Andreas Unterweger

Music & Poetry 1, manuskripte-Förderpreis an Gabriel Proedl, Eröffnung Buch Wien …

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 17. November 2021

Am 9.11. wurde der manuskripte-Förderungspreis im Kunsthaus Graz an den jungen Grazer Autor und Journalisten Gabriel Proedl verliehen. Doch Graz machte seinem selbst verliehenen Ruf als „Kulturhauptstadt“ alle Ehre, indem Proedl zeitgleich schon für eine Lesung verpflichtet war – und zwar im Café der Grazer Murinsel, zum Auftakt einer Kooperation von Gamsbart Jazz und manuskripte.

So nahm manuskripte-Redakteurin Silvana Cimenti den Förderungspreis an seiner Statt aus den Händen des alten und neuen Kulturstadtrats Dr. Günter Riegler entgegen – als erster Mensch erhielt sie den Preis damit zum 2. Mal.

(c) manuskripte
(c) manuskripte

Und ich, der ich das Event auf der Murinsel gemeinsam mit GamsbartJazz-Chef Gerhard Kosel moderierte, nutzte die von mir verfasste Jurybegründung, um Gabriel Proedl im nahezu ausverkauften Café vorzustellen:

manuskripte-Förderungspreis der Stadt Graz 2021 für Gabriel Proedl – Jurybegründung

Gabriel Proedl ist erstaunlich. Erstaunlich jung, zum Beispiel, aber auch schon erstaunlich bekannt. Mit Reportagen, deren thematische Bandbreite vom Doppelleben des Schulbusfahrers seiner Kindheit über französische Starautoren bis zu Mode aus dem Senegal reicht, hat er sich als Journalist für Medien wie Die Zeit, Stern oder Der Falter einen Namen gemacht.

In manuskripte 231 legte er im Mai 2021 mit der erstaunlich abgebrüht vorgebrachten Erzählung Wahnsinnsnacht, Mama auch sein literarisches Debüt vor, das er bei der Präsentation der Ausgabe im Lesliehof erstaunlich selbstbewusst vortrug.

Wie die Reportagen Proedls zeichnet auch seine literarische Prosa eine seltene Beobachtungsgabe aus, die trotz ihrer fast schon hyperrealistischen Genauigkeit beiläufig genug bleibt, um hohes Lesevergnügen zu garantieren. Der in einzelnen Details aufblitzende Röntgenblick für Menschen und die skurrilen bis tragischen Verwicklungen der Situationen, in denen sie sich befinden, geht Hand in Hand mit einem angenehm schrägen Humor, der stellenweise an Wolfgang Bauers absichtlich schlechte Lyrik erinnert.

Der 1998 in Graz geborene Journalist und Autor ist Mitbegründer von Hermes Baby, einer Gemeinschaft für Erzähljournalismus mit Sitz in Hamburg, schrieb das Drehbuch für den international prämierten Film Taste Of Love und strotzt nicht nur vor Ideen, sondern auch vor Energie, diese umzusetzen.

Von Gabriel Proedl werden wir bestimmt noch viel lesen!

Andreas Unterweger, Herausgeber manuskripte

Anschließend las Gabriel Kurzprosa aus dem Jahr 2020 und 2 seiner Zeit-Reportagen – eine erstaunlich gut funktionierende Mischung!

Herzlichen Glückwunsch, lieber Gabriel!

*

Tags darauf reisten Silvana zur Eröffnung der Buch Wien, wo wir zwar unzählige nette Leute trafen, aber für Fotos kaum Zeit blieb.

Eröffnungsrede von Isolde Charim
Mit Theodora Bauer und Cordula Simon
Mit Daniela Kocmut

Ein Teil der österreichischen Literaturzeitschriftengeschichte im Zeitraffer am Stand der IG Autorinnen und Autoren:

(c) Daniela Kocmut

Schön war’s in Wien! Nicht umsonst nennt man es das Paris von Mitteleuropa …

… oder gar sein Venedig.

manuskripte 233 – Präsentation

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 6. November 2021
(c) Clara Wildberger

Vom Abschiedsdrink des zweiten manuskripte-Stadtspaziergangs zum Begrüßungsgetränk der Präsentation der manuskripte 233 am 13.10.21 im Space04 des Kunsthauses Graz war es für manche nur ein fließender Übergang.
Und tatsächlich entpuppte sich der von der geglückten Kooperation mit dem Kunsthaus Graz geprägte Abend, der folgendermaßen angekündigt war …

… von Anfang an als rauschendes Fest, dessen große Gästezahl das Kunsthaus-Erdgeschoss spacemäßig fast sprengte!

