Andreas Unterweger

manuskripte-Open Air

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 18. Juni 2021

Im Stil eines Sommerfestivals ging am Donnerstag, 17.06.21, im Lesliehof des Joanneumviertels in Graz die analoge Präsentation der manuskripte 231 über die Bühne.

Und das als erste Veranstaltung des Leslie Opens, das sich im Jahr 2 der Pandemie vom Sommerkino zur offenen Bühne für eine Vielzahl von kulturellen Initativen weiterentwickelt hat (endlich einmal eine erfreuliche Mutation!).


(c) manuskripte
Gut gefüllte Reihen – trotz Hitze, Fußball und anderen Lesungen.

Ich bedankte mich bei den Projektpartnern, Oliver Binder-Krieglstein von Leslie Open, Andrea Egger-Dörres von DAT Das andere Theater, der Stadt Graz, dem Joanneum und Ex-Forum-Präsidentin Heidrun Primas, die mich erstmals auf die Idee aufmerksam gemacht hatte.

Sonderapplause erhielten Petra Höfler für ihr rundum gelungenes Redesign der manuskripte und unser Cover Artist, die luxemburgische Malerin Val Smets:

manuskripte-Preisträgerin Laura Freudenthaler las ihre Kurzprosa aus dem Heft (vgl. dazu auch Roland Renners Präsentationsfilm: „Nichts weniger als Magie. Laura Freudenthaler und Andreas Unterweger im Gespräch“)

(c) manuskripte

„Präzise Beobachtungen, ebenso formuliert, generieren eine zweite Wirklichkeit, die geradezu magisch aufgeladen ist mit hyperrealistischer Intensität. Freudenthalers Romane und Prosastücke, von ihr gerne schlicht als „Geschichten“ bezeichnet, rufen in Erinnerung, was Erzählen (bzw. erzählt zu bekommen) im Grunde darstellt: einen bewusstseinserweiternden Akt.“
(Aus der Jurybegründung zum manuskripte-Preis des Landes Steiermark 2021)

Der junge Grazer Gabriel Proedl, nicht nur laut Kleiner Zeitung eine literarische Neuentdeckung …

… und trotz seiner wachsenden Bekanntheit als Journalist für Die Zeit, Stern, Falter usw. ein waschechter Debütant, las, in senegalesische Designerware gewandet, seine Erzählung „Wahnsinnsnacht, Mama“:

(c) manuskripte

Xaver Bayer, Gewinner Österreichischen Buchpreises 2020, las „Die Apokalypse des Johannes“:

(c) manuskripte

„Er, ein Meister des surrealistischen Erzählens, (ver-)führt seine Leserschaft in eine Welt des Unklaren, der Andeutung. Eine nicht greifbare /fassbare Welt, der man nur ungern wieder entsteigt.“
(Silvana Cimenti über Xaver Bayer in manuskripte 231)

Vielen Dank Euch allen fürs Kommen, Lesen, Zuhören und die schönen Unterhaltungen vor und nach der Lesung!
Sehr habe ich mich auch über den Besuch zahlreicher manuskripte-Autor*innen gefreut, wie etwa Alhierd Bacharevic und Julia Cimufiejeva aus Belarus (dzt. Writers in Exile, Kulturvermittlung Steiermark), Johannes Wally, Franz Weinzettl oder der aus Leoben angereiste Günther Freitag.

Die manuskripte 231 sind übrigens im Buchhandel und hier erhältlich.

„In Zeilen wie diesen“ im Forum Stadtpark

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 8. Juni 2021

Im gut gefüllten Saloon des Forum Stadtpark ging letzten Freitag – endlich, nach all den coronabedingten Verschiebungen! – die Präsentation von Isa Riedls und meiner gemeinsamen Publikation „In Zeilen wie diesen . magic spell“ über die Bühne.

(c) Peter Hutter

Nach der Begrüßung durch Gastgeber bzw. Verleger Gerhard Pichler (Edition Stadtpark) stellte Herausgeber Klaus-Dieter Hartl (Galerie Marenzi) das von ihm initiierte Projekt vor:

(c) Peter Hutter

Ich las aus dem Buch …

(c) Peter Hutter

… wobei ich mit einem Zitat der am 4.6. leider verstorbenen Friederike Mayröcker eröffnete.

