Andreas Unterweger

„Nostalgie im Roman“ (Frankfurt 2022)

Posted in manuskripte, So long, Annemarie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 15. November 2022

Drei Kurzinterviews als Nachtrag zur Podiumsdiskussion mit den slowenischen Autor*innen Jela Krečič, Ana Schnabl und Aleš Šteger zum Thema „Nostalgie im Roman“, die für 22.10.2022, um 19 Uhr, im Rahmen des Bookfest City Festivals und ermöglicht von JAK (Javna agencija za knjigo Republike Slovenije) und manuskripte, im loftigen Chic des Lindley Lindenberg Hotels in Frankfurt/Main angesetzt war.

Unter den Gästen befanden sich, erfreulicherweise, u.a. auch Simone Bühler und Karina Goldberg von der Frankfurter Buchmesse, der Dichter Milan Dekleva und, als angeregt plaudernder „Kofferträger“ seiner Ehefrau Jela Krečič, der Philosoph Slavoj Žižek, mit dem ich kurz über Kafka, Kellnerroboter und Krimis plauderte. Nach der Fotosession verkosteten wir slowenischen Wein und erzählten uns poetische Geschichten aus aller Welt.
Vielen Dank für die Einladung!

V.r.n.l.: Aleš Šteger, Ana Schnabl und Jela Krečič auf dem Diskussionssofa, ich auf dem Moderatorenthron

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Hier die drei Kurzinterviews, die im Anschluss per Mail stattfanden. Ich danke Amalija Maček für diese glänzende Idee sowie den Autorinnen und dem Autor für ihre Auskunftsfreude und blitzgescheiten Antworten!

AUF DEUTSCH

Jela Krečič

Liebe Jela, dein Roman „Keine wie sie“ (Mitteldeutscher Verlag 2022), eine Liebesgeschichte und im Klappentext treffend als „Porträt der Generation Y“ bezeichnet, lässt sich auch als ein Panoptikum verschiedener Schattierungen der Nostalgie lesen: Der Protagonist trauert seiner Ex hinterher, die Freunde aus der Studentenkneipe beklagen ihre vergehende Jugend und in einer der eindrücklichsten Passagen des Buchs werden anhand der Beschreibung einer Busreise zu Ehren von Titos Geburtstag die Auswüchse der „Jugonostalgija“ geschildert. Warum ist die slowenische Generation Y derart nostalgisch? Oder handelt es sich gar um ein globaleres Phänomen?

Als ich „Keine wie sie“ schrieb, war es nicht meine Absicht, die junge Generation zu porträtieren. Es stimmt allerdings, dass die Liebesgeschichte des Buches in einem bestimmten historischen Moment spielt, nämlich nach der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008, die in Slowenien (und nicht nur dort) auf den Schultern der jungen Leute von damals ausgetragen wurde. Die Rezession und die Sparmaßnahmen haben insbesondere dieser Generation die Botschaft vermittelt, dass die Zeit, in der Bildung, harte Arbeit und Talent ein stabiles Einkommen und die Möglichkeit eines angemessenen Lebens boten, unwiderruflich vorbei ist. Dies war der Moment, in dem der Wohlfahrtsstaat allmählich zu bröckeln begann. Es war auch eine Zeit, in der die letzten Träume von der Nachhaltigkeit des Kapitalismus zerplatzten. Wir haben gelernt, dass es sich um ein System handelt, das immer mehr Krisen hervorbringt, die das Leben in den Sozialstaaten extrem unberechenbar gemacht haben – und Krisen der einen oder anderen Art sind zu einem ständigen Merkmal unseres Lebens geworden. In dieser Hinsicht ist der Roman meiner Meinung nach immer noch aktuell.

