Andreas Unterweger

„L’Europe poétique“ – Podcast, Festival Magnifique Printemps (Villa Gillet Lyon)

Posted in Poèmes by andreasundschnurrendemia on 17. März 2021

Gestern aufgezeichnet, aber ab heute und in alle Ewigkeit unter diesem Link zu hören: 4 auch übersetzende Dichter*innen aus 4 Ländern diskutieren rund um Guillaume Métayers neues Meisterwerk „A comme Babel“ (La rumeur libre 2020) über Übersetzung, Dichtung …

… und Wahrheit:

Am Start (v.r.u. nach r.o.): Vanda Miksic (Kroatien), Tóth Krisztina (Ungarn), Guillaume Métayer (Frankreich: mit Mikrophon im Gesicht und Organisatorin Lucie Campos Mitchell neben sich) und ich (Österreich).

Die Ankündigung der Villa Gillet:

„A wie Babel : ein Europa der Dichtung“
Mit dem Untertitel „Übersetzung, Dichtung“ vermischt der Guillaume Métayers Essay „A comme Babel“ (La rumeur libre, 2020) Berichte aus der Übersetzungswerkstatt mit einer theoretischen Reflexion, die tief in der Poesie und der Liebe zu den Sprachen verankert ist. Er lädt uns ein zu einer Reise zu zeitgenössischen Texten und Dichtern, deren Fährmann er ist. Mit
Krisztina Tóth (Code-barres, Gallimard, 2014), Andreas Unterweger (Le livre jaune, Lanskine, 2019) und Vanda Miksic (Des transports : septembre 2014-décembre 2016, Lanskine, 2019): eine mehrsprachige Fahrt in ein ganzes Universum der zeitgenössischen Poesie, die den Blick auf Ungarn, Österreich, Kroatien und andere Landstriche der Dichtung richtet.“

Folgende Fragen standen u.a. zur Debatte:

Welche Rolle spielt das Internet in Ihrer Übersetzungsarbeit?

Welchen Platz nimmt die Übersetzung in Ihrer Arbeit als Schriftsteller*in ein?

Befürchten Sie, dass die Übersetzungsarbeit Sie vom Schreiben abhalten könnte?

Welches Bild haben Sie vom Übersetzer/von der Übersetzerin? Tauchen er oder sie in Ihren literarischen Arbeiten als Figur auf? Wenn ja, als welche?

Wer ist Ihr/e Lieblingsübersetzer*in?

Usw. usf.

(Achtung: die Diskussion wird auf Französisch geführt! Vorbereitung war très nécessaire!)

Herzlichen Dank, lieber Guillaume für die Einladung, das gelungene Konzept und die großartigen Fragen (die Dikussion war mir eine große Freude!), herzlichen Dank liebe Vanda Miksic und Krisztina (ich habe viel gelernt!), herzlichen Dank, liebes Team von der Villa Gillet (alle waren sehr freundlich und der technische Support durch Pierre-André Pernin war topp!)!

(Foto: Guillaume Métayer, er war beneidenswerterweise vor Ort. Wir anderen saßen, wie er zu Beginn sagte, „chacun dans sa ville, chacun dans sa villa“*.)

*“Jeder in seiner Stadt, jeder in seiner Villa.“ Wortspiel, unübersetzbar. 🙂

Micropoetica (zu Peter Handke, Olga Tokarczuk u. a.)

Posted in Das gelbe Buch, manuskripte, Mikroessays, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 11. Oktober 2019

Mehr als nur ein Zufall, nämlich zwei Zufälle: In einem Vortrag über das (und mein) Schreiben von kurzen Prosaformen, den ich vor 8 Jahren im Literaturhaus Lettrétage in Berlin-Kreuzberg gehalten habe (erstveröffentlicht in manuskripte 194) tauchen gleich beide Nobelgepriesene von gestern auf.

Wenn ich meinen Aufzeichnungen trauen kann, habe ich von Olga Tokarczuk gelernt, wie ein Roman auch aussehen kann (wichtig etwa für Das gelbe Buch). Und Peter Handke hat mich davor bewahrt, Germanist zu werden.

HIER ZUR GÄNZE NACHZULESEN!

Für Klick- und Downloadfaule habe ich die Stellen mit Handke und Tokarczuk hier herausfotografiert:

Printemps des poètes – Hors saison

Posted in gedichte, Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 14. Juli 2019

Spät, dafür aber am französischen Nationalfeiertag – Nachtrag zu den Terminen:

  1. 23.05.19, 19 Uhr, Andreas Unterweger liest beim Poesiefestival Printemps des poètes aus seinem in Kooperation mit Versopolis erscheinenden dreisprachigen Gedichtband. Guillaume Métayer liest die Übersetzungen ins Französische. Außerdem lesen:  Luljeta Lleshanaku (Albanien), Eleanor Rees (GB), Ivan Hristov (Bulgarien). Centre national du livre, 53 Rue de Verneuil, 75007 Paris, und
  2. 24.05.19, 19 Uhr, 23.05.19, 19 Uhr, Andreas Unterweger liest beim Poesiefestival Printemps des poètes aus seinem in Kooperation mit Versopolis erscheinenden dreisprachigen Gedichtband. Yekta liest die Übersetzungen ins Französische. Außerdem lesen: Luljeta Lleshanaku (Albanien), Eleanor Rees (GB), Ivan Hristov (Bulgarien). Café La Pomme d´Eve, 1 Rue Laplace, 75005 Paris.

