Andreas Unterweger

Sara

Posted in Dylanologie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 4. Oktober 2011

Und noch ein Nachtrag zu dem Termin:
„01.10.2011, 20:00, Andreas Unterweger feat. The Literats beim Geburtstagsfest des Wiener Literaturhauses und der IG Autoren. Weitere Gastsänger: Christian Futscher, Robert Huez, Christoph Mauz. Literaturhaus in Wien, Zieglergasse 26, 1070 Wien.“

(Copyright Literaturhaus)

Links Robert Bilek, der Mundharmonika-Virtuose, rechts ich, die Schnürlsamthosen-Mimose,
nicht im Bild (aber am wichtigsten): Bob Dylan, der den wunderbaren Song „Sara“ geschrieben hat.

Refractions of Bob Dylan – Fotos

Posted in Dylanologie, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 3. Juni 2011

Nachtrag zu dem Termin:
21.05.2011, 20:00, Andreas Unterweger liest im Rahmen des Symposions Refractions Of Bob Dylan. Cultural Appropriations of an American Icon aus „Wie im Siebenten“ und spielt ein paar Songs auf seiner schicken neuen Gitarre. Außerdem auf der Bühne: Doris Knecht und Bernd Moshammer. Anschließend Dylan-DJ (DJ Mushroom). Bunkerei, 1020 Wien.

Ich hatte selten ein so aufmerksames Publikum: vielen Dank für Eure offenen Herzen – und den schönen Abend!

Die ganze Fotostrecke (alle Bilder (c) lama.at) gibt es hier.

manuskripte 186

Posted in Dylanologie by andreasundschnurrendemia on 1. Dezember 2009

Heute, um 20:00, präsentiert Herausgeber Alfred Kolleritsch im Schauspielhaus Graz (Ebene 3) die neue Ausgabe der Literaturzeitschrift manuskripte.
In diesem Heft (Nr. 186!) finden sich großartige Texte so exzellenter AutorInnen (und freundlicher Menschen [in meinen Augen, auch wenn ich ihnen selbst oft kaum zu trauen wage, treten diese zwei Dinge, gutes Schreiben und ein gutes Herz, ja ausnahmslos gemeinsam auf …]) wie Iris Hanika, Forrest Gander oder Marcus Poettler.
Meinereiner durfte zu diesem Druckwerk eine kleine Abhandlung folgenden Titels beisteuern: What is this shit? Schlechte Kunst bei Wolfgang Bauer und Bob Dylan. Ein lockerer Essay.
Ob dieser Essay – der mich, wie „locker“ er sich auch gebärden mag, sehr viel Schweiß gekostet hat – nun gut gelungen ist oder nicht (und was dies über mein Herz aussagt …), darüber mag sich jede geneigte Leserin/jeder geneigte Leser ihr/sein eigenes Urteil bilden.
Vielleicht aber muss ein Essay zum Thema „schlechte Kunst“ ja gar nicht gut sein. Oder aber, im Gegenteil, umso besser. Oder es ist überhaupt so, wie Mae West – zumindest laut einem T-Shirt, das ich heute im Siebenten gesehen habe – gesagt hat: „Wenn ich gut bin, bin ich gut. Wenn ich schlecht bin, bin ich besser.“

Als kleines Amuse-Geule hier die Einleitung (wenn auch ohne – die eminent wichtigen – Endnoten):

What Is This Shit?
Schlechte Kunst bei Wolfgang Bauer und Bob Dylan
Ein lockerer Essay

Einleitung
Selfportrait und Das stille Schilf

„What is this shit?“ Mit diesem „denkwürdigen Einleitungssatz“ eröffnete 1970 der Rolling Stone-Kritiker Greil Marcus seine Rezension zu Selfportrait, Bob Dylans eben erschienenem zehntem Studioalbum. Obwohl oft zitiert, wurde Marcus´ Frage bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet.
Zwar gilt Selfportrait – ein Doppelalbum mit 24, meist gecoverten Songs – dem Mainstream der Rockhistorik seither als eines der schlechtesten, wenn nicht gar das schlechteste Dylan-Album aller Zeiten. Doch was „diese Scheiße“, um bei Marcus´ Formulierung zu bleiben, tatsächlich sollte (bzw.: was es mit ihr auf sich hat), darüber gehen die Meinungen in der Dylanologie nach wie vor auseinander.