Ich denke, dass nach der Unabhängigkeit Sloweniens Anfang der 1990er Jahre eine allmähliche Desillusionierung gegenüber der schönen neuen Welt der Demokratie und des Kapitalismus einsetzte. Es ist die Desillusionierung über die gesellschaftliche Konstellation nach der Unabhängigkeit, die jene Nostalgie nach dem jugoslawischen Sozialismus nährt, die ich in einem Kapitel des Romans anspreche. Ich habe mich bewusst von dieser Nostalgie ferngehalten, es geht auch bei ihr um eine grundlegende Erkenntnis. Und wenn ich etwas zu meiner Herangehensweise sagen darf: Das Genre der Komödie ist gerade deshalb geeignet, weil es keine Position ehrt, keine Haltung verherrlicht, schon gar nicht die Nostalgie. Die Nostalgie muss, wenn überhaupt, zum Gegenstand von Witzen werden.

Ich möchte jedoch hinzufügen, dass das sozialistische Jugoslawien ein Projekt einer gemeinsamen Politik war, die zumindest formell für einige Jahrzehnte eine erschwingliche Gesundheitsversorgung, Bildung und sozialen Wohnungsbau für ein möglichst breites Spektrum von Menschen bot. Diese Vision einer sozialen Ordnung war zwar im Prinzip gerecht, aber auch unhaltbar und führte zu wirtschaftlichen und anderen Krisen, die schließlich in einem Krieg gipfelten. Keine noch so große Nostalgie kann diese Wahrheit auslöschen.

Die Tatsache, dass es Menschen gibt, die Tito, Jugoslawien und seine Rituale verehren, zwingt uns zu einer kritischen Betrachtung dessen, was uns das derzeitige System bietet. Meiner Meinung nach ist das erste Hauptdefizit – das auch auf der Ebene der EU als Ganzes sichtbar ist – das Fehlen einer Politik im grundlegenden Sinne des Wortes; was fehlt, ist eine Vision für den Aufbau eines gemeinsamen Lebens jenseits der Interessen des Kapitals, der großen Konzerne und des Profitstrebens. Ich meine auch, dass der Zusammenbruch des Sozialismus und des Ostblocks ein riesiges politisches Vakuum hinterlassen hat, das nun umso häufiger und allzu erfolgreich von rechten und populistischen Projekten gefüllt wird. Ich möchte hier meine eigene Nostalgie hinzufügen – Nostalgie für eine Linke, die es noch wagte, sich eine Alternative zum kapitalistischen System vorzustellen. Ich bin mir bewusst, dass es diese Linke nie gegeben hat, aber gleichzeitig bin ich nicht der Meinung, dass wir die Vorstellung von einem besseren, nachhaltigeren und gerechteren System aufgeben sollten. Immerhin haben die emanzipatorischen Bewegungen der Linken eine Reihe wichtiger gesellschaftlicher Veränderungen bewirkt, die zumindest signalisieren, dass Politik im edlen Sinn noch möglich ist.

Was meine Hauptfigur und die Nostalgie betrifft, würde ich Folgendes sagen. Der Roman beginnt mit der Verzweiflung des Protagonisten, als er sich von seiner ersten und ersten großen Liebe trennt und nun versucht, das Glück in neuen Liebesbeziehungen zu finden. Ich bin mir nicht sicher, ob Nostalgie die richtige Bezeichnung für seine Haltung ist, vielleicht würde ich sie eher als Trauer um einen Verlust beschreiben. Auch bei dieser Konzeption kam mir die Gattung der Komödie in den Sinn, denn die Komödie stellt die Position des Helden ständig in Frage. Ich gehe sogar so weit, dass ich ihm die Chance biete, mit seiner viel beklagten ersten und „wahren“ Liebe wieder vereint zu werden, aber er muss erkennen, dass auch diese Neue nicht die Richtige ist. Wenn wir diese Position Nostalgie nennen, dann problematisieren wir sie radikal. Jede Nostalgie ist mit einer Lüge verbunden; der Sehnsucht nach etwas, das nie war, zumindest nicht in der Form, wie wir es uns in einem nostalgischen Szenario erträumen. Es ist eine Lektion, die der Protagonist akzeptieren muss und die ihn nach und nach zu einem besseren Menschen macht. Die Nostalgie ist in diesem Fall auch ein Zeugnis der Zwangslage des Subjekts, seines Schmerzes, seines Traumas und gleichzeitig ein Versuch, es zu lindern, zu heilen. Doch, wie gesagt: keine Komödie, die diesen Namen verdient, kann eine solche Art der Traumabewältigung unkritisch akzeptieren. Die Logik der Komödie verlangt immer, dass wir uns der Hoffnungslosigkeit, der Wahrheit der Hoffnungslosigkeit, stellen, was freilich keine Entschuldigung dafür darstellen darf, uns selbst (oder die Welt) einfach aufzugeben. Die Wahrheit der Hoffnungslosigkeit ist nicht die letzte Wahrheit, sondern erfordert weiteres mutiges Durchhalten. In dieser Dialektik sehe ich auch die Nähe der Komödie zur Philosophie, wobei die Komödie uns die Möglichkeit zum Lachen und zur Erleichterung bietet – ein sehr willkommenes Nebenprodukt in den aktuellen und kommenden Krisen.

