Andreas Unterweger

Clubgespräch #3

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 29. Juni 2021

Am 24.06. war ich zu Gast in der Leibnitzer Galerie Marenzi, um mit Hannes Schwarz, dem Klubobmann des steirischen SPÖ-Landtagsklubs, und Isabella Holzmann (Greith-Haus, Hunger auf Kunst und Kultur – und mehr) …

… das dritte sog. „Clubgespräch“ zu führen.

Wer auf diese Zeile oder den Link unter dem Bild unten klickt, kann sich das Gespräch samt Wortspenden der Sängerin PAENDA, einer Galerieführung der Leibnitzer Vize-Bürgermeisterin Helga Sams und allerlei Kulturtipps auf Facebook zu Gemüte führen:

https://www.facebook.com/hannesschwarzspoe/videos/492894835270194

Wir sprachen über einen bunten Strauß von Themen aus Kunst und Kultur(politik): vom Song Contest bis zum Song Contest der Literatur aka Bachmann-Preis.


Auch schriftlich festhalten möchte ich meine Unterstützung für die Idee eines Grundeinkommens für Kunstschaffende nach Vorbild der Corona-Unterstützung für Autor*innen, die in Österreich erfreulicherweise rasch und erstaunlich unbürokratisch umgesetzt wurde. Es geht ja.

Fazit: Eine unterhaltsame und informative Begegnung, bei der der Wordrap eindeutig meine Lieblingsdiziplin darstellte:

Herzlichen Dank an Hannes Schwarz und sein engagiertes Team für die Einladung und freundliche Betreuung!
Danke auch für die Fotos, die alle von Hannes Schwarz‘ Facebook-Seite stammen.

manuskripte-Open Air

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 18. Juni 2021

Im Stil eines Sommerfestivals ging am Donnerstag, 17.06.21, im Lesliehof des Joanneumviertels in Graz die analoge Präsentation der manuskripte 231 über die Bühne.

Und das als erste Veranstaltung des Leslie Opens, das sich im Jahr 2 der Pandemie vom Sommerkino zur offenen Bühne für eine Vielzahl von kulturellen Initativen weiterentwickelt hat (endlich einmal eine erfreuliche Mutation!).


(c) manuskripte
Gut gefüllte Reihen – trotz Hitze, Fußball und anderen Lesungen.

Ich bedankte mich bei den Projektpartnern, Oliver Binder-Krieglstein von Leslie Open, Andrea Egger-Dörres von DAT Das andere Theater, der Stadt Graz, dem Joanneum und Ex-Forum-Präsidentin Heidrun Primas, die mich erstmals auf die Idee aufmerksam gemacht hatte.

Sonderapplause erhielten Petra Höfler für ihr rundum gelungenes Redesign der manuskripte und unser Cover Artist, die luxemburgische Malerin Val Smets:

manuskripte-Preisträgerin Laura Freudenthaler las ihre Kurzprosa aus dem Heft (vgl. dazu auch Roland Renners Präsentationsfilm: „Nichts weniger als Magie. Laura Freudenthaler und Andreas Unterweger im Gespräch“)

(c) manuskripte

„Präzise Beobachtungen, ebenso formuliert, generieren eine zweite Wirklichkeit, die geradezu magisch aufgeladen ist mit hyperrealistischer Intensität. Freudenthalers Romane und Prosastücke, von ihr gerne schlicht als „Geschichten“ bezeichnet, rufen in Erinnerung, was Erzählen (bzw. erzählt zu bekommen) im Grunde darstellt: einen bewusstseinserweiternden Akt.“
(Aus der Jurybegründung zum manuskripte-Preis des Landes Steiermark 2021)

Der junge Grazer Gabriel Proedl, nicht nur laut Kleiner Zeitung eine literarische Neuentdeckung …

… und trotz seiner wachsenden Bekanntheit als Journalist für Die Zeit, Stern, Falter usw. ein waschechter Debütant, las, in senegalesische Designerware gewandet, seine Erzählung „Wahnsinnsnacht, Mama“:

(c) manuskripte

Xaver Bayer, Gewinner Österreichischen Buchpreises 2020, las „Die Apokalypse des Johannes“:

(c) manuskripte

„Er, ein Meister des surrealistischen Erzählens, (ver-)führt seine Leserschaft in eine Welt des Unklaren, der Andeutung. Eine nicht greifbare /fassbare Welt, der man nur ungern wieder entsteigt.“
(Silvana Cimenti über Xaver Bayer in manuskripte 231)

Vielen Dank Euch allen fürs Kommen, Lesen, Zuhören und die schönen Unterhaltungen vor und nach der Lesung!
Sehr habe ich mich auch über den Besuch zahlreicher manuskripte-Autor*innen gefreut, wie etwa Alhierd Bacharevic und Julia Cimufiejeva aus Belarus (dzt. Writers in Exile, Kulturvermittlung Steiermark), Johannes Wally, Franz Weinzettl oder der aus Leoben angereiste Günther Freitag.

Die manuskripte 231 sind übrigens im Buchhandel und hier erhältlich.

„In Zeilen wie diesen“ im Forum Stadtpark

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 8. Juni 2021

Im gut gefüllten Saloon des Forum Stadtpark ging letzten Freitag – endlich, nach all den coronabedingten Verschiebungen! – die Präsentation von Isa Riedls und meiner gemeinsamen Publikation „In Zeilen wie diesen . magic spell“ über die Bühne.

(c) Peter Hutter

Nach der Begrüßung durch Gastgeber bzw. Verleger Gerhard Pichler (Edition Stadtpark) stellte Herausgeber Klaus-Dieter Hartl (Galerie Marenzi) das von ihm initiierte Projekt vor:

(c) Peter Hutter

Ich las aus dem Buch …

(c) Peter Hutter

… wobei ich mit einem Zitat der am 4.6. leider verstorbenen Friederike Mayröcker eröffnete.

Dies ist das zweite traurige Ereignis, das „In Zeilen wie diesen“ säumt. Schließlich wurde der Text auch knapp vor Alfred Kolleritschs Tod fertiggeschrieben.

Amankale aka Markus Deutschmann steuerte musikalische Interventionen bei.

(c) Klaus-Dieter Hartl

Abschließend nahm die Malerin Isa Riedl den Abend in die Hand und sprach über ihre ausgestellten und im Buch abgebildeten Arbeiten.

(c) Klaus-Dieter Hartl

Widerstand durch Langsamkeit, mit den Höhlengalerien der Steinzeit, in denen über 5.000 Jahre hinweg an denselben Wandmalereien gemalt wurde, als Utopie.

(c) Peter Hutter

Ich danke alle Beteiligten an dem Projekt, diesmal besonders dem Team des Forum Stadtpark, zweintopf (Gerhard und Eva Pichler) und der anwesenden Präsidentin Heidrun Primas (die letzte Veranstaltung unter ihrer Ägide)!

***

Hier alles Wissenswerte rund um das vorgestellte Büchlein:

Andreas Unterweger – Isa Riedl – Klaus Dieter Hartl

 In Zeilen wie diesen – magic spell  

Galerie Marenzi Leibnitz
15 x 21 cm
40 Seiten, Klammerheftung
ISBN: 978-3-901109-65-2
10 Euro


Isa Riedl „Ritual“

Die Publikation entstand zwischen April und Juni 2020.