Paris, bekanntlich ein Fest fürs Leben, hat auch für zwei Leben ausreichend Feste zu bieten. Und so durfte Ende Mai nicht nur der Prosaschriftsteller meines Namens jubilieren (bei der Nuit de la littérature: wir berichteten), sondern auch sein Gedichte schreibendes Alter Ego – wurde doch im Rahmen meiner Teilnahme an der Sonderschiene „Hors saison“ des Lyrikfestivals „Printemps des poètes“ mein erster Gedichtband veröffentlicht:

Die Einladung nach Paris und das im Verlag La Traductière erschienene Büchlein verdanke ich meiner  virtuellen Präsenz auf der internationalen Lyrikplattform Versopolis, die vom Verlag Beletrina in Ljubljana organisiert wird und zu der ich vom Unabhängigen Literaturhaus Niederösterreich eingeladen wurde. Vielen Dank, liebe Sylvia Treudl und Michael Stiller! God save the E.U.!

Die erste Lesung fand im renommierten Centre national du livre statt.
Von l.n.r.: Ivan Hristov, io, Luljeta Lleshanaku, Eleanor Rees:

Hier sieht man, wie der Dichter dreinschaut, wenn das Flugzeug der AUA zwischen Graz und Wien so viel Verspätung aufreißt, dass es den AUA-Anschlussflug nach Paris verpasst und der Lesereisende trotz Dauerlaufs vom Flughafen über die RER- und Métro-Bahnsteige (auch solche in die falsche Richtung) erst 15 Minuten nach programmiertem Beginn der Veranstaltung auftaucht:

(c) Printemps des poètes

Ich las drei Gedichte („An einen, den ich kannte“, „Großvatersprache“, „Die Schlange“, glaube ich), alle drei übersetzt von Guillaume Métayer, der auch die französischen Fassungen vortrug.

Anschließend eine lange Diskussion über „die neue europäische Lyrikwelle“, die von einigen ihrer Protagonisten im schönen Garten des CNL fortgesetzt wurde.
Hier unterhalten sich Ivan Hristov, Guillaume Métayer und die bulgarisch-französische Dichterin Velina Minkoff

… hier Luljeta Lleshanaku mit Leserinnen …

… hier zitiert ein AUA-Geprüfter wieder einmal Arthur Rimbaud: Ich ist ein anderer:

Die Vorbereitungen auf die Lesung am Abend darauf lassen sich auf Facebook trefflich nacherleben, dort so geschildert:

„Paris – Stadt der Dichterinnen und Dichter!
Erst Rimbaud und Verlaine gesucht und gefunden …

… dann zufällig (!), einen Tag vor den vereinbarten Treffpunkt, Laure Gauthier getroffen (kein Wunder, dass wir doublecheesen) …

… danach geplantes Posen mit dem designierten Styrian Artist In Residence Guillaume Métayer vor der Buchhandlung Tchann, wo er demnächst seine über 1000-seitige Nietzsche-Lyrik-Gesamtübersetzung (in Reimen!) präsentiert …

Guillaume und ich besuchten auch das Café La Pomme d’Eve im Quartier latin, in dessen mittelalterlichem Kellergewölbe am Abend die zweite Lesung des Festivals stattfand – schon die Klingel war ein Gedicht …

Am Abend wurde wieder Gutes von Luljeta Lleshanaku (Albanien), Mystisches von Eleanor Rees (GB) und Witziges von Ivan Hristov (Bulgarien) geboten.
Ich las das lange Gedicht „Kabul“, das der ebenfalls anwesende Laurent Cassagnau, bekannt als brillanter Übersetzer von „Das gelbe Buch“ („Le livre jaune“), ins Französische übertragen hatte.

 

(c) Laurent Cassagnau

(c) Printemps des poètes

Musikalischer Höhepunkt des Abends war zweifelsohne Ivan Hristovs Flötenperformance.

Danke Österreichisches Kulturforum in Paris

… danke Versopolis, danke Linda Maria Barros und Louise Champiré von Printemps des poètes!
Danke auch für die netten Unterhaltungen auf diversen Flughäfen, lieber Paris-Flug- und Verspätungsgenosse Christoph Urban!