Ana Schnabl

Liebe Ana, dein Roman „Meisterwerk“ (Folio 2022) erzählt eine Liebesgeschichte zwischen einem Autor und einer Lektorin, die in Punkto Sprache und Erzählverfahren zu überzeugen weiß: mit kühnen, doch nie übertriebenen Bildern wird das Innenleben der beiden Protagonisten seziert oder eher entfaltet, in seiner blühenden Vielfalt sicht- und greifbar gemacht. Da die Handlung Mitte der 80er Jahre angesiedelt ist, könnte man meinen, auch hier werde der Staat Jugoslawien romantisch verklärt. De facto handelt es sich aber eher um das Gegenteil von „Jugonostalgie“, oder etwa nicht?

Da „Meisterwerk“ kein historischer Roman ist, kann oder will er nicht wirklich in die Vergangenheit blicken, sondern in die Zukunft, in ein „Was wäre wenn“. In diesem Sinne ist der Roman melancholisch. Ich verstehe Melancholie als eine Form des Visionären: das zu vermissen, was noch nicht existiert, aber in Umrissen erahnt werden kann. Die Protagonistin des Romans, Ana, stellt sich aber nur vor, wie sie sich von den Folgen ihrer Fehlentscheidungen befreien kann, und ihre persönliche Befreiung hängt – wie immer, wie bei jedem – von den gesellschaftlichen und politischen Umständen ab, insbesondere vom Fall des jugoslawischen Regimes, auf den sie keinen direkten Einfluss hat. Ihre Haltung gegenüber Jugoslawien ist also durch ein sehr starkes persönliches Interesse motiviert. Das Gleiche gilt für Adam, der im Gegensatz zu Ana mehr politische Macht oder sie sich – als nicht verurteilter Dissident – zumindest erhofft. Während ich bei Anna das Verhältnis zwischen persönlicher und politischer Freiheit hinterfragte, wollte ich bei Adam die Idee des „uneigennützigen Dienstes am Gemeinwohl“ ironisieren: Was Adam mehr will als soziale und politische Veränderungen, ist ein besserer persönlicher Status, mehr persönliches Kapital. „ Meisterwerk“ ist also auch ein Roman des Eigeninteresses. Der Arbeitstitel lautete eigentlich „Selbstsucht“.

So, wie „Meisterwerk“ alles andere als nostalgisch auf das Leben in Jugoslawien zurückblickt, ist es im Grunde auch keine Liebesgeschichte, sondern letztlich ein feministisches Buch, das von einer Befreiung handelt – die Protagonistin emanzipiert sich im Ljubljana der 80er Jahre von überkommenen, sprich: nostalgischen Liebes- und Lebenskonzepten. Wie aktuell ist diese Thematik im Slowenien von heute?

