Doppelpacks sind die manuskripte 230, das vierte reguläre Heft 2020. Es ist auch das letzte Heft vor einem grafischen Relaunch.

Das wunderschöne Titelbild von Dorothee Golz wurde uns von Klaus-Dieter Hartl von der Leibnitzer Galerie Marenzi vermittelt, wo es in der Ausstellung Konzept und Kunst noch bis 27.02.2021 zu sehen ist (derzeit online: https://galeriemarenzi.at/).

Die Präsentation im Literaturhaus Graz von 2.12.20 auf 11.01.21 verschoben, wird nun online über die Kanäle des Literaturhauses stattfinden: 11.01.2021, 19 Uhr.
(Zu den technischen Details bald mehr.)

Online-Doppelpräsentation:
Wie es mit der Literatur weitergeht
manuskripte 230 + Sonderpublikation zum 60. Geburtstag der manuskripte.

Freda Fiala (manuskripte-Förderpreis 2020) und Franz Weinzettl lesen aus manuskripte 230.
Vanessa Hannesschläger, Stefan Maurer und Harald Miesbacher diskutieren 60 Jahre manuskripte anhand der manuskripte-Sondernummer Wie es mit der Literatur weitergeht, die auf einem für April 2020 geplanten Symposium des Franz-Nabl-Instituts basiert.
Moderation: Andreas Unterweger.

Wer die manuskripte 230 noch zu Weihnachten verschenken will, kann das Heft bereits in den Grazer Buchhandlungen Bücherstube Schimunek, Moser Morawa, Büchersegler oder in Draxlers Büchertheke in Leibnitz besorgen.
Und selbstverständlich kann man das Heft auch schon über den Webshop bestellen: www.manuskripte.at/webshop

Das Inhaltsverzeichnis der manuskripte 230:

** Alfred Kolleritsch: Es gibt den ungeheuren Anderen. Gedichte. Droschl 2013.

Gedicht von heute (Poesiegalerie v. 15.12.20)

Posted in Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 15. Dezember 2020

Mein Gedicht „An einen, den ich kannte“ ist als „Gedicht von heute“ in Udo Kawassers lobenswerter Poesiegalerie ausgestellt:

https://www.poesiegalerie.at/wordpress/2020/12/15/an-einen-den-ich-kannte/

Das Gedicht findet sich auch in meinem dreisprachigen Gedichtbändchen „Poèmes“, das dank Versopolis 2019 bei La Traductière in Paris erschienen ist.

„An einen, den ich kannte“ wurde 2017 geschrieben und könnte sich an jemanden Bestimmten wenden …

… oder auch nicht.



So oder so: Danke, lieber Udo Kawasser, liebe Bea Schmiedl!

manuskripte 229 – Pressetext, Cover, Reaktionen

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 2. Dezember 2020

Bevor es zu spät ist (heute hätte schließlich schon das nächste manuskripte-Heft präsentiert werden sollen), hier noch einmal der Hinweis auf die manuskripte 229 – Pressetext, Cover, allerlei Reaktionen:

(Titelbild von Fritz Panzer: Portrait Alfred Kolleritsch. Öl-Tempera auf Leinen, 1981)

PRESSETEXT

„Für Fredy …“

Heft 229 der manuskripte ist zur Gänze dem im Mai des Jahres verstorbenen Alfred Kolleritsch gewidmet, der die manuskripte 1960 gegründet und sechs Jahrzehnte lang herausgegeben hat.

Alfred Kolleritsch war das Menschliche in der Literatur immer besonders wichtig – immer interessierte er sich für die Menschen hinter den Texten: „Kennst du den?“ „Wie ist die so?“
Nun gibt es erstmals ein reguläres manuskripte-Heft, das sich voll und ganz dem Menschen Alfred Kolleritsch selbst widmet. „Dass es dazu erst posthum kommt,“ schreibt Andreas Unterweger, sein Nachfolger als manuskripte-Herausgeber in der vorangestellten Marginalie, „ist traurig – sagt aber auch viel darüber aus, wie er selbst so war.“

Die vorliegende Ausgabe liefert ein vielfältiges Porträt von „Fredys“ vielseitiger Persönlichkeit. Sie beinhaltet, neben Nachrufen und Trauerreden, eine Fülle von Erinnerungen, Anekdoten, Gedichten, Nachgesängen, Klageliedern, Briefen, Gesprächen, Notizen und auch Essays sowohl zum literarischen als auch zum kulturgeschichtlichen Vermächtnis des Verstorbenen.

Bei Alfred Kolleritschs Bedeutung in der deutschsprachigen Literaturgeschichte nimmt es nicht Wunder, dass das Heft vor Textspenden geradezu überquillt – darunter von so bedeutenden Autor*innen wie Elfriede Jelinek, Peter Handke, Friederike Mayröcker, Josef Winkler, Robert Menasse, Clemens Setz, Valerie Fritsch u.v.a.m.
Auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, wie etwa Bundespräsident Alexander Van der Bellen oder der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer sind mit Würdigungen vertreten. Hinzu gesellen sich rund 60 Seiten Abbildungen – darunter bislang unpublizierte Fotografien aus Kolleritschs Privatarchiv und Bilder der führenden Literatur-Fotografin Isolde Ohlbaum.
Und noch eine Besonderheit weisen die manuskripte 229 laut Unterweger auf: „Abgelehnt wurde kein einziger Text.“

Die manuskripte 229 sind wie der Großteil aller bislang erschienen Ausgaben u.a. im manuskripte-Webshop erhältlich.

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ALLERLEI REAKTIONEN

„Das AK-Würdigungsheft ist Gift für Misanthropen, denn man möchte nach der Lektüre mit (fast) allen, wie sie sich da zeigen, befreundet sein.“
Franz Weinzettl

„das erste Heft seit 1918 (mindestens), das ich von vorn bis hinten durchgelesen habe, und ich möchte dich und dein ganzes Büro umarmen und euch danken dafür.“
Leser aus Graz

Christoph Hartner in der Kronen Zeitung

„Was für ein schönes Heft!! Es kam gestern, habe die halbe Nacht darin gelesen.“
Leser aus Schweden

„heute ist fredys manuskripte-buch bei mir angekommen. es ist so reich, so voller stimmen und spuren. das ist sehr bewegend und sehr schön auf seine traurige (leise) weise.“
Leserin aus Deutschland

„von Herzen d a n k e für die wunderbare Ausgabe 229-wenngleich der Anlass traurig und bewegend bleibt. Das Heft, die vielen Beiträge, Bilder haben mich berührt/angerührt. Wenn ich das so sagen darf, fühle ich mich durch und beim Lesen und Stöbern in dieser Ausgabe Alfred Kolleritsch sehr verbunden, auch wenn ich ihn nie persönlich kennenlernen durfte.“
Leserin aus Deutschland

„Ein tolles, bewegendes, gewichtiges, wichtiges Heft !!“
Bastian Reinert

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