Andreas Unterweger

Theater Sternstunde

Posted in Das gelbe Buch by andreasundschnurrendemia on 12. November 2017

Das Theater Sternstunde hat aus meinen Texten „Großvaters Hupe“ und „Großvaters Pumpe“ ein „hörspielartiges Erlebnis“ gemacht.

Die beiden Texte waren als mögliche Ersatz-Kapitel für „Das gelbe Buch“ gedacht und wurden dann nicht gebraucht. Gut aber, dass ich sie geschrieben hatte. Als 2016 Gerhard Melzers so schöne Rezension „Der Traum vom ewigen Sommer. Zu Andreas Unterwegers Roman Das gelbe Buch“ in Ausgabe 148 der Grazer Literaturzeitschrift „Lichtungen“ erscheinen sollte, wurde die gleichzeitige Veröffentlichung eines literarischen Beitrags von mir zur Bedingung gemacht. So schlug schließlich die Sternstunde der apokryphen Kapitel …

Ihre „hörspielartige“ Umsetzung ist durch Klicken auf diese Zeilen nachzuhören:
Ab 10:08: Gerhard Melzer, „Der Traum vom ewigen Sommer“
Ab 14:04, „Großvaters Hupe“, „Großvaters Pumpe“

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Hoch Hochschober!

Posted in Das gelbe Buch, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 17. Oktober 2017

Nachtag zum Termin:
16.10.2017, 21:00, Andreas Unterweger liest im Hotel Hochschober. Turracher Höhe 5, 9565 Turracherhöhe.

Gelbe Tage auf der Turracher Höhe – gekrönt von einer Lesung aus „Das gelbe Buch“ im gemütlichen Rahmen der Hotelbibliothek „Wortreich“ …

… bei der es gleich zwei Premieren zu erleben gab: 1. die erste Lesung aus „Das gelbe Buch“ in einem gelben Sessel …

… 2. habe ich zum ersten Mal das Kapitel „Im gelben Garten“ gelesen, das Gerhard Melzer zum Titel seines Essays „Der Traum der Katze“ inspiriert hat.

Alle künftigen Gäste des Hotels Hochschober, das ich nur wärmstens empfehlen kann, finden ein Exemplar von „Das gelbe Buch“ in der Hotelbibliothek „Wortreich“ zum Ausborgen bzw. im Hotelshop.

Ich danke der Familie Leeb-Klein für die Einladung und die Gastfreundschaft. Es ist eine sehr sympathische Idee, Lesungen in das umfangreiche Hotelprogramm einzubinden – nicht zuletzt, da man sich als Künstler einen solch exquisiten Kurzurlaub unter normalen Umständen kaum leisten kann. Hoch Hochschober – weiter so!

Auch danke ich Luise Grinschgl (Kulturvermittlung Steiermark) für die Vermittlung ins sonnige Nachbarbundesland.

 

 

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Der Traum der Katze

Posted in Das gelbe Buch, Das kostbarste aller Geschenke, Du bist mein Meer, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 8. Oktober 2017

Heute, am 8.10.17, in der Kleinen Zeitung, aber auch morgen noch, und nicht nur für mich, mehr als schön zu lesen:

Gerhard Melzers Literaturgeschichte Nr. 16 – DER TRAUM DER KATZE. Andreas Unterweger und die schwankenden Böden der Wirklichkeit

 

„Der Traum der Katze“ als Word-Datei

Danke, lieber Gerhard Melzer.

Literatur im Werk XIV

Posted in Das gelbe Buch, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 19. September 2017

Nachtrag zum Termin:
16.09.2017, 19:00, Andreas Unterweger liest bei „Literatur im Werk“. Außerdem lesen: Valerie Fritsch, Angelika Reitzer und Alfred Kolleritsch. Mit Klezmer-Musik von ADANA und Buffet. Werkstatthalle der Fa. PEUGEOT – SUZUKI Marko, Kapellenweg 8, 8430 Leibnitz.

Obwohl Alfred Kolleritsch UND Angelika Reitzer krankheitsbedingt absagen mussten und Valerie Fritsch dann auch noch mit der Tontechnik kämpfte, ist am Ende zum Glück alles gut ausgegangen. Den wilden Musikanten von Adana und der beharrlichen Begriffsstutzigkeit meines Freundes Biber sei Dank. Die einzigartige Location, die tüchtigen Organisatoren Erwin und Barbara Draxler und das gewohnt aufmerksame, begeisterungsfähige Leibnitzer Publikum hatten sich auch nichts anderes verdient.