Hier ein kleiner Bildbericht, wieder mit Fotos der großartigen Clara Wildberger:

(c) Clara Wildberger

Begrüßungsgetränk, serviert vom charmanten Mutter-Tochter-Catering-Team des Café König. Oben im Bild: Kunsthaus-Leiterin Barbara Steiner, Kulturstadtrat Dr. Günter Riegler, Daniela Teuschler, Jungverleger Paul Klingenberg (rechts hinten).

(c) Clara Wildberger

Kuratorin Katrin Bucher Trantow begrüßt im Namen des Kunsthauses Graz auf der farbenfrohen Bühne.
Ihre Eindrücke hat sie übrigens in einem sehr gelungenen Beitrag für den Universalmuseum Joanneum-Museumsblog festgehalten – auch dafür danke!

(c) Clara Wildberger

Kulturstadtrat Dr. Günter Riegler hält eine launige, durchaus auch stadtpolitisch und persönlich gefärbte Ansprache zum Thema „was sein wird“, dem Titel der Kunsthaus-Ausstellung und des ihr gewidmeten manuskripte-Kapitels.

(c) Clara Wildberger

Das Grazer Kunst-Duo studio ASYNCHROME (aka Marleen Leitner und Michael Schittnig) spricht nicht nur über sein Cover, die Rückseite und die grafischen Interventionen im Inneren der manuskripte 233, sondern auch über die Arbeiten seiner Studierenden, die zum einen im manuskripte-Kapitel „was sein wird“, zum anderen in einer eigenen kleinen Publikation publiziert wurden.

(c) Clara Wildberger

Ich bedanke mich für die glückliche Zusammenarbeit mit Kunsthaus und -duo, wünsche dem Stadtrat, dass er auch nach den nächsten Sitzungen dort sitzen möge, wo er sitzen möchte, und erkläre auch alles andere, was sein wird, nämlich:.

(c) Clara Wildberger

Erst eine Lesung der ehemaligen (Februar-April 2021) und zukünftigen (Dezember 2021/Jänner 2022) Styria Artist in Residence des Landes Steiermark Katrin Köhler. Ihr Beitrag zu manuskripte 233 geht von drei Werken der Ausstellung aus und trägt den schönen Titel: „Ein Mangel an Orientierung ist ein Nicht-zu-Hause-Sein“.
Katrins Lesung ist übrigens auf Katrin Bucher Trantows Beitrag für den Universalmuseum Joanneum-Museumsblog nachzuhören!

(c) Clara Wildberger

Dann eine Lesung von Bodo Hell. Sein Text „Erde Rost Wiederkehr“ versucht, die gesamte Fülle der Ausstellung unter eine Haube zu bekommen – geglückt!
Auch Bodos Lesung ist auf Katrin Bucher Trantows Beitrag für den Universalmuseum Joanneum-Museumsblogg nachzuhören.

(c) Clara Wildberger

Fiston Mwanza Mujila performt seinen Beitrag zu manuskripte 233 – „innere Stadt“ ist ein gedichtähnlicher Auszug aus seinem nächsten Roman. Wie in mehreren anderen Texten der aktuellen manuskripte spielt darin Genealogie eine Rolle.

Anschließend wurde noch so manches Begrüßungsgetränk zum Abschied geleert, und es kam zum munteren (Aus-)Verkauf dieser wunderschönen manuskripte-Ausgabe!

manuskripte 233: Cover von studio ASYNCHROME, „Weltenverschiebung“
manuskripte 233: Rückseite, studio ASYNCHROME, „Weltenverschiebung“


Inhaltsverzeichnis der manuskripte 233
Meine Marginalie ist zur Gänze hier nachzulesen!

