Andreas Unterweger

„So long, Annemarie“ im Café Museum

Posted in So long, Annemarie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 17. September 2022

Am 14.09. war ich mit meinem neuen Roman „So long, Annemarie“ (Droschl 2022) im legendären Wiener Café Museum zu Gast.

Ich las die Kapitel „Der erste Schlag“ und „Warum geben wir nicht acht?“ …

(c) Jimi Lend

… und spielte aus dem Soundtrack zum Buch eine Version von Noir Désirs „Le vent nous portera“, die bewusst alles andere als ein Cover ist oder gar eine Hommage ist.

(c) Jimi Lend

Mein Dank gilt Kurator und Moderator Gerry Loibelsberger, der launig durch den Abend führte und auch von eigenen Erlebnissen in Frankreich erzählte …

(c) Jimi Lend

… dem die Sitzbänke füllend erschienenen Publikum, darunter lieben Kolleginnen und Kollegen wie Hanno Millesi, Katharina Ingrid Godler und Jimi Lend (alias Wolfgang Lampl – oder umgekehrt), der trotz seines Tour- und Probenstresses (zurzeit steht er als Hödlmoser, der letzte Ursteirer, auf Österreichs Bühnen) mehrere Fotos für diesen Beitrag beigesteuert hat, sowie dem Team des Café Museum!

Wie schon 2019 wanderte ich reich beschenkt zurück zum Zug, wie schon 2019 gelang es mir nicht, die Torte in unangeknabberten Zustand zu fotografieren.

Ich werde also wiederkommen müssen!

ORF-Hör- und Seebühne, 25.08.22

Posted in So long, Annemarie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 29. August 2022

Am 25.08.2022 hatte ich die Ehre und Freude, zur Premierenlesung aus „So long, Annemarie“ (Droschl 2022) mit meinen geschätzten Kollegen Fiston Mwanza Mujila und Patrick Dunst die ORF-Hör- und Seebühne in Graz-St. Peter zu teilen.

Ein Mitschnitt des Abends wurde gestern Abend auf Radio Steiermark gesendet und ist nun 7 Tage nachzuhören – hier die Bilder zum Hörspiel:

Zur Begrüßung lesen Fiston und ich, moderiert von Ilse Amenitsch, sein Gedicht „Brief an G.“, das ich für die manuskripte 235 übersetzt hatte:

(c) Droschl

Ich lese die Kapitel 1 und 8 aus meinem Roman:

Multinistrumentalist Patrick Dunst umrahmt meine Lesungen mit Coverversionen der Noir Désir-Songs „Le vent nous portera“ und „Europe“.
Die Sprache tanzt„!

Die Stellen, an denen im Buch in einem Buch gelesen wird, werden mit einer wohlbekannten Literaturzeitschrift markiert:

Nach der Pause, in der ich mich am Büchertisch der Buchhandlung Plautz …

… dankenswerterweise eifrig im Signieren üben durfte, begeistern Fiston und Patrick mit ihrem Multimediaspektakel: „Tanz der Teufel“!

Kurz: Ein rundum gelungener Abend, gelassen und heiter, getragen von gegenseitiger Sympathie und Liebenswürdigkeit!

Zu verdanken ist er Ilse Amenitsch, der Kuratorin und Moderatorin des Spektakels, ihrem Team vom ORF Steiermark und dem wunderbaren Publikum!

„Gute Kunst ist immer selbst ein Ausweg“ – Interview literaturoutdoors.com

Posted in So long, Annemarie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 4. August 2022

Walter Pobaschnig hat mir 5 Fragen gestellt und samt Antworten auf seinem Blog literaturoutdoors.com veröffentlicht – vielen herzlichen Dank!

Das Interview ist hier in der Originalfassung oder unten nachzulesen.