Dies ist das zweite traurige Ereignis, das „In Zeilen wie diesen“ säumt. Schließlich wurde der Text auch knapp vor Alfred Kolleritschs Tod fertiggeschrieben.

Amankale aka Markus Deutschmann steuerte musikalische Interventionen bei.

(c) Klaus-Dieter Hartl

Abschließend nahm die Malerin Isa Riedl den Abend in die Hand und sprach über ihre ausgestellten und im Buch abgebildeten Arbeiten.

(c) Klaus-Dieter Hartl

Widerstand durch Langsamkeit, mit den Höhlengalerien der Steinzeit, in denen über 5.000 Jahre hinweg an denselben Wandmalereien gemalt wurde, als Utopie.

(c) Peter Hutter

Ich danke alle Beteiligten an dem Projekt, diesmal besonders dem Team des Forum Stadtpark, zweintopf (Gerhard und Eva Pichler) und der anwesenden Präsidentin Heidrun Primas (die letzte Veranstaltung unter ihrer Ägide)!

***

Hier alles Wissenswerte rund um das vorgestellte Büchlein:

Andreas Unterweger – Isa Riedl – Klaus Dieter Hartl

 In Zeilen wie diesen – magic spell  

Galerie Marenzi Leibnitz
15 x 21 cm
40 Seiten, Klammerheftung
ISBN: 978-3-901109-65-2
10 Euro


Isa Riedl „Ritual“

Die Publikation entstand zwischen April und Juni 2020.

In der Galerie Marenzi in Leibnitz wurde am 06.03. die Ausstellung Magic Spell der Grazer Künstlerin Isa Riedl eröffnet und wegen der Coronapandemie am 10. 03. gleich wieder geschlossen. Der Leiter der Galerie Klaus Dieter Hartl wollte die Situation nicht untätig hinnehmen und bat den Schriftsteller Andreas Unterweger, literarische Stimmungsbilder dieser Zeit zu verfassen. In der Sprache des Alltags/der Medien wurde dieser Zeitabschnitt meist so genannt: „in Zeiten von Corona“, „in diesen Zeiten“ oder „in Zeiten wie diesen“. Daraus entwickelte Andreas Unterweger den Titel In Zeilen wie diesen und lieferte fünf Wochen lang jeweils, passend zur Jahreszahl, 20+20 Zeilen, geteilt in vier Kapitel à zehn.
Klaus-Dieter Hartl und Andreas Unterweger waren sich von Anfang an darin einig, dass In Zeilen wie diesen weder in der gerade boomenden Gattung (Corona-)Tagebuch noch im humoristisch-polemischen Fahrwasser von Zeitungskolumnen angesiedelt werden sollte. Stattdessen versuchte der Schriftsteller eine flexible, prosagedichtähnliche Form zu entwickeln, die sich am Niveau und teils auch an der Motivik der in dieser Zeit in der Galerie gezeigten bildnerischen Arbeiten Isa Riedls orientierte.
Im Gegensatz zur strengen äußeren Gestalt der Texte ist ihr Inhalt breit gestreut. Vergleichbar der kubistischen Ästhetik einiger Werke Isa Riedls werden die verschiedensten Perspektiven, Stimmen, Zitate, Splitter aus dem Privaten, dem Leibnitzer und dem Weltgeschehen, sowie nicht zuletzt ein Call and Response-Spiel mit Aspekten aus der Ausstellung Magic Spell zu einem formal kompakten Ganzen montiert.
Die Publikation umfasst diese Texte und einige Arbeiten, die in der Galerie Marenzi zu sehen waren.

dog-ear/eselsohren  
ist eine lose Reihe von Katalog- und Buchpräsentationen im Forum Stadtpark.
Die Gestaltung der Präsentation erfolgt durch die eingeladenen Künstler*innen.

Weitere Informationen zu „In Zeilen wie diesen . magic spell“ gab es bei einer Pressekonferenz in Leibnitz.

Direktlinks zu den 2020 aufgenommen Videos mit Lesungen und Gesprächen, inkl. Leseproben:

In Zeilen wie diesen 1 (mit Song)
In Zeilen wie diesen 2 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)
In Zeilen wie diesen 3 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl und Gedicht)
In Zeilen wie diesen 4 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)
In Zeilen wie diesen 5 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)

„In Zeilen wie diesen . magic spell“ ist in der Galerie Marenzi, in Draxlers Büchertheke in Leibnitz oder auch bei mir um 10 Euro erhältlich.

