Andreas Unterweger

„So long, Annemarie“ in statORec (USA)

Posted in So long, Annemarie by andreasundschnurrendemia on 20. März 2023

„When, in my thoughts, I find myself walking through the streets and allées of Nantes …“

Das achte Kapitel von „So long, Annemarie“ (Droschl 2022) findet sich nun in der großartigen Übersetzung meiner Verlagskollegin Andrea Scrima im US-amerikanischen Online-Magazin statORec: HIER KLICKEN! CLICK HERE!

An Andreas Übersetzung (und an meiner Sozialisierung als Musikhörer, Filmschauer, Leser und Autor) liegt es auch, dass auf Englisch alles wieder einmal cooler und damit echter, kurz: wahrer klingt. Wie neulich geschrieben: „the translation into English is a sort of homecoming.“

Thank you very much, dear Andrea Scrima! Ich hatte mit jedem Waschgang unseres Mail-Dialogs zur Übersetzung viel Freude – so nah war ich New Mexico noch nie!

Dani im Waschsalon, anonyme Illustratorin (10 J.), 2023

manuskripte-Preis 2023 an Yevgeniy Breyger

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 3. März 2023

Der manuskripte-Preis des Landes Steiermark 2023 geht an Yevgeniy Breyger – herzlichen Glückwunsch!

Kleine Zeitung v. 03.03.23

Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen von der Literaturjury des Landes Steiermark (Daniel Hadler, Christoph Hartner, Klaus Kastberger, Angelika Klammer, Birgit Pölzl, Andrea Stift-Laube) sowie Christiane Kada und Sabine Hödl (Land Steiermark) für die konstruktive Zusammenarbeit!

Hier meine Jurybegründung:

Yevgeniy Breyger versteht es, mit wenigen Zeilen ganze Königreiche zu erschaffen. Dies gilt nicht nur für den gleichnamigen Zyklus, mit dem er 2019 den renommierten Leonce-und-Lena-Preis gewann. Auch in den weiteren, mittlerweile drei Bände umfassenden Gedichten des Frankfurter Lyrikers ist ein gelehrter Demiurg am Werk, der mit geradezu kindlichem Eifer, zärtlich und rücksichtslos zugleich, die Einzelteile unserer Sprache zu ungeahnten Welten zusammenbaut.

Es sind verblüffend einfache, gerade deshalb atemberaubend neue Wortkombinationen, mit denen Breyger die Trägheit der alltäglichen Phrasen aushebelt. Manchmal liedhafte, dann wieder freie, zur Prosa tendierende Verse fügen sich wie selbstverständlich zu Rätselsprüchen, die dem lesenden Verstand ein Schnippchen schlagen: Noch bevor man bemerkt, dass man nicht begreift, hat man schon – auf unbewusste, ja, körperliche Weise – verstanden: „Vergiss, was du tust, folge einem Gesang.“

Dabei handelt es sich um alles andere als weltabgewandte Elfenbeinturmlyrik. Im Gegenteil, die Gedichte stochern in den thematischen Glutnestern der Gegenwart, von digitaler Kunst (wie in seinen „Cryptopoems“) über „inhaltliche Blender blendender Inhalte“ bis zur titelgebenden Anspielung auf den im sowjetischen Lager umgekommene Dichter Ossip Mandelstam: „Gestohlene Luft“ (Titel von Breygers zweitem, 2020 bei kookbooks erschienenem Gedichtband) nannte dieser widerständige, weil ohne Erlaubnis von Stalins Terrorregime verfasste Texte.

Politisches Engagement zeigt der 1989 in Charkiv in der Ukraine geborene, „Ende der Neunziger als jüdischer Kontingentflüchtling nach Deutschland“ gezogene Breyger gelegentlich auch in messerscharf argumentierten Zeitungskommentaren. Und ein Vers wie „Im Krieg spielen Knochen / die Rolle von Grüßen“ ist mittlerweile leider ohnehin von erschütternder Aktualität.

Yevgeniy Breyger stieß 2018 auf Empfehlung von Olga Martynova zu den manuskripten. Seither künden Qualität und Timing seiner Veröffentlichungen von der gegenseitigen Wertschätzung*. So schickte er etwa seine Königreiche noch direkt von der Leonce-und-Lena-Preis-Verleihung per Telefon für die manuskripte 224 oder war in der wichtigen Relaunch-Ausgabe 231 mit seinem umfangreichen Zyklus Was lernt man ohne Absicht zu verzeihen? als Auftakt des ersten Kapitels prominent präsent.