Wer kein Heft mehr ergattert hat, möge bitte im manuskripte-Webshop zuschlagen oder zu Angelika Schimuneks Bücherstube in der Prokopigasse wandern, wie ich es auch gerne mache, hier etwa beim ersten manuskripte-Stadtspaziergang (beim zweiten war leider keine Zeit für diese Station):

Unser Dank gilt allen Beteiligten, insbesondere unseren Kooperationspartnern Kunsthaus Graz, studio ASYNCHROME und Café König sowie den drei Lesenden! Und natürlich dem so zahlreich erschienenen Publikum: Vielen Dank fürs so aufmerksame Dabeisein!

Der „slowenische ORF“ über die manuskripte 233

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 25. Oktober 2021

Redakteur Simon Ošlak vom sog. Volksgruppen-ORF besuchte mich in der manuskripte-Redaktion zum Austausch.
Wir begannen bei den aktuellen manuskripten, bei denen ich mich auskenne, und endeten bei slowenischem Punk, bei dem er sich auskennt:

Mit Simon Ošlak und seiner zweisprachigen Publikation „Totalna revolucija – Totale Revolution?“ über die Punk-Kultur in Slowenien

Simon Ošlaks gewohnt ausführlicher Beitrag über die manuskripte geht u.a. auf die Texte der slowenischen Dichterin Ana Pepelnik im Kapitel „Mein Nachbar auf der Wolke“ (kuratiert v. Matthias Göritz und Amalija Maček) und des slowenischen Dichters Aleš Šteger im Kapitel „Neverend – Literaturdialoge zwischen Nord und Süd“* (kuratiert von Monique Schwitter und mir) ein.

Und auch der manuskripte-Stadtspaziergang #2 findet Erwähnung:

„Najnovejšo izdajo najpomembnejše graške literarne revije „manuskripte“ so predstavili s sprehodom po mestu. Izdajatelj Andreas Unterweger je predstavil vse pomembne lokacije delovanja Alfreda Kolleritscha, ki je leta 1960 soustanovil znameniti Forum Stadtpark in literarno revijo nadregionalnega pomena, katere najnovejša številka je zdaj pred nami.“

Von Google Translate ca. so übersetzt:

„Die letzte Ausgabe der bedeutendsten Grazer Literaturzeitschrift manuskripte wurde mit einem Stadtrundgang präsentiert. Herausgeber Andreas Unterweger stellte alle wichtigen Stätten Alfred Kolleritschs vor, der 1960 das berühmte Forum Stadtpark mitbegründete und eine Literaturzeitschrift von überregionaler Bedeutung ins Leben rief, deren neueste Ausgabe uns nun vorliegt.

Der Artikel mit mehreren slowenischen Wortspenden meinerseits ist unten nachzulesen bzw. zu hören (bitte hier oder auf das Bild zu klicken):

Herzlichen Dank für die großartige Berichterstattung!

* „Neverend – Literaturdialoge zwischen Nord und Süd“ ist eines der 16 im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs prämierten und damit dankenswerterweise finanzierten „Literaturdialoge“-Projekte des Österreichischen Außenministeriums:

Book fair and square: Frankfurt 2021

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 23. Oktober 2021

Jüngst wurde mir die Freude und Ehre zuteil, als Mitglied der offiziellen Delegation des Landes Steiermark zur Frankfurter Buchmesse zu reisen.

Hier einige Streiflichter:

Mit Landesrat Christopher Drexler am manuskripte-Regal. Foto (c) Barbara Schrank
Mit den geschätzten Kolleginnen Monique Schwitter und Nava Ebrahimi bei der großen Nachmittagsjause der steirischen Autorinnen und Autoren.

Mit meiner Verlegerin Annette Knoch, Verlagskollegin Andrea Scrima und den Pressedamen Henrike Blum und Julia Marquart bei der großen Käsestangenjause der Droschl-Autorinnen und -Autoren am Droschl-Stand, der wie immer das Herz der Veranstaltung darstellte. Foto (c) Literaturverlag Droschl
Auch Verlagskollege Tomer Gardi schaute vorbei: eine runde Sache!
Man ist Statist, z.B. für Ilse Amenitschs Filmteam vom ORF Steiermark.