„Mein Nachbar auf der Wolke“ – manuskripte 231 im slowenischen ORF

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 23. Mai 2021

Kurz vor Erscheinen der manuskripte 231 hat mich Simon Ošlak für die slowenische Radiosendung des ORF interviewt. Hier sein schöner Artikel samt meinen Wortspenden:

Zum Hören hier oder auf das Foto klicken.

Im Mittelpunkt steht die neue manuskripte-Rubrik „Mein Nachbar auf der Wolke“. Redigiert von Matthias Göritz und Amalija Maček, die eine gleichnamige Anthologie bei Hanser vorbereiten und den Gastlandauftritts Sloweniens bei der Frankfurter Buchmesse 2023 kuratieren, wird in den manuskripten bis 2023 jeweils eine Stimme der slowenischen Lyrik vorgestellt.
In Heft 231 ist es Miljana Cunta, deren lichtdurchflutete Gedichte von einem Kurzessay Matthias Göritz‘ begleitet werden.
(Die manuskripte 231 sind übrigens hier zum Preis von nur 10 Euro zu bestellen.)

Vielen Dank für das Gespräch, lieber Simon! Es war mir wieder eine Freude!

„Dober dan, Štajerska“ (ORF2 v. 25.04.2021)

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 26. April 2021

Neulich hatte ich erfreulichen Besuch in der Redaktion. Simon Oslak und Kameramann Peter Bratko interviewten mich für „Dober dan, Štajerska“, die slowenische Sendung des ORF (Erstausstrahlung 25.04.2021).

Pred kratkim sem imel lep obisk v uredništvu. Simon Ošlak je me intervjuval za slovensko oddajo na ORFu.

Zum Sehen auf RTV 4 hier klicken! Klikni tukaj!
Ab 14:18. Od 14:18.

Ich erzählte über die slowenischen Wurzeln meines Lebens und Schreibens …

Govoril sem o svojih slovenskih koreninah …

… die Beziehungen der manuskripte zu slowenischen Schreibenden …

…  odnosu med manuskripte in slovenskimi pisatelji …

… und über meinen Nebenjob als „Mentor“ für Styria Artists in Residence.

… in o svojem delu kot „mentor“ rezidenčnih umetnikov Štajerske „Styria Artists in Residence“.

Telegene Aktivität mit der Dichterin Katrin Köhler, Styria Artist in Residence 2021.

Es war ein unterhaltsamer Vormittag – vielen Dank, lieber Simon!

Bilo je zabavno jutro – hvala, dragi Simon!

Tagged with:

Lange Nacht der Lyrik

Posted in gedichte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 23. April 2021

Gestern Abend hatte ich die Ehre, bei der Präsentation des Jahrbuchs der Lyrik 2021 zu lesen.
Der Stream ist weiterhin zu sehen auf der Facebook-Seite des Schöffling-Verlags: hier klicken!

Meine Lesung beginnt bei 02:08:50:

Ich habe erst aus meinem Gedicht „Die Rummelsburger See“ (Auszüge daraus im aktuellen Jahrbuch der Lyrik) gelesen, dann das Gedicht „Braune Schuhe“ (für Alfred Kolleritsch) der slowenischen Dichterin Maruša Krese aus dem Jahrbuch 2009.
Eine Sprachreise also, die von Berlin über Graz, die Südsteiermark und Ljubljana bis ans Meer führt.

Anschließend unterhielt ich mich mit Herausgeber Christoph Buchwald über Österreichs Verhältnis zur Lyrik seiner Nachbarländer.

Organisiert von Florian Kind (danke!) und moderiert vom dynamischen Herausgeberduo Christoph Buchwald und Carolin Callies kamen viele Freundinnen und Freunde aus der deutschsprachigen Lyrik zu Wort – angeblich die längste Lyriklesung aller Zeiten. Jede/r jeweils ca. 5 Minuten. Nur der Dichter namens Puffer durfte mehrmals.