*****

5 Fragen an KünstlerInnen zur Gegenwart

Lieber Andreas, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Es ist ein ständiges Hin und Her. Oder eigentlich nur ein Hin. Viele verschiedene Aufgaben, nein, Hingaben. Mit der Katze zum Frühstück, mit den Kindern in die Schule, mit dem Zug nach Graz, mit dem Fahrrad in die Innenstadt. Schreibkaffee im Café Ducks, Arbeitskaffee in der manuskripte-Redaktion, Besprechungskaffee im Café König. Selten mittags, meist nachmittags, manchmal nachts mit dem Zug nach Hause, nach Leibnitz. Wann immer es möglich ist, abends die Kopfhörer auf und zum Laufen hinaus, in die Felder.

Früher, in Niederösterreich, habe ich über mehrere Jahre hinweg außer der engsten Familie und meinem Laptop eigentlich kaum jemanden gesehen, jetzt begegnen mir täglich viele Menschen: meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Redaktion, manuskripte-Autorinnen und -Autoren, Styria-Artists-in-Residence des Landes Steiermark, die ich während ihres Aufenthaltstipendiums in Graz betreuen darf, Kolleginnen und -kollegen aus diversen Jurys, Journalisten, Kuratorinnen, Kulturamtsdirektoren, Galeristen, Schuldirektorinnen, Lehrerinnen, alte Schulfreundinnen und -freunde, neue Schulfreundinnen und Freunde (die der Kinder nämlich), deren Eltern usw. usf.

Sobald ich einmal allein bin, schreibe ich einen Gedichtanfang auf einen Einkaufszettel oder ein paar Satzfetzen auf ein Kuvert. Mein Roman „So long, Annemarie“, der eben bei Droschl erschienen ist, hat 2017 so begonnen und mich dann jahrelang in jeder freien Minute begleitet. Interessanterweise hat mir das Schreiben in dieser Zeit eher Kraft gespendet als geraubt. Vermutlich habe ich die anderen Dinge mit diesem Ziel vor Augen einfach schneller und effizienter machen können.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Viel trinken, Abstand halten, Energie sparen? Vor allem aber wird – weiterhin und wie immer – jede und jeder wieder und wieder herausfinden müssen, was für sie/ihn selbst gerade besonders wichtig ist.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich spreche ungern für „uns alle“, schließlich bin ich kein Politiker, auch kein selbsternannter. Vielleicht wäre schon das wesentlich: wenn nicht alle immer für andere, schon gar nicht für alle anderen, sprechen zu müssen glaubten.

Es fällt mir auch schwer, der Kunst in ihrer galaktischen Vielfalt eine bestimmte Rolle zuzuweisen. Nach meinen Erfahrungen scheint mir die Aufgabe oder der Sinn von Kunstwerken jedenfalls nicht unbedingt nur darin zu liegen, Auswege aus konkreten Notlagen aufzeigen. Gute Kunst ist aber immer selbst ein Ausweg.

Was liest Du derzeit?

Ich hatte gerade eine Woche Urlaub. Statt der 18 zeitgenössischen Romane für kommende Jurysitzungen, die ich eingepackt hatte, habe ich mir ein älteres Sachbuch aus dem Bücherschrank der Berghütte geholt: Reinhold Messner, Antarktis. Himmel und Hölle zugleich. Auch ein Ausweg.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Das Verspaar „Sag mir etwas, / das nicht verschwindet“ von Alfred Kolleritsch. Es kommt mir in letzter Zeit immer häufiger in den Sinn, ob ich nun anderen zuhöre oder mir selbst.

Verschwinden des Schattens in der Sonne, August 2022

Das rote Mikro v. 11.07.22

Posted in So long, Annemarie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 12. Juli 2022

Am 11.07.2022 war ich bei Barbara Belic zu Gast und durfte nicht nur einundhalb Kapitel aus meinem Roman „So long, Annemarie“ in das berühmte „rote Mikro“ lesen, sondern auch das erste Interview zu meinem Buch geben.
Dabei bestätigte sich eindrucksvoll eine der Thesen des Buchs: „Sie wissen nicht, was sie schreiben“. Was der guten Unterhaltung hoffentlich nicht geschadet haben sollte.

Die Sendung ist hier zu hören!