*

Zum Gedichtbuch:

Es enthält folgende Gedichte im deutschen Original und ihre Übersetzungen ins Französische und Englische:

Donauebene (Dezember), frz. v. Laurent Cassagnau, engl. v. Greg Nissan.
An einen, den ich kannte, frz. v. Guillaume Métayer, engl. v. Greg Nissan.
Kabul, frz. v. Laurent Cassagnau, engl. v. Greg Nissan.
Großvatersprache, frz. v. Guillaume Métayer, engl. v. Greg Nissan.
Die Sonnenblumen, frz. v. Guillaume Métayer, engl. v. Greg Nissan.
Klimatologen, frz. v. Guillaume Métayer, engl. v. Greg Nissan.
Das Tonstudio, frz. v. Guillaume Métayer, engl. v. Greg Nissan.
Юдит, frz. v. Laurent Cassagnau, engl. v. Greg Nissan.
Die Maus, frz. v. Guillaume Métayer, engl. v. Gertraud Dayé.
Die Spinne, frz. v. Guillaume Métayer, engl. v. Gertraud Dayé.
Die Schlange, frz. v. Guillaume Métayer, engl. v. Gertraud Dayé.
Kein Gedicht, frz. v. Guillaume Métayer, engl. v. Gertraud Dayé.

(Herzlichen Dank auch den ÜbersetzerInnen!)

Das Buch ist in den Buchhandlungen Bücherstube, Prokopigasse 16, 8010 Graz …

… und Büchertheke Draxler, Schmiedgasse 12, 8430 Leibnitz, erhältlich.
Veranstalter*innen/Journalist*innen beschicke ich gerne selbst.

 

Nächste Lesungen aus dem Buch:

Podujatie, Slowakei.

24.07.2019, 17:00, Guillaume Métayer und Andreas Unterweger lesen Gedichte von Friedrich Nietzsche und eigene Texte. Special guest: Kinga Tóth. Anschließend Prosecco und Knabberei. Bücherstube, Prokopig. 16, 8010 Graz.

 

„Hölle Kitty“ (Poetin 25)

Posted in Das kostbarste aller Geschenke, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 13. September 2018
Mein Beitrag zur Leipziger Literaturzeitschrift „poetin“ (vormals: „poet“), Nr. 25, Thema „Autorschaft und Elternschaft“ sind mehrere Notizen aus einer losen „Kindergeschichtengeschichten“-Sammlung mit dem Arbeitstitel Hölle Kitty.
Angesichts des Themas erinnern sich manche vielleicht auch an mein Buch Das kostbarste aller Geschenke (Droschl 2013) oder die Anthologie Mein Kind ist ein Vogerl (Edition Yara 2014), die ich gemeinsam mit Bernadette Schiefer herausgegeben habe (bzw. mein Vorwort dazu: Vaterbücher).
*
Leseprobe aus „Hölle Kitty“ in der „Poetin“:
(…)
DIE KUNST, AUF JEDEM BILD ZUALLERERST DIE KATZE ZU ENTDECKEN
(und es gibt sie, tatsächlich, auf jedem Bild: nicht nur bei Picasso, Dora
Maar au chat, sondern auch auf dem Rahmen des Fensters, das man
durch das Klofenster des Zahnarzts sieht, in einer Ecke des Wand –
teppichs, den Jeanne in Une vie von Maupassant betrachtet, und sogar,
zu mehrt!, auf dem Foto, das der Lektor von seiner »Bücherwand
Rushmore« schickt), habe ich von meinen Kindern erlernt.
(…)
AUCH DER BUB IM AUTOSCOOTER,
der – das Gesicht verzerrt und »Ich schießen euch alle nieder!« kreischend
– auf die Kinder in den anderen Autoscootern losschießt, wird
von seinen Eltern, die, wie wir, mit ihren Smartphones hinter der Bande
stehen, verzückt fotografiert.
(…)
»ICH SEH, ICH SEH, WAS DU NICHT SIEHST,
und das ist hellblau und sehr, sehr klein!«
Das Kind, wie aus der Pistole geschossen: »Österreich!«
Der Vater: lacht.
Das Kind, beleidigt: »Da, auf dem Globus!«
(…)
*
Mit bestem Dank an Katharina Bendixen für die freundliche redaktionelle Betreuung!
*
poetin nr. 25
Literaturmagazin
Herausgeber: Andreas Heidtmann
Konzept: Carolin Callies
Prosaredaktion: Katharine Bendixen
poetenladen, Herbst 2018
272 Seiten, 9.80 Euro
Beiträge von Andreas Heidtmann, Andreas Unterweger, Björn Kuhligk, Michelle Steinbeck, Ulrike Almut Sandig, Dagmara Kraus, Daniela Seel, Arne Rautenberg, Jan Volker Röhnert, Janin Wölke, Carl-Christian Elze, Ron Winkler, Nora Nora-Eugenie Gomringer, Hendrik Jackson, Christian Filips, Timo Berger, Kathrin Schadt, Walle Sayer, Francis Nenik, Soulemane Diamanka, Hiromi Ito, Elo Viiding, Kerstin Preiwuß, Nancy Hünger, Sünje Lewejohann, Max Wallenhorst, Thomas Kunst, Sophie Sumburane, Anke Stelling, Melanie Katz, Simone Scharbert, Markus Orths, Isabelle Lehn, Kathrin Bach, Mithu Melanie Sanyal, Christiane Rösinger, Christina Mohr, Hauke Hückstädt.


