Andreas Unterweger

„Kabul“ bei „Share a light“

Posted in gedichte, Nijedna pesma, Poèmes by andreasundschnurrendemia on 25. August 2021

Mein Gedicht „Kabul“ ist eines der „lights“ im neuen weltumspannenden Poesieprojekt „Share a light“ der Freunde der EU-weiten Literaturplattform Versopolis, das vom slowenischen Verlag Beletrina organisiert wird. Heute Abend wird es bei der Eröffnung des wunderbaren Poesiefestivals „Dnevi poezije in vina – Days of Poetry and Wine“ im slowenischen Ptuj offiziell präsentiert.

„Kabul“ in drei Sprachen lesen (Englisch-Übersetzung von Greg Nissan, Französisch: Laurent Cassagnau) und auf Deutsch hören:

https://www.sharealight.eu/light/andreas-unterweger-kabul

Den Text habe ich aus ebenso naheliegenden wie traurigen Gründen gewählt, bezeichnenderweise sieht es „da drüben“ leider auch auf der „Share a light“-Landkarte düster aus.

Hier der Text noch in einer vierten Dimension oder Sprache, und zwar Serbisch, übersetzt von Vanesa Vaštag und vor Kurzem veröffentlicht in meinem serbischen Gedichtband „Nijedna pesma“ (NoRules izdavaštvo 2021):

Kabul

1.

Sa prolećem, došao je i rat,
i vodili smo računa, tako smo učili,
da suncu uvek budemo leđima okrenuti.

Na terasama svih čajdžinica
na bulevarima Kabula zauzeli bismo
uvek ista mesta ( leđima okrenutim

suncu) tako da bi za sve devojke, koje
su tada još svakodnevno dolazile u čajdžinicu,
ostala samo ona na suncu.

Dok su tako, kako bi nas videle,
treptale zbog svetlosti,
mi smo mogli da ih posmatramo,

bez treptanja.I dok su, oči,
zbog sunca, maltene zatvorile (tako
da u njima nas više nije bilo),

za jednog od nas, kada bi na takav način (iskolačenih očiju)
pogledao devojku,
nije postojalo ništa drugo (ništa više, što je tu bilo?)

osim nje… Njena koža je bila tako svetla,
da se mogla videti srž u njenim kostima…
Marama na njenoj kosi bila je bolja od sveta.

2.

Za njih je trebalo barem umreti.
No, barem isto tako dobro bilo je i sedeti ovde,
sa suncem iza nas, i posmatrati devojke…

Kako su tako sedele, licima ka suncu,
očima (crno uokvirenim) zatvorenim,
morao sam svaki put – toga se još sećam

– da mislim na grožđe…
Ne na korale, bisere i rubine,
već na grožđe, belo grožđe, ono sa jako,

jako svetlom pulpom…Ali, u stvarnosti,
jasno je da nismo videli grožđe
(ili korale, bisere i rubine)

već samo: devojke – devojke sa jako,
jako belim kapcima, devojke bele od
svetlosti sunca, na kome su sedele, tople od

sunca, i zatvorenih očiju… Bilo je to belo,
kristalno jasno grožđe. Sve, od neba
do zemlje, bilo je ispunjeno njihovim mirisom.

3.

Da smo se mi pitali, tako je moglo ići večno
(terasa čajdžinice, sunce, devojke na suncu)
ali: ipak nije tako išlo,

ne ovde kod nas, ovde u Kabulu,
pogotovo ne ovde, kod nas, u Kabulu, kada je
došlo proleće… Sa prolećem,

došao je i rat, i u ratu nismo gledali devojke, nismo
ni mogli, kako i bi,
već smo umirali za njih – to je bio (to smo takođe znali,

mi koji smo tada tamo sedeli) rat:
Umirali smo za devojke, koje
nisu ni postojale… Samo čajdžinica je postojala i,

tamo na suncu, devojke. Videli smo lica, svetla
i: neopisivo jasna…Ono
što se u njima ogledalo, obasjalo je svet.

***

Mehr zu „Share a light“.

Mehr zum Festival „Dnevi poezije in vina – days of poetry and wine“, das heute, am 25.8., in Ptuj eröffnet wird.

