Andreas Unterweger

manuskripte 233 – Marginalie

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 13. Oktober 2021

Marginalie

„Die beste Information, wie es mit der Literatur weitergeht“, lautet der klassische Slogan der manuskripte. Was also lag näher, als einen Dialog zwischen der in unserer Redaktion betriebenen Zukunftsforschung und der Ausstellung was sein wird. Von der Zukunft zu den Zukünften, die noch bis Ende Oktober im Rahmen der STEIERMARK SCHAU im Kunsthaus Graz gezeigt wird, zu initiieren?

Mit der jungen Hamburger Lyrikerin Katrin Köhler und dem Avantgarde-Routinier Bodo Hell wurden zwei Schreibende ungleichen Profils eingeladen, die Ausstellung aus ihrer literarischen Position heraus zu reflektieren. Das Diptychon ihrer Reaktionen auf das dort Gesehene bildet den Auftakt der Ausgabe.

Grafisch geprägt wird diese vom ebenfalls im Kunsthaus ausgestellten Grazer Kunstduo studio ASYNCHROME, für dessen Vermittlung, wie überhaupt die freundlich-fröhliche Zusammenarbeit, wir Kunsthaus-Leiterin Barbara Steiner und Kuratorin Katrin Bucher Trantow danken wollen.

Um Orientierung zwischen den Polen Vergangenheit und Zukunft (oder doch Körper und Welt? Individuum und Gesellschaft?) ringt der Großteil der aktuellen Beiträge. Neben Wappnungen für das Kommende, darunter eine waschechte Utopie (Reinhard P. Gruber: Das humanistische Manifest), steht das Motiv Genealogie hoch im Kurs, etwa in Ricardo Domenecks Gedicht Körpererde, Günter Eichbergers Prosa Weltverlust oder Fiston Mwanza Mujilas Romanauszug Innere Stadt.

Christoph W. Bauer hingegen gestaltet, unter Einbeziehung von u. a. Sabine Gruber und Verena Stauffer, gleich einen ganzen Reigen lyrischer Variationen auf das Werk Sapphos, der Ahnfrau der europäischen Dichtung.

Neben dem seit Anfang des Jahres laufenden Schwerpunkt zu slowenischer Lyrik (diesmal: Ana Pepelnik) starten mit der vorliegenden Ausgabe drei neue Rubriken in den manuskripten.

Other Writers Need to Concentrate präsentiert die besten unveröffentlichten Texte des gleichnamigen, von Katharina Bendixen edierten Blogs zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen schreibender Eltern.

In einer Kooperation mit dem renommierten Lyrikpreis des Mondseer Landes drucken wir den prämierten Zyklus von Mara-Daria Cojocaru ab – auch für die Leser*innen der manuskripte ein Gewinn.

Und unter dem Schlagwort Literaturdialoge veröffentlichen wir die Ergebnisse des vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten unterstützten Projekts Neverend, das ich gemeinsam mit Monique Schwitter umsetzen durfte: sich kreuzende Briefe deutschsprachiger und „ex-jugoslawischer“ Autor*innen.

In einer Zeit, in der sich die Spaltungen hier wie andernorts geradezu exponentiell vertiefen, dürfen Gespräche, die über Grenzen hinwegführen, nicht aufhören. Und so setzen die manuskripte die Rubrik Literaturdialoge auch in den kommenden Ausgaben fort.

Andreas Unterweger

Cover der manuskripte 233 von studio ASYNCHROME, „Weltenverschiebung“

Was sein wird: manuskripte 233 im Kunsthaus Graz

Präsentation des neuen Heftes mit dem Schwerpunkt was sein wird: Gespräch und Lesungen von und mit studio ASYNCHROME, Katrin Köhler, Bodo Hell, Fiston Mwanza Mujila

Einführung und Moderation: Katrin Bucher Trantow und Andreas Unterweger

13.10., 19 Uhr, Space 04

manuskripte – Die beste Information, wie es mit der Literatur weitergeht“, lautet der klassische Werbeslogan der legendären Grazer Literaturzeitschrift. Was also lag näher als einen Dialog zwischen der permanenten literarischen Zukunftsforschung der manuskripte und der STEIERMARK SCHAU: was sein wird im Kunsthaus Graz zu initiieren?

Mit dem österreichischen Avantgarde-Routinier Bodo Hell und der jungen Hamburger Lyrikerin Katrin Köhler (Styrian Artist in Residence) nominierte manuskripte-Herausgeber Andreas Unterweger zwei Autor*innen unterschiedlicher Generation, um die Ausstellung was sein wird im Kunsthaus zu besuchen und literarisch auf das Gesehene zu reagieren.

Im Space 04 lesen die beiden ihre Beiträge zum Heft, zudem trägt Peter-Rosegger-Preisträger Fiston Mwanza Mujila seine lyrische Zukunftsvision Innere Stadt vor.

Den inhaltlichen Schwerpunkt was sein wird in manuskripte 233 begleiten künstlerische Arbeiten von Studierenden der TU Graz, die sich auch mit der Ausstellung im Kunsthaus Graz auseinandersetzen und in Space 04 ausgestellt sind. Kuratiert wurde der Zyklus von den Dozenten Marleen Leitner und Michael Schitnig aka studio ASYNCHROME, die neben Arbeiten im Heft auch das aktuelle manuskripte-Cover gestalten.

Eintritt und Begrüßungsgetränk frei – anschließend Barbetrieb (Catering Café König).

Um Anmeldung unter lz@manuskripte.at oder 0316 825608 (Mo.–Fr. von 9-13 Uhr) wird gebeten.

*

Das neue Heft ist ab jetzt unter bestellung@manuskripte.at zu bestellen.

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