*

Weitere Texte aus „Hölle Kitty“ finden sich in der Anthologie „Verführung zum Staunen“ (hg. v. Friederike Schwab, Leykam 2016).

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poet

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 26. März 2013

Meine Beiträge zu Heft 14 der Literaturzeitschrift poet, die den von Katharina Bendixen zusammengestellten (und mit einem sehr lesenswerten Einleitungsessay versehenen!) Schwerpunkt „Prosaminiaturen“ eröffnen:

Über die Polen

Man unterscheidet vier Arten von Polen: Die Nordpolen, die Südpolen, die Pluspolen und die Minuspolen. Von den Pluspolen und Minuspolen ist bekannt, dass zwar einerseits Pluspolen Minuspolen und Minuspolen Pluspolen ungemein anziehend, andererseits aber Pluspolen Pluspolen und Minuspolen Minuspolen ungeheuerlich abstoßend finden. Deshalb trifft man niemals auf Pluspolen im Kreise von Pluspolen, und nirgendwo auf Minuspolen im Kreise von Minuspolen. Da hingegen vielmehr Pluspolen ausschließlich an der Seite von Minuspolen, und Minuspolen ausschließlich an der Seite von Pluspolen gesichtet werden, ist die Unterscheidung der Polen in Pluspolen einerseits und Minuspolen andererseits eigentlich hinfällig. Ähnliches gilt für Nordpolen und Südpolen. Es gibt überhaupt nur einen einzigen Nordpolen, doch niemand hat ihn jemals zu Gesicht bekommen. Es gibt auch nur einzigen Südpolen. Der lebt aber gar nicht in Polen, sondern in der Antarktis. Er wurde 1911 von Amundsen entdeckt.

Lieben

„Es gibt nicht: die Liebe. Es gibt: die Lieben.“ Es gibt so viele Lieben, wie es Menschen gibt. Es gibt für jeden Menschen nur: die eine. Sie bricht das erste Mal aus, wenn er sechzehn ist. Sie wird zu viel für ihn sein, schon das erste Mal. Erst viel zu leicht und dann: schon viel zu schwer. Er wird die Liebe einem auf die Schulter legen, der sie nicht haben will. Dann wird der Mensch sich wundern: ach, wie schwer das ist. So eine Liebe loszukriegen. So allein mit der Liebe. So allein mit sich. Der Mensch wird weiter nach dem suchen, der die Liebe trägt. Seine Liebe: erträgt. Und wird vielleicht, von Zeit zu Zeit: jemanden finden, der sie auf sich nimmt. Für eine Zeit und dann: wieder allein. Mit seiner Liebe und: allein mit sich. Und immer schwerer wird die Liebe werden, weil: die Liebe wächst. Sie wächst und wächst, wenn: keiner da ist, der: sie haben will. Sie halten und: für sich behalten will. Der Mensch wird mit der Liebe weitertaumeln, die: ihn fast erdrückt. Der Mensch wird schwer bewaffnet sein, mit seiner Liebe. Und so wird es geschehen, dass der Mensch: den Menschen, den er, lebenslang!, gesucht hat, trifft. Mit seiner Liebe. Und: ihn so erschlägt.

Ein Bild von dir

Du hast ein Bild von dir bei mir vergessen. Es ist ein ganz ganz kleines Bild von dir, mit einer Kerze und mit, hinter dir, einem ganz schwarzen Nachthimmel im Fenster. Einem noch ganz ganz schwarzen Morgenhimmel. Ein Bild vielleicht wie der Kaffee, den du am Bild gerade trinkst. Ganz schwarz, ganz stark, mit Honig drinnen und mit Kardamom. Mit ein paar Brösel Toast vielleicht, mit einem Brösel Schafskäse vielleicht, vielleicht mit einem Brösel noch einer Olive. Oder von dem, was sonst noch auf dem Tisch da steht, an dem du sitzt, da, auf dem Bild von dir. Dem Bild, das wie ein Song ist von, vielleicht, so einem wie Van Morrison. Oder vielleicht von so einem wie Townes Van Zandt. Aber es ist kein Song von einem von den beiden. Es ist ein Song, in dem es um ein Mädchen geht wie dich. Das schon am Küchentisch sitzt und Kaffee trinkt, schwarz, mit Honig, wenn es noch finster ist, wenn es im Fenster hinter ihm noch viel mehr Nacht ist als schon Morgen. Das Honigsüße dieser Nacht sei, heißt es in dem Song, die Hoffnung, die das Mädchen bringt. Die schon der Anblick vom Gesicht von diesem Mädchen da im Song, das so wie deines ist, dem einen bringt, der es besingt. Wenn er es denn nur sehen könnte, einmal noch, und sei es noch so früh am Morgen, wie es da, schlaflos schön, in seiner Wohnung sitzt, an seinem Küchentisch, und den Kaffee, den er gemacht hat, trinkt, ganz schwarz, mit Honig drin. Und von den Augen von dem Mädchen da im Song heißt es, sie seien außen grün und innen schwarz, wie Kardamom. „Grün wie die Hoffnung“, heißt es etwas kitschig, du weißt ja, wie die Songschreiber so sind, „tief wie der Ozean, schwarz wie die Nacht“. Ganz so wie deine Augen sind. Wie deine Augen auf dem Bild da sind, dem Bild von dir, das du vergessen hast. Ich kann die Melodie hören von dem Song über das Mädchen, das so ist wie du, und ich kann mitsingen, ja, ich kann mitsingend den Song über das Mädchen schreiben, das so ist wie du, wenn ich dich sehe, auf dem Bild von dir. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich das Bild.

