Andreas Unterweger

„Chimären“ – Lesung im Alten Kino Leibnitz

Posted in Das gelbe Buch, Grungy Nuts, ratlos, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 26. Januar 2020

25.01.2020, 17 Uhr: Ganz Leibnitz ist eine verschneite Idylle …

Ganz Leibnitz? Nein! Im Alten Kino …

… geht die Kunst-Post ab! Nicht nur, dass dort die Bildkompositionen Edgar Tezaks ungebrochen vor sich hin beeindrucken …

… an diesem Nachmittag stellten sich auch noch meine Bücher mit ihrem Autor und seiner Gitarre ein.

Wie angekündigt, interagierte meine Lesung mit den Bildern der Ausstellung. Titel der Veranstaltung: „Chimären“.

Damit waren sowohl die Mischwesen zwischen Tier und Mensch auf Tezaks Bildern als auch Schillers Schimären gemeint: „Was hält euch auf? Schimären! Hirngespinste!“

Mich hielt nichts auf, im Gegenteil, fast chimärenmäßig beflügelt vom hochaufmerksamen Qualitätspublikum las ich aus „Wie im Siebenten“, „Das gelbe Buch“ und „Grungy Nuts“ und spielte die Songs „Hotel Suputnyk“ und „Herbst ohne dich“. Tezaks Mischwesen bekamen somit Gesellschaft von Hasen-, Waschbär-, Biber-, Kuckuck-, Wildschwein-, Satelliten- und gleich mehreren Vogelmenschen sowie 17 verschiedenen Meerjungfrauen.

Vielen Dank für die wahrlich „bildgewaltige“ Kulisse und die interessanten Gespräche über Künstlercafés, New York, Apfelstrudel u.v.a.m., lieber Edgar Tezak (u.l.)!

 

Vielen Dank für die Einladung, lieber Klaus Dieter Hartl (u.r.)!

 

Edgar Tezaks Ausstellung „Wir kommen, wir sind, wir gehen“ ist noch bis 9.2. zu sehen. Das weitere Programm:

Unterstützt von: Galerie Marenzi und Leibnitz Kult.

Fotos mit mir darauf hat mein Vater Sepp Unterweger gemacht – danke!

5 Songtexte („Noch mehr Lärm!“)

Posted in Dylanologie, ratlos, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 29. September 2019

Jüngst ist das Pop-Lesebuch „Noch mehr Lärm!“ bei Edition Kürbis erschienen.

Herausgegeben von Heimo Mürzl und Wolfgang Pollanz, dem ich herzlich für die Einladung und gute Zusammenarbeit danke.

Mit Beiträgen von von Georg Altziebler, Austrofred, Irene Diwiak, Eloui, Matthias Forenbacher, Karl Fluch, Bruno Jaschke, Lisa Kaufmann, Oliver Mally, Lukas Matzinger, Mieze Medusa, Dominika Meindl, Nina Müller, Heimo Mürzl, Wolfgang Pollanz, Andreas Rauschal, Gerald Schmickl, Günther Schweiger, Marina Stiegler, Ernst Tiefenthaler, Daniel Wisser und mir.

Das Buch wurde am 25.09. im Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz und wird am 30.09. im Literaturhaus Wien präsentiert.

*

Mein Beitrag sind 5 Songtexte, die zwischen 2006 und 2009 entstanden sind.

Lyrics sind bekanntlich keine Lyrik und funktionieren nur mit der dazugehörigen Musik. In diesen Fällen ist diese bislang unveröffentlicht.

Aber die Songs „Herbst ohne dich“ und „Gewitter“ (Demoaufnahme unten) könnten bei den letzten ratlos-Konterten gehört worden sein (Böllerbauer und Teichen, 2009) …

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(c) Christoph Treberspurg

… „Rockmusiker“ habe ich beim 1. Wiener Bob Dylan-Kongress, „Refractions of Bob Dylan“, 2011

(c) lama.at

… und „Am Anfang“, gemeinsam mit Christian Dayé, beim Geburtstagsabend für Rainer Götz im Literaturhaus Graz (2012), gespielt.

