Andreas Unterweger

manuskripte-Stadtspaziergang #1

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 23. September 2021

Vorgestern ging der erste manuskripte-Stadtspaziergang über die Bühne der Grazer Innenstadt.

Wie angekündigt kam es im Lauf meiner Literaturhauptstadtführung zu mehreren völlig zufälligen und überraschenden Interventionen von special guests, einige davon geplant, andere – erfreulicherweise! – auch ungeplant.
Um den Teilnehmenden des zweiten Spaziergangs* (13.10., 16 Uhr – er mündet in die manuskripte-Präsentation samt Café König-Bar im Kunsthaus Graz) die Überraschungen nicht zu verderben, möchte ich hier gar nicht mehr preisgeben als diese paar unverfänglichen Schnappschüsse:

Jimi Lend
(c) Josef Wilhelm
Forum Stadtpark
(c) manuskripte
Max Höfler
(c) S. Unterweger
Fiston Mwanza Mujila
(c) S. Unterweger

Mit Ausgabe 1 der manuskripte
(c) S. Unterweger
Mit Rudi Widerhofer
(c) manuskripte
manuskripte-Relaunch-Grafikerin Petra Höfler mit Begleitung.
(c) S. Unterweger
Mit Julian Kolleritsch.
(c) S. Unterweger
Mit Franz Weinzettl
(c) S. Unterweger
Mit Agnes Altziebler und Agnes Altziebler 🙂
(c) Franz Weinzettl
Mit Josef Wilhelm.
(c) manuskripte

Gerhard Fuchs
(c) S. Unterweger
Jimi Lend
(c) manuskripte
Mit Angelika Schimunek und ihrer Bücherstube
(c) S. Unterweger
Mit Susanne Konstanze Weber

Mit manuskripte-Büro samt Lampe
(c) S. Unterweger

Daniel Doujenis liest Alfred Kolleritsch im Café König
(wie übrigens auch ab 4.11. im Forum Stadtpark – Karten kann man schon reservieren!).
Daniel Doujenis und „Königin“ Waltraud (Merkl) mit Speisekarte

Herzlichen Dank an alle Beteiligten und die fördernden Institutionen** für den fröhlichen Nachmittag!
Ich habe mich sehr über die rege physische und inhaltliche Teilnahme gefreut!

*Der zweite Stadtspaziergang enthält freilich zum Teil auch völlig neue Überraschungen – sogar im geplanten Bereich der Veranstaltung.

**

manuskripte-Stadtspaziergang am 21.9.

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 16. September 2021

Vorschau auf den Termin:

manuskripte-Stadt-Spaziergang

zum 60. Geburtstag der Literaturzeitschrift

(nachträglich, aber nachdrücklich)

Beginn: 21.09.2021, 17:00 Uhr, Forum Stadtpark, Stadtpark 1, 8010 Graz

Dauer: ca. 2,5 Stunden

manuskripte-Herausgeber Andreas Unterweger führt an manuskripte-relevante Grazer Orte – vom Forum Stadtpark, wo am 4.11.1960 die ersten manuskripte-Hefte auf das Publikum der Forum-Eröffnung herabflatterten, über weitere Schauplätze von Literaturgeschichte(n) oder gar -skandalen bis in die legendär verzettelte Redaktion in der Sackstraße 17.

Der Weg durch mehr als sechs Jahrzehnte Literatur- und Stadtgeschichte ist gepflastert mit zahlreichen vollkommen überraschenden Begegnungen: Grazer Klassiker*innen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft melden sich mit Interventionen, Kurzlesungen und Interviews zu Wort.

Featuring: Max Höfler, Jimi Lend, Harald Miesbacher, Fiston Mwanza Mujila, My wicked wicked ways, Susanne K. Weber, Franz Weinzettl, Rudi Widerhofer u.a.m.

Der Stadtspaziergang mündet um ca. 19 Uhr ins manuskripte-Lieblings-Café König, wo Schauspieler Daniel Doujenis Gedichte von Alfred Kolleritsch vortragen wird.

Begrenzte Teilnehmerzahl – um Anmeldung unter lz@manuskripte.at oder 0316 825608 (Mo.–Fr. von 9-13 Uhr) und das Mitführen eines 3G-Nachweises wird gebeten.

Der zweite manuskripte-Stadtspaziergang findet am 13.10. um 16 Uhr statt (und mündet in die manuskripte-Präsentation im Kunsthaus Graz).

L1009709
Bei meiner Literaturstadtführung für die Lesegesellschaft Andere Bibliothek 2014. Damals kommentiert mit: „so sah Peter Handke aus, als (…) Graz mit ihm fertig [war] – oder umgekehrt“. Foto (c) Heinrich Käsgen

Bei der Vorbereitung aufgetaucht:

manuskripte 232 – Präsentation auf den Schlossbergterrassen

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 18. August 2021

Am 13.8. sind die manuskripte 232 erschienen. Die Präsentation fand in der atemberaubenden Kulisse der Schlossbergterrassen der Grazer Hotels Kai 36 und Schlossberghotel statt.

Die Veranstaltung begann im Kai 36. Glücklicherweise regnete es nicht, und die Abendsonne sorgte dafür, dass sich auch niemand verkühlte. Nah am Hotelpool sprach ich über die Highlights des Heftes und las aus meiner Marginalie.

Schauspieler Felix Krauss las Clemens Setz‘ Erinnerung an Friederike Mayröcker und einen Auszug aus dem Langgedicht „doggerland“ von Ulrike Draesner.

Nach einer kurzen Treppenwanderung durch die mit zeitgenössischer Kunst gespickten Hotelgänge ging es im schon schattigeren Garten des Schlossberghotels weiter.

Bernhard Strobel las seine Kurzgeschichte „Die Hauptsache“ …

… und Felix Krauss zwei Gedichte von Kornelia Koepsell.

Höhepunkt des Abends war der Auftritt Barbara Frischmuths. Sie las unveröffentlichte Gedichte, u.a. über Riesenpilze.

Davor überreichte ich ihr zu ihrem jüngsten runden Geburtstag einen Blumenstrauß aus Papier, der ihren beiden Leidenschaften, Schreiben und Gärtnern, gerecht wurde. Unsere Ferialpraktikantin Helene Lanschützer hatte die 7 Origami-Tulpen (eine für jedes Jahrzehnt, das Frischmuth mit den manuskripten verbindet) aus Frischmuth-Gedichten gefaltet: herzlichen Dank!

Anschließend: coole Hefte und kühle Getränke!

Unser Dank gilt den Teams der Hotels Schlossberghotel und Kai 36, insbesondere Claudia Wohlgemuth, für die wunderbar professionelle Organisation und Betreuung!

Die manuskripte 232 sind im Buchhandel und in unserem Webshop erhältlich.

Mitschnitt der Lesungen von Barbara Frischmuth und Bernhard Strobel, gesendet am 6.9.2021 in „Das rote Mikro“, Radio Helsinki, Gestaltung von Barbara Belic.

Rezension Kleine Zeitung:

Rezension Kronen Zeitung (Christoph Hartner):

Volksgruppen-ORF Slovenci (Simon Oslak, ein paar Interview-Schnipsel mit mir, Audio):

Cover der manuskripte 232 von Christian Thanhäuser, Doggerland. Dreifarbiger Föhrenholzschnitt, Handpressendruck auf Büttenpapier, 2021
(c) Barbara Belic

manuskripte 232 – Marginalie

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 16. August 2021

Marginalie

Zu den eindringlichsten Momenten meiner Zusammenarbeit mit Alfred Kolleritsch zählten seine Telefonate mit Friederike Mayröcker. Meist war sie es, die anrief.

„Fredy!“, wisperte sie – deutlich hörbar, denn das Telefon war immer laut gestellt. „Fritzi!“, antwortete er. „„Fredy …“ „Fritzi …“ „Fredy …“ „Schreibst du wohl noch?“ „Ja, ich schreibe. Und du, schreibst du?“

Es hat mich jedes Mal tief berührt, wie sich diese beiden literarischen Allzeitgrößen, über die im Alter unüberwindlich gewordene Distanz zwischen Graz und Wien hinweg, ihres Weiterlebens versicherten, das für sie immer gleichbedeutend mit Weiterschreiben war.

Alfred Kolleritschs Tod war ein schwerer Schlag für Friederike Mayröcker. Das gab sie mir am selben Telefon, in einem langen, dennoch wortarmen Gespräch, zu verstehen. Als sich Anfang Juni die traurige Nachricht verbreitete, dass sie ihrem Fredy ins Unerreichbare gefolgt war, fiel mir eines ihrer Gedichte aus manuskripte 221 ein. Laut ihrer Datierung hatte sie es fast auf den Tag genau drei Jahre zuvor geschrieben.

„I’ll charm the air“, heißt es darin – ein Zitatsplitter aus Macbeth, den sie, verschmitzt oberflächenübersetzend, in die unmittelbare Umgebung ihres Gedichts, „duftende Lindenbäume“, transponiert hatte: „ich werde die Lüfte umschwärmen“.

Shakespeares Vers („I’ll charm the air to give a sound“) lässt sich freilich vor allem als poetische Kurzdefinition von Dichtung (und nicht zuletzt der ihren!) verstehen: mit (Atem-)Luft der banalen Umwelt ihre Zauber entlocken, der Materie eine Stimme verleihen, dem Leben selbst Leben einhauchen …

Auf den folgenden Seiten finden sich „luftge Weisen“ (so lautet die Stelle in der klassischen Übersetzung von Dorothea Tieck) in der ganzen, faszinierenden Vielfalt der Gegenwartsliteratur. Die Bandbreite reicht von der zauberhaften Mayröcker-Hommage des Büchner-Preisträgers Clemens Setz über Ulrike Draesners spracharchäologisches Meisterwerk Doggerland bis hin zu Michael Donhausers Poetik des Schlamms; die „komisch-logisch-ikonische“ Rede im Debüt von AMOS+YPE findet darin ebenso Platz wie Sandra Gugićs „Enthusiastin des Gewöhnlichen“.

Christian Thanhäusers grafische Interventionen kreisen kongenial um zwei der vielen Pole: die in Doggerland aufbrechenden (Ge-)Schichten zum einen und seine Erinnerung an die Herbarien des Jahrhundertdichters H.C. Artmann zum anderen.

Im Zentrum des Heftes gratulieren wir Barbara Frischmuth, der Grande Dame der manuskripte-Geschichte, zu ihrem runden Geburtstag. Beschenkt hat freilich sie uns: mit neuen Gedichten. Charming!

Andreas Unterweger

Einen Teil der Marginalie habe ich bei der Präsentation der manuskripte 232 am 13.08.21 auf den Schlossbergterrassen der Hotels Kai 36 und Schlossberghotel vorgelesen. Bericht dazu folgt in Kürze.
Cover der manuskripte 232 von Christian Thanhäuser, Doggerland. Dreifarbiger Föhrenholzschnitt, Handpressendruck auf Büttenpapier, 2021

rotahorn-Preis-Verleihung 2020

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 5. Juli 2021

Herzlichen Glückwunsch zum rotahorn-Preis 2020, liebe Nava Ebrahimi und liebe Franziska Füchsl!

Hans Roth, Nava Ebrahimi, Franziska Füchsl, AU
(c) Saubermacher

Andreas Unterweger: „Rede zum rotahorn-Preis 2020“

Alfred Kolleritsch hat sich selten wiederholt, aber wenn er sich wiederholte, dann war das, was da wiederholt wurde, besonders wichtig – genauer gesagt: besonders richtig.

Zu diesen besonderen Wahrheiten gehörten Aphorismen wie „Man merkt die Absicht und ist verstimmt“ (angesichts von allzu durchsichtigen Texten oder Geschenken von Autor*innen)

oder

„Ich bin dankbar für jeden, der schlecht schreibt“ (angesichts der Textberge auf seinem Schreibtisch).

Eine weitere Wahrheit, die er mehrmals im Jahr, und nicht nur in den Tagen um die rotahorn-Jurysitzung und die rotahorn-Preisverleihung wiederholte, war folgende:

„Das ist wirklich ein lieber Kerl, der Roth.“

Wobei der Wortlaut variieren konnte:

„Der Roth ist wirklich ein Lieber.“

Obwohl sie in völlig verschiedenen Lebensbereichen reüssierten, hatten Alfred Kolleritsch und Hans Roth viele Dinge und Eigenschaften gemeinsam – und damit meine ich nicht nur das, was man als „südoststeirischen Sinn für feinen Humor“ oder „südoststeirische Lebenslust“ nennen könnte. Im rotahorn-Preis verschmilzt das Beste aus ihrer beiden Welten, um aus unserer Welt eine bessere zu machen.

Der rotahorn-Preis war das Geschenk Hans Roths zu Alfred Kolleritschs 80. Geburtstag. Ein Geschenk, das es Kolleritsch erlaubte, damit andere zu beschenken. Als jemand, der es zu einem Teil seines gewaltigen Lebenswerks gemacht hatte, Schreibende zu unterstützen, war ein medienwirksamer Förderpreis für Autor*innen, die noch eher am Anfang ihres Weges stehen oder zu Unrecht unterschätzt geblieben sind, ein wunderbares, geniales, ja, das richtigste Geschenk.

Ich bin sehr glücklich, dass der rotahorn weiterhin ein fixer Bestandteil im Jahreskreis der manuskripte bleiben kann. Wie die Bücher, die er geschrieben hat, wie die manuskripte, die Zeitschrift, die er mir anvertraut hat, reicht auch der rotahorn-Preis über die Lebensdaten Alfred Kolleritschs hinaus – er ist Teil seines ihn selbst überdauernden Lebenswerks, Teil seines Vermächtnisses.

Neulich habe ich mich im Büro dabei ertappt, wie ich die Wiederholung AKs selbst wiederholt habe: „Sehr lieb, der Hans Roth“. Das wiederhole ich gerne auch hier: „Es ist wirklich sehr lieb von Hans Roth, dass er weiterhin die Literatur, die Autor*innen und die manuskripte unterstützt“. Dankeschön!“

(c) Saubermacher

Offizielle Presseinformation mit Jury-Begründungen:

Die Preisträger des Hans Roth Literaturpreises „rotahornstehen fest. Den Hauptpreis

erhielt Nava Ebrahimi, mit dem zweiten Preis wurde Franziska Füchsl geehrt. Die beiden Autorinnen überzeugten die Fachjury mit ihrem literarischen Können. Kulturlandesrat Mag. Christopher Drexler und der Grazer Kulturstadtrat Dr. Günter Riegler überreichten die Prämierungen im Theater im Lend in Graz.

Nava Ebrahimi und Franziska Füchsl wurden aus einer hochklassigen Shortlist talentierter Lyrik und Prosa-Autor*innen ermittelt, die ein Naheverhältnis zu den „manuskripten“ pflegen.

Die Fachjury, bestehend aus den Autor*innen Barbara Frischmuth, Valerie Fritsch und Andreas Unterweger, dem Germanisten Julian Kolleritsch sowie den Kulturjournalisten Werner Krause, Christoph Hartner und Heinz Sichrovsky, lobte in ihrer Begründung die literarischen Leistungen:

Begründung für Nava Ebrahimi

Nava Ebrahimi schreibt sorgfältig konstruierte Erzählungen auf exakt formulierter sprachlicher Basis, die jeden ihrer Protagonisten mit seinem eigenen Akzent zu Wort kommen lässt. Ihre Plots und Figuren kreisen um die brandaktuellen Themen Herkunft und Identität, die sie in ihrer globalen Tragweite auszuleuchten weiß. Dabei gelingt der in Teheran geborenen Grazerin das Kunststück, Romane zu schreiben, die der Komplexität und Widersprüchlichkeit unserer Gegenwart gerecht werden und dennoch ein Lesevergnügen darstellen.

Begründung für Franziska Füchsl

Franziska Füchsl ist eine sprachliche Feinmechanikerin, die im Grenzbereich von Lyrik und Prosa poetisches Neuland erschließt. Geschult an den Arbeiten von Oswald Egger und Peter Waterhouse verwebt die Oberösterreicherin rares Vokabular, grafisch-formale Elemente und rhythmische Hypersensibilität zu höchst eigenständigen sprachlichen Gebilden. Dinge werden zu Worten, und aus den Worten entsteht eine neue Welt – selbst wenn man die Worte nicht immer auf Anhieb versteht. Kurz: Eine belebende Abwechslung im Einheitsbrei der Gegenwartsbelletristik!

Der als Förderpreis konzipierte „rotahorn“ wird mit 5.000 Euro dotiert – 3.000 Euro für den ersten und 2.000 Euro für den zweiten Preis. Die Jury nominiert Preisträger*innen aus dem Pool der Autor*innen, die in den „manuskripten“ publizieren bzw. sich für eine Publikation bewerben.

Für eine lebenswerte Umwelt – für eine lesenswerte Literatur

Die Saubermacher Dienstleistungs AG setzt sich im Rahmen ihrer Kernaufgaben seit 40 Jahren nachhaltig für eine lebenswerte Umwelt ein. Für Hans Roth, Gründer des Unternehmens, gehört zu einer lebenswerten Umwelt auch eine lesenswerte Literatur.

Mit dem „rotahorn“ bereichert seit 2011 ein Literaturpreis, initiiert von Hans Roth, die

österreichische Kulturlandschaft. Die Auswahl der Preisträger*innen erfolgte in enger

Zusammenarbeit der Literaturzeitschrift „manuskripte“.

Hans Roth, Aufsichtsratsvorsitzender der Saubermacher Dienstleistungs AG: „In der

Steiermark und ganz Österreich gibt es viele Nachwuchstalente, die im Verborgenen

schöpferisch tätig sind. Mit dem rotahorn möchten wir diesen Literaturschaffenden eine

gesellschaftliche Blatt-Form bieten.“

manuskripte: Die Literaturzeitschrift im 61. Lebensjahr, gegründet von Alfred Kolleritsch (†) und nun herausgegeben von Andreas Unterweger, erscheint vierteljährlich. Publiziert werden ausschließlich unveröffentlichte Texte.

Mit Stadtrat Günter Riegler und Landesrat Christopher Drexler
(c) Saubermacher

Clubgespräch #3

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 29. Juni 2021

Am 24.06. war ich zu Gast in der Leibnitzer Galerie Marenzi, um mit Hannes Schwarz, dem Klubobmann des steirischen SPÖ-Landtagsklubs, und Isabella Holzmann (Greith-Haus, Hunger auf Kunst und Kultur – und mehr) …

… das dritte sog. „Clubgespräch“ zu führen.

Wer auf diese Zeile oder den Link unter dem Bild unten klickt, kann sich das Gespräch samt Wortspenden der Sängerin PAENDA, einer Galerieführung der Leibnitzer Vize-Bürgermeisterin Helga Sams und allerlei Kulturtipps auf Facebook zu Gemüte führen:

https://www.facebook.com/hannesschwarzspoe/videos/492894835270194

Wir sprachen über einen bunten Strauß von Themen aus Kunst und Kultur(politik): vom Song Contest bis zum Song Contest der Literatur aka Bachmann-Preis.


Auch schriftlich festhalten möchte ich meine Unterstützung für die Idee eines Grundeinkommens für Kunstschaffende nach Vorbild der Corona-Unterstützung für Autor*innen, die in Österreich erfreulicherweise rasch und erstaunlich unbürokratisch umgesetzt wurde. Es geht ja.

Fazit: Eine unterhaltsame und informative Begegnung, bei der der Wordrap eindeutig meine Lieblingsdiziplin darstellte:

Herzlichen Dank an Hannes Schwarz und sein engagiertes Team für die Einladung und freundliche Betreuung!
Danke auch für die Fotos, die alle von Hannes Schwarz‘ Facebook-Seite stammen.

manuskripte-Open Air

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 18. Juni 2021

Im Stil eines Sommerfestivals ging am Donnerstag, 17.06.21, im Lesliehof des Joanneumviertels in Graz die analoge Präsentation der manuskripte 231 über die Bühne.

Und das als erste Veranstaltung des Leslie Opens, das sich im Jahr 2 der Pandemie vom Sommerkino zur offenen Bühne für eine Vielzahl von kulturellen Initativen weiterentwickelt hat (endlich einmal eine erfreuliche Mutation!).


(c) manuskripte
Gut gefüllte Reihen – trotz Hitze, Fußball und anderen Lesungen.

Ich bedankte mich bei den Projektpartnern, Oliver Binder-Krieglstein von Leslie Open, Andrea Egger-Dörres von DAT Das andere Theater, der Stadt Graz, dem Joanneum und Ex-Forum-Präsidentin Heidrun Primas, die mich erstmals auf die Idee aufmerksam gemacht hatte.

Sonderapplause erhielten Petra Höfler für ihr rundum gelungenes Redesign der manuskripte und unser Cover Artist, die luxemburgische Malerin Val Smets:

manuskripte-Preisträgerin Laura Freudenthaler las ihre Kurzprosa aus dem Heft (vgl. dazu auch Roland Renners Präsentationsfilm: „Nichts weniger als Magie. Laura Freudenthaler und Andreas Unterweger im Gespräch“)

(c) manuskripte

„Präzise Beobachtungen, ebenso formuliert, generieren eine zweite Wirklichkeit, die geradezu magisch aufgeladen ist mit hyperrealistischer Intensität. Freudenthalers Romane und Prosastücke, von ihr gerne schlicht als „Geschichten“ bezeichnet, rufen in Erinnerung, was Erzählen (bzw. erzählt zu bekommen) im Grunde darstellt: einen bewusstseinserweiternden Akt.“
(Aus der Jurybegründung zum manuskripte-Preis des Landes Steiermark 2021)

Der junge Grazer Gabriel Proedl, nicht nur laut Kleiner Zeitung eine literarische Neuentdeckung …

… und trotz seiner wachsenden Bekanntheit als Journalist für Die Zeit, Stern, Falter usw. ein waschechter Debütant, las, in senegalesische Designerware gewandet, seine Erzählung „Wahnsinnsnacht, Mama“:

(c) manuskripte

Xaver Bayer, Gewinner Österreichischen Buchpreises 2020, las „Die Apokalypse des Johannes“:

(c) manuskripte

„Er, ein Meister des surrealistischen Erzählens, (ver-)führt seine Leserschaft in eine Welt des Unklaren, der Andeutung. Eine nicht greifbare /fassbare Welt, der man nur ungern wieder entsteigt.“
(Silvana Cimenti über Xaver Bayer in manuskripte 231)

Vielen Dank Euch allen fürs Kommen, Lesen, Zuhören und die schönen Unterhaltungen vor und nach der Lesung!
Sehr habe ich mich auch über den Besuch zahlreicher manuskripte-Autor*innen gefreut, wie etwa Alhierd Bacharevic und Julia Cimufiejeva aus Belarus (dzt. Writers in Exile, Kulturvermittlung Steiermark), Johannes Wally, Franz Weinzettl oder der aus Leoben angereiste Günther Freitag.

Die manuskripte 231 sind übrigens im Buchhandel und hier erhältlich.

„In Zeilen wie diesen“ im Forum Stadtpark

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 8. Juni 2021

Im gut gefüllten Saloon des Forum Stadtpark ging letzten Freitag – endlich, nach all den coronabedingten Verschiebungen! – die Präsentation von Isa Riedls und meiner gemeinsamen Publikation „In Zeilen wie diesen . magic spell“ über die Bühne.

(c) Peter Hutter

Nach der Begrüßung durch Gastgeber bzw. Verleger Gerhard Pichler (Edition Stadtpark) stellte Herausgeber Klaus-Dieter Hartl (Galerie Marenzi) das von ihm initiierte Projekt vor:

(c) Peter Hutter

Ich las aus dem Buch …

(c) Peter Hutter

… wobei ich mit einem Zitat der am 4.6. leider verstorbenen Friederike Mayröcker eröffnete.

Dies ist das zweite traurige Ereignis, das „In Zeilen wie diesen“ säumt. Schließlich wurde der Text auch knapp vor Alfred Kolleritschs Tod fertiggeschrieben.

Amankale aka Markus Deutschmann steuerte musikalische Interventionen bei.

(c) Klaus-Dieter Hartl

Abschließend nahm die Malerin Isa Riedl den Abend in die Hand und sprach über ihre ausgestellten und im Buch abgebildeten Arbeiten.

(c) Klaus-Dieter Hartl

Widerstand durch Langsamkeit, mit den Höhlengalerien der Steinzeit, in denen über 5.000 Jahre hinweg an denselben Wandmalereien gemalt wurde, als Utopie.

(c) Peter Hutter

Ich danke alle Beteiligten an dem Projekt, diesmal besonders dem Team des Forum Stadtpark, zweintopf (Gerhard und Eva Pichler) und der anwesenden Präsidentin Heidrun Primas (die letzte Veranstaltung unter ihrer Ägide)!

***

Hier alles Wissenswerte rund um das vorgestellte Büchlein:

Andreas Unterweger – Isa Riedl – Klaus Dieter Hartl

 In Zeilen wie diesen – magic spell  

Galerie Marenzi Leibnitz
15 x 21 cm
40 Seiten, Klammerheftung
ISBN: 978-3-901109-65-2
10 Euro


Isa Riedl „Ritual“

Die Publikation entstand zwischen April und Juni 2020.

In der Galerie Marenzi in Leibnitz wurde am 06.03. die Ausstellung Magic Spell der Grazer Künstlerin Isa Riedl eröffnet und wegen der Coronapandemie am 10. 03. gleich wieder geschlossen. Der Leiter der Galerie Klaus Dieter Hartl wollte die Situation nicht untätig hinnehmen und bat den Schriftsteller Andreas Unterweger, literarische Stimmungsbilder dieser Zeit zu verfassen. In der Sprache des Alltags/der Medien wurde dieser Zeitabschnitt meist so genannt: „in Zeiten von Corona“, „in diesen Zeiten“ oder „in Zeiten wie diesen“. Daraus entwickelte Andreas Unterweger den Titel In Zeilen wie diesen und lieferte fünf Wochen lang jeweils, passend zur Jahreszahl, 20+20 Zeilen, geteilt in vier Kapitel à zehn.
Klaus-Dieter Hartl und Andreas Unterweger waren sich von Anfang an darin einig, dass In Zeilen wie diesen weder in der gerade boomenden Gattung (Corona-)Tagebuch noch im humoristisch-polemischen Fahrwasser von Zeitungskolumnen angesiedelt werden sollte. Stattdessen versuchte der Schriftsteller eine flexible, prosagedichtähnliche Form zu entwickeln, die sich am Niveau und teils auch an der Motivik der in dieser Zeit in der Galerie gezeigten bildnerischen Arbeiten Isa Riedls orientierte.
Im Gegensatz zur strengen äußeren Gestalt der Texte ist ihr Inhalt breit gestreut. Vergleichbar der kubistischen Ästhetik einiger Werke Isa Riedls werden die verschiedensten Perspektiven, Stimmen, Zitate, Splitter aus dem Privaten, dem Leibnitzer und dem Weltgeschehen, sowie nicht zuletzt ein Call and Response-Spiel mit Aspekten aus der Ausstellung Magic Spell zu einem formal kompakten Ganzen montiert.
Die Publikation umfasst diese Texte und einige Arbeiten, die in der Galerie Marenzi zu sehen waren.

dog-ear/eselsohren  
ist eine lose Reihe von Katalog- und Buchpräsentationen im Forum Stadtpark.
Die Gestaltung der Präsentation erfolgt durch die eingeladenen Künstler*innen.

Weitere Informationen zu „In Zeilen wie diesen . magic spell“ gab es bei einer Pressekonferenz in Leibnitz.

Direktlinks zu den 2020 aufgenommen Videos mit Lesungen und Gesprächen, inkl. Leseproben:

In Zeilen wie diesen 1 (mit Song)
In Zeilen wie diesen 2 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)
In Zeilen wie diesen 3 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl und Gedicht)
In Zeilen wie diesen 4 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)
In Zeilen wie diesen 5 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)

„In Zeilen wie diesen . magic spell“ ist in der Galerie Marenzi, in Draxlers Büchertheke in Leibnitz oder auch bei mir um 10 Euro erhältlich.

„Mein Nachbar auf der Wolke“ – manuskripte 231 im slowenischen ORF

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 23. Mai 2021

Kurz vor Erscheinen der manuskripte 231 hat mich Simon Ošlak für die slowenische Radiosendung des ORF interviewt. Hier sein schöner Artikel samt meinen Wortspenden:

Zum Hören hier oder auf das Foto klicken.

Im Mittelpunkt steht die neue manuskripte-Rubrik „Mein Nachbar auf der Wolke“. Redigiert von Matthias Göritz und Amalija Maček, die eine gleichnamige Anthologie bei Hanser vorbereiten und den Gastlandauftritts Sloweniens bei der Frankfurter Buchmesse 2023 kuratieren, wird in den manuskripten bis 2023 jeweils eine Stimme der slowenischen Lyrik vorgestellt.
In Heft 231 ist es Miljana Cunta, deren lichtdurchflutete Gedichte von einem Kurzessay Matthias Göritz‘ begleitet werden.
(Die manuskripte 231 sind übrigens hier zum Preis von nur 10 Euro zu bestellen.)

Vielen Dank für das Gespräch, lieber Simon! Es war mir wieder eine Freude!

„nichts weniger als Magie“ – Laura Freudenthaler zu Gast bei den manuskripten

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 20. Mai 2021

Zum Erscheinen der neuen manuskripte-Ausgabe 231 war erfreulicherweise meine Verlagskollegin Laura Freudenthaler in der Redaktion zu Gast.

Meine Nachnachfolgerin als manuskripte-Preisträger*in hat eine gewohnt faszinierende Kurzprosa und die Übersetzung des Essays „Teufelskirsche“ von Catherine Lemieux zum Heft beigetragen. Aus Letzterem stammt das Motto für die gesamte Ausgabe: „nichts weniger als Magie“.

In Roland Renners Kurzfilm unterhalten Laura und ich uns über Magie und Literatur, bevor sie ihren titellosen Beitrag liest.

Zur Erinnerung noch die Jurybegründung für Laura Freudenthalers manuskripte-Preis:

„Laura Freudenthalers Prosa verzaubert durch Geradlinigkeit. Die Sätze, aus denen sie ihre faszinierend vielschichtigen Gefühls- und Bildwelten baut, kommen ganz ohne Showeffekte aus – gerät man aber erst einmal in ihren Sog, sieht man die Dinge (auch außerhalb der Buchdeckel!) mit anderen Augen.

Präzise Beobachtungen, ebenso formuliert, generieren eine zweite Wirklichkeit, die geradezu magisch aufgeladen ist mit hyperrealistischer Intensität. Freudenthalers Romane und Prosastücke, von ihr gerne schlicht als „Geschichten“ bezeichnet, rufen in Erinnerung, was Erzählen (bzw. erzählt zu bekommen) im Grunde darstellt: einen bewusstseinserweiternden Akt.

Die 1984 in Salzburg geborene Autorin gilt als eine der größten Hoffnungen der deutschsprachigen Belletristik. Die Literaturzeitschrift manuskripte ist seit 1960 ein fruchtbarer Nährboden solcher Hoffnungen. Laura Freudenthaler veröffentlicht seit 2010 regelmäßig in der Grazer Literaturzeitschrift und ist der Steiermark auch durch ihren Grazer Verlag Droschl verbunden.

Laura Freudenthaler, geboren 1984 in Salzburg, lebt in Wien.

Die Erzählungen Der Schädel von Madeleine. Paargeschichten erschienen 2014.

Für ihren ersten Roman Die Königin schweigt (2017) erhielt sie den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2018. Der Roman wurde auch als bester deutschsprachiger Debütroman beim Festival du premier Roman 2018 in Chambéry ausgezeichnet.

2019 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman, Geistergeschichte, der mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet wurde.

Im Juni 2020 gewann sie mit dem Text Der heißeste Sommer den 3sat-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

Im November 2020 erhielt Laura Freudenthaler den Literaturförderpreis der Stadt Meersburg.“

Vielen Dank für Deinen Besuch, liebe Laura!

Die manuskripte 231 sind im Buchhandel und im manuskripte-Webshop erhältlich.