(c) Udo Nestl

Hier ein paar meiner Eindrücke aus dem Backstagebereich:

Backstage.

Valerie Fritsch liest aus ihrem Roman „Winters Garten“.

Die Ausstattung des Backstage-Bereiches ist einfach riesig!

Adana geigen auf.

Ich lese.
(Erst das Gedicht „Es macht …“ von Alfred Kolleritsch, dann mein Dramolett „Wie schön wir es haben könnten“ aus „Das schönste Fremde ist bei dir“, schließlich aus „Das gelbe Buch“.)

Mir hat der ganze Abend viel Freude gemacht. Danke fürs Kommen und fröhliche Zuhören, liebe Leibnitzerinnen und Leibnitzer, danke für die gelungenen Fotos, lieber Udo Nestl!


(c) Udo Nestl

Literatur im Werk XIV – PK

Posted in Das gelbe Buch, manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 25. August 2017

Gestern in Draxlers Büchertheke in Leibnitz:
Pressekonferenz im Hinblick auf die kommende manuskripte-Lesung …

16.09.2017, 19:00: Alfred Kolleritsch, Valerie Fritsch, Angelika Reitzer und Andreas Unterweger lesen bei Literatur im Werk XIV. Mit Klezmer-Musik von ADANA und Buffet. Werkstatthalle der Fa. PEUGEOT – SUZUKI Marko, Kapellenweg 8, 8430 Leibnitz.

V.l.n.r.: Alfred Kolleritsch, Andreas Unterweger, Helga Höhn, Erwin Draxler.

Die anwesenden Damen und Herren von der Presse waren ausgezeichnet und die Schinkenkipferln sehr interessiert – nein, umgekehrt – jedenfalls danke!

Wir freuen uns auf das legendär zahlreiche und stürmische Leibnitzer Publikum!
Nähere Informationen hier:

Und hier zwei der Pressereaktionen:

Bettina Kuzmicki in der Kleinen Zeitung v. 25.08.

 

Eva Heinrich auf meinbezirk.at v. 24.08.

30 Jahre ORF-Hör- und Seebühne

Posted in Das gelbe Buch, Grazer Glossen, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 12. August 2017
Die ORF-Hör- und Seebühne feiert heuer ihren 30. Geburtstag mit vielen hochkarätig besetzten Lesungen, darunter etwa jene mit Alfred Kolleritsch und Sarah Kuratle (beim Interview mit Ilse Amenitsch vom ORF) am 27.08.17 …
 
In 2 von diesen 30 Sommern habe ich selbst auf der Seebühne gelesen, 2010 aus „Wie im Siebenten“ und den „Grazer Glossen“ und 2015 aus „Das gelbe Buch“.
Der ORF hat mich um eine Erinnerung gebeten – die ich niederschrieb, als ich gerade mitten in einer Alexandriner-Übersetzung steckte.
So sieht sie auf der digitalen Erinnerungstafel aus …
… und so auf der analogen im ORF-Park – zumindest dann, wenn die Sonne schon untergegangen ist:
 
#dastrunkeneschiff
(Vgl. dazu:  http://steiermark.orf.at/literatursommer, wo auch die Erinnerungen anderer SchriftstellerInnen zu lesen sind.)
*
Ich wünsche Ilse Amenitsch und ihrem Team noch einen schönen Lesesommer!

Grazer goes Koprivnica

Posted in Das gelbe Buch, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 12. Juni 2017

Feiner und trotz der gebotenen Kürze gar nicht einmal so kleiner Artikel über meine Auftritte beim Alpe Adria Festival in Koprivnica (Kroatien) in „Der Grazer“ vom 11.06.17!

Herzlichen Dank an Chefredakteurin Johanna Vucak und ihr Team für die gute Presse!

Alpe Adria Young Writers Festival Koprivnica

Posted in Das gelbe Buch, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 3. Juni 2017

Nachtrag zum Termin:
01.-03.06.2017, Andreas Unterweger beim Alpe Adria Young Writers Festival, Koprivnica (CRO). Lesungen am 02.06., um 12:15, Srednja i Obrtnička Škola Koprivnica, um 19:30, Stari Grad u Durdevcu und am 03.06, 20:00, Muzej Grada Koprivnice (Hof).