Auch einen Werbespruch hat er der Zeitschrift geschenkt: „Wo ich meine Gedichte zur Erstpublikation hingebe? Unbedingt an die manuskripte. Eine LITERATURzeitschrift unter den Literaturzeitschriften.“ So gesehen geht der manuskripte-Preis des Landes Steiermark 2023 an einen DICHTER unter den Dichterinnen und Dichtern.

Andreas Unterweger
im Namen der Literaturjury des Landes Steiermark

Yevgeniy Breyger, geb. 1989, studierte an der Universität Hildesheim, am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Hochschule für Bildende Künste Städelschule in Frankfurt am Main, wo er lebt und arbeitet.

2016 erschien sein Debütband flüchtige monde bei kookbooks. 2019 gewann er den Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt, 2021 den Lyrikpreis München. Sein zweiter Gedichtband gestohlene luft wurde 2020 bei kookbooks publiziert, 2022 folgte Kryptomagie. Zwanzig suesse kleine Cryptopoems bei mikrotext.

Zur Leipziger Buchmesse 2023 erscheinen bei kookbooks neue Gedichte von Yevgeniy Breyger unter dem Titel Frieden ohne Krieg (Vorabdruck in manuskripte 239, Erscheinungstermin 18.4.23)

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* S. auch: Yevgeniy Breyger bei der manuskripte-Benefizlesung „Unter freiem Himmel – Lesen für die Ukraine“

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Buchmesse Leipzig 2019: Yevgeniy Breyger und die manuskripte (im Vordergrund) mit David Hoffmann (l.), Tim Holland (r.) und mir, der ich das Glas auf ihn erhebe.
(c) Verena Stauffer

Offizielle Aussendung des Landes Steiermark mit Statement von Landeshauptmann Christopher Drexler:

Kleine Zeitung Lesezeichen

Posted in gedichte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 25. Februar 2023

Die Kleine Zeitung hat mich gefragt, was ich gerade lese:

Heute erschienen im sehr empfehlenswerten „Lesezeichen“-Newsletter der Kleinen Zeitung, den man hier kostenlos abonnieren kann.

Ich danke Bernd Melichar für die freundliche redaktionelle Betreuung!

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Meine weiteren Beiträge für „Auf dem Nachttisch von“:

16.01.2021 (Überhaupt NICHTS!)

07.05.2022 (Thea Mengelers Debütroman „Connect“)

Graz: Räume der Literatur – Herkünfte (Literaturhaus Graz)

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 20. Februar 2023

Die ebenso hochkarätig wie spannend besetzte Diskussion, an der ich am 30.01. im intimen Rahmen der ausverkauften Lounge des Literaturhauses Graz mitwirken durfte, lässt sich nun auf YouTube noch einmal erleben:

Ankündigung des Literaturhauses Graz:

GRAZ: Räume der Literatur: Herkünfte

Mo 30.01.2023 / 19 Uhr

Kategorie: Gespräch / Zwanzig Jahre literatur h aus graz

Reihe: LOUNGE-Gespräche

Ein LOUNGE-Gespräch mit Günter Eichberger, Barbara Frischmuth, Günther Höfler, Annette Knoch und Andreas Unterweger, Moderation: Klaus Kastberger.

Graz, eine Hauptstadt der Literatur? Es steht außer Frage: Diese Stadt spielt in den 1960er und 1970er Jahren eine bedeutsame Rolle in der Durchsetzung moderner und avantgardistischer Schreibweisen. Heute treffen solche Traditionslinien auf eine überaus lebendige literarische Szene, die sich aus einer Vielzahl von Quellen speist. Gemeinsam mit prominenten Vertreterinnen und Vertretern der Grazer Literatur diskutieren wir Herkunft und Gegenwart des literarischen Lebens der Stadt.

Programmschwerpunkt Zwanzig Jahre literatur h aus graz

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Nachbericht des Literaturhauses Graz:

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Herzlichen Dank für die Einladung!