Beschreibung von Schöffling:
„Das „Jahrbuch der Lyrik“ gibt es seit 40 Jahren – und noch nie sind dazu so viele Lyriker:innen auf einmal live zu erleben gewesen:
Siebzig von ihnen, die in der diesjährigen Ausgabe mit einem Gedicht vertreten sind, lesen, stöbern in alten Jahrbüchern und bringen ihr Lieblingsgedicht daraus mit.
Was also die zeitgenössische Lyrik ausmacht, wie vielfältig sie klingt und welches Bild sie von uns in dieser Epoche skizziert – noch nie war das direkter auf der heimische Couch zu hören und zu sehen, als in dieser digitalen Veranstaltung!“

Das ganze Gedicht „Die Rummelsburger See“ erscheint übrigens Anfang Mai in der deutschen Literaturzeitschrift die horen, die tatsächlich um ganze 5 Jahre älter ist als die manuskripte.

Fotos von dem Rummelsburger See (nicht zu verwechseln).

Rivista clanDestino (2 Gedichte, Interview)

Posted in gedichte, manuskripte, Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 27. März 2021

Ich freue mich sehr über meine Präsenz in der italienischen Literaturzeitschrift clanDestino!
(Hier oder auf dem Foto zu erklicken.)

 

Valentina Colonna, Dichterin, Komponistin und frischgebackene Doktorin der Linguistik, hat ein längeres Interview mit mir geführt – die Themen: meine Arbeit mit und abseits von den manuskripten, Wohl und Wehe von Literaturzeitschriften im Allgemeinen, Zusammenarbeit mit Alfred Kolleritsch und Ratschläge an junge Dichter*innen.
Aus dem Englischen übersetzt hat es Flora Matera.

Dem Interview gehen zwei meiner Gedichte voraus, ins Italienische übersetzt von Barbara Herzog: „An einen, den ich kannte“ und „Donauebene, Dezember“, beide bei clanDestino (deutsch und italienisch) oder im dreisprachigen Gedichtbändchen „Poèmes“ (deutsch, französisch, englisch) nachzulesen.

Grazie mille, cara Valentina, grazie Barbara Herzog e Flora Matera, grazie a tutti!

 

Das Interview wurde in der beiderseitigen Fremdsprache Englisch geführt, hier die Originalfassung – für all jene, bei denen 2 Jahre Wahlpflichtfach Italienisch auch nicht für die Zeitschriftenversion reichen:

 

INTERVISTA

Valentina Colonna:
manuskripte is the most prestigious Austrian literary review, one of the oldest and most renowned literary journals in the German-speaking countries. It was founded in Graz in 1960 by Alfred Kolleritsch. Since 2016 Kolleritsch, who sadly passed away in 2020, and you edited the review together. Can you tell us about manuskripte and your experience there?

 

Andreas Unterweger:
manuskripte is known for Peter Handke’s first publication and early publications by other famous Austrian writers like Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker or Ernst Jandl. However, many international stars like Vaclav Havel, Allen Ginsberg, Sylvia Plath, Seamus Heaney and many others also published in the review. In 2019, we were lucky to present Louise Glück before she received the Nobel Prize.

Based in Graz, Austria’s second city, manuskripte played a decisive role in the development of the city. Graz was a stronghold of the Nazis before and even after WWII. In the sixties and seventies, Kolleritsch and his friends of the artist’s community Forum Stadtpark stood up against a very reactionary public and the local press. As a result, manuskripte caused several scandals, once the editor was even accused of dissemination of pornography. This struggle really changed the place. Without the progress caused by manuskripte and Forum Stadtpark, Graz could never have been cultural capital of Europe in 2003, for instance.

I have been a fan of manuskripte and writers like Handke and Kolleritsch since I was a teenager. My dream was to publish in the review, not to become the editor. That just happened while I was busy trying to write my own stuff … When I was young, I waited until my texts were good enough before I sent them to Kolleritsch. He published one of my stories in 2006 and I remember that I was very proud then. He supported me as a writer, we became friends, and in 2009, when he was very sick, I started to help the editorial staff occasionally. In 2016, after I had returned to Styria (I lived in the countryside in Lower Austria for almost 10 years), he told me that he was looking for a successor and that he had chosen me.

manuskripte was edited by “Fredy” – Alfred Kolleritsch’s nickname – for 60 years; that’s world record, I guess. So it was quite an experience to work side by side with such a legend … What have I learned from him? He always trusted his intuition. He always tried to “read deeper”, to see the human being behind the words … And he didn’t rush into a decision, not even under pressure.