Von „Hotel Suputnyk“ gibt es dafür gleich zwei Demoaufnahmen, eingespielt für Radio Orange, am 04.09.2010:

Mit Zerlegungen:

Geschrammelt, mit Mundharmonika:

 

 

Hotel Suputnyk

 

Draußen im Weltall

bricht der Morgen an

zwitschern Motoren

kräht die Straßenbahn

 

doch hier drinnen sind Sterne

sie funkeln in deinem Haar

und die Nacht ist unendlich

dein Haar ist unendlich

nah

 

im Hotel Suputnyk

 

*

Herbst ohne dich

 

 

In der Küche riecht es nach Regen

Raureif liegt morgens am Bett

Die Blätter fallen vom Kalender

Das Wasser in der Wanne ist gekippt

 

Am Schreibtisch wird es früher dunkel

Im Badezimmer wird es später licht

Und über allen Tagen liegt ein Nebel

Es wird Herbst ohne dich

Herbst ohne dich

 

Schau, die Kastanien da

sind noch vom vorigen Jahr

und das Kastanientier hier flüstert mir

wie das war

im Sommer

mit dir

 

Der Wind spielt Jagdhorn im Luftschacht

Das Altpapier raschelt wie Laub

Ich brüte wie ein lebensmüder

Zugvogel im Staub

 

Und in der Küche riecht es nach Regen

Am Lampenschirm liegt bereits Schnee

Ich taumle benebelt durchs Leben

im Herbst ohne dich

Es ist Herbst ohne dich

 

Das alte Kastanientier

erzählt mir noch immer von dir

verdorrt und gebrochen und klein

und allein

wie ein Herz

außer sich

 

im Herbst

ohne dich

 

Es ist Herbst

ohne dich

 

*

 

 

Am Anfang

 

 

Wir blinzeln noch ins Licht

das in den Garten bricht

in dem die Zeit beginnt, in der

wir zwei zusammen sind

 

Wir sind noch nass vom Tau

wir schwanken noch im Wind

der in den Halmen rauscht, was wie

das Meerestosen klingt

 

 

Wir stehen noch in der Brandung

wir gehen erst an Land

Wir stehen noch ganz am Anfang

und ich halte deine Hand

 

 

Die Spuren, die du lässt

sind jetzt noch schnell verwischt

das Wasser löscht im Sand den Pfeil

der Richtung, die du nimmst

 

Wir sind noch gar nicht da

wir haben noch so viel Zeit

sie liegt weit wie der Ozean

vor uns für uns bereit

 

 

Wir stehen noch in der Brandung

wir gehen erst an Bord

Wir stehen noch ganz am Anfang

komm, ich gebe dir mein Wort

*

Gewitter

 

 

Kommt ein Gewitter

oder liegt es an dir

dass deine Hände so zittern

oder liegt es an mir

 

dass deine Liebe ein Zweig ist

und deine Zweifel ein Sturm

ein Rascheln ein Donnern

setzt die Nacht unter Strom

 

 

Wenn die Sirenen heulen

hol die Segel ein

geh nicht über Bord

klammer dich an mein Wort

 

*

 

Rockmusiker

(So kommt man viel herum)

 

 

Man muss weit weggehen, um

zu sich zu kommen

man muss viel weggeben, um

bei sich zu bleiben

sagst du mir, wo wir doch schon

in ein Alter kommen

in dem es schwierig wird, ein

Rockmusiker zu sein

 

Man muss weit weggehen, um

zu sich zu kommen

man muss sich aufgeben, um

bei sich zu sein

sagst du mir, wo wir doch schon

in ein Alter kommen

in dem es schwierig wird, sich

die Seele aus dem Leib zu

 

schreien

 

Man muss weit weggehen, um

zu sich zu kommen

So kommt man viel herum

 

 

Autobahnromantik in Leibnitz – Vorschau

Posted in Autobahnromantik, ratlos, Tankstellenmorgen, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 7. September 2019

Nächsten Samstag ist es soweit! Am 14.09. erlebt „Autobahnromantik“, die szenische Lesung, die ich im Auftrag der Steirischen Kulturinitiative geschrieben habe, ihre zweite Aufführung!