„So long, Annemarie“ im Literaturhaus Salzburg

Posted in So long, Annemarie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 23. Januar 2023

Am 19.01.2023 las ich auf Einladung des Literaturforums Leselampe gemeinsam mit dem sehr geschätzten Kollegen Lorenz Langenegger im Literaturhaus Salzburg aus meinem Roman So long, Annemarie (Droschl 2022):

Hier die Höhepunkte zwischen der geselligen Eröffnung …


V.l.n.r.: Günther Eisenhuber, Lorenz Langenegger, yours truly.
(c) Magdalena Stieb

… und dem geselligen Abschluss des Abends:

Magdalena Stieb (Leselampe, Literaturzeitschrift Salz) stellte meinen Roman und seinen Autor kompetent und sympathisch vor und ich las das erste Kapitel, bevor wir die wesentlichen Fragen des Buchs diskutierten: das Flackern auf den Höhlenwänden, das Flimmern der Bildschirme, die schwankenden Böden der Wirklichkeit. Der Vergleich mit Guy Debord ehrt mich, danke!

(c) Harald Gschwandtner

Danach: Heimspiel für Lorenz Langenegger, Romancier und Dramatiker, Schweizer, Wiener und Autor des Salzburger Jung und Jung-Verlags, dessen Roman „Was man jetzt noch tun kann“ ich auf der Heimfahrt gelesen habe und nur empfehlen kann.

Lorenz Langenegger und Moderator Harald Gschwandtner
(c) Magdalena Stieb

Mein Dank für diesen rundum gelungenen Ausflug in die Hochburg der Hochkultur, den ich praktisch zeitgleich mit einer brennenden Geisterlok aus Freilassing absolvierte (Zufall?) …

… gilt Magdalena Stieb und Barbara Stasta vom Literaturforum Leselampe, dem hochqualitativ erschienenen Publikum und meiner lieben Kollegin Elke Laznia, der ich zwei Fotos von meiner Lesung (s.o.) und, allen Problemen der Mimesis zum Trotz, mein erstes BeReal verdanke:

Was man sonst noch tun kann:

Farbenfrohes Salzburg

Und für alle, die es gerne etwas poetischer mögen: „Art poétique“, das Amuse-gueule für diese Lesung/ein Dessert zum Roman, ist auf dem Blog „Literatur für den Fall“ weiterhin online!

„Art poétique“ – Blog „Literatur für den Fall“

Posted in So long, Annemarie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 14. Januar 2023

Am 19.01. lese ich auf Einladung des Literaturforums Leselampe im Literaturhaus Salzburg aus meinem Roman So long, Annemarie (Droschl 2022) – als Amuse-Gueule durfte ich für „Literatur für den Fall“, den Blog von Leselampe Salzburg und prolit, einen Eintrag verfassen.

Geworden ist es ein Sequel meines Romans. Eine mehr oder weniger wahrscheinliche Fortsetzung, mehr oder weniger im Geist des Buchs.

So sieht der Anfang aus:

Hier geht’s zum Rest!

Und hier alle Informationen zur Lesung in Salzburg!

„Sprache und Schrift“ in „Public Art“

Posted in Notizen, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 6. Januar 2023

Ich freue mich, mit einem Text in „Public Art. Kunst im öffentlichen Raum Steiermark 2020-2021“, dem Katalog des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark des Landesmuseums Joanneum, vertreten zu sein. Eine hammermäßig gelungene Publikation, herzlichen Glückwunsch den Herausgeberinnen Elisabeth Fiedler und Jasmin Haselsteiner-Scharner!

Unter den Projekten, die das Buch dokumentiert, auch die „Grazer Poesieautomaten“ (alle Infos hier!), für die ich ein Gedicht beisteuern durfte, oder Werner Reiterers Corona-Denkmal in Leibnitz (s. Cover).

Mein Beitrag sollte eines der zentralen Themen der im Katalog präsentierten bildnerischen Arbeiten behandeln, „Sprache und Schrift“. Und das in aller künstlerischen Freiheit.

Die Übersetzung ins Englische stammt von Brian Dorsey (danke!) – leider musste er sich mit viel „Unübersetzbarem“ herumschlagen!

Der gesamte Text, insgesamt 8 solcher Seiten, kann im Rahmen des Katalogs u.a. hier bestellt werden.

Ich danke allen Beteiligten, insbesondere Elisabeth Fiedler!

„So long, Annemarie“ in „Hör-Kosmos Österreich“

Posted in So long, Annemarie by andreasundschnurrendemia on 4. Januar 2023

Ich freue mich, dass „So long, Annemarie“ (Droschl 2022) in „Hör-Kosmos Österreich“, dem Podcast des Österreichischen Kulturforums Berlin, als Buchtipp genannt wird (09:35-10:45)!