When Fredy died in 2020, I was very sad. Since then, I have been very busy. It’s not necessary to reinvent manuskripte. The concept – to be open, not to limit the review to certain themes or poetics – is still great. That said, my team and me, we have to change some minor things. For instance, we have to approach the contemporary readers by a new appearance and some fine-tuning in terms of content. We are happy to have more than 1.000 subscribers and to reach a circulation of 2.500 copies. We recently even raised the number by selling copies on airports and train stations in Germany, Austria and Switzerland.

I still mainly consider myself as a writer. To be the editor of manuskripte is my bread-and-butter job. A bread-and-butter job that could also be seen as my second dream job.

 

Valentina Colonna:
What do you think about the European landscape of literature (in particular poetry) reviews?

 

Andreas Unterweger:
Reviews like manuskripte have always been in a precarious situation. Nowadays it seems to be even worse – considering the new media, which offer many possibilities to publish your writing (blogs, Facebook and so on). What are literary reviews still good for after all?

On the other hand: everybody can create his own blog or Twitter account. That’s nothing special. And nobody can read the whole internet … That could be an opportunity for journals like manuskripte: people – and publishing houses – need someone who pre-selects more than ever. If you publish in a renowned review like manuskripte you get noticed by readers – and especially by those readers who really matter, like editors, critics, other writers …

Despite the new media, people are still extremely interested in being published in manuskripte – to be printed, not just to be published online. We receive about 2000 unsolicited manuscripts a year. We publish about 80 of them in our four annual issues.

 

Valentina Colonna:
How did the experience with Kolleritsch and the work for the review influence your work as a poet?

 

Andreas Unterweger:
Working for manuskripte influenced my own writing mainly on the level of organization. I simply have less time now. On the other hand, the poet in me is prone to defiance. “Less time?”, he says. “Ok, so I will start to write a long, long novel which requires even MORE time!” You see, it’s a struggle against myself – a win-win-situation, so to speak.

Nevertheless, my inner poet is getting more and more reconciled with my role as an editor. It’s not bad at all  not to be a writer exlcusively. To be the editor of manuskripte gives me the opportunity to help other writers and artists (young writers, foreign writers, writers in troubles, forgotten writers …), which I have to seize. And it allows me to make a living without depending on odd jobs.

 

Valentina Colonna:
manuskripte
always paid careful attention to the international literature scene as well as to new authors: what would you suggest to a young author in 2021?

 

Andreas Unterweger:
The advice, that helped me the most, is rather simple. It is by Ernest Hemingway. In A Moveable Feast he tells himself as a young writer: “,All you have to do is to write one true sentence. Write the truest sentence that you know.’ So finally I would write a true sentence, and then go on from there.”

These words are still valid. Work on the smallest entities to create a stable background – that’s better than creating castles in the air by using empty phrases (like “castles in the air”). Concentrate on the language, not on your career – the career is the second step. And don’t give up too early – it’s normal to get rejected at first. “Try again. Fail again. Fail better” – as Samuel Beckett wrote.

 

(Danke fürs Korrekturlesen, liebe Barbara!)

Welttag der Poesie 2021

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 21. März 2021

Bewegtes Wochenende im Namen der Weltpoesie …

Heute in Leibnitz Kult

… gestern beim Wochenende für Moria am Grazer Freiheitsplatz (viel Erfolg!) …

 

… und am Freitag beim Empfang des Netzwerks der Literaturhäuser auf der digitalen Buchmesse Leipzig:

Ziemlich vielseitig, die Poesiewelt.

Oder, wie es in einem alten ratlos-Song heißt:

„Man muss weit weggehen, um zu sich zu kommen.
So kommt man viel herum.“

„In Zeilen wie diesen“ – Pressekonferenz, Vorwort, Textprobe

Posted in In Zeilen wie diesen, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 17. März 2021

Am 16.03.2021, dem Jahrestag des ersten Lockdowns, fand in Klaus-Dieter Hartls Galerie Marenzi in Leibnitz eine Pressekonferenz zur Präsentation des Buchs „In Zeilen wie diesen . magic spell“ statt.