Mit freundlicher Unterstützung des Austrijski Kulturni Forum Zagreb

 

01.06.
Der erste Abend des Festivals, im charmanten Kulturzentrum KKC Pixel, stand unter dem Motto „pisci pjejavu“, was soviel heißt wie: „Dichter singen“ – hätte mein Kroatisch doch nur dazu gereicht, das im Vorfeld zu begreifen … Jedenfalls war ich für „austrijski tehno“/“österreichischen Techno“ zuständig und musste, äh, durfte, nach einer Kurzlesung aus Andi Jelčičs bestimmt sehr gelungener Übersetzung einiger Kapitel aus „Das gelbe Buch“ (hvala!) …

(c) Boran Kostič

… das Meisterwerk des Genres, „Frau Meier„, intonieren.

(c) Boran Kostič

Ein voller Erfolg!

(c) Boran Kostič

Auch alle anderen SchriftstellerInnen (aus Kroatien, Slowenien, Ungarn) erwiesen sich als wahre Gesangswunder, die musikalische Leckerbissen stimmig darzubieten wussten …

(c) Boran Kostič

Hier z.B. Cheforganisator Marko Gregur beim Intonieren einer kroatischen Operette.

(c) Boran Kostič

130 weitere Fotos vom Event auf drava.info.

Anschließend, etwas später:

02.06

Unterwegs durch Koprivnica, vorbei an energetischen Kabeln …

.

… energetischen Namen …

… Pavillons …

… Kaminen …

… und Lesegewohnheiten (der slowenischen Schriftsteller Anja Mugerli und Tomo Podstenšek) …

… zum Auftritt in der Schule Srednja i Obrtnička Škola Koprivnica, wo Anja Mugerli und ich vor unseren Kurzlesungen Petar Lukačićs kluge Fragen beantworteten und sehr sympathische junge Menschen mit coolen T-Shirts und Frisuren erfreulicherweise höchstes Interesse am Inhalt meines Bauchladens bekundeten:

Zwei der jungen Herren fanden sich sogar am Abend ein, als in Đurđevac, 25 Autominuten durch die wunderbare Landschaft der Podravina entfernt …

… in der alten Burg …

… die eine sehenswerte Ausstellung kroatischer Gemälde (etwa von Edo Murtić) beherbergt …

… eine weitere Lesung stattfand, diesmal von Mario Kolar moderiert und, zur allgemeinen Erleichterung, ganz ohne Frau Meier.

03.06.

Nach Hlebine, zu den alles andere als naiven Zauberbildern …

… des „Bauernmalers“ Ivan Generalić (1914-1992). Sie sind spiegelverkehrt auf Glas gemalt, wie die österreichischen Heiligenbilder, die er von Kirtagen kannte.

Hähne mochte er nicht besonders – sie weckten ihn immer morgens zur Feldarbeit, wenn er gerade erst heimgekommen war, ergo …

Nachmittags ein spontanes Bad in der „šoderica“ …

… („vgffcvvvhjvxxfldnfkgikfkxkfms dnc cmxmfötppzuuumhlglglfod“, meint dazu meine kleinere Tochter), dann in den schattigen Stadtpark von Koprivnica …

… und abends die große Abschlusslesung im Hof von Koprivnicas Museum, wo ich ein letztes Mal über den existentiellen Unterschied zwischen „umak od rajćice“ und „umak od paradajza“ referiere …

 

Ich habe das Alpe Adria Young Writers Festival auf organisatorischer, künstlerischer und menschlicher Ebene als ebenso geglückt wie beglückend empfunden.

Mein Dank gilt insbesondere Marko Gregur, dessen Energie und Witz die gesamte Veranstaltung prägten, Petar Lukačić, dem Bibliothekar von Koprivnica, der unsere Fahrten zu den diversen Stationen in informative und unterhaltsame Exkursionen verwandelte, dem österreichischen Kulturforum in Zagreb

und meinen Kolleginnen und Kollegen, alles höchst sympathische, inspirierende Zeitgenossen, von denen ich dem einen oder anderen hoffentlich bald wieder begegnen werde.

Von allen Lesefestivals, an denen ich ich teilgenommen habe, war dieses jedenfalls das lehrreichste. Worüber ich viel gelernt habe?  Dazu ein autobiografischer Witz vom ersten Abend des Festes:

Ein Ungar (Gabor Lanczkor) und ein Österreicher (ich) unterhalten sich auf Slowenisch – was ist das?
Antwort (von Tomo Podstenšek): Mitteleuropa!