„Ein Paar auf seiner nicht immer friktionsfreien Reise durch das „Land der Geschwindigkeit“ … Euphorische Aufbrüche fehlen ebenso wenig wie traumnahe Nachtfahrten, Pannen, Staus, Unfälle oder ein Johnny Cash-Cover, das alle 87 Rastplätze des österreichischen Autobahnnetzes besingt.
„Autobahnromantik“ ist ein literarisch-musikalisches Roadmovie, das den Lebensraum Autobahn auf tiefgründig-humorvolle Weise erforscht.“

In den Hauptrollen wieder, umwerfend wie eh und je, Ninja Reichert und Felix Krauss, hier beim geprobten Picknick an der Raststation:

 

Und ich mache wieder die musikalische Begleitung als „Autor-Radio“:

Die Vorbereitungen laufen bereits Hochtouren. Hier proben wir die „Schlafen-an-der-Raststation“-Szene:

Und hier zwei Hörproben:

1. (Update), aufgenommen bei den aktuellen Proben: „Tankstellenmorgen“, Titelsong des Albums von 2012 (Musik: Norb Payr, Text: A.U.):

2., schon vertraut:

 

Karten: Vorverkauf EUR 25,00 / Abendkassa EUR 28,00
Reservierungen unter 0664 / 42 42 789 Draxlers@buechertheke.at

Isabella Holzmann hat in „box. Das Südsteiermarkmagazin“ bereits vorberichtet:

Die „Kulturzeitung 80“ auch:

Sehr cool auch LeibnitzKult auf Instagram:

Danke, lieber Herbert Nichols-Schweiger und lieber Erwin Draxler, für Eure Bemühungen – ich freue mich schon, nicht zuletzt auf Barbara Draxlers legendäres Buffet!

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European Balcony Project

Posted in ratlos, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 8. November 2018

Vorschau auf den Termin:
10.11.2018, 16:00, 1010 Wien, vor dem Parlament:
Andreas Unterweger ruft die Europäische Republik aus.
(Vielen Dank an GKP, Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik, für die Unterstützung!)

Als Teil des internationalen European Balcony Project werde ich das von Ulrike Guérot, Robert Menasse und Milo Rau verfasste Manifest des European Balcony Project verlesen.

Damit es mir dabei nicht ergeht wie diesem leise vor sich hin lesenden Herrn …

… werde ich das Manifest als Straßenmusikant mit Gitarre, Kazoo und Mundharmonika intonieren.Also ungefähr so:

 

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Und das auf die Stunde genau 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs. Vor dem Parlament, wo am 12.11.1918 die Österreichische Republik ausgerufen wurde. Und zur Melodie des ratlos-Songs „Brennnesseln“ – in dessen Riff die „Freude, schöner Götterfunken“-Fanfare hymnischerweise nahezu perfekt hineinpasst.
Mit Auftritten wenn schon nicht auf Balkonen, so doch zumindest in Schaufenstern haben wir mit ratlos in den Nuller Jahren ohnehin Erfahrung gesammelt …

Also, kommt vorbei, liebe Leute, oder informiert Euch/bleibt auf dem Laufenden:

Hier das Manifest in Originalfassung.

Meine Lyrics-Fassung poste ich – gemeinsam mit einem Video des Auftritts und anderen Goodies – nach dem Geschehen.

Es lebe die Europäische Republik!

Fast alles über … Salz 173

Posted in Adamsologie, ratlos, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 28. Oktober 2018

Mein Beitrag zu Heft 173 der Salzburger Literaturzeitschrift Salz, die unter dem Titel „lass rauschen. Über Songs schreiben“ dem Schreiben von Songs bzw. Songschreibern gewidmet ist, besteht aus 3 Texten.