Für Judith

Der Winter dauerte nur einen Tag

Als ich die Augen aufmachte, fing es an zu schneien. In dicken Flocken fiel der Schnee von der Schimmelschutzdecke auf das Bett herab. Ich kratzte etwas Eis aus meinen Augenwinkeln. Dann stand ich auf. Es war nicht wirklich kalt. Ich ging zu Marie rüber, die beim Ofen kniete. Sie legte ihren Kopf gegen mein Knie und sagte: „Hallo Hans“. Dann kam der Kleine, und wir spielten Bauen. Wir bauten was aus Brennholz. Wir bauten eine Mauer rund um uns. Die Mauer schützte uns vor allem, was nicht so wie wir war. Drinnen, da waren wir – der Rest blieb draußen. Die Mauer schützte uns: den Kleinen und Marie und mich, Hans. Die Mauer schützte uns am Morgen, als wir, sie bauend, vor dem Ofen saßen – sie schützte uns am Abend, als wir, in ihrem warmen Schatten, tanzten. Wir tanzten durch den Schneefall, Hand in Hand, fingen die Flocken auf mit unseren Zungenspitzen. Der Schnee schmeckte wie Staubzucker in diesem Winter. Der Schnee war warm, das Holz brannte im Ofen, die Mauer rund ums hielt allem stand. Es war der schönste Winter meines Lebens. Aber er dauerte nur einen Tag. Nicht, dass es dann am nächsten Morgen nicht geschneit hätte. Im Gegenteil: dicker denn je fielen die Flocken auf das Bett herab. Der Schnee war da, als ich die Augen aufmachte, das Eis war da, in meinen Augenwinkeln, und auch die Mauer war noch da, höher noch, fester, viel fester, als gestern. Dahinter wusste ich Marie in Sicherheit. Beim Ofen kniend, mit dem Kleinen spielend. Ich kratzte etwas Eis aus meinen Augenwinkeln. Dann stand ich auf. Jetzt war es wirklich kalt. Ich ging, ganz müde noch, zur Mauer rüber. Dort fiel es mir dann ein: Ich bin nicht Hans.

Poetisches Daumenkino …

Posted in Du bist mein Meer by andreasundschnurrendemia on 23. Februar 2011

… oder „Auf der Suche nach dem verlorenen Meer“ …

Unter diesem schönen Titel ist auf literaturhaus.at, der Website des Literaturhauses Wien, eine sehr genaue, sehr aufmerksame, sehr gut geschriebene und glücklicherweise auch noch sehr freundliche Rezension zu „Du bist mein Meer“ von Michaela Schmitz erschienen.

Hier nachzulesen!

Ach, wie ich mich freue, wenn ich den Eindruck haben darf, eine Rezensentin/ein Rezensent nimmt ihren/seinen Job genau so ernst wie ich den meinen!

Viel Freude beim Lesen!

Rivista clanDestino (2 Gedichte, Interview)

Posted in gedichte, manuskripte, Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 27. März 2021

Ich freue mich sehr über meine Präsenz in der italienischen Literaturzeitschrift clanDestino!
(Hier oder auf dem Foto zu erklicken.)

 

Valentina Colonna, Dichterin, Komponistin und frischgebackene Doktorin der Linguistik, hat ein längeres Interview mit mir geführt – die Themen: meine Arbeit mit und abseits von den manuskripten, Wohl und Wehe von Literaturzeitschriften im Allgemeinen, Zusammenarbeit mit Alfred Kolleritsch und Ratschläge an junge Dichter*innen.
Aus dem Englischen übersetzt hat es Flora Matera.

Dem Interview gehen zwei meiner Gedichte voraus, ins Italienische übersetzt von Barbara Herzog: „An einen, den ich kannte“ und „Donauebene, Dezember“, beide bei clanDestino (deutsch und italienisch) oder im dreisprachigen Gedichtbändchen „Poèmes“ (deutsch, französisch, englisch) nachzulesen.

Grazie mille, cara Valentina, grazie Barbara Herzog e Flora Matera, grazie a tutti!

 

Das Interview wurde in der beiderseitigen Fremdsprache Englisch geführt, hier die Originalfassung – für all jene, bei denen 2 Jahre Wahlpflichtfach Italienisch auch nicht für die Zeitschriftenversion reichen:

 

INTERVISTA

Valentina Colonna:
manuskripte is the most prestigious Austrian literary review, one of the oldest and most renowned literary journals in the German-speaking countries. It was founded in Graz in 1960 by Alfred Kolleritsch. Since 2016 Kolleritsch, who sadly passed away in 2020, and you edited the review together. Can you tell us about manuskripte and your experience there?