Mit meiner lieben und geschätzten Kollegin Monique Schwitter beim Literadio-Interview mit Daniela Fürst. Wir sprechen über unser vom Außenministerium gefördertes Projekt „Neverend – Literaturdialoge zwischen Nord und Süd“* mit Texten von Masa Kolanovic, Nikola Madzirov, Matthias Nawrat, Ales Steger und uns beiden. Abgedruckt in manuskripte 233. Danke für die Gastfreundschaft, liebe Daniela! Das Gespräch ist hier nachzuhören:


Lesung aus den manuskripte-Rubriken „Mein Nachbar auf der Wolke – slowenische Lyrik“ (kuratiert von Amalija Macek und Matthias Göritz) und „Neverend – Literaturdialoge“ (kuratiert von Monique Schwitter und mir) im Kulturkiosk Yok Yok, doch nicht in der Münchener Straße, wie von der Messe kommuniziert, sondern in der Fahrstraße. Danke für die Gastfreundschaft in diesem schönen Lokal! Foto (c) JAK
Die slowenischen Lyrikerinnen Miljana Cunta und Anja Zag Golob lasen Gedichte aus manuskripte 231 und 232, Monique Schwitter und ich erzählten über unsere „Literaturdialoge“ und lasen je einen eigenen Text und eine Antwort darauf (von Matthias Nawrat und Ales Steger). Begrüßungen durch Anja Kovac (JAK, slowenische Buchagentur) und Petra Sieder-Grabner (Land Steiermark). Ich moderierte und stellte den slowenischen Autorinnen einige Fragen, die Kuratorin Amalija Macek dankenswerterweise dolmetschte..
Die Damen waren allesamt großartig – vielen herzlichen Dank!
Anschließend Abspacen und Aufspaßen beim Österreich-Empfang im Städelmuseum mit schönen Gesprächen – etwa mit Anna Baar, Torsten Ahrendt und Katja Gasser.

PRESSEREAKTIONEN:

Sehr erfreulicher Artikel vom nicht mitgereisten, aber von Petra Sieder-Grabner perfekt gebrieften Bernd Melichar in der Kleinen Zeitung – hier auch in der Online-Fassung (Paywall). Besten Dank!
Ilse Amenitschs Bericht für ORF Steiermark heute: 7 Tage online hier. Vielen Dank, liebe Ilse!

Weitere Presseberichte, u.a.: Michaela Reichart in der Kronen Zeitung (hier online ohne Paywall), danke!

Leider weder von Fotos noch Presse erfasst: das große Essen kleiner Rostbratwürstchen mit dem preisgekrönten Dichter Yevgeniy Breyger und andere herzliche Begegnungen, etwa mit Carolin Callies, Gerhard Ruiss, Fabian Thomas u.a.m.

Mein Dank gilt dem Land Steiermark und der Akademie Graz für die vortreffliche Organisation!

* „Neverend – Literaturdialoge zwischen Nord und Süd“ ist eines der 16 im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs prämierten und damit dankenswerterweise finanzierten „Literaturdialoge“-Projekte des Österreichischen Außenministeriums:

manuskripte-Stadtspaziergang #2

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 22. Oktober 2021

Am 13.10.2021 ging der zweite manuskripte-Stadtspaziergang über die Bühne der Grazer Innenstadt.

(c) Clara Wildberger

Wie angekündigt kam es im Lauf meiner Literaturhauptstadtführung zu mehreren völlig zufälligen und überraschenden Interventionen von special guests, einige davon geplant, andere – erfreulicherweise! – auch ungeplant.

Tatsächlich hatten sowohl das Publikum als auch die Agierenden eine solche Freude mit der unterhaltsamen Stadtwanderung, dass wir unbedingt noch eine weitere Version, ob nun als dritte punktuelle Ausführung oder als Film (für die Ewigkeit!), umsetzen möchten.