Es ist wahr, dass „Meisterwerk“ um das Stichwort Feminismus herum organisiert ist, dass das Persönliche politisch ist oder dass intime Revolutionen in politische Revolutionen eingeschrieben sind und umgekehrt. Natürlich habe ich nicht zufällig eine feministische Perspektive für meinen Roman gewählt; Feminismus ist, hehe, ein persönliches Interesse von mir, aber ich habe mit meinem Roman auch sozusagen auf ein gesellschaftliches Bedürfnis reagiert. Die Emanzipation der Frau, die natürlich kein abgeschlossener Prozess ist, ist in Slowenien – wie wahrscheinlich überall in Europa und anderswo – ein äußerst wichtiges und aktuelles Thema. Die slowenische Gesellschaft ist im Grunde noch immer patriarchalisch geprägt und serviert uns deshalb gerne Femizide, Fälle von Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch, Fälle von Gewalt in der Intimsphäre, Versuche der Retraditionalisierung, deren Ausfluss der Versuch ist, das Recht auf Abtreibung abzuschaffen, entsetzliche öffentliche Diskussionen über Frauen und Minderheiten, Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern und andere mehr oder weniger abstoßende Phänomene. Aber natürlich gilt die alte Regel, dass die repressiven Kräfte immer dann gestärkt werden, wenn die Frauen eines ihrer Rechte oder Freiheiten sichern, ganz im Sinne des Wechselspiels von Revolution und Konterrevolution.

Mit Aleš Šteger im Februar 2022 in Leibnitz

Aleš Šteger:

Lieber Aleš, Dein so umfangreiches und vielfältiges Werk kreist entweder um so genannte ewige Themen (man denke an die Gedichtbände „Buch der Dinge“, Suhrkamp 2006, „Buch der Körper“, Schöffling 2012, oder den jüngsten, 2022 bei Wallstein erschienenen monumentalen Roman „Neverend“ [!] mit seinem Fokus auf den Krieg) oder es konzentriert sich radikal auf die Gegenwart (wie etwa in Deinen „Written On Site“-Essays). Wo hat da „die slowenische Nostalgie“ ihren Moment?

Gegenüber der Nostalgie habe ich tatsächlich eine reservierte Haltung. Ich bin mir ihrer mobilisierenden Kraft bewusst, die Jugonostalgie war authentisch und wurde gleichzeitig missbraucht, und wenn es um politischen Missbrauch geht, schafft die Nostalgie falsche, hohle Vorstellungen von der Vergangenheit und damit Raum für Manipulation in der Gegenwart. Die Melancholie ist anders, sie entzieht sich dem politischen Missbrauch, weil sie keine ideologische Funktion an sich hat und daher Ausdruck einer reflektierten, distanzierten Haltung gegenüber der Welt ist.

In Deinem Jugendroman „Als der Winter verschwand“ (Karl Rauch 2022) taucht mit dem Kurent eine fast in Vergessenheit geratene slowenisch-steirische mythologische Figur auf, um als eine Art volkstümlicher Superheld gegen Umweltzerstörung und Industrialisierung zu kämpfen. Ist denn nicht der Kurent womöglich ein Nostalgiker?

Der Kurent ist nicht nostalgisch, im Gegenteil. Ein Kurent ist jemand oder etwas, der vor der Wahl steht, entweder zu kämpfen (und das schließt die radikale Möglichkeit ein, sich für das Wohl anderer zu opfern) oder sich vernichten zu lassen. In einer solchen Konstellation ist kein Platz für Nostalgie, auch wenn ein Hauch von Nostalgie auf den ersten Seiten meines Jugendromans zu finden ist, wo die Entstehung des Kurents in alten Zeiten geschildert wird.