Manche erinnern sich vielleicht: vor rund elf Monaten habe ich – im Auftrag der Galerie Marenzi – wöchentlich prosagedichtähnliche Texte verfasst und dann in der Galerie eingelesen, um das tägliche Leben während des ersten Lockdowns zu dokumentieren. Kein Corona-Tagebuch, keine Glossen, sondern eher eine poetische Chronik (unten stehend mein Vorwort mit allen Details).

Meine Texte reagierten nicht zuletzt auf die Bilder Isa Riedls, die damals in der Galerie im Rahmen der Ausstellung „magic spell“ zu sehen waren. In dem Buch, das sehr schön geworden ist, kommen Bilder und Texte nun endlich endgültig zusammen.

Ich danke allen Beteiligten, insbesondere Klaus-Dieter Hartl und Vize-Bürgermeisterin Helga Sams (Leibnitz Kult), für die nette kleine Veranstaltung gestern, in deren Rahmen ich sogar ein kurzes Stück vorlesen konnte – meine erste echte Lesung seit wie langer Zeit!

Bezug nehmend auf die gerade wieder hochkochende Kritik daran, wie die Regierung mit den kulturellen Einrichtungen in der Pandemie umspringt, war es dieser Auszug, den ich gelesen habe:

„In jenen Tagen sah ich eine Welt aus dem Meer steigen, die war
selbst wie das Meer: unvorstellbar kalt, unvorhersehbar, herzlos
rollte sie, Welle für Welle, auf uns zu. Zu Beginn der ersten Welle

schloss man zuerst die Kunst, dann die Wirtschaft – denn diese sei
systemrelevant, die Kunst nicht. So wurde die Wirtschaft, anders
als die Kunst, auch gleich wieder aufgesperrt, als die erste Welle

verflachte. Wir aus der Kunst empörten uns, jedoch vergebens.
Eingebunkert in unsere Bubbles simulierten wir noch immer mit
Bildschirmen Scheinwerferlicht, als draußen eine zweite Welle

noch einmal, härter, über die Welt und ihre Wirtschaft hereinbrach.

 

Und dies sah ich: Bei jeder neuen Welle hatte die Kunst noch zu
und die Wirtschaft schon offen, oder umgekehrt: die Wirtschaft
noch offen, die Kunst schon zu. Und dies: Nach der letzten Welle,

als die Bullaugen unseres Theatrons sich ganz ohne Erlass, ganz
zaghaft, wieder öffneten, waren alle Fabriken, Bazare, Parkgaragen
(und was sonst noch so zur Wirtschaft gehört hatte) menschenleer.

Und: Nur wir allein, die aus der Kunst, hatten die Sintflut überlebt.
Mag sein, dass uns auch Gott, wie die Welt, weil wir eben nicht
systemrelevant waren, einfach vergessen hatte. Wie auch immer.

An einem windstillen Strand nahmen wir die Masken ab, spielten.“

*

Die ersten Presseberichte:

Bettina Kuzmicki in der Kleinen Zeitung v. 17.03.2021:

Heribert Kindermann in Leibnitz Aktuell v. 16.03.2021:

Waltraud Fischer in Mein Bezirk v. 16.03.2021:

 

*

Mein Vorwort zu „In Zeilen wie diesen . magic spell“ ist der einzige Text, der im letzten Jahr deutlich gealtert ist. Im Juni schien Corona schon weit weg, und ich dachte, man müsse zukünftigen Leser*innen zumindest zwischen den Zeilen erklären, wie das Leben im Lockdown mit „Homeschooling“, Maskentragen usw. denn so abgelaufen ist … Wie wir heute wissen, war das gar nicht notwendig. Die Leser*innen in 50, 60 Jahren werden es mir vielleicht dafür danken. Dann sind wir hoffentlich auch alle schon geimpft.

„VORBEMERKUNG

Diese 20 Texte sind das Ergebnis eines Schreibauftrags, den ich im April 2020 von Klaus-Dieter Hartl erhalten habe. Die Aufgabe bestand ganz einfach darin, literarisch auf das, was rund um mich geschah – die Gegenwart! –, zu reagieren.