Eines steht jedenfalls fest: Jetzt darf noch nicht zu viel verraten werden! Um allfälligen künftigen manuskripte-Stadtspaziergänger*innen die Überraschungen nicht zu verderben, möchte ich hier gar nicht mehr preisgeben als einige sehr gelungene Fotografien der Künstlerin Clara Wildberger, die unsere Aktionen dankenswerterweise als embedded Profifotografin begleitet hat:

Im Forum Stadtpark
(c) Clara Wildberger
Hedwig Wingler
(c) Clara Wildberger
Rudi Widerhofer
(c) Clara Wildberger
Kunsthaus-Leiterin Barbara Steiner schon drei Stunden vor Beginn der manuskripte-Präsentation 233 im Kunsthaus Graz im Publikum.
(c) Clara Wildberger
Max Höfler
(c) Clara Wildberger
Fiston Mwanza Mujila
(c) Clara Wildberger
Vor dem Café Promenade
(c) Clara Wildberger
Foto eines Kärntner Jus-Studenten Anfang der 60er
(c) Clara Wildberger
I saw them standing there: Petra Höfler und Markus Kertz aka My wicked, wicked ways.
(c) Clara Wildberger
Bürgergasse
(c) Clara Wildberger
Halb Graz liest die manuskripte, Joma Fashion
(c) Clara Wildberger
Julian Kolleritsch
(c) Clara Wildberger
Gerald Haas
(c) Clara Wildberger
Ganz Graz liest die manuskripte.
Il centro
(c) Clara Wildberger
Ganz Graz?
Il centro
(c) Clara Wildberger

Ja!
Jimi Lend
(c) Clara Wildberger
Ninja Reichert
(c) Clara Wildberger
manuskripte-Redaktion
(c) Clara Wildberger
manuskripte-Redaktion: letzte Vorbereitungen auf die Präsentation der manuskripte 233 im Kunsthaus Graz (Bericht folgt)!
(c) Clara Wildberger

Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden und -gehenden sowie die fördernden Institutionen für den fröhlichen Nachmittag!
Ich habe mich sehr über die rege physische und inhaltliche Teilnahme gefreut!

Ludmilla Reisinger in Die Woche v. 20.10.2021,
vielen Dank fürs Mitgehen!
Hier geht’s zur noch ausführlicheren Online-Version!

Vom Abschiedsschnaps des Stadtspaziergangs zum Begrüßungsgetränk der Präsentation der manuskripte 233 im Kunsthaus Graz war es für viele nur ein fließender Übergang – hier der Bericht vom zweiten Teil des manuskripte-Tages!

manuskripte 233 – Marginalie

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 13. Oktober 2021

Marginalie

„Die beste Information, wie es mit der Literatur weitergeht“, lautet der klassische Slogan der manuskripte. Was also lag näher, als einen Dialog zwischen der in unserer Redaktion betriebenen Zukunftsforschung und der Ausstellung was sein wird. Von der Zukunft zu den Zukünften, die noch bis Ende Oktober im Rahmen der STEIERMARK SCHAU im Kunsthaus Graz gezeigt wird, zu initiieren?

Mit der jungen Hamburger Lyrikerin Katrin Köhler und dem Avantgarde-Routinier Bodo Hell wurden zwei Schreibende ungleichen Profils eingeladen, die Ausstellung aus ihrer literarischen Position heraus zu reflektieren. Das Diptychon ihrer Reaktionen auf das dort Gesehene bildet den Auftakt der Ausgabe.

Grafisch geprägt wird diese vom ebenfalls im Kunsthaus ausgestellten Grazer Kunstduo studio ASYNCHROME, für dessen Vermittlung, wie überhaupt die freundlich-fröhliche Zusammenarbeit, wir Kunsthaus-Leiterin Barbara Steiner und Kuratorin Katrin Bucher Trantow danken wollen.

Um Orientierung zwischen den Polen Vergangenheit und Zukunft (oder doch Körper und Welt? Individuum und Gesellschaft?) ringt der Großteil der aktuellen Beiträge. Neben Wappnungen für das Kommende, darunter eine waschechte Utopie (Reinhard P. Gruber: Das humanistische Manifest), steht das Motiv Genealogie hoch im Kurs, etwa in Ricardo Domenecks Gedicht Körpererde, Günter Eichbergers Prosa Weltverlust oder Fiston Mwanza Mujilas Romanauszug Innere Stadt.

