Andreas Unterweger

„Mein Nachbar auf der Wolke“ – manuskripte 231 im slowenischen ORF

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 23. Mai 2021

Kurz vor Erscheinen der manuskripte 231 hat mich Simon Ošlak für die slowenische Radiosendung des ORF interviewt. Hier sein schöner Artikel samt meinen Wortspenden:

Zum Hören hier oder auf das Foto klicken.

Im Mittelpunkt steht die neue manuskripte-Rubrik „Mein Nachbar auf der Wolke“. Redigiert von Matthias Göritz und Amalija Maček, die eine gleichnamige Anthologie bei Hanser vorbereiten und den Gastlandauftritts Sloweniens bei der Frankfurter Buchmesse 2023 kuratieren, wird in den manuskripten bis 2023 jeweils eine Stimme der slowenischen Lyrik vorgestellt.
In Heft 231 ist es Miljana Cunta, deren lichtdurchflutete Gedichte von einem Kurzessay Matthias Göritz‘ begleitet werden.
(Die manuskripte 231 sind übrigens hier zum Preis von nur 10 Euro zu bestellen.)

Vielen Dank für das Gespräch, lieber Simon! Es war mir wieder eine Freude!

„nichts weniger als Magie“ – Laura Freudenthaler zu Gast bei den manuskripten

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 20. Mai 2021

Zum Erscheinen der neuen manuskripte-Ausgabe 231 war erfreulicherweise meine Verlagskollegin Laura Freudenthaler in der Redaktion zu Gast.

Meine Nachnachfolgerin als manuskripte-Preisträger*in hat eine gewohnt faszinierende Kurzprosa und die Übersetzung des Essays „Teufelskirsche“ von Catherine Lemieux zum Heft beigetragen. Aus Letzterem stammt das Motto für die gesamte Ausgabe: „nichts weniger als Magie“.

In Roland Renners Kurzfilm unterhalten Laura und ich uns über Magie und Literatur, bevor sie ihren titellosen Beitrag liest.

Zur Erinnerung noch die Jurybegründung für Laura Freudenthalers manuskripte-Preis:

„Laura Freudenthalers Prosa verzaubert durch Geradlinigkeit. Die Sätze, aus denen sie ihre faszinierend vielschichtigen Gefühls- und Bildwelten baut, kommen ganz ohne Showeffekte aus – gerät man aber erst einmal in ihren Sog, sieht man die Dinge (auch außerhalb der Buchdeckel!) mit anderen Augen.

Präzise Beobachtungen, ebenso formuliert, generieren eine zweite Wirklichkeit, die geradezu magisch aufgeladen ist mit hyperrealistischer Intensität. Freudenthalers Romane und Prosastücke, von ihr gerne schlicht als „Geschichten“ bezeichnet, rufen in Erinnerung, was Erzählen (bzw. erzählt zu bekommen) im Grunde darstellt: einen bewusstseinserweiternden Akt.

Die 1984 in Salzburg geborene Autorin gilt als eine der größten Hoffnungen der deutschsprachigen Belletristik. Die Literaturzeitschrift manuskripte ist seit 1960 ein fruchtbarer Nährboden solcher Hoffnungen. Laura Freudenthaler veröffentlicht seit 2010 regelmäßig in der Grazer Literaturzeitschrift und ist der Steiermark auch durch ihren Grazer Verlag Droschl verbunden.

Laura Freudenthaler, geboren 1984 in Salzburg, lebt in Wien.

Die Erzählungen Der Schädel von Madeleine. Paargeschichten erschienen 2014.

Für ihren ersten Roman Die Königin schweigt (2017) erhielt sie den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2018. Der Roman wurde auch als bester deutschsprachiger Debütroman beim Festival du premier Roman 2018 in Chambéry ausgezeichnet.

2019 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman, Geistergeschichte, der mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet wurde.

Im Juni 2020 gewann sie mit dem Text Der heißeste Sommer den 3sat-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

Im November 2020 erhielt Laura Freudenthaler den Literaturförderpreis der Stadt Meersburg.“

Vielen Dank für Deinen Besuch, liebe Laura!

Die manuskripte 231 sind im Buchhandel und im manuskripte-Webshop erhältlich.

w e i t e r schreiben – der Kurzfilm zum manuskripte-Relaunch

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 19. Mai 2021

„w e i t e r schreiben“ – Roland Renners Kurzfilm über den Relaunch der manuskripte 231 (ab heute im Handel) ist jetzt online!

Grafikerin Petra Höfler, meine Mitarbeiter*innen Silvana Cimenti und Julian Kolleritsch, Cover-Künstlerin Val Smets und ich erzählen über die Hintergründe der behutsamen grafischen und inhaltlichen Erneuerung der manuskripte.