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„Nijedna pesma“ – serbischer Gedichtband erschienen!

Posted in gedichte, Nijedna pesma, Poèmes by andreasundschnurrendemia on 2. August 2021

Große Freude mit dem Bücherpaket, das aus Belgrad eingetroffen ist!

Auch die österreichischen Zollbeamten haben meinen Gedichtband „Nijedna pesma“ („Kein Gedicht“), eben bei NoRules izdavaštvo erschienen, schon gelesen …

… dabei kannten sie ihn ja schon! Schließlich handelt es sich um die Übersetzung der in „Poèmes“, dem 2019 für das Festival Printemps des poètes bei La Traductière erschienen Bändchen, enthaltenen Gedichte ins Serbische. Und es handelt sich erfreulicherweise um eine zweisprachige Ausgabe:

Mein Dank gilt meiner Verlegerin, der Dichterin Sofija Živković, die dieses Projekt mit bewundernswerter Energie umgesetzt hat, und den Übersetzerinnen Vanesa Vaštag („An einen, den ich kannte“, „Donauebene, Dezember“, „Kabul“, „Großvatersprache“, „Die Sonnenblumen“, „Klimatologen“) und Sofija Mišković („Judith“, „Die Spinne“, „Das Tondstudio“, „Die Maus“, „Die Schlange“, „Kein Gedicht“).
Die Veröffentlichung wurde vom Österreichischen Kulturforum Beograd unterstützt.
Mnogo hvala!

Das Buch lässt sich hier bestellen:

Hier einige Kost- und Leseproben aus dem engagierten Social Media-Auftritts meines serbischen Verlags:

(„Von allen Schreibmaschinen in der Hölle / war deine die heißeste“)

 

Salz 184 (5 Gedichte)

Posted in gedichte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 27. Juli 2021

Hier ist vor einem Jahr das Gedicht „Passabfahrt“ entstanden, das nun, gemeinsam mit vier anderen Gedichten, in Ausgabe 184 der Salzburger Literaturzeitschrift Salz veröffentlicht wurde.

Kuratiert von der Dichterin und manuskripte-Förderpreisträgerin Verena Stauffer versammelt Salz 184 unter dem Titel „Show“ Gegenwartslyrik (u.a. von Ann Cotten, Jana Volkmann, Verena Gotthardt, Franziska Füchsl, Hannah Bründl, Lukas Meschik, Sandra Gugić, Cvetka Lipuš, Paul Schömann und Caca Savic).

Sehr gelungen das Ganze und bislang eindeutig die zweitschönste österreichische Literaturzeitschriftenausgabe des Jahres! 🙂

Hier mehr über das Heft.
Danke für die Einladung, liebe Verena!

Drei meiner Gedichte aus dem Heft:

Flug LH2344

Hast du gesehen? Im frischen Schnee
der Wolkendecke unter uns
sind welche, die ein Sturz nicht schreckt,
in weiten Bögen, enger Spur,
über den ganzen Himmel kreuz und quer

Schi gefahren … Das also treibt sie um
hier oben – wo all das Geschrei
von unten, aus dem Tal („der Tiefe“?)
nach nichts anderem klingen mag als
„Hopp! Hopp! Hopp! Hopp! Hopp!“

*

Passabfahrt

Deine Engel auf den Motorhauben
kann ich nicht sehen, wohl aber die Libellen
jetzt, hier, am Teich, fern von der Passabfahrt
von damals. Siehst du, da ist eine

immer an deiner Seite, die steht in der Luft
Wache, wendet den Blick nicht ab, blinzelt
auch nie und hat ein, nein bis zu 30.000
Einzelaugen auf die verdammten Bremsen.

*

Jedes Mal beim Rasenmähen
träumt er davon auszusteigen
in Richtung einer Mietskaserne,
eines Gemeinde- oder Plattenbaus,
wo einer nicht daran gemessen
wird, denkt er, den Mäher fluchend
wendend, wie kurz sein Rasen ist.