Christoph W. Bauer hingegen gestaltet, unter Einbeziehung von u. a. Sabine Gruber und Verena Stauffer, gleich einen ganzen Reigen lyrischer Variationen auf das Werk Sapphos, der Ahnfrau der europäischen Dichtung.

Neben dem seit Anfang des Jahres laufenden Schwerpunkt zu slowenischer Lyrik (diesmal: Ana Pepelnik) starten mit der vorliegenden Ausgabe drei neue Rubriken in den manuskripten.

Other Writers Need to Concentrate präsentiert die besten unveröffentlichten Texte des gleichnamigen, von Katharina Bendixen edierten Blogs zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen schreibender Eltern.

In einer Kooperation mit dem renommierten Lyrikpreis des Mondseer Landes drucken wir den prämierten Zyklus von Mara-Daria Cojocaru ab – auch für die Leser*innen der manuskripte ein Gewinn.

Und unter dem Schlagwort Literaturdialoge veröffentlichen wir die Ergebnisse des vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten unterstützten Projekts Neverend, das ich gemeinsam mit Monique Schwitter umsetzen durfte: sich kreuzende Briefe deutschsprachiger und „ex-jugoslawischer“ Autor*innen.

In einer Zeit, in der sich die Spaltungen hier wie andernorts geradezu exponentiell vertiefen, dürfen Gespräche, die über Grenzen hinwegführen, nicht aufhören. Und so setzen die manuskripte die Rubrik Literaturdialoge auch in den kommenden Ausgaben fort.

Andreas Unterweger

Cover der manuskripte 233 von studio ASYNCHROME, „Weltenverschiebung“

Was sein wird: manuskripte 233 im Kunsthaus Graz

Präsentation des neuen Heftes mit dem Schwerpunkt was sein wird: Gespräch und Lesungen von und mit studio ASYNCHROME, Katrin Köhler, Bodo Hell, Fiston Mwanza Mujila

Einführung und Moderation: Katrin Bucher Trantow und Andreas Unterweger

13.10., 19 Uhr, Space 04

manuskripte – Die beste Information, wie es mit der Literatur weitergeht“, lautet der klassische Werbeslogan der legendären Grazer Literaturzeitschrift. Was also lag näher als einen Dialog zwischen der permanenten literarischen Zukunftsforschung der manuskripte und der STEIERMARK SCHAU: was sein wird im Kunsthaus Graz zu initiieren?

Mit dem österreichischen Avantgarde-Routinier Bodo Hell und der jungen Hamburger Lyrikerin Katrin Köhler (Styrian Artist in Residence) nominierte manuskripte-Herausgeber Andreas Unterweger zwei Autor*innen unterschiedlicher Generation, um die Ausstellung was sein wird im Kunsthaus zu besuchen und literarisch auf das Gesehene zu reagieren.

Im Space 04 lesen die beiden ihre Beiträge zum Heft, zudem trägt Peter-Rosegger-Preisträger Fiston Mwanza Mujila seine lyrische Zukunftsvision Innere Stadt vor.

Den inhaltlichen Schwerpunkt was sein wird in manuskripte 233 begleiten künstlerische Arbeiten von Studierenden der TU Graz, die sich auch mit der Ausstellung im Kunsthaus Graz auseinandersetzen und in Space 04 ausgestellt sind. Kuratiert wurde der Zyklus von den Dozenten Marleen Leitner und Michael Schitnig aka studio ASYNCHROME, die neben Arbeiten im Heft auch das aktuelle manuskripte-Cover gestalten.

Eintritt und Begrüßungsgetränk frei – anschließend Barbetrieb (Catering Café König).

Um Anmeldung unter lz@manuskripte.at oder 0316 825608 (Mo.–Fr. von 9-13 Uhr) wird gebeten.

*

Das neue Heft ist ab jetzt unter bestellung@manuskripte.at zu bestellen.

Literaturfestival Novotvar Bratislava 2021

Posted in gedichte, Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 10. Oktober 2021
Sprache. Kultur. (c) Novotvar

Am 8.10. reiste ich von der Poesiegalerie zum groß angelegten und gut besetzten Literaturfestival Novotvar in Bratislava.