Während die einen ein „lieblos zusammengestoppelte(s) Sammelsurium“, „das Eingeständnis einer Niederlage“ oder gar „das Ende von Dylan“  beklagen, vermuten andere (wenige) einen verkappten Geniestreich.
Für zusätzliche Verwirrung sorgten die Erklärungsversuche Bob Dylans. Erstens erfolgten sie mit rund eineinhalb Jahrzehnten Verspätung (erstmals in einem Interview mit dem Rolling Stone 1984), zweitens in einer Art und Weise, die das Hitparadendenken des Pop-Diskurses heillos überforderte: „Selfportrait wurde veröffentlicht“, so Dylan etwa, „weil es mich zu der Zeit einfach störte, dass ich so im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand. Also haben wir dieses Album herausgebracht, um mir die Leute vom Hals zu schaffen. Sie sollten mich nicht mehr gut finden. […] Und das taten sie auch.“

Ob es nun wirklich so war, wie Dylan sagt, oder nicht – jemand (wie ich), der mit dem Schaffen des 2005 verstorbenen österreichischen Dichters Wolfgang Bauer vertraut ist, wird bei einer solchen Erklärung auf jeden Fall hellhörig. Schließlich erinnert die oben geäußerte Absicht, bewusst zu missfallen, frappant an jene irritierende künstlerische Strategie, die Bauer „schlechte Kunst“ oder „Ästhetik des Missglückten“ genannt und in seinem Gedichtband Das stille Schilf (erschienen 1969) vor- und durchexerziert hat.
Diese Gedichte Bauers sind dermaßen gekonnt schlecht gemacht, dass man sie schon wieder als gut bezeichnen muss! Neben dem beträchtlichen satirischen Potenzial (Parodie auf Leserbriefgedichte, allzu hermetische Lyrik etc.) ist Bauers verquerer Poetik auch ein utopischer Zug eigen: durch den völlig unreflektierten, unbedarften sprachlichen Gestus scheint die Sehnsucht danach, „Gefühle, Empfindungen, Absichten (…) wie im kindlichen Bewußtsein direkt und spontan entfalten zu können“ (Gerhard Melzer). Indem sie vorführen, wie kläglich dieser Versuch scheitert, wohnt den schlechten Gedichten nicht zuletzt auch ein subtiler sprachkritischer Aspekt inne.

Jemandem wie mir (mit Bauers Gedichtband vertraut, mit Dylans Äußerung konfrontiert) stellt sich damit folgende Frage: Wäre es nicht möglich, dass sich hinter dem viel gescholtenen Album Selfportrait ein ähnlich geglückt missglücktes Meisterwerk – und damit: ein Bauers „schlechter Kunst“ vergleichbares ästhetisches Konzept – verbirgt?

Und hier der ganze Text!

Rätsel der Natur 6

Posted in Dylanologie, Nachrichten aus dem Guten Morgen-Land by andreasundschnurrendemia on 8. Juli 2009

Was ist das?