„Die wirklich gut zu lesende Geschichte eines jungen Mannes, der zur Zeit der Terroranschläge von New York in Nantes, in Frankreich, über eine Liebesbeziehung hinweg- und im Leben zurechtzukommen versucht. Die Literatur spielt dabei eine wichtige Rolle, auch die französische, die Andreas Unterweger sehr gut kennt und die er uns in diesem wunderbaren Buch auch nahebringt.“

Vielen herzlichen Dank, liebe Denise von Quistorp!

„Grazer Literatur-Plätzchen“ auf der Murinsel

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 16. Dezember 2022

Am 15.12.2022 fanden erstmals die „Grazer Literatur-Plätzchen“ statt – eine Kooperation von manuskripte und der Grazer Murinsel.

Zu jeder vollen Stunde wischen 14 und 19 Uhr präsentierten literaturhauptstadtbekannte Grazerinnen und Grazer ihre Lieblingsweihnachtstexte und Lieblingsweihnachtskekse:

Literatur-Plätzchen auf der Murinsel:

Literatur-Plätzchen auf der Murinsel:

Von drauß‘ vom Walde:

Hausherr Wolfgang Skerget begrüßte – vielen Dank für die wieder gut funktionierende Kooperation!

Cordula Simon, die künftige Kaffeehausliteraturstipendiatin der Murinsel, wusste noch ein Gedicht von James Krüss aus ihrer Kindheit auswendig …

… und präsentierte selbstgebackenen Lebkuchen nach Art der Familie Simon:

Literaturhaus-Chef Klaus Kastberger las Gedichte von Clemens Setz und Friederike Mayröcker …

… und lieferte sich eine knallharte Mürbteig-Battle mit manuskripte-Redakteurin Silvana Cimenti.

Wer von den beiden die besseren Ischler-Törtchen gebacken hatte, blieb richtigerweise unentschieden bzw. Geschmacksfrage. Kekse sind schließlich keine Texte, und es gab auch keinen Backmann-Preis zu küren.

Schauspielerin und Autorin Pia Hierzegger

… las Christine Lavant, erzählte von Salzstangen und brachte syrisches Süßgebäck aus Wien mit.

Fiston Mwanza Mujila erzählte von Weihnachtstraditionen in der Demokratischen Republik Kongo, ohne Kommerz, ohne Kekse, dafür mit viel Musik und afrikanischem Bier. Er las ein Gedicht von Mariama Jobe aus der von ihm herausgegebenen Anthologie „Kontinentaldrift. Das schwarze Europa“.

Valerie Fritsch konnte leider nicht kommen, sie steckte im Stau fest, und zwar in Marokko. Dankenswerterweise schickte sie uns jene Texte, die sie üblicherweise zu Hause unter dem Christbaum vorträgt. Jimi Lend, Silvana Cimenti und ich lasen in ihrer Vertretung Gedichte von Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse und Joachim Ringelnatz. Hoffentlich kommt Valerie bis zum Heiligen Abend gut heim, sonst müssen wir am 24.12. bei Familie Fritsch schon wieder einspringen!

Um 19 Uhr der krönende Abschluss. In klirrender Kälte performte Jimi Lend ein herzerwärmendes Potpourri seiner künstlerischen Qualitäten: packende Dialektdichtung aus der eigenen Feder, politisch engagierte Songs auf der Ukulele, ein Auszug aus „Aus dem Leben Hödlmosers“, mit dessen dramatischer Adaption er gerade durch Österreich tourt:

Dazu gab es selbstgemachte Rumkugeln aus seiner Eibiswalder Seelenküche!

Ich danke allen Besucherinnen und Besuchern, allen Beteiligten fürs Mit- sowie dem Team der Grazer Murinsel fürs Möglichmachen! Wieder haben wir etwas Neues probiert, vielleicht war es ja der Beginn einer neuen Grazer Weihnachtstradition!

Alle Fotos (c) manuskripte oder privat

„Der Laptop ist ein guter Freund“ – Interview KUMA-Magazin

Posted in So long, Annemarie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 12. Dezember 2022

Ein Gespräch mit dem neuen KUMA-Magazin über das Schreiben von Büchern und ein Lehrstück über Freundschaft (s.u.)

Am besten zu lesen auf kuma.at.

ch wünsche, men Lapop häe enen anderen Momen gewähl, um kapu u gehen, der Verräer!

Trotzdem danke ich Stefan Zavernik und Sigrun Karre für das freundliche Gespräch …