Barbara Belics schönes Begleitschreiben auf der Homepage von Radio Helsinki:

„Seit seinem Debutroman Wie im Siebenten 2009 hat Andreas Unterweger im Literaturverlag Droschl vier weitere Bücher mit Prosa veröffentlicht. Das sechste Buch ist wieder ein Roman: So long, Annemarie ist dieser Tage erschienen.

Als der 20-jährige „kleine dicke Dani aus Graz“ im September 2001 in Nantes ankommt, um dort ein Studienjahr zu verbringen, sind die Terroranschläge auf die Twin Towers in New York Thema Nummer eins in allen Medien und in den Gesprächen der Menschen. Dani bekommt von den Anschlägen nicht viel mit, er ist viel zu sehr damit beschäftigt, mit seinem Liebeskummer fertig zu werden. Dass er es war, der Annemarie verlassen hat, und nicht umgekehrt, macht den Schmerz nicht geringer. Dani kennt er niemanden in Nantes, sein Untermietzimmer ist winzig, also lässt er sich den ganzen Herbst über Tag für Tag auf langen, ziellosen Spaziergängen durch die Stadt treiben und widmet sich seinem Kummer.

Andreas Unterweger lässt seinen Ich-Erzähler die Geschichte seiner Jugend im Rückblick schildern, verspielt und subjektiv, in direkter Rede, Tagebuchaufzeichnungen und mit vielerlei literarischen und musikalischen Bezügen – Dani hat damals schließlich Literatur studiert und leidenschaftlich gern Musik gehört. Vordergründig ist es eine humorvolle, ironisch grundierte Liebesgeschichte, doch daneben spiegelt sie finten- und anspielungsreich ein Stück Zeitgeschichte, das gravierende Folgen hatte.

Andreas Unterweger liest Ausschnitte aus „So long, Annemarie“ und spricht ausführlich über Entstehung und Hintergrund seines Romans.“

Musik: Noir Désir, CD „des Visages, des Figures“, Barcley 2001

Barbara Belics rotes Mikro und ihre orange Regenjacke (danke!).

Ich lese die Kapitel „Der erste Schlag“ und Auszüge aus „Haus sechs“.
Als Soundtrack Noir Désir – Gänsehaut.
Das Interview – es handelt von Erinnerungen, die sich bei jedem Mal „Aktualisieren“ verändern, die doppelte oder mehrfache Belichtetung der Vergangenheit, die Unmöglichkeit autobiografischen Erzählens, Gestaltwandler wie Ich-Erzähler oder Bertrand Cantat u.v.a.m. – hat mich positiv überrascht. Nicht zum ersten Mal hört sich recht vernünftig an, was ich Barbara Belic erzähle, obwohl ich in der Erinnerung nur gestammelt habe. Das ist eben Barbara Belics Radiomagie!

Barbara Belics Radiomagie: rotes Mikro, ihre penible Vorbereitung, der Kaffee, der Mohnkuchen. Nicht im Bild: die aufmerksame Nachbereitung.

Vielen Dank für die Einladung, liebe Barbara!

Give Peace A Chance-Akrostichon für Literatur outdoors

Posted in Dylanologie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 2. Juli 2022

Auf Einladung von Walter Pobaschnig (Literaturblog Literatur outdoors) durfte ich ein Akrostichon zum Songtitel/Slogan John Lennons verfassen.
Es ist eine Art Meditation über das Wort „Frieden“ geworden.

Zu lesen auf Literatur outdoors (als eines in der mittlerweile stattlichen Reihe solcher Gedichte, u.a. von Volja Hapeyeva und Lydia Mischkulnig) oder, leicht überarbeitet, hier:

**** ***** * *****

Gräber sind keine Auswege, auch wenn sie sich
In alle Richtungen auftun, und auf so einem Friedhof
Verirrt man sich schnell. Nicht nur hier in St. Peter –
Es reicht schon, Nachrichten zu hören oder aus Mein Freund

Pax vorzulesen. Hinterher solltest du dem Kind freilich
Erklären, was den Unterschied ausmacht zwischen Romana und
Americana (es gibt keinen, und wenn, dann ist er winzig,
Ca. 2000 Jahre nur, kaum ein Christentum also, sprich:
