Andreas Unterweger

„So long, Annemarie“ im Musil-Haus

Posted in So long, Annemarie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 17. November 2022

Letzte Woche war ich in Klagenfurt, jener sagenumwobenen Landeshaupstadt, die ich bislang nur vom einmaligen Spaß des Eislaufens auf dem Wörthersee kannte.

Mein erster Eindruck: eine total durchliterarisierte Stadt!

Mein zweiter: ein anderer.

Übrig blieb die seltsam vertraute, höchst widersprüchliche Resonanz eines Ortes, an dem die Brüche, die anderswo in Österreich unter der Oberfläche lauern, offen zutage treten.

Und ähnlich wie in Deutschland oder in den USA schien es mir auch hier wie ein Ankommen in der echten oder gar einer richtigeren Welt, derjenigen nämlich, die ich aus den Büchern kenne. Die singenden alten Männer vor dem Busbahnhof etwa schienen einem Buch Peter Handkes entsprungen, mehrere Brunnen erinnerten an Ingeborg Bachmann, und so manchen Text Josef Winklers, Anna Baars oder Antonio Fians verstehe ich jetzt auch besser.

Wie auch immer: Abends durfte ich selbst aus meinem Roman „So long, Annemarie“ lesen. Die Lesung fand im oben abgebildeten Musil-Haus vor dem eindrucksvollen Rahmen der Werner-Kofler-Ausstellung und ebenso eindrucksvollem Publikum statt.

Als Edel-Moderator saß mir mein ehemaliger Diplom-Vater Gerhard Melzer zur Seite. Nachdem ich erzählt hatte, dass ich das Wissen darüber, wie Bücher gebaut werden, den Leseseminaren bei ihm verdanke, las ich die Kapitel „Der erste Schlag“ und „Warum geben wir nicht acht?“ Dazwischen, davor und danach diskutierten Gerhard und ich über Fragen wie das Thema Fußball in der Literatur oder die Bedeutung des Motivs „gehen“ in meinem Buch und anderswo.

Mein Dank gilt Edith Bernauer vom Musil-Haus für die Einladung und überaus freundliche Betreung, Gerhard Melzer für den intensiven, penibel vorbereiteten Austausch und dem hochkarätig besetzten Publikum fürs Kommen!

(c) Gerhard Melzer

Mit Josef Winkler im zeitschriftenmäßig gut bestückten Theatercafé (ob wohl unser verstorbener Freund Heimo Steps die manuskripte 231 dorthin getragen hatte?).

Anderntags, beim Abschied, zeigte sich Kärnten noch einmal von seiner Fernsehseite:

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