Zur Begrüßung packte ich mein bestes Slowakisch aus – „for those who don’t speak English“ hier im Original:
„Dobrý večer! Som veľmi šťastný, že som tu! Ďakujem za pozvanie a veľkú podporu. Hotel je pekný a susedia sú veľmi milí.“

(c) Novotvar

Festivalleiter Peter Breznan überraschte mich auf der Bühne mit 2 schwierigen Fragen, wobei die erste, „How do you like Bratislava?”, eingedenk des nachmittäglichen Flanierens mit meinem lieben Freund Guillaume Métayer, dem Dichter und mitteleuropäischen Gesamtgenie aus Paris, noch relativ einfach zu beantworten war: “Bratislava is the Paris of the east!”

Die Laternen auf der Place Vendôme von Bratislava.

Die zweite, die das Zusammenspiel von Elternschaft und Kind-Sein in der Mitte des Lebens betraf, konnte ich mit meinen Gedichten „Der Vater“ und „Die Mutter“ beantworten, die von Terézia Klasová dankenswerterweise (und dem Vernehmen nach sehr gut) ins Slowakische übersetzt worden waren.

Weitere von Frau Klasová übersetzte Gedichte, die wir lasen, sind „Flug LH2344“, „Jedes Mal beim Rasenmähen“ (beide auch im Festival-Reader), „An einen, den ich kannte“ und „Kein Gedicht“.

Im Reader finden sich auch noch „Großvatersprache“, „Die Sonnenblumen“ und „Klimatologen“ in der englischen Übersetzung von Greg Nissan für Versopolis.

Meine weiteren Höhepunkte des Abends: der Auftritt der großen ungarischen Schriftstellerin Tóth Krisztina (s. auch manuskripte 231) …

… der Tanztruppe von Jana Terekova mit ihren unheimlichen Verwicklungen …

(c) Novotvar

… des deutschen Lyrikers Ron Winkler, dessen Gedichte ein ganz eigenes sanftes Gesetz zum Klingen bringen …

… des ungarischen Perkussionisten und Naturlyrikers Sirokaï Mátyás

… und natürlich jener Guillaume Métayers, der nach Beantwortung noch schwierigerer Fragen u.a. das Gedicht „Sables“/„Sand“ las, das ich für seinen Gedichtband „Simulakren“ übersetzt habe (hier nachzulesen).

Anschließend feierte das Gros der Festivalgäste die Poesie bei der offiziellen After Party im A4 – Space Zero, wo wir u.a. eine Etymologie der lebenswerten Städte entwickelten (Paris, Parislava, Grazislava usw.).

Mein Dank für diesen schönen Abend und die genossene Gastfreundschaft gilt dem so engagierten Organisationsteam des Festivals Novotvar, Direktor Peter Brezňan, seiner Mitarbeiterin Martina Kotlarikova und auch dem Festival-Gründer Peter Sulej!

manuskripte-Stadtspaziergang am 13.10.21 – Vorschau

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 10. Oktober 2021

Vorschau auf den Termin:

manuskripte-Stadt-Spaziergang

zum 60. Geburtstag der Literaturzeitschrift

(nachträglich, aber nachdrücklich)

Beginn: 13.10.2021, 16:00 Uhr, Forum Stadtpark, Stadtpark 1, 8010 Graz

Dauer: ca. 2,5 Stunden

manuskripte-Herausgeber Andreas Unterweger führt an manuskripte-relevante Grazer Orte – vom Forum Stadtpark, wo am 4.11.1960 die ersten manuskripte-Hefte auf das Publikum der Forum-Eröffnung herabflatterten, über weitere Schauplätze von Literaturgeschichte(n) oder gar -skandalen bis in die legendär verzettelte Redaktion in der Sackstraße 17.

Der Weg durch mehr als sechs Jahrzehnte Literatur- und Stadtgeschichte ist gepflastert mit zahlreichen vollkommen überraschenden Begegnungen: Grazer Klassiker*innen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft melden sich mit Interventionen, Kurzlesungen und Interviews zu Wort.

Featuring:       Max Höfler, Jimi Lend, My wicked wicked ways, Ninja Reichert, Rudi Widerhofer u.a.m.