Zum einen die Gegenüberstellung eines Songtextes, den ich 2005 für meine Band ratlos geschrieben habe („Fast alles“), und eines Textes über das Schreiben von Songs, wie es mir heuer von Ryan Adams im Computerfernsehen erklärt wurde.
Zum anderen ein Gedicht aus dem Jahr 2008, das ein berühmtes Zitat von Rolf Dieter Brinkmann auf den Kopf stellt („Liner Notes“).

Wie das Ganze auf einem Küchensessel liegend aussieht, sieht man auf diesen Fotos davon …

… wie das Ganze rein textmäßig aussieht, sieht man hier in den Worddateien von „Fast alles über Fast alles“ und „Liner Notes.

Ich empfehle dennoch den Erwerb der ganzen Ausgabe von Salz 173, schließlich finden sich darin zahlreiche weitere Beiträge von geschätzten KollegInnen wie Erwin Einzinger, Ernst Molden, Franz Adrian Wenzl (Kreisky, Austrofred), Ann Cotten, Xaver Bayer, Michael Köhlmeier u.v.a.m.:

Mit bestem Dank an die Herausgeberinnen Barbara Stasta und Magdalena Stieb für die Einladung und die so freundliche redaktionelle wie layouttechnische Betreuung!

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„Ein großes, grausam-lustiges Chaos“ (Alte Schmiede)

Posted in Cobainologie, Grungy Nuts, ratlos, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 23. September 2018

Nachtrag zum Termin:
20.09.2018, 19:00, Andreas Unterweger liest aus „Grungy Nuts“ (Droschl 2018). Außerdem liest: Verena Stauffer. Alte Schmiede Wien, Schönlaterng. 9, 1010 Wien.

Unter einem selten guten Stern stand mein jüngster Auftritt in der Alten Schmiede!

1. gab es mit Daniel Terkl

… einen profund vorbereiteten Kurator und Moderator, der sowohl mit seinem klugen Ankündigungstext …

… als auch in seiner gewitzten, gut recherchierten Anmoderation die passenden (hermeneutischen) Instrumente …

… auf richtige Weise einsetzte!
(Dass etwa Arthur Rimbauds „Illuminations“, aus dem das Motto für „Grungy Nuts“ stammt, laut Daniel Terkl das Lieblingsbuch Kurt Cobains gewesen sein soll, der auf dem Cover und mehreren Seiten des Buchs prominent herumgeistert – wow! Vernetzende Textanalyse ganz im Sinn der besprochenen Arbeit!)

2. hatte ich mit Verena Stauffer eine ebenso sympathische wie begabte Kollegin zur Seite, mit der ich dieses Jahr erfreulicherweise noch mehrere Auftritte absolvieren darf: Ich freue mich schon darauf!

Und 3. waren, obwohl draußen der letzte richtige Sommerabend des Jahres tobte, zahlreiche Freund- und LeserInnen aus Wien und Umgebung (von Meidling bis Japan) gekommen, darunter etwa die verehrte Kollegin Angelika Reitzer, die dankenswerterweise dieses Video von der musikalischen Zugabe gefilmt hat:

Ich danke allen namentlich Genannten und Ungenannten für diesen Abend, der so ziemlich genau das Gegenteil jener Stimmung verbreitete, die im oben gespielten und unten in Gestalt seiner Lyrics festgehaltenen Song versprüht wird!

 

Das Gegenteil
(Geschrieben 2007, bislang einzige Aufführung 2007, ratlos live auf der Karl-Eder, Gmunden)

 

Ich bin das Gegenteil von dem, was ich gern wär
und alle Leute laufen schreiend vor mir her
wenn meine Seele eine Käsekrainer wär, ich
kotzte sie heraus
dann wäre alles aus
dann wäre alles gut
aber wozu?

Ich leb allein mit meinen
Tachyonen
und hundert Liedern über
Depressionen
und tausend Büchern über
Illusionen
du hast leicht reden am Telefon
ich muss hier wohnen

Mit mir allein
allein mit mir

Ich bin das Gegenteil
von dir

*

Weitere Fotos aus Wien:

Illumination vor der Lesung:

„Dr. Faustus“ feat. „Grungy Nuts“:

Zur Mädchengitarre „umfunktionierte“ Ex-Post-Grunge-Gitarre:

Einer der „Kästen“ aus „Grungy Nuts“:

Eine der „Meerjungfrauen“ aus der Erzählung „Das Liebesleben der Meerjungfrauen“, die ich gelesen habe:

Daniel Terkl, tiefschürfender „Knight Rider“-Exeget, erinnert sich an seine Begegnung mit Michael Knight:

„Grungy Nuts“ (Der Titel)

Posted in Grungy Nuts, ratlos by andreasundschnurrendemia on 2. August 2018

Am 10.08.18 erscheint mein neues Buch „Grungy Nuts“ im Literaturverlag Droschl.
Höchste Zeit, sich einmal über den Titel Gedanken zu machen. Hier 3 Annäherungsversuche …

1.

„grungy“:

Lt. Merriam Webster:

„1 : shabby or dirty in character or condition
2 : characteristic of grunge music or fashion“

Lt. Cambridge Dictionary:

„(of a person) feeling tired and dirty, or (of a thing) dirty:
,He showed up for the interview wearing some grungy old sweatshirt and jeans.´“

„nuts“

Lt. Merriam-Webster:

1: „enthusiastic, keen“
2: „insane, crazy“

Lt. Cambridge Dictionary:

„offensive for testicle [als Substantiv]
silly, stupid, or strange“ [als Adjektiv]

Fazit: Man landet semantisch irgendwo in der Gegend von energiearmen männlichen Sonderlingen in schäbigen T-Shirts und Jeans, die mehr als verrückt nach Nirvana und Co. sind.
Passt zum Glück gut zu den Protagonisten des Buchs.

2.

Den Begriff „Grungy Nuts“ habe ich meinem Freund Lukas zu verdanken:

Es muss ungefähr 1994 gewesen sein, als er, der in der Schule mein Sitznachbar war, während einer Chemie-Stunde versucht hat, mich von eben diesem Bandnamen für unser jüngst gegründetes Rockmusiktrio, in dem er das Schlagwerk bediente und ich, zumindest anfangs, das elektronische Cembalo, zu überzeugen. Leider wusste ich damals noch nicht, was ich heute weiß, was „Grunge“ ist, nämlich (s. o.), und war deshalb (wie wir alle damals, immer, bei allen Vorschlägen, von wem auch immer) strikt dagegen. Ich kannte nur „Crunchy Nuts“, die Cornflakes. Und mit denen hatte die Musik, die wir machten (genauer gesagt: machen wollten, sprich: besprachen), nichts zu tun.

Lieber Lukas,

wir sitzen jetzt leider nicht mehr so oft nebeneinander, aber ich wollte Dir trotzdem mitteilen:
Nach vielen Mühen, Drangsalen und 24 Jahren, in denen ich nicht allzu viel anderes getan habe, als genau darüber nachzudenken, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass „Grungy Nuts“ doch ein ziemlich guter Bandname gewesen wäre. Noch besser als Deine nächste Idee, „ratlos„, womöglich.

3.

Kurzgeschichte des Grunge in Bildern:

1992

1994

2018

*

Ich hoffe, wir sehen uns bei der ersten Lesung aus „Grungy Nuts“: 16.08., 20:00, ORF Hör- und Seebühne Graz-St. Peter!

 

„Autobahnromantik“ – Vorschau

Posted in Autobahnromantik, ratlos, Tankstellenmorgen, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 8. April 2018

Vorschau auf den Termin:

18.04.2018, 19:00:
Autobahnromantik
Szenische Lesung mit Musik, montiert und großteils geschrieben von Andreas Unterweger.
Gelesen und gespielt von Ninja Reichert und Felix Krauss.
Musik: Andreas Unterweger (voc, git, kaz, harp).
Straßenmeisterei Graz-Süd, St. Peterstraße 61, 8071 Hausmannstätten.
Eine Produktion der Steirischen Kulturinitiative.