DSC00588

a) Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar

b) Royal Ascot 2009

c) Rolling Thunder Revue 1976

Dichter

Posted in Adamsologie, Dylanologie by andreasundschnurrendemia on 19. Mai 2009

Unter uns Rockmusikern hält sich das hartnäckige Gerücht, das Leben, das wir Schriftsteller führten, sei ein einziger Lenz.* Und so gehen wir nicht „in Pension“, „in Rente“ oder „in Karenz“, wir nehmen auch keine „Auszeit“ oder bitten unsere Vorgesetzten (welche Vorgesetzten?**) um ein „Sabbatical“***, sondern werden schlicht und ergreifend „Dichter“.
Bob Dylan hat das getan (Ende der 1960er), Jim Morrison hat es 1971 getan und jetzt macht es der den beiden Genannten in rockhistorischer Bedeutung um nichts nachstehende Ryan Adams. Er hat geheiratet, hat aufgehört zu rauchen und ist – wie er in einem (später von ihm gelöschten, von eifrigen Adamsologen aber für die Nachwelt geretteten) Blog-Eintrag schreibt – „reif für ruhigere Zeiten“. Im Klartext bedeutet das: „i have friends to make, brand new books coming (two of em‘ not counting that one already printed and on it’s way out there and i LOVE writing….yay!) and a whole lot of living and learning to do“.
Die Band ratlos, der ich ja meistens sehr sehr nahe stehe, hat in einer „Hojac-Blues“ betitelten Zugaben-Nummer (Musik: Dayé, Text: Westenthaler/Dayé/Unterweger) in Anlehnung an Jim Morrisons trauriges Schicksal als Poet (Dichter ab 1971, Tod an Alkohol und Schlimmerem im Juli 1971) früher einmal immer geröhrt: „wir gehen nach paris / & werden dort dichter / noch dichter“.
Möge Ryan Adams, diesem „fucking genious“ (Elton John)**** des Songwritings, dieses Schicksal erspart bleiben … Viel Glück beim Dichten, Mister Adams!

* Dasselbe gilt auch umgekehrt – und ich, zumindest lt. meiner Homepage „Schriftsteller UND Rockmusiker“, weiß, dass beide Seiten gleichermaßen Recht haben.

** Z. B. die Plattenfirma. (Welche Plattenfirma?)

*** Höchstens um ein Black Sabbatical.

**** Oh My Sweet Carolina, eine Hymne auf unserer aller Heimat. Man höre und staune.

Kauft bei Bastien und Posautz …

Posted in Dylanologie by andreasundschnurrendemia on 11. Mai 2009

… der Buchhandlung Lerchenfeld in der Lerchenfelder Straße 50, 1080 Wien!

Oder kennt jemand noch einen anderen Buchladen mit „Dylan-Ecke“?

(Den würde ich dann ähnlich diskret bewerben.)

Warum denn nicht mit etwas wirklich Wichtigem beginnen (Popologie 1)

Posted in Dylanologie by andreasundschnurrendemia on 1. Mai 2009

Norwegian Wood vs. Fourth Time Around, die alte Kontroverse … Bob Dylan hat behauptet, John Lennon habe seinen Song (4th Time Around) kopiert, obwohl Norwegian Wood ein Jahr älter ist. Lennon hingegen, der nie verheimlicht hat, damals, 1965, in seiner „Dylan-Phase“ gewesen zu sein, empfand 4th Time Around  als Parodie auf Norwegian Wood.
Beim Anhören der beiden (tatsächlich ähnlich anmutenden) Songs hat mich schwer beeindruckt, welchen Druck die Beatles bei dieser im Grunde so ruhigen, textlastigen Nummer entwickeln (Norwegian Wood auf YouTube – man beachte Ringo Starr zu Beginn: wichtig ist nicht, was wir sehen; wichtig ist, was er sieht …). Das fällt ja erst im Vergleich richtig auf. Natürlich: auch Dylans Song (4th Time Around auf YouTube) ist großartig (wie alles auf dem Doppelalbum Blonde On Blonde von 1966 [abgekürzt ergibt das im Übrigen B.O.B., was ich noch nirgendwo gelesen habe, aber das muss nichts heißen]) – doch im Vergleich zur Performance der Beatles irgendwie fad. Zumindest fader. Oder nicht? (Man kann hier Kommentare hinterlassen, siehe unten.)

Wie auch immer. Die ganze Debatte (und mehr als das) ist lächerlich, wenn man an dieses Gespräch denkt: siehe den wohl bekanntesten Ausschnitt aus Eat The Document (1966), auch auf YouTube.