Wie privilegiert sie doch sind,
denkt er dann auch immer und
meint damit, bei jedem Wenden
wieder, die – wie er sie nennt –
„so genannten Unterprivilegierten“.
Er stellt sie sich vor vor dem Fernseher
dösend oder mit einem Bier im Bett.

Dieselbe Sonne, die ihn quält, malt
dort, in seinem Tagtraum nämlich,
in die gewiss verrauchte Luft hinter
einem gewiss schmutzigen Fenster
Illusionen aus einem sehr, sehr milden
Gelb, das noch schöner ist als das des
Biers oder das Gelb der Sonne selbst.

Sie lieben sich, denkt er, in diesem
Gelb, lieben sich neben einem Foto
von Paris und einer offenen Packung
Chesterfield – nichts ist ihnen so fremd
wie das Herumschlagen mit Trimm-
und Fallhöhen oder womöglich Wörtern
wie Vertikutieren, Ironie, Gedicht.



die horen 282

Posted in Das Gelbe vom Jahr, gedichte by andreasundschnurrendemia on 6. Juni 2021

Ich freue mich sehr über die Veröffentlichung meines Gedichts „Die Rummelsburger See“ in Ausgabe 282 der seit 1955 (!) erscheinenden deutschen Literaturzeitschrift die horen!

Nach dem ersten Teil im Jahrbuch der Lyrik 2021 und der akustischen Fassung im ORF sticht nun endlich das ganze Gedicht gedruckt in See. Und das in einem Heft mit dem Titel „im Handgemenge mit Piraten. Allerlei Seestücke“.
Dass es sich bei den Piraten, mit deren Texten mein Prosagedicht vermengt wird, um Kolleg*innen wie Esther Kinsky, Jan Wagner, Bert Papenfuß, Alida Bremer, Ron Winkler oder Michael Braun handelt, lässt mich frühmorgens ein Shanty anstimmen.

(Der erste Teil des Gedichts)

Mein Dank gebührt Herausgeber Andreas Erb und seinen Herausgeberkolleg*innen Alida Bremer und Christof Hamann – besten Dank auch für das hilfreiche Lektorat!

Mehr Information zu Entstehung und Schauplatz von „Die Rummelsburger See“ (mit Fotos wie dem obigen!) findet sich hier.

Die sehr gelungenen horen 282 sind im Buchhandel oder beim Wallstein Verlag um 14 Euro erhältlich.

Lange Nacht der Lyrik

Posted in gedichte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 23. April 2021

Gestern Abend hatte ich die Ehre, bei der Präsentation des Jahrbuchs der Lyrik 2021 zu lesen.
Der Stream ist weiterhin zu sehen auf der Facebook-Seite des Schöffling-Verlags: hier klicken!

Meine Lesung beginnt bei 02:08:50:

Ich habe erst aus meinem Gedicht „Die Rummelsburger See“ (Auszüge daraus im aktuellen Jahrbuch der Lyrik) gelesen, dann das Gedicht „Braune Schuhe“ (für Alfred Kolleritsch) der slowenischen Dichterin Maruša Krese aus dem Jahrbuch 2009.
Eine Sprachreise also, die von Berlin über Graz, die Südsteiermark und Ljubljana bis ans Meer führt.

Anschließend unterhielt ich mich mit Herausgeber Christoph Buchwald über Österreichs Verhältnis zur Lyrik seiner Nachbarländer.

Organisiert von Florian Kind (danke!) und moderiert vom dynamischen Herausgeberduo Christoph Buchwald und Carolin Callies kamen viele Freundinnen und Freunde aus der deutschsprachigen Lyrik zu Wort – angeblich die längste Lyriklesung aller Zeiten. Jede/r jeweils ca. 5 Minuten. Nur der Dichter namens Puffer durfte mehrmals.