Ein Paar auf seiner nicht immer friktionsfreien Reise durch das „Land der Geschwindigkeit“ … Euphorische Aufbrüche fehlen ebenso wenig wie traumnahe Nachtfahrten, Pannen, Staus, Unfälle oder ein Johnny Cash-Cover, das alle 87 Rastplätze des österreichischen Autobahnnetzes besingt.
„Autobahnromantik“ ist ein literarisch-musikalisches Roadmovie, das den Lebensraum Autobahn auf tiefgründig-humorvolle Weise erforscht.

Mit Texten von Andreas Unterweger – und Paul Virilio, F. Scott Fitzgerald, Paul Auster, Julio Cortázar u.a.m.
Musik von Johnny Cash, Bright Eyes, Ostbahn Kurti, Norb Payr/Andreas Unterweger, Tocotronic, ratlos u. a.
Musik/Autor(-R)adio: Andreas Unterweger (voc, git, kaz, harp).

Mit dem Veranstaltungsort, der Straßenmeisterei und Überwachungszentrale Süd in Hausmannstätten, im Süden von Graz, verhält es sich übrigens wie mit allen Orten im Zeitalter der motorisierten Fortbewegung auf grauen Asphaltbändern: Sie ist erstaunlich nah … Und das sogar dann, wenn man nicht das Auto nimmt, sondern den Bus! Hier Näheres …

… und hier noch Näheres:
Autobahnromantik-Folder zum Download

Rasend vor Vorfreude,
Euer Andreas

 

Morgen in Graz

Posted in ratlos by andreasundschnurrendemia on 11. Juni 2015

Jetzt ist es also schon 10 Jahre her, dass dieser Song geschrieben wurde …

ratlos: Morgen in Graz (Video: Matthias Jäger)

In den Credits auf der 2008 erschienenen, gleichnamigen EP werde ich als alleiniger Musik- und Text-Autor ausgewiesen. Na ja. Stimmt schon, ich habe diesen Hund gesehen. Und hatte so einen Rhythmus im Ohr, der im wilden Schlussteil des leider (noch?!) unveröffentlichten ratlos-Songs „Hochwald“ (Dayé/Unterweger) erstmals anklingt.
Die Basslinie aber hat Stefan Laube komponiert. Bei Struktur und Aufbau des Songs war Schlagzeuger Lukas Priebsch bestimmt mehr als nur mitbestimmend. Und die Soli, mit denen der Song zwischendurch und am Schluss abhebt, hat sich Christian Dayé natürlich ganz allein ausgedacht. Ein richtiger Bandsong also, von Heimo Knopper schön wuchtig produziert, dank kunst@werk in einem Schaufenster der Grazer Jakominigasse in Szene gesetzt und von Matthias Jäger angenehm sperrig in Videoform gepackt.
Die Zeichnungen im Hintergrund sind von Walter Lang, das ratlos-Logo ist von Reinfried Blaha.

Auf der immer noch existierenden FM4-Soundpark-Seite von ratlos gibt es übrigens, u.a., diese, 2007 in 1070 Wien verfassten, fast zu viel verratenden Liner Notes zu lesen:

„Es ist ein Labrador, der dem Kitzel der in den Wellen der Mur schwankenden Schilfhalme nicht widerstehen kann, der in den Fluss springt und stromaufwärts davonschwimmt. Und du kannst es ihm nachfühlen, weißt selbst, wie kalt dieses Wasser ist, das die Freiheit bedeutet, und wie viel Hoffnung der Schmerz bringt, von ihm getauft zu werden, Kopf unter Wasser, und wieder aufzutauchen, neu geboren.“

Liebesgedichte zum Valentinstag

Posted in ratlos, Tankstellenmorgen, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 12. Februar 2015

Nachtrag zum Termin:
14.02.2015, 09:00 – 10:00, Andreas Unterweger liest Liebesgedichte zum Valentinstag in Walter Langs „Werkskantine“, Radio Helsinki , Graz.