Meine Gegenwart war damals, wie die der meisten Menschen in Österreich und darüber hinaus, massiv geprägt von den Auswirkungen all der gegen das Corona-Virus getroffenen Maßnahmen. Wie die meisten Leute verbrachte ich die meiste Zeit zuhause, arbeitete im „Homeoffice“, versuchte mich als Lehrer meiner eigenen Kinder beim „Homeschooling“, ging mit Maske und erhöhtem Puls in den Supermarkt, joggte regelmäßig und schaute in der Zwischenzeit oft auf mein Smartphone, auf dessen Bildschirm sich tatsächliche und befürchtete Horrorszenarien sowie WhatsApp-Witze und -Botschaften von in die Ferne gerückten Nächsten die digitale Klinke in die Hand gaben.

In der Sprache des Alltags/der Medien wurde dieser Zeitabschnitt meist so genannt: „in Zeiten von Corona“, „in diesen Zeiten“ oder „in Zeiten wie diesen“.

So kam ich auf den Titel In Zeilen wie diesen und lieferte fünf Wochen lang jeweils, passend zur Jahreszahl, 20+20 Zeilen, geteilt in vier Kapitel à zehn, die ich – meist samstags – in der Galerie Marenzi vor Max Pratters Kamera las. Max‘ Videos wurden anschließend auf dem YouTube-Kanal von Leibnitz Kult veröffentlicht.

Klaus-Dieter und ich waren uns von Anfang an darin einig, dass In Zeilen wie diesen weder in der gerade boomenden Gattung (Corona-)Tagebuch noch im humoristisch-polemischen Fahrwasser von Zeitungskolumnen angesiedelt werden sollten. Stattdessen versuchte ich eine flexible, prosagedichtähnliche Form zu entwickeln, die sich am Niveau und teils auch an der Motivik der in diesen Zeiten, von März bis Juni, in der Galerie gezeigten bildnerischen Arbeiten Isa Riedls orientierte.

Im Gegensatz zur strengen äußeren Gestalt der Texte ist ihr Inhalt breit gestreut. Vergleichbar der kubistischen Ästhetik einiger Werke Isas werden die verschiedensten Perspektiven, Stimmen, Zitate, Splitter aus dem privaten, dem Leibnitzer und dem Weltgeschehen sowie nicht zuletzt ein Call and Response-Spiel mit Aspekten aus der Ausstellung Magic Spell zu einem formal kompakten Ganzen montiert.

 

Ich danke Klaus-Dieter Hartl, Max Pratter und dem Team von Leibnitz Kult herzlich für die kompetente Unterstützung und Isa Riedl für die inspirierenden Gespräche!

Andreas Unterweger, Juni 2020″

*

Direktlinks zu den 2020 aufgenommen Videos mit Lesungen und Gesprächen:

In Zeilen wie diesen 1 (mit Bonus-Song)
In Zeilen wie diesen 2 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)
In Zeilen wie diesen 3 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl und Bonus Gedicht)
In Zeilen wie diesen 4 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)
In Zeilen wie diesen 5 (mit einem Gespräch mit Isa Riedl)

*

Das Buch ist in der Galerie Marenzi, in Draxlers Büchertheke in Leibnitz oder auch bei mir um 10 Euro erhältlich.

Serbisch untervegs

Posted in Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 5. März 2021

Gute Neuigkeiten aus Belgrad: ein Gedichtband auf Serbisch ist untervegs!

Ich bin selbst gespannt – bleiben wir also getunt, was sich beim Verlag NoRules izdavaštvo so tut.

Mit bestem Dank an meine Verlegerin, die Dichterin Sofija Živković, und an die internationale Lyrikplattform Versopolis, die 2019, beim Festival Printemps des poètes in Paris, jenes dreisprachige Büchlein ermöglicht hat, das jetzt übersetzt wurde.

Hieß die französische Ausgabe schlicht „Poèmes“ („Gedichte“), so wählt die serbische einen konträren Zugang: „Nijedna pesma“ („Kein Gedicht“ – nach dem letzten der Texte).

Jahrbuch der Lyrik 2021

Posted in gedichte, Poèmes, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 27. Februar 2021

GRÜSSE AUS DEM …

Liebe Lyrikfreundinnen und -freunde zuhause,

nach langer, ereignisreicher Reise bin ich in Schöfflings Jahrbuch der Lyrik angekommen.