***

PO SLOVENSKO

Andreas Unterweger:

Draga Jela, tvoj roman „Ni druge“ je ljubezenska zgodba, ki je na zavihku nemške izdaje pravilno opredeljena kot „Portret generacije Y“. Lahko jo beremo tudi kot panoptikum različnih odtenkov nostalgije: osrednji lik žaluje za svojo nekdanjo partnerko, druščina prijateljev v študentskem lokalu obžaluje svojo minljivo mladost, v enem od odlomkov, ki so name naredili največji vtis, pa opisuješ avtobusno popotovanje v čast Titovemu rojstnemu dnevu in najrazličnejše tipe „jugonostalgije“. Zakaj je slovenska generacija Y tako nostalgična? Ali pa gre celo za nekoliko bolj globalni problem?

Jela Krečič:

Ko sem pisala Ni druge, moj namen ni bil portretirati mlado generaciji. Res pa je, da je ljubezenska zgodba knjige umeščena v specifični zgodovinski trenutek, v čas po finančni in gospodarski krizi leta 2008, ki se je v Sloveniji (pa ne le tam) odvijala prav na plečih tedanjih mladih. Recesija in varčevalni ukrepi so še posebej tej generaciji poslali sporočilo, da je čas, ko so izobrazba, delavnost in talent zagotavljali stabilni dohodek in tudi možnost dostojnega življenja, nepreklicno minil. To je bil trenutek, ko smo zaznali, da je socialna država začela postopoma razpadati. Prav tako je bil to čas, ko so se še zadnje sanje o vzdržnosti kapitalizma podrle. Spoznali smo, da gre za sistem, ki vse pogosteje generira vse več kriz, zaradi katerih je življenje v deželah blaginje postalo izjemno nepredvidljivo – takšne in drugače krize pa so postale stalnice naših življenj. V tem pogledu po mojem roman še vedno ohranja aktualnost.

Mislim, da je po osamosvojitvi Slovenije v začetku devetdesetih postopoma nastopila deziluzija o  krasnem novem svetu demokracije in kapitalizma. Prav razočaranje nad poosamosvojitveno družbeno konstelacijo hrani nostalgijo po jugoslovanskem socializmu, ki se je dotaknem v enem poglavju v romanu. Namerno sem do te nostalgije ohranila distanco, saj gre tudi v njej za nek temeljni sprevid. In če smem nekaj reči o svojem pristopu, je žanr komedije priročen prav zato, ker ne časti nobene pozicije, ne poveličuje nobene drže, še najmanj nostalgije. Nostalgija, če že, mora postati predmet šale.

K temu pa bi vendarle rada dodala, da je bila socialistična Jugoslavija projekt politike skupnega, ki je vsaj formalno in vsaj nekaj desetletij omogočal dostopno zdravstvo, izobrazbo, socialna stanovanja za kar največji spekter ljudi. Ta, sicer v načelu pravična vizija urejanja družbenega, pa prav tako ni bila vzdržna, sproducirala je svoje lastne gospodarske in druge krize, ki so konec koncev kulminirale v vojni. Te resnice nobena nostalgija ne more izbrisati.

Dejstvo, da obstajajo ljudje, ki častjo Tita, Jugoslavijo, njene rituale, od nas obenem terja, da se kritično zazremo v to, kar nam ponuja aktualni sistem. Mislim, da je prva ključna pomanjkljivost – vidna tudi na ravni EU kot celote – , pomanjkanje politike v osnovnem pomenu besede; manjka torej vizija gradnje skupnega življenja onkraj interesov kapitala, velikih korporacij ter sle po dobičku. S tem hočem reči tudi, da je propad socializma in vzhodnega bloka pustil za seboj velik politični vakum, ki ga sedaj toliko pogosteje in preveč uspešno zapolnjujejo desničarski in populistični projekti. Tu se morda dotaknem še lastne nostalgije – nostalgije po levici, ki si je še drznila zamišljati alternativo kapitalističnemu sistemu. Zavedam se, da te levice ni nikoli bilo, a hkrati ne pristajam na idejo, da moramo obupati nad zamišljanjem boljšega, vzdržnega, pravičnejšega sistema. Konec koncev so leva emancipatorna gibanja prinesla kopico pomembnih družbenih sprememb, ki –  če nič drugega – sporočajo, da je politika v žlahtnem pomenu še vedno možna.