„‚w e i t e r schreiben‘ – auch im Sinne von: ‚weiter denken‘, ‚den Horizont erweitern‘ …“


Vielen Dank, lieber Roland, für die ebenso fröhlichen wie professionellen Dreharbeiten!

Silvana Cimenti und Tonmann Tankred Derler
Regisseur Roland Renner (l.) und Julian Kolleritsch
Dreharbeiten in der Galerie Roter Keil
vor „Nudgers & Shovers I & II“ von Val Smets,
Cover und Rückseite der manuskripte 231


Die manuskripte 231 werden gestaffelt präsentiert:
1. im Rahmen einer Online-Lesung mit Laura Freudenthaler (Premiere am 19.05.2021, 19 Uhr, auf dem YouTube-Kanal der manuskripte)
2. beim manuskripte-Open Air im Lesliehof, Graz, am 17.06.2021, mit Lesungen von Laura Freudenthaler, Xaver Bayer und Gabriel Proedl.

Die Ausgabe ist im Buchhandel sowie auf http://www.manuskripte.at/webshop/ erhältlich.

manuskripte 231 – Marginalie

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 18. Mai 2021

Meine Marginalie zu Heft 231 der manuskripte, das ab morgen (Mi, 19.05.21) im Handel erhältlich ist.

Marginalie

„Weiterschreiben!“ war ein Ratschlag, den Alfred Kolleritsch gerne jungen Autor*innen mit auf den Weg gab. Im Zuge der behutsamen Erneuerung der manuskripte im Jahr 1 nach dem Ableben unseres lieben Fredy wurde sein Motto nicht nur zum Untertitel der Zeitschrift erhoben, sondern auch um eine Bedeutungsebene bereichert. „weiter schreiben“ im Sinne von: „weiter denken“, „den Horizont erweitern“.

In den manuskripten wird eben nicht nur weiter, es wird weiter geschrieben: das Ideal des „Offenen“, das Kolleritsch stets verfolgte, ist wichtiger denn je. Die Zeitschrift bietet Platz für die unterschiedlichsten Schreibweisen von jüngeren und renommierten Autor*innen aus aller Welt.

Man könnte sagen: In den manuskripten wird weiter weiter geschrieben …

Aus der stolzen Tradition unseres Mediums Kraft für Neues zu schöpfen, das hatten wir uns für das optische Redesign vorgenommen. So orientierte sich Petra Höfler, die beauftragte Grafikerin, an der Titelschrift der allerersten manuskripte-Ausgabe, um daraus ein zeitgemäßes Logo zu entwickeln.

Ähnlich die Vorgangsweisen bei den Veränderungen von Format, Schrift und Papier – Details dazu werden in einem Kurzfilm erläutert, der auf unserem YouTube-Kanal zu sehen ist*.

Neu ist auch die stärkere Verschränkung von Coverkunst und Inhalt. Diesmal sind es die farbenprächtigen Pilze der Malerin Val Smets, die nicht nur vom Umschlag leuchten, sondern wie ein grafisches Myzel auch das Heftinnere durchwirken.

Assoziationen zu literarischen Fungi, von Alice im Wunderland über den „Pilznarren“ Peter Handke bis zu Hugo von Hofmannsthals Lord Chandos, dem die Worte „wie modrige Pilze im Mund“ zerfielen, sind keine Grenzen gesetzt.

Die Texte sind rund um Zitate aus dem Heft angeordnet, die weniger als Kapitelüberschriften gemeint sind, denn als unverhoffte Orientierungshilfen beim Seitenwandern: Wegweiser, die im Pilzwald hängen, lose und windschief, in eine andere Richtung gewendet von jeder blätternden Hand.

Das erste, ins Heftganze einführende Satzfragment stammt aus dem Essay Teufelskirsche der kanadisch-wienerischen Autorin Catherine Lemieux, der von der diesjährigen manuskripte-Preisträgerin Laura Freudenthaler ins Deutsche übersetzt wurde: „nichts weniger als Magie“.

Dieses Motto weist auf den ersten Blick auf all die Fabelwesen hin, die Dämonen, Lindwürmer, Hexen und Wölfe, die sich in verblüffender Fülle und in völlig unterschiedlichen Rollen, vom sprachmagischen Versuchskaninchen bis zum Wappentier politischen Engagements, in den Beiträgen finden.

Was aber auch gemeint ist: Ihr hoffentlich freudiges Staunen über den Inhalt der manuskripte 231!

Andreas Unterweger

Titelbild von Val Smets: „Nudgers & Shovers I“

*Online ab 19.05.21