 

Andreas Unterweger:
manuskripte is known for Peter Handke’s first publication and early publications by other famous Austrian writers like Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker or Ernst Jandl. However, many international stars like Vaclav Havel, Allen Ginsberg, Sylvia Plath, Seamus Heaney and many others also published in the review. In 2019, we were lucky to present Louise Glück before she received the Nobel Prize.

Based in Graz, Austria’s second city, manuskripte played a decisive role in the development of the city. Graz was a stronghold of the Nazis before and even after WWII. In the sixties and seventies, Kolleritsch and his friends of the artist’s community Forum Stadtpark stood up against a very reactionary public and the local press. As a result, manuskripte caused several scandals, once the editor was even accused of dissemination of pornography. This struggle really changed the place. Without the progress caused by manuskripte and Forum Stadtpark, Graz could never have been cultural capital of Europe in 2003, for instance.

I have been a fan of manuskripte and writers like Handke and Kolleritsch since I was a teenager. My dream was to publish in the review, not to become the editor. That just happened while I was busy trying to write my own stuff … When I was young, I waited until my texts were good enough before I sent them to Kolleritsch. He published one of my stories in 2006 and I remember that I was very proud then. He supported me as a writer, we became friends, and in 2009, when he was very sick, I started to help the editorial staff occasionally. In 2016, after I had returned to Styria (I lived in the countryside in Lower Austria for almost 10 years), he told me that he was looking for a successor and that he had chosen me.

manuskripte was edited by “Fredy” – Alfred Kolleritsch’s nickname – for 60 years; that’s world record, I guess. So it was quite an experience to work side by side with such a legend … What have I learned from him? He always trusted his intuition. He always tried to “read deeper”, to see the human being behind the words … And he didn’t rush into a decision, not even under pressure.

When Fredy died in 2020, I was very sad. Since then, I have been very busy. It’s not necessary to reinvent manuskripte. The concept – to be open, not to limit the review to certain themes or poetics – is still great. That said, my team and me, we have to change some minor things. For instance, we have to approach the contemporary readers by a new appearance and some fine-tuning in terms of content. We are happy to have more than 1.000 subscribers and to reach a circulation of 2.500 copies. We recently even raised the number by selling copies on airports and train stations in Germany, Austria and Switzerland.

I still mainly consider myself as a writer. To be the editor of manuskripte is my bread-and-butter job. A bread-and-butter job that could also be seen as my second dream job.

 

Valentina Colonna:
What do you think about the European landscape of literature (in particular poetry) reviews?

 

Andreas Unterweger:
Reviews like manuskripte have always been in a precarious situation. Nowadays it seems to be even worse – considering the new media, which offer many possibilities to publish your writing (blogs, Facebook and so on). What are literary reviews still good for after all?

On the other hand: everybody can create his own blog or Twitter account. That’s nothing special. And nobody can read the whole internet … That could be an opportunity for journals like manuskripte: people – and publishing houses – need someone who pre-selects more than ever. If you publish in a renowned review like manuskripte you get noticed by readers – and especially by those readers who really matter, like editors, critics, other writers …

Despite the new media, people are still extremely interested in being published in manuskripte – to be printed, not just to be published online. We receive about 2000 unsolicited manuscripts a year. We publish about 80 of them in our four annual issues.

 

Valentina Colonna:
How did the experience with Kolleritsch and the work for the review influence your work as a poet?

 

Andreas Unterweger:
Working for manuskripte influenced my own writing mainly on the level of organization. I simply have less time now. On the other hand, the poet in me is prone to defiance. “Less time?”, he says. “Ok, so I will start to write a long, long novel which requires even MORE time!” You see, it’s a struggle against myself – a win-win-situation, so to speak.

Nevertheless, my inner poet is getting more and more reconciled with my role as an editor. It’s not bad at all  not to be a writer exlcusively. To be the editor of manuskripte gives me the opportunity to help other writers and artists (young writers, foreign writers, writers in troubles, forgotten writers …), which I have to seize. And it allows me to make a living without depending on odd jobs.

 

Valentina Colonna:
manuskripte
always paid careful attention to the international literature scene as well as to new authors: what would you suggest to a young author in 2021?

 

Andreas Unterweger:
The advice, that helped me the most, is rather simple. It is by Ernest Hemingway. In A Moveable Feast he tells himself as a young writer: “,All you have to do is to write one true sentence. Write the truest sentence that you know.’ So finally I would write a true sentence, and then go on from there.”

These words are still valid. Work on the smallest entities to create a stable background – that’s better than creating castles in the air by using empty phrases (like “castles in the air”). Concentrate on the language, not on your career – the career is the second step. And don’t give up too early – it’s normal to get rejected at first. “Try again. Fail again. Fail better” – as Samuel Beckett wrote.