Ich habe, wie angekündigt, ausschließlich eigene Texte gelesen, die sich entlang folgender 3 Mottos von anderen bewegt haben – dreier wahrer Sätze über DIE LIEBE, falls man das überhaupt so, in einem Wort (plus Artikel), sagen kann:

Der erste Satz, von Stendhal, ist freilich gar kein Satz, sondern nur ein Gedanke, eine (von mir bewusst vage formulierte) These aus „De l ´amour“:
Es gibt nicht die Liebe, es gibt die Lieben (= mehrere Arten der Liebe).

Dazu wurde folgendes, schon 2005 geschriebene Kurzprosastück gelesen:

Lieben

„Es gibt nicht: die Liebe. Es gibt: die Lieben.“ Es gibt so viele Lieben, wie es Menschen gibt. Es gibt für jeden Menschen nur: die eine. Sie bricht das erste Mal aus, wenn er sechzehn ist. Sie wird zu viel für ihn sein, schon das erste Mal. Erst viel zu leicht und dann: schon viel zu schwer. Er wird die Liebe einem auf die Schulter legen, der sie nicht haben will. Dann wird der Mensch sich wundern: ach, wie schwer das ist. So eine Liebe loszukriegen. So allein mit der Liebe. So allein mit sich. Der Mensch wird weiter nach dem suchen, der die Liebe trägt. Seine Liebe: erträgt. Und wird vielleicht, von Zeit zu Zeit: jemanden finden, der sie auf sich nimmt. Für eine Zeit und dann: wieder allein. Mit seiner Liebe und: allein mit sich. Und immer schwerer wird die Liebe werden, weil: die Liebe wächst. Sie wächst und wächst, wenn: keiner da ist, der: sie haben will. Sie halten und: für sich behalten will. Der Mensch wird mit der Liebe weitertaumeln, die: ihn fast erdrückt. Der Mensch wird schwer bewaffnet sein, mit seiner Liebe. Und so wird es geschehen, dass der Mensch: den Menschen, den er, lebenslang!, gesucht hat, trifft. Mit seiner Liebe. Und: ihn so erschlägt.

Musik: ratlos: „… ich habe kalt“

*

Der zweite Satz: ein Vers aus einem Gedicht von Richard Brautigan:
„Mit Liebe behandelt man keinen Freund.“ (Das ganze Gedicht, übersetzt von Johannes Beilharz)

Dazu, u. a., dieses Gedicht:

Der Vogel

Der Vogel, den die Katze gestern / im Buschwerk fing, hat mich an dich / erinnert. Es war
wohl was mit seinen Augen. Jedenfalls / schloss ich die Katze drinnen / ein & hob den Vogel
hoch, setzte ihn auf den höchsten Zweig / des Apfelbaums. Da saß er / dann & sah mich an

mit deinen Augen. Von all den / Frauen, die ich früher / kannte, hast du mir am wenigsten
wehgetan, dachte ich, als ich / unter dem Apfelbaum stand, & / am meisten … Am Ende
brachte ich dem Vogel / einen Regenwurm. Dann ließ ich ihn / allein, ging wieder rein & ließ

die Katze raus.

Musik: ratlos: Morgen in Graz

*

Der dritte wahre Satz über die Liebe, verbunden mit meinem eigenen Valentinsgruß, steht in der Erzählung „Von der Liebe“ von Anton Tschechow:
„Bis heute ist über die Liebe nur ein einziger wahrer Satz gesprochen worden, nämlich: „Dies Geheimnis ist groß“, alles andere, was man über die Liebe geschrieben oder gesagt hat, war keine Lösung, sondern nur das Stellen von Fragen, die auch weiterhin ungelöst bleiben.“

Dazu habe ich das Kapitel „Viel weiter“ aus „Wie im Siebenten“ gelesen, dem Tschechows Satz als Motto voransteht.

Musik: Norb Payr und Andreas Unterweger: Bei dir

*

Danke fürs Zuhören!
Danke, Walter Lang, für Deine Gastfreundschaft!