Christoph Buchwald und Carolin Callies sind aufmerksame Gastgeber, bei denen ich mich herzlich bedanke. Und auf meine Nachbarinnen und Nachbarn* bin ich geradezu stolz.


Das Layout ist schön, und das Lesen schmeckt prima!

Liebe Grüße
Euer Andreas

 

P.S. „Die Rummelsburger See“, das längere Gedicht, aus dem Buchwald/Callies 3 Teile für das Jahrbuch ausgewählt haben, lässt sich hier hören (Lesung für Radio Steiermark ORF, 3.5.2020).
Womöglich erscheint es demnächst noch an einem weiteren schönen Ort, wo man es dann zur Gänze lesen kann.

 

P.P.S. Alle Nachbarinnen und Nachbarn, lt. Schöffling Verlag:

„Das »Das Jahrbuch der Lyrik 2021« enthält Beiträge von:

Urs Allemann | Andreas Altmann | Konstantin Ames | Gisbert Amm | Dorothee Arndt | Michael Augustin | Kathrin Bach | Ulrike Bail | Wilhelm Bartsch | Anke Bastrop | Kerstin Becker | Marcel Beyer | Franziska Beyer-Lallauret | Elke Bludau | Thomas Böhme | Mirko Bonné | Rosa Both | Markus Breidenich | Yevgeniy Breyger | Lars-Arvid Brischke | Jürgen Brôcan | Helwig Brunner | Ralf Burnicki | Michael Buselmeier | Paul-Henri Campbell | Mara-Daria Cojocaru | Crauss | Kenah Cusanit | Heinrich Detering | Róža Domašcyna | Dominik Dombrowski | Ulrike Draesner | Ruta Dreyer | Raoul Eisele | Hasune El-Choly | Carl-Christian Elze | Elke Engelhardt | Elke Erb | Federico Federici | Karin Fellner | Jürgen Flenker | Franzobel | David Fuchs | Claudia Gabler | Zsuzsanna Gahse | Sylvia Geist | Nora Gomringer | Matthias Göritz | Axel Görlach | Uta Gosmann | Dieter M. Gräf | Julia Grinberg | Durs Grünbein | Sandra Gugić | Alexander Gumz | Geraldine Gutiérrez-Wienken | Friederike Haerter | Wilfried Happel | Dorina Marlen Heller | Guy Helminger | Judith Hennemann | Kerstin Hensel | Anna Hetzer | Stefan Heuer | Andrea Heuser | Tim Holland | Marius Hulpe | Norbert Hummelt | Nancy Hünger | Andreas Hutt | Carmen Jaud | Daniel Jurjew | Anja Kampmann | Markus Kempf | Christian T. Klein | Barbara Maria Kloos | Kornelia Koepsell | Sascha Kokot | Thorsten Krämer | David Krause | Ursula Krechel | Birgit Kreipe | Philip Krömer | Michael Krüger | Jan Kuhlbrodt | Björn Kuhligk | Johannes Kühn | Wiel Kusters | Stan Lafleur | Sünje Lewejohann | Tristan Marquardt | Marie T. Martin | Olga Martynova | Hartwig Mauritz | Elena Mpei | Marcus Neuert | Kathrin Niemela | Harry Oberländer | José F. A. Oliver | Hellmuth Opitz | Dirk von Petersdorff | Ilma Rakusa | Arne Rautenberg | Karla Reimert | Johann Reißer | Lars Reyer | Monika Rinck | Marcus Roloff | Lara Rüter | Ulrike Almut Sandig | Àxel Sanjosé | Joachim Sartorius | Walle Sayer | Simone Scharbert | Rike Scheffler | Iris Lilja Schmidt | Emanuel Schneider | Katharina Schultens | Tom Schulz | Lutz Seiler | Max Sessner | Judith Sombray | Ulf Stolterfoht | Rainer Stolz | Brigitte Struzyk | Hans Thill | Asmus Trautsch | Verica Tričković | Julia Trompeter | Sebastian Unger | Andreas Unterweger | Monika Vasik | Marie Lucienne Verse | Mikael Vogel | Florian Voß | Jan Wagner | Lea Wahode | Martina Weber | Mirko Wenig | Christoph Wenzel | Ernest Wichner | Michael Wildenhain | Christa Wißkirchen | Uljana Wolf | Peter Zemla“