 

(Danke fürs Korrekturlesen, liebe Barbara!)

„In Zeilen wie diesen“ – Pressekonferenz, Vorwort, Textprobe

Posted in In Zeilen wie diesen, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 17. März 2021

Am 16.03.2021, dem Jahrestag des ersten Lockdowns, fand in Klaus-Dieter Hartls Galerie Marenzi in Leibnitz eine Pressekonferenz zur Präsentation des Buchs „In Zeilen wie diesen . magic spell“ statt.

Manche erinnern sich vielleicht: vor rund elf Monaten habe ich – im Auftrag der Galerie Marenzi – wöchentlich prosagedichtähnliche Texte verfasst und dann in der Galerie eingelesen, um das tägliche Leben während des ersten Lockdowns zu dokumentieren. Kein Corona-Tagebuch, keine Glossen, sondern eher eine poetische Chronik (unten stehend mein Vorwort mit allen Details).

Meine Texte reagierten nicht zuletzt auf die Bilder Isa Riedls, die damals in der Galerie im Rahmen der Ausstellung „magic spell“ zu sehen waren. In dem Buch, das sehr schön geworden ist, kommen Bilder und Texte nun endlich endgültig zusammen.

Ich danke allen Beteiligten, insbesondere Klaus-Dieter Hartl und Vize-Bürgermeisterin Helga Sams (Leibnitz Kult), für die nette kleine Veranstaltung gestern, in deren Rahmen ich sogar ein kurzes Stück vorlesen konnte – meine erste echte Lesung seit wie langer Zeit!

Bezug nehmend auf die gerade wieder hochkochende Kritik daran, wie die Regierung mit den kulturellen Einrichtungen in der Pandemie umspringt, war es dieser Auszug, den ich gelesen habe:

„In jenen Tagen sah ich eine Welt aus dem Meer steigen, die war
selbst wie das Meer: unvorstellbar kalt, unvorhersehbar, herzlos
rollte sie, Welle für Welle, auf uns zu. Zu Beginn der ersten Welle

schloss man zuerst die Kunst, dann die Wirtschaft – denn diese sei
systemrelevant, die Kunst nicht. So wurde die Wirtschaft, anders
als die Kunst, auch gleich wieder aufgesperrt, als die erste Welle

verflachte. Wir aus der Kunst empörten uns, jedoch vergebens.
Eingebunkert in unsere Bubbles simulierten wir noch immer mit
Bildschirmen Scheinwerferlicht, als draußen eine zweite Welle

noch einmal, härter, über die Welt und ihre Wirtschaft hereinbrach.

 

Und dies sah ich: Bei jeder neuen Welle hatte die Kunst noch zu
und die Wirtschaft schon offen, oder umgekehrt: die Wirtschaft
noch offen, die Kunst schon zu. Und dies: Nach der letzten Welle,

als die Bullaugen unseres Theatrons sich ganz ohne Erlass, ganz
zaghaft, wieder öffneten, waren alle Fabriken, Bazare, Parkgaragen
(und was sonst noch so zur Wirtschaft gehört hatte) menschenleer.

Und: Nur wir allein, die aus der Kunst, hatten die Sintflut überlebt.
Mag sein, dass uns auch Gott, wie die Welt, weil wir eben nicht
systemrelevant waren, einfach vergessen hatte. Wie auch immer.

An einem windstillen Strand nahmen wir die Masken ab, spielten.“

*

Die ersten Presseberichte:

Bettina Kuzmicki in der Kleinen Zeitung v. 17.03.2021:

Heribert Kindermann in Leibnitz Aktuell v. 16.03.2021:

Waltraud Fischer in Mein Bezirk v. 16.03.2021:

 

*

Mein Vorwort zu „In Zeilen wie diesen . magic spell“ ist der einzige Text, der im letzten Jahr deutlich gealtert ist. Im Juni schien Corona schon weit weg, und ich dachte, man müsse zukünftigen Leser*innen zumindest zwischen den Zeilen erklären, wie das Leben im Lockdown mit „Homeschooling“, Maskentragen usw. denn so abgelaufen ist … Wie wir heute wissen, war das gar nicht notwendig. Die Leser*innen in 50, 60 Jahren werden es mir vielleicht dafür danken. Dann sind wir hoffentlich auch alle schon geimpft.

„VORBEMERKUNG

Diese 20 Texte sind das Ergebnis eines Schreibauftrags, den ich im April 2020 von Klaus-Dieter Hartl erhalten habe. Die Aufgabe bestand ganz einfach darin, literarisch auf das, was rund um mich geschah – die Gegenwart! –, zu reagieren.