Beschreibung von Schöffling:
„Das „Jahrbuch der Lyrik“ gibt es seit 40 Jahren – und noch nie sind dazu so viele Lyriker:innen auf einmal live zu erleben gewesen:
Siebzig von ihnen, die in der diesjährigen Ausgabe mit einem Gedicht vertreten sind, lesen, stöbern in alten Jahrbüchern und bringen ihr Lieblingsgedicht daraus mit.
Was also die zeitgenössische Lyrik ausmacht, wie vielfältig sie klingt und welches Bild sie von uns in dieser Epoche skizziert – noch nie war das direkter auf der heimische Couch zu hören und zu sehen, als in dieser digitalen Veranstaltung!“

Das ganze Gedicht „Die Rummelsburger See“ erscheint übrigens Anfang Mai in der deutschen Literaturzeitschrift die horen, die tatsächlich um ganze 5 Jahre älter ist als die manuskripte.

Fotos von dem Rummelsburger See (nicht zu verwechseln).

Rivista clanDestino (2 Gedichte, Interview)

Posted in gedichte, manuskripte, Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 27. März 2021

Ich freue mich sehr über meine Präsenz in der italienischen Literaturzeitschrift clanDestino!
(Hier oder auf dem Foto zu erklicken.)

 

Valentina Colonna, Dichterin, Komponistin und frischgebackene Doktorin der Linguistik, hat ein längeres Interview mit mir geführt – die Themen: meine Arbeit mit und abseits von den manuskripten, Wohl und Wehe von Literaturzeitschriften im Allgemeinen, Zusammenarbeit mit Alfred Kolleritsch und Ratschläge an junge Dichter*innen.
Aus dem Englischen übersetzt hat es Flora Matera.

Dem Interview gehen zwei meiner Gedichte voraus, ins Italienische übersetzt von Barbara Herzog: „An einen, den ich kannte“ und „Donauebene, Dezember“, beide bei clanDestino (deutsch und italienisch) oder im dreisprachigen Gedichtbändchen „Poèmes“ (deutsch, französisch, englisch) nachzulesen.

Grazie mille, cara Valentina, grazie Barbara Herzog e Flora Matera, grazie a tutti!

 

Das Interview wurde in der beiderseitigen Fremdsprache Englisch geführt, hier die Originalfassung – für all jene, bei denen 2 Jahre Wahlpflichtfach Italienisch auch nicht für die Zeitschriftenversion reichen:

 

INTERVISTA

Valentina Colonna:
manuskripte is the most prestigious Austrian literary review, one of the oldest and most renowned literary journals in the German-speaking countries. It was founded in Graz in 1960 by Alfred Kolleritsch. Since 2016 Kolleritsch, who sadly passed away in 2020, and you edited the review together. Can you tell us about manuskripte and your experience there?

 

Andreas Unterweger:
manuskripte is known for Peter Handke’s first publication and early publications by other famous Austrian writers like Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker or Ernst Jandl. However, many international stars like Vaclav Havel, Allen Ginsberg, Sylvia Plath, Seamus Heaney and many others also published in the review. In 2019, we were lucky to present Louise Glück before she received the Nobel Prize.

Based in Graz, Austria’s second city, manuskripte played a decisive role in the development of the city. Graz was a stronghold of the Nazis before and even after WWII. In the sixties and seventies, Kolleritsch and his friends of the artist’s community Forum Stadtpark stood up against a very reactionary public and the local press. As a result, manuskripte caused several scandals, once the editor was even accused of dissemination of pornography. This struggle really changed the place. Without the progress caused by manuskripte and Forum Stadtpark, Graz could never have been cultural capital of Europe in 2003, for instance.

I have been a fan of manuskripte and writers like Handke and Kolleritsch since I was a teenager. My dream was to publish in the review, not to become the editor. That just happened while I was busy trying to write my own stuff … When I was young, I waited until my texts were good enough before I sent them to Kolleritsch. He published one of my stories in 2006 and I remember that I was very proud then. He supported me as a writer, we became friends, and in 2009, when he was very sick, I started to help the editorial staff occasionally. In 2016, after I had returned to Styria (I lived in the countryside in Lower Austria for almost 10 years), he told me that he was looking for a successor and that he had chosen me.

manuskripte was edited by “Fredy” – Alfred Kolleritsch’s nickname – for 60 years; that’s world record, I guess. So it was quite an experience to work side by side with such a legend … What have I learned from him? He always trusted his intuition. He always tried to “read deeper”, to see the human being behind the words … And he didn’t rush into a decision, not even under pressure.

When Fredy died in 2020, I was very sad. Since then, I have been very busy. It’s not necessary to reinvent manuskripte. The concept – to be open, not to limit the review to certain themes or poetics – is still great. That said, my team and me, we have to change some minor things. For instance, we have to approach the contemporary readers by a new appearance and some fine-tuning in terms of content. We are happy to have more than 1.000 subscribers and to reach a circulation of 2.500 copies. We recently even raised the number by selling copies on airports and train stations in Germany, Austria and Switzerland.

I still mainly consider myself as a writer. To be the editor of manuskripte is my bread-and-butter job. A bread-and-butter job that could also be seen as my second dream job.

 

Valentina Colonna:
What do you think about the European landscape of literature (in particular poetry) reviews?

 

Andreas Unterweger:
Reviews like manuskripte have always been in a precarious situation. Nowadays it seems to be even worse – considering the new media, which offer many possibilities to publish your writing (blogs, Facebook and so on). What are literary reviews still good for after all?

On the other hand: everybody can create his own blog or Twitter account. That’s nothing special. And nobody can read the whole internet … That could be an opportunity for journals like manuskripte: people – and publishing houses – need someone who pre-selects more than ever. If you publish in a renowned review like manuskripte you get noticed by readers – and especially by those readers who really matter, like editors, critics, other writers …

Despite the new media, people are still extremely interested in being published in manuskripte – to be printed, not just to be published online. We receive about 2000 unsolicited manuscripts a year. We publish about 80 of them in our four annual issues.

 

Valentina Colonna:
How did the experience with Kolleritsch and the work for the review influence your work as a poet?

 

Andreas Unterweger:
Working for manuskripte influenced my own writing mainly on the level of organization. I simply have less time now. On the other hand, the poet in me is prone to defiance. “Less time?”, he says. “Ok, so I will start to write a long, long novel which requires even MORE time!” You see, it’s a struggle against myself – a win-win-situation, so to speak.

Nevertheless, my inner poet is getting more and more reconciled with my role as an editor. It’s not bad at all  not to be a writer exlcusively. To be the editor of manuskripte gives me the opportunity to help other writers and artists (young writers, foreign writers, writers in troubles, forgotten writers …), which I have to seize. And it allows me to make a living without depending on odd jobs.

 

Valentina Colonna:
manuskripte
always paid careful attention to the international literature scene as well as to new authors: what would you suggest to a young author in 2021?

 

Andreas Unterweger:
The advice, that helped me the most, is rather simple. It is by Ernest Hemingway. In A Moveable Feast he tells himself as a young writer: “,All you have to do is to write one true sentence. Write the truest sentence that you know.’ So finally I would write a true sentence, and then go on from there.”

These words are still valid. Work on the smallest entities to create a stable background – that’s better than creating castles in the air by using empty phrases (like “castles in the air”). Concentrate on the language, not on your career – the career is the second step. And don’t give up too early – it’s normal to get rejected at first. “Try again. Fail again. Fail better” – as Samuel Beckett wrote.

 

(Danke fürs Korrekturlesen, liebe Barbara!)

„Kabul“: Gedicht von heute (Poesiegalerie v. 10.03.2021)

Posted in gedichte, Poèmes by andreasundschnurrendemia on 10. März 2021

Mein Gedicht „Kabul“ ist als „Gedicht von heutein Udo Kawassers lobenswerter Poesiegalerie ausgestellt (zum Lesen bitte auf das Bild klicken):

„Kabul“ variiert ein bekanntes Übersetzungsproblem aus dem Koran – angeblich sind mit den „Huris“, die im Paradies auf Märtyrer und andere Gerechte warten sollen, gar keine Jungfrauen gemeint, sondern Weintrauben … Diese Information, zur rechten Zeit vermittelt, hätte womöglich so manchen selbstgerechten Selbstmordattentäter einbremsen können – und der Welt viel Leid erspart.
Die Bilder am Ende der einzelnen Teile sind übrigens Paraphrasen auf Passagen aus dem Koran oder Schriften aus seinem Umkreis.

„Kabul“ erschien ursprünglich in manuskripte 221 und dann in „Poèmes“.

2019 habe ich „Kabul“ in der echten Poesiegalerie

… und 2020, im Lockdown I, für die Reihe „Jeder Tag ist ein Gedicht“ von Literadio gelesen: hier zu hören.

Und demnächst gibt es „Kabul“ auch auf Serbisch!

*

Danke, lieber Udo Kawasser, liebe Bea Schmiedl!

Jahrbuch der Lyrik 2021

Posted in gedichte, Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 27. Februar 2021

GRÜSSE AUS DEM …

Liebe Lyrikfreundinnen und -freunde zuhause,

nach langer, ereignisreicher Reise bin ich in Schöfflings Jahrbuch der Lyrik angekommen.


Christoph Buchwald und Carolin Callies sind aufmerksame Gastgeber, bei denen ich mich herzlich bedanke. Und auf meine Nachbarinnen und Nachbarn* bin ich geradezu stolz.


Das Layout ist schön, und das Lesen schmeckt prima!

Liebe Grüße
Euer Andreas

 

P.S. „Die Rummelsburger See“, das längere Gedicht, aus dem Buchwald/Callies 3 Teile für das Jahrbuch ausgewählt haben, lässt sich hier hören (Lesung für Radio Steiermark ORF, 3.5.2020).
Womöglich erscheint es demnächst noch an einem weiteren schönen Ort, wo man es dann zur Gänze lesen kann.

 

P.P.S. Alle Nachbarinnen und Nachbarn, lt. Schöffling Verlag:

„Das »Das Jahrbuch der Lyrik 2021« enthält Beiträge von:

Urs Allemann | Andreas Altmann | Konstantin Ames | Gisbert Amm | Dorothee Arndt | Michael Augustin | Kathrin Bach | Ulrike Bail | Wilhelm Bartsch | Anke Bastrop | Kerstin Becker | Marcel Beyer | Franziska Beyer-Lallauret | Elke Bludau | Thomas Böhme | Mirko Bonné | Rosa Both | Markus Breidenich | Yevgeniy Breyger | Lars-Arvid Brischke | Jürgen Brôcan | Helwig Brunner | Ralf Burnicki | Michael Buselmeier | Paul-Henri Campbell | Mara-Daria Cojocaru | Crauss | Kenah Cusanit | Heinrich Detering | Róža Domašcyna | Dominik Dombrowski | Ulrike Draesner | Ruta Dreyer | Raoul Eisele | Hasune El-Choly | Carl-Christian Elze | Elke Engelhardt | Elke Erb | Federico Federici | Karin Fellner | Jürgen Flenker | Franzobel | David Fuchs | Claudia Gabler | Zsuzsanna Gahse | Sylvia Geist | Nora Gomringer | Matthias Göritz | Axel Görlach | Uta Gosmann | Dieter M. Gräf | Julia Grinberg | Durs Grünbein | Sandra Gugić | Alexander Gumz | Geraldine Gutiérrez-Wienken | Friederike Haerter | Wilfried Happel | Dorina Marlen Heller | Guy Helminger | Judith Hennemann | Kerstin Hensel | Anna Hetzer | Stefan Heuer | Andrea Heuser | Tim Holland | Marius Hulpe | Norbert Hummelt | Nancy Hünger | Andreas Hutt | Carmen Jaud | Daniel Jurjew | Anja Kampmann | Markus Kempf | Christian T. Klein | Barbara Maria Kloos | Kornelia Koepsell | Sascha Kokot | Thorsten Krämer | David Krause | Ursula Krechel | Birgit Kreipe | Philip Krömer | Michael Krüger | Jan Kuhlbrodt | Björn Kuhligk | Johannes Kühn | Wiel Kusters | Stan Lafleur | Sünje Lewejohann | Tristan Marquardt | Marie T. Martin | Olga Martynova | Hartwig Mauritz | Elena Mpei | Marcus Neuert | Kathrin Niemela | Harry Oberländer | José F. A. Oliver | Hellmuth Opitz | Dirk von Petersdorff | Ilma Rakusa | Arne Rautenberg | Karla Reimert | Johann Reißer | Lars Reyer | Monika Rinck | Marcus Roloff | Lara Rüter | Ulrike Almut Sandig | Àxel Sanjosé | Joachim Sartorius | Walle Sayer | Simone Scharbert | Rike Scheffler | Iris Lilja Schmidt | Emanuel Schneider | Katharina Schultens | Tom Schulz | Lutz Seiler | Max Sessner | Judith Sombray | Ulf Stolterfoht | Rainer Stolz | Brigitte Struzyk | Hans Thill | Asmus Trautsch | Verica Tričković | Julia Trompeter | Sebastian Unger | Andreas Unterweger | Monika Vasik | Marie Lucienne Verse | Mikael Vogel | Florian Voß | Jan Wagner | Lea Wahode | Martina Weber | Mirko Wenig | Christoph Wenzel | Ernest Wichner | Michael Wildenhain | Christa Wißkirchen | Uljana Wolf | Peter Zemla“

Literarni nokturno (Radio Slovenija v. 04.05.20)

Posted in gedichte, Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 5. Mai 2020

Gestern auf Radio Slovenija und nun online nachzuhören: Einige meiner Gedichte* in der exzellenten Übersetzung von Urška P. Černe, formidabel gelesen von Schauspieler Gregor Zorc und mit beeindruckenden Soundcollagen unterlegt.

Wer die Sendung hören möchte, klicke bitte auf diese Zeile oder obiges Bild und dann auf den Button „Poslušaj“.

Einige der Gedichte (s.u.) sind online auf Deutsch nachzulesen, die kursiv geschriebenen finden sich im dreisprachigen Gedichtband „Poèmes“ (La Traductière 2019), der bei den Buchhandlungen Bücherstube Angelika Schimunek in Graz und Draxlers Büchertheke in Leibnitz zu erwerben ist.

Ich danke Urška P. Černe ganz herzlich für Ihren Einsatz! Diese Sendung ist ganz allein ihr Verdienst.
Und ich danke Daniela Kocmut, die mich zur Lesung bei den „Slowenischen Buchtagen Maribor 2019“ eingeladen hat. Die meisten der Gedichte wurden für diese Gelegenheit übersetzt.
Hvala lepa!

 

*Die Eltern, Kein Gedicht, „Beziehungsexperten“, GroßVaterSprache, Die Sonnenblumen, An einen, den ich kannte

***

Moje prve pesmi …

„Dichter im Fokus: Catull“ (Literaturhaus NÖ)

Posted in gedichte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 13. Dezember 2019

Nachtrag zum Termin:
06.12.2019, 19 Uhr, Andreas Unterweger bei „Netzwerk : Poesie“. Ralph Dutli, Margret Kreidl, Judith Nika Pfeifer, Arne Rautenberg, Armin Senser, Gerhard Ruiss, Lydia Steinbacher und Andreas Unterweger lesen ihre Catull-Variationen; Special Guest: Jasmina Topić. Moderation: Christoph W. Bauer.  Unabhängiges Literaturhaus NÖ. Steiner Landstraße 3. 3504 Stein/Krems . Eintritt 10-12 Euro.

Zweifellos einer meiner schönsten Ausflüge dieses Jahres –  am besten daran: dass er gleich zweimal stattfand!

Eingeladen und hervorragend betreut von den Dichtern/Organisatoren Christoph W. Bauer, Michael Stiller und dem Team des ULNÖ Krems trafen sich die acht oben abgebildeten LyrikerInnen im Mai …

… im schönen Krems. Dort hörten wir mehrere Vorträge Christoph W. Bauers über Catull und erhielten 8 Übersetzungen von berühmten/typischen carmina, die er angefertigt hatte (darunter das einflussreiche „Kussgedicht“, carmen 5, mehrere mehr oder weniger obszöne Wutgedichte, aber auch Selbstmitleidig-Trauriges, die Sappho-Nachdichtung carmen 51 [„otium, Catull, ist nichts für dich“ …] und Catulls berühmtestes Gedicht, 85 [„Odi et amo“ – „Ich hasse und ich liebe …“).
Auf diese Texte sollte jede/r von uns über den Sommer mit jeweils einem eigenen Gedicht reagieren.
Im Dezember sahen wir uns und Krems wieder …

… und lasen die Gedichte bei der Präsentation dieser sowohl außen als auch innen schön gewordenen, sehr gut zu lesenden Anthologie:

(c) Literaturhaus NÖ

Hatte es im Mai eine Privatlesung gegeben, bei der nur wir Dichter und die Organisatoren anwesend waren (v.o.n.u.: Ralph Dutli, Margret Kreidl, Judith Nika Pfeifer, Arne Rautenberg, Gerhard Ruiss, Armin Senser, Lydia Steinbacher und ich)  …

(c) Arne Rautenberg

(c) Arne Rautenberg

… folgte nun der offizielle Teil der Veranstaltung:

Vormittags eine Lesung vor Schülerinnen und Schülern, zu der fast alle, deren Teilnahme vorgesehen waren, rechtzeitig kamen …

(c) Literaturhaus NÖ

(c) Literaturhaus NÖ

(c) Literaturhaus NÖ

.. abends dann die öffentliche Lesung im Literaturhaus:

V.l.n.r.: Christoph W. Bauer, io mio, Lydia Steinbacher, Armin Senser, Gerhard Ruiss, Arne Rautenberg, Judith Nika Pfeifer, Margret Kreidl, Ralph Dutli:

(c) Literaturhaus NÖ

Christoph W. Bauer stellte Catull und seine Kolleg*innen vor und las jeweils eine seiner Übersetzungen …

(c) Literaturhaus NÖ

… woraufhin wir reihum unsere dazu passende Variation vortrugen. 8 x 8 Variationen, alle ohne Ausgangsgedicht lesbar und verständlich, jede Stimme unverwechselbar – alles in allem: ein faszinierender Parcours!

(c) Lukas Cejpek

(c) Lukas Cejpek

Den Abschluss machte eine Lesung des gegenwärtigen Gastes in der Atelierwohnung des Literaturhauses, Jasmina Topic las mehrere ihrer Gedichte vor, Christoph W. Bauer die Übersetzungen des unvergessenen Fabjan Hafner:

(c) Literaturhaus NÖ

(c) Literaturhaus NÖ

Anschließend: Weinverkostung, Gespräche …

Ralph Dutli und Judith Nika Pfeifer

Christoph W. Bauer und Gerhard Ruiss

Lukas Cejpek und Michael Stiller

… und Büchertisch:

(c) Literaturhaus NÖ

Zwischen den Lesungen im Mai und im Dezember lag ein arbeitsreicher Sommer, der wohl nicht nur in meinem Fall gegen Ende August (Deadline!) zunehmend hektischer wurde.

Meine Catull-Versionen sind an diversen Schreibplätzen zwischen Leibnitz …

… und Kroatien …

… entstanden.

Es war keine leichte Arbeit, noch ein Stück intensiver als die letztjährige Schreibaufgabe durch das ULNÖ Krems. Resultat: noch ein Stück mehr Zweifel, noch ein Stück mehr Freude!

Lesungen aus meinen Catull-Variationen gab es bislang bei der Versopolis-Lesung in Frankfurt und bei der Poesiegalerie in Wien.

Als Beispiel mag das erste Gedicht aus der Reihe dienen, carmen 5.

Gaius Valerius Catullus:

Ego:

Die Anthologie ist hier zu bestellen: office@literaturhausnoe.at

Liebe Organisatorinnen und Organisatoren, liebe Kolleginnen und Kollegen, die gesammelten Abenteuer dieser Veranstaltungen waren mir – Besprechung für Besprechung, Lesung für Lesung, Weinverkostung für Weinverkostung – eine Riesenfreude! Ich hoffe, den/die eine oder andere/n von Euch bald wiederzusehen!

Und herzlichen Glückwunsch zu Euren gelungenen Gedichten, liebe Kolleg*innen!

Vielen Dank allen Fotograf*innen!

Und vielen herzlichen Dank, liebes Unabhängiges Literaturhaus Niederösterreich in Krems! Weiter so

***

P.S. Presse aus Serbien:

(c) Jasmina Topic