Kar zadeva mojega glavnega junaka in nostalgijo, pa bi rekla takole. Roman se začne z junakovim obupom, ko se razide s svojo prvo in prvo veliko ljubeznijo ter poskuša sedaj srečo najti v novih in novih ljubezenskih razmerjih. Nisem prepričana, ali je nostalgija ustrezno ime za njegovo držo, morda bi to prej označila kot žalovanje za izgubo. Pri tej zasnovi mi je spet prišel naproti žanr komedije, saj prav komedija postavlja junakovo pozicijo neprestano pod vprašaj. Celo tako daleč grem, da mu ponudim možnost ponovne sreče s tako objokovano prvo in „pravo“ ljubeznijo, a mora ob njej ugotoviti, da po novem tudi ta ni prava. Če temu rečemo nostalgija, jo torej radikalno problematiziram. Sleherno nostalgijo spremlja laž; namreč hrepenenje po nečem, česar nikoli ni bilo, vsaj ne v obliki, kot jo sanjamo v nostalgičnem scenariju. To je lekcija, ki jo mora glavni junak sprejeti in zaradi katere postopoma tudi postane boljši moški. Nostalgija v tem primeru priča tudi o neki zagati subjekta, o njegovi bolečini, travmi in je obenem tudi poskus, kako jo ublažiti, pozdraviti, a, kot rečeno, nobena komedija, vredna svojega imena, ne more nekritično sprejeti takšnega načina reševanja travm. Logika komedije vselej terja, da se soočimo z brezupom, z resnico brezupa, kar pa nas obenem ne opravičuje, da preprosto obupamo – nad sabo (ali svetom). Resnica brezupa ni poslednja resnica, ampak terja nadaljnje pogumno vztrajanje. V tej dialektiki vidim tudi bližino komedije filozofiji, pri čemer nam komedija ponudi še priložnost za smeh in olajšanje – kar je v sedanjih in prihajajočih krizah nadvse dobrodošel stranski produkt.    

Andreas Unterweger:

Draga Ana, tvoj roman „Mojstrovina” pripoveduje o ljubezni med pisateljem in urednico ter bralca prepriča z jezikom in pripovednim postopkom: z drznimi, a nikdar pretiranimi podobami seciraš oziroma razvijaš notranje življenje obeh protagonistov, dokler ne razkriješ vse živopisane mnogoterosti, ki jo lahko občutimo, kakor da je na dosegu roke. Dogajanje je postavljeno v sredino 80ih let, zato bi lahko domnevali, da bo tudi tu Jugoslavija predstavljena nekoliko romantično olepšano. Dejansko pa gre prav za nasprotje „jugonostalgije“, mar ne?

Ana Schnabl:

Ker Mojstrovina ni zgodovinski roman, ne more oziroma noče zares zreti v preteklost, marveč v prihodnost, v tisti „kaj bi, če bi“. V tem smislu je roman melanholičen. Melanholijo namreč razumem kot obliko vizionarstva: pogrešati tisto, česar sploh še ni, a si je to mogoče v obrisih zamišljati. Glavna protagonistka romana, Ana, si tako zamišlja, a zgolj zamišlja, kako bi se osvobodila posledic svojih slabih odločitev, pri čemer je njena osebna osvoboditev – kot vselej pri vsakem posamezniku – odvisna od družbenih in političnih okoliščin, konkretno od padca jugoslovanskega režima, na katerega nima neposrednega vpliva. Njen odnos do Jugoslavije je potemtakem motiviran izrazito interesno, osebno, ozko. Enako ob tem velja tudi za Adama, ki pa ima za razliko od Ane več politične moči oziroma si jo – kot nesojeni disident – najmanj obeta. Če sem z Ano prevpraševala razmerje med osebno in politično svobodo, pa sem želela z Adamom na drugi strani ironizirati idejo o „brezinteresnem služenju javnemu interesu“: Adam si vendarle bolj od družbenih in političnih sprememb želi boljšega osebnega statusa, večjega osebnega kapitala. Mojstrovina je zato tudi roman o osebnem interesu. Njen delovni naslov je pravzaprav bil Sebičnost.