In der Galerie Marenzi in Leibnitz wurde am 06.03. die Ausstellung Magic Spell der Grazer Künstlerin Isa Riedl eröffnet und wegen der Coronapandemie am 10. 03. gleich wieder geschlossen. Der Leiter der Galerie Klaus Dieter Hartl wollte die Situation nicht untätig hinnehmen und bat den Schriftsteller Andreas Unterweger, literarische Stimmungsbilder dieser Zeit zu verfassen. In der Sprache des Alltags/der Medien wurde dieser Zeitabschnitt meist so genannt: „in Zeiten von Corona“, „in diesen Zeiten“ oder „in Zeiten wie diesen“. Daraus entwickelte Andreas Unterweger den Titel In Zeilen wie diesen und lieferte fünf Wochen lang jeweils, passend zur Jahreszahl, 20+20 Zeilen, geteilt in vier Kapitel à zehn.
Klaus-Dieter Hartl und Andreas Unterweger waren sich von Anfang an darin einig, dass In Zeilen wie diesen weder in der gerade boomenden Gattung (Corona-)Tagebuch noch im humoristisch-polemischen Fahrwasser von Zeitungskolumnen angesiedelt werden sollte. Stattdessen versuchte der Schriftsteller eine flexible, prosagedichtähnliche Form zu entwickeln, die sich am Niveau und teils auch an der Motivik der in dieser Zeit in der Galerie gezeigten bildnerischen Arbeiten Isa Riedls orientierte.
Im Gegensatz zur strengen äußeren Gestalt der Texte ist ihr Inhalt breit gestreut. Vergleichbar der kubistischen Ästhetik einiger Werke Isa Riedls werden die verschiedensten Perspektiven, Stimmen, Zitate, Splitter aus dem Privaten, dem Leibnitzer und dem Weltgeschehen, sowie nicht zuletzt ein Call and Response-Spiel mit Aspekten aus der Ausstellung Magic Spell zu einem formal kompakten Ganzen montiert.
Die Publikation umfasst diese Texte und einige Arbeiten, die in der Galerie Marenzi zu sehen waren.

dog-ear/eselsohren  
ist eine lose Reihe von Katalog- und Buchpräsentationen im Forum Stadtpark.
Die Gestaltung der Präsentation erfolgt durch die eingeladenen Künstler*innen.

Weitere Informationen zu „In Zeilen wie diesen . magic spell“ gab es bei einer Pressekonferenz in Leibnitz.

Direktlinks zu den 2020 aufgenommen Videos mit Lesungen und Gesprächen, inkl. Leseproben:

In Zeilen wie diesen 1 (mit Song)
In Zeilen wie diesen 2 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)
In Zeilen wie diesen 3 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl und Gedicht)
In Zeilen wie diesen 4 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)
In Zeilen wie diesen 5 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)

„In Zeilen wie diesen . magic spell“ ist in der Galerie Marenzi, in Draxlers Büchertheke in Leibnitz oder auch bei mir um 10 Euro erhältlich.

die horen 282

Posted in Das Gelbe vom Jahr, gedichte by andreasundschnurrendemia on 6. Juni 2021

Ich freue mich sehr über die Veröffentlichung meines Gedichts „Die Rummelsburger See“ in Ausgabe 282 der seit 1955 (!) erscheinenden deutschen Literaturzeitschrift die horen!

Nach dem ersten Teil im Jahrbuch der Lyrik 2021 und der akustischen Fassung im ORF sticht nun endlich das ganze Gedicht gedruckt in See. Und das in einem Heft mit dem Titel „im Handgemenge mit Piraten. Allerlei Seestücke“.
Dass es sich bei den Piraten, mit deren Texten mein Prosagedicht vermengt wird, um Kolleg*innen wie Esther Kinsky, Jan Wagner, Bert Papenfuß, Alida Bremer, Ron Winkler oder Michael Braun handelt, lässt mich frühmorgens ein Shanty anstimmen.

(Der erste Teil des Gedichts)

Mein Dank gebührt Herausgeber Andreas Erb und seinen Herausgeberkolleg*innen Alida Bremer und Christof Hamann – besten Dank auch für das hilfreiche Lektorat!

Mehr Information zu Entstehung und Schauplatz von „Die Rummelsburger See“ (mit Fotos wie dem obigen!) findet sich hier.

Die sehr gelungenen horen 282 sind im Buchhandel oder beim Wallstein Verlag um 14 Euro erhältlich.