Meine Gegenwart war damals, wie die der meisten Menschen in Österreich und darüber hinaus, massiv geprägt von den Auswirkungen all der gegen das Corona-Virus getroffenen Maßnahmen. Wie die meisten Leute verbrachte ich die meiste Zeit zuhause, arbeitete im „Homeoffice“, versuchte mich als Lehrer meiner eigenen Kinder beim „Homeschooling“, ging mit Maske und erhöhtem Puls in den Supermarkt, joggte regelmäßig und schaute in der Zwischenzeit oft auf mein Smartphone, auf dessen Bildschirm sich tatsächliche und befürchtete Horrorszenarien sowie WhatsApp-Witze und -Botschaften von in die Ferne gerückten Nächsten die digitale Klinke in die Hand gaben.

In der Sprache des Alltags/der Medien wurde dieser Zeitabschnitt meist so genannt: „in Zeiten von Corona“, „in diesen Zeiten“ oder „in Zeiten wie diesen“.

So kam ich auf den Titel In Zeilen wie diesen und lieferte fünf Wochen lang jeweils, passend zur Jahreszahl, 20+20 Zeilen, geteilt in vier Kapitel à zehn, die ich – meist samstags – in der Galerie Marenzi vor Max Pratters Kamera las. Max‘ Videos wurden anschließend auf dem YouTube-Kanal von Leibnitz Kult veröffentlicht.

Klaus-Dieter und ich waren uns von Anfang an darin einig, dass In Zeilen wie diesen weder in der gerade boomenden Gattung (Corona-)Tagebuch noch im humoristisch-polemischen Fahrwasser von Zeitungskolumnen angesiedelt werden sollten. Stattdessen versuchte ich eine flexible, prosagedichtähnliche Form zu entwickeln, die sich am Niveau und teils auch an der Motivik der in diesen Zeiten, von März bis Juni, in der Galerie gezeigten bildnerischen Arbeiten Isa Riedls orientierte.

Im Gegensatz zur strengen äußeren Gestalt der Texte ist ihr Inhalt breit gestreut. Vergleichbar der kubistischen Ästhetik einiger Werke Isas werden die verschiedensten Perspektiven, Stimmen, Zitate, Splitter aus dem privaten, dem Leibnitzer und dem Weltgeschehen sowie nicht zuletzt ein Call and Response-Spiel mit Aspekten aus der Ausstellung Magic Spell zu einem formal kompakten Ganzen montiert.

 

Ich danke Klaus-Dieter Hartl, Max Pratter und dem Team von Leibnitz Kult herzlich für die kompetente Unterstützung und Isa Riedl für die inspirierenden Gespräche!

Andreas Unterweger, Juni 2020″

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Direktlinks zu den 2020 aufgenommen Videos mit Lesungen und Gesprächen:

In Zeilen wie diesen 1 (mit Bonus-Song)
In Zeilen wie diesen 2 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)
In Zeilen wie diesen 3 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl und Bonus Gedicht)
In Zeilen wie diesen 4 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)
In Zeilen wie diesen 5 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)

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Das Buch ist in der Galerie Marenzi, in Draxlers Büchertheke in Leibnitz oder auch bei mir um 10 Euro erhältlich.

„Kabul“: Gedicht von heute (Poesiegalerie v. 10.03.2021)

Posted in gedichte, Poèmes by andreasundschnurrendemia on 10. März 2021

Mein Gedicht „Kabul“ ist als „Gedicht von heutein Udo Kawassers lobenswerter Poesiegalerie ausgestellt (zum Lesen bitte auf das Bild klicken):

„Kabul“ variiert ein bekanntes Übersetzungsproblem aus dem Koran – angeblich sind mit den „Huris“, die im Paradies auf Märtyrer und andere Gerechte warten sollen, gar keine Jungfrauen gemeint, sondern Weintrauben … Diese Information, zur rechten Zeit vermittelt, hätte womöglich so manchen selbstgerechten Selbstmordattentäter einbremsen können – und der Welt viel Leid erspart.
Die Bilder am Ende der einzelnen Teile sind übrigens Paraphrasen auf Passagen aus dem Koran oder Schriften aus seinem Umkreis.

„Kabul“ erschien ursprünglich in manuskripte 221 und dann in „Poèmes“.

2019 habe ich „Kabul“ in der echten Poesiegalerie

… und 2020, im Lockdown I, für die Reihe „Jeder Tag ist ein Gedicht“ von Literadio gelesen: hier zu hören.

Und demnächst gibt es „Kabul“ auch auf Serbisch!

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Danke, lieber Udo Kawasser, liebe Bea Schmiedl!

Serbisch untervegs

Posted in Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 5. März 2021

Gute Neuigkeiten aus Belgrad: ein Gedichtband auf Serbisch ist untervegs!

Ich bin selbst gespannt – bleiben wir also getunt, was sich beim Verlag NoRules izdavaštvo so tut.

Mit bestem Dank an meine Verlegerin, die Dichterin Sofija Živković, und an die internationale Lyrikplattform Versopolis, die 2019, beim Festival Printemps des poètes in Paris, jenes dreisprachige Büchlein ermöglicht hat, das jetzt übersetzt wurde.

Hieß die französische Ausgabe schlicht „Poèmes“ („Gedichte“), so wählt die serbische einen konträren Zugang: „Nijedna pesma“ („Kein Gedicht“ – nach dem letzten der Texte).