Andreas Unterweger:

Draga Ana, tako kot „Mojstrovina” nikakor ne zre nostalgično na življenje v Jugoslaviji, pa pravzaprav tudi ni ljubezenska zgodba, temveč na koncu koncev feministična knjiga, ki govori o osvoboditvi – protagonistka se v 80ih letih emancipira in osvobodi preživetih, torej nostalgičnih konceptov ljubezni in življenja. Kako aktualna je ta tematika v današnji Sloveniji?

Ana Schnabl:

Drži, Mojstrovina je organizirana okoli feminističnega gesla, da je osebno politično oziroma, da se intimne revolucije vpisujejo v politične revolucije ter obratno. Feministične perspektive si za roman seveda nisem izbrala po naključju; feminizem je, hehe, moj osebni interes, vendar sem se z romanom odzivala tudi na družbene potrebe, če se tako izrazim. Ženska emancipacija, ki, kajpak, ni zaključen proces, je v Sloveniji izjemno pomembna, aktualna tematika – kakor verjetno povsod po Evropi in drugod. Slovenska družba je v osnovi še zmeraj patriarhalna in nam zato rada postreže s femicidi, primeri posilstev in spolnih zlorab, primeri intimno-partnerskega nasilja, poskusi retradicionalizacije, katerih odvod je poskus razveljavitve pravice do splava, grozljivim javnim diskurzom o ženskah in predstavnikih manjšin, plačnimi nesorazmerji med ženskami in moškimi ter drugimi bolj ali manj odvratnimi pojavi. Velja pa seveda staro pravilo, da se represivne sile okrepijo vsakič, ko si ženske zagotovijo katero od pravic ali svoboščin. Revolucija in kontrarevolucija, v tem smislu.

Andreas Unterweger:

Dragi Aleš, tvoj obsežni in večplastni opus bodisi kroži okrog tako imenovanih večnih tem (če pomislimo samo na pesniške zbirke »Knjiga reči«, »Knjiga teles« ali monumentalni roman »Neverend« [!], ki se osredotoča na vojno) ali pa se radikalno posveča sedanjosti (kot na primer v tvojih esejih iz serije »Na kraju zapisano«). Kje je tu mogoče najti »slovensko nostalgijo«?

Aleš Šteger:

Do Nostalgije imam zadržan odnos. Zavedam se njene mobilizacijske moči, jugonostalgija je bila pristna in zlorabljena obenem in ko je šlo za politično zlorabo, ustvarja nostalgija napačne, votle predstave o preteklosti in preko njih ustvarja prostor za manipulacije v sedanjosti. Drugače je z melanholijo, ki se izmika politični zlorabi, saj po sebi nima ideološke funkcije in je zato veliko bolj odraz neke reflektirajoče, distančne pozicije do sveta.

Andreas Unterweger:

V tvojem romanu za mladino z naslovom „Kurent“ v liku kurenta obujaš skoraj pozabljeno slovensko-štajersko mitološko figuro, ki se kot nekakšen ljudski superjunak bori proti uniževanju okolja in industrializaciji. Je Kurent morda nostalgik?

Aleš Šteger:

Kurent ni nostalgik, nasprotno. Kurent je nekdo ali nekaj, ki je postavljeno pred izbiro, ali se boriti (in borba vključuje tudi radikalno možnost žrtvovanja samega sebe za dobro drugih) ali pa pustiti, da si izničen. V taki konstelaciji ni prostora za nostalgijo, čeprav morda na uvodnih straneh mojega romana za mlade, kjer je prikazan nastanek Kurenta v starih časih, utegne zadišati po nostalgiji.

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Übersetzungen ins Slowenische: Amalija Maček

Übersetzungen ins Deutsche: Andreas Unterweger

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