 

draxlers Büchertheke

Posted in Das gelbe Buch, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 10. April 2017

Letzten Freitag, 7.4.2017, hatte ich das Glück, in draxlers Büchertheke in Leibnitz aus „Das gelbe Buch“ (Droschl 2015) zu lesen!

*

Das großartige Publikum mit seiner fröhlichen und außerordentlichen Anteilnahme haben den Abend zu etwas ganz Besonderem gemacht … Ich jedenfalls habe zum ersten Mal erlebt, dass die nächsten Worte meiner Lesung von den Zuhörenden antizipiert und mitgesprochen wurden!

Ich danke den lieben Gastgebern Erwin (s. u.) und Barbara Draxler für die Einladung und die routinierte Organisation des ausverkauften Abends.

Noch nicht einmal der nervöse Musiker, der mit wackelig vorgetragenen Outtakes aus der imaginären Filmmusik zu „Das gelbe Buch“ (der Klassiker „Copper Kettle“ und „Kansas“ aus meiner Country-Phase) das Rahmenprogramm bestritt, konnte die Laune trüben!

So long, liebe Draxlers … Ich reite in den Sonnenuntergang. Vielleicht sehen wir uns ja einmal wieder – vielleicht schon bald, wer weiß – am 9.6., z. B. (s. „Termine“) …

* Alle Fotos von meinem Vater, Sepp Unterweger, danke!

Der Besuch der jungen Leute

Posted in Das gelbe Buch, manuskripte, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 8. Februar 2017

Volles Haus, oder genauer: volle manuskripte-Redaktion, als uns gestern, am 07.02.17, Schülerinnen und Schüler der 6., 7. und 8. Klassen des Akademischen Gymnasiums mit ihrem Deutsch-Lehrer Dr. Josef Buchegger besuchten.

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Die jungen Leute, die freiwillig (!) und nach Schulschluss (!!) zu Besuch waren, lauschten aufmerksam meinem Impulsvortrag über die manuskripte, stellten kluge Fragen und hatten auch mehrheitlich die richtige Antwort parat, als es darum ging, unter 2 Gedichten dasjenige zu erkennen, das Alfred Kolleritsch und ich in die nächste Ausgabe aufgenommen haben. (Ich habe die Texte ohne Nennung ihrer Autoren vorgelesen. Das gute Gedicht stammte aus Kornelia Koepsells Zyklus Die Wächter und ist in Heft 215 der manuskripte, die am 30.03.17, um 19:00, im Schauspielhaus Graz, Haus 3, präsentiert werden, nachzulesen.)

Die „Neigungsgruppe Deutsch“ (oder so ähnlich) beschäftigt sich in diesem Semester mit „Gegenwartsliteratur aus Graz“ (oder so ähnlich).

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Viktor Mutic (l.) und Akis Dakar haben ein Referat über Wie im Siebenten und Das gelbe Buch gehalten. Hier das Interview, das ich ihnen geben durfte:

Pakete austragen und Scherben aufsammeln

Andreas Unterweger im Gespräch mit Viktor Mutic und Akis Dakar

Welchen Bezug hast du heute noch zu deiner Heimatstadt Graz? Welche Bedeutung hat Graz für dich?

Ich bin im Sommer (2016) wieder in die Nähe von Graz gezogen, nach Leibnitz, und komme zurzeit drei bis vier Vormittage die Woche nach Graz, um bei der Literaturzeitschrift manuskripte zu arbeiten. Seit Herbst bin ich dort Mitherausgeber. D. h. ich wähle gemeinsam mit Alfred Kolleritsch, der die Zeitschrift 1960 gegründet hat, aus den vielen, vielen Einsendungen, die wir ins Büro bekommen, die besten Texte für unser jeweils nächstes Heft aus. Außerdem kümmere ich mich um den Facebook- und Twitter-Auftritt der manuskripte, bringe Pakete zur Post etc.

Ich bin also wieder Teilzeit-Grazer geworden. Das freut mich sehr, denn ich fühle mich immer noch, wenn schon als irgendetwas, dann als Grazer. Es ist „meine Stadt“, wie man sagt.

Was hat dich dazu bewogen, „Wie im Siebenten“ und „“Das gelbe Buch“ zu schreiben? Wieviel vom Inhalt beruht auf eigenen Lebenserfahrungen? 

Beide Bücher kamen sozusagen aus heiterem Himmel. Oder eher aus einem finsteren – beide Anfänge sind nach oder in schlaflosen Nächten entstanden, ohne dass ich einen Plan dafür entworfen hätte. Aber ich habe jedes Mal sofort gespürt, dass das etwas Größeres werden könnte als nur dieser eine Text. Dass sich da eine eigene kleine Welt auftut.

Autobiographisch, also so gut wie möglich eins zu eins aus meinen eigenen Erfahrungen übertragen, ist bei beiden Büchern v. a. die Geographie. Die Schauplätze viel mehr als die Figuren.

Zu Beginn von „Wie im Siebenten“ habe ich im siebenten Wiener Gemeindebezirk gewohnt, „Das gelbe Buch“ verklärt die Landschaft rund um St. Johann/Grafenwörth in Niederösterreich, wo ich anschließend neun Jahre lang gelebt habe.

Wobei „Wie im Siebenten“ natürlich provokant autobiographisch „tut“, mit der Hauptfigur des Schriftstellers „Andreas“, der sein erstes Buch schreibt usw. Das Buch zeigt aber auch gleichzeitig, dass es schwierig ist zu erzählen, wie etwas „in Wirklichkeit“ gewesen ist. Der Schriftsteller im Buch scheitert daran, so wie ich in Wirklichkeit (!) daran gescheitert bin. Aber indem von eben diesem Scheitern berichtet wird, gelingt es dem Buch hoffentlich doch, etwas Wirkliches herzustellen, in all seiner Brüchigkeit und Wandelbarkeit. Es erzählt autobiographisch, indem es erzählt, dass man nicht autobiographisch erzählen kann, könnte man sagen …

„Das gelbe Buch“ besteht hingegen nicht, wie viele glauben wollen, aus Erinnerungen an meine eigene Kindheit. Diese bilden nur einen geringen Teil (Aspekte der Großvater-Figur, die „Tomatensauce“-Verwechslung). Alle anderen Storys sind Erlebnisse, Beobachtungen und Einfälle, die mir in dieser heiteren Landschaft begegnet sind, oder Dinge, die ich aus anderen Büchern und Filmen in mein Buch geholt und für meine Zwecke umgebaut habe. Und zwar aus ganz unterschiedlichen Werken: Weltliteratur, Philosophie, Science Fiction, Bibel etc. Im Lauf der Zeit habe ich den Eindruck gewonnen, die Welt des „gelben Buchs“ sei älter als „Das gelbe Buch“ selbst. Etwas, das als Rohstoff da draußen schon vorhanden ist, und ich, der Dichter, bin jemand, der herumgeht, die leuchtenden Stücke (die Scherben?!) aufsammelt und sie neu zusammenfügt.

– Wie würdest du die beiden Bücher gegenüberstellen? Welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede haben sie deiner Meinung nach?

Die beiden Bücher haben den Tonfall gemeinsam, der in meinen Ohren ein fröhlicher, allen Zweifeln zum Trotz optimistischer ist. Beide Bücher entspringen der Freude, u. a. der über einen neuen Wohnort, neue Eindrücke – einmal Wien, einmal das Haus am Land.

Mit dem „gelben Buch“ habe ich direkt nach „Wie im Siebenten“ begonnen, also nach ca. einem Monat Pause, im Sommer 2008. Aus der Aufregung eines ersten Sommers am Land, aus einer großen Freude am Leben heraus. Es sollte mein zweites Buch werden und es fühlt sich für mich auch immer noch so an. Das Schreiben hat dann doch länger gedauert, weil ich zweimal Vater geworden bin und diese Erfahrungen in anderen Büchern verarbeitet habe (erst „Du bist mein Meer“, dann „Das kostbarste aller Geschenke“). In jenen Zeiten habe ich parallel an den Büchern gearbeitet, immer ein paar Monate am „gelben Buch“, dann am jeweils anderen. Das hat sich gut ergänzt und teilweise beeinflusst. „Du bist mein Meer“ ist eine ebenso legitime logische Weiterentwicklung von „Wie im Siebenten“ wie „Das gelbe Buch“: Gleichzeitig passt „Das gelbe Buch“ genauso gut auf „Das kostbarste aller Geschenke“ wie es auf „Wie im Siebenten“ gepasst hätte.

Für mich sind beide Bücher gelb. „Wie im Siebenten“ hat freilich einen deutlichen meer- bis nachtblauen Schattenstreifen im Bild.

*

Vielen Dank für den netten Besuch!