Der Stadtspaziergang mündet um ca. 18:30 Uhr ins Kunsthaus Graz, wo – nach einem Begrüßungsgetränk, serviert von der Catering-Crew des Café König – um 19 Uhr die Präsentation der manuskripte 233 mit u. a. Lesungen von Bodo Hell, Katrin Köhler und Fiston Mwanza Mujila stattfindet.

Begrenzte Teilnehmerzahl – um Anmeldung unter lz@manuskripte.at oder 0316 825608 (Mo.–Fr. von 9-13 Uhr) und das Mitführen eines 3G-Nachweises wird gebeten.

Beim ersten Mal – am 21.9. – hat das so ausgesehen:

Jimi Lend in Aktion.
(c) Josef Wilhelm

Mehr Fotos von der ersten Ausgabe des nun teils relaunchten Spaziergangs finden sich hier.

Poesiegalerie 2021

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 9. Oktober 2021

Am 7.10. machte ich mich auf den Weg nach Wien zu Udo Kawassers lobenswerter und mittlerweile auch Sacher-Masoch-Preis-gekrönter Poesiegalerie, bei der die manuskripte wieder 2 Plätze für Lesungen gebucht hatten.

Vor der ersten Lesung war noch Zeit für eine Besprechung der übernächsten manuskripte-Ausgabe mit Hanno Millesi, der bei der Präsentation am 16.12. im Literaturhaus Graz eine neue Erzählung lesen und auch die grafische Gestaltung der Ausgabe übernehmen wird.

Trotz der im Hintergrund über die Handy flimmernden Regierungskrise blieb unser Gespräch, wie es ja auch unserer beider Literatur entspricht, völlig unpolitisch.

Dann die vierte Lesung mit Laure Gauthier aus ihrem eben erschienenem und von mir übersetzten Langgedicht „kaspar aus stein“ (Edition Thanhäuser) innerhalb einer Woche:

Nach uns las Paul Schömann, der in manuskripte 231 Anfang des Jahres sein literarisches Debüt gefeiert hatte, neue Gedichte.

Stefan Schmitzer schilderte die manuskripte-Lesungen auf dem Blog der Poesiegalerie so:

Berichte über die weiteren Lesungen – u.a. von Gerhard Ruiss, der mit einem 22 Jahre alten, aber brandaktuellen Gedicht über den Unterschied zwischen einem Kanzler und einem Installateur auffiel, und anderen manuskripte-Autor*innen des ersten Abends, wie Cornelia Travnicek, Thomas Ballhausen und Timo Brandt – finden sich auch auf dem erwähnten Blog.

Weiter so, liebe Poesiegalerie!

Und:

P.S. Für mich bist du laure.gauthier Nummer 1, liebe Laure! 🙂

„papier marché“ (Steirischer Herbst, Lange Nacht der Museen 2021)

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 3. Oktober 2021

Nach der gemeinsamen Edition Thanhäuser- und manuskripte-Lesung im „Literatur Hotel“ (Kultum Graz) ging es gestern, am 2.10.21, gleich weiter:
Beim „papier marché“ im Rahmen von steirischer herbst und „Lange Nacht der Museen“ sprach ich mit dem Verleger und aktuellen manuskripte-Coverkünstler Christian Thanhäuser im Innenhof des Grazer Palais Attems (Sackstr. 17) über schöne Dinge aus Papier – erst die manuskripte, dann die Bücher der Edition Thanhäuser, dann Laure Gauthiers dort erschienene poetische Erzählung „kaspar aus stein“, die ich übersetzt habe. Zum Anschluss lasen Laure und ich aus dem Buch.

(c) Joseph Thanhäuser
(c) Helene Lanschützer
(c) Helene Lanschützer

Der „papier marché“ mit manuskripte-Tisch hatte von 15 Uhr bis 1 Uhr früh geöffnet – jede/r interessierte Besucher/in erhielt von manuskripte-Praktikantin Helene Lanschützer ein Heft als Leseprobe gratis.

Vorgespräch in der Redaktion:
Laure Gauthier, Joseph und Christian Thanhäuser, der Selfiegraf
Verkabelt.
Nachbesprechung in der Redaktion: Laure Gauthier und Christian Thanhäuser
Einblick in Christian Thanhäusers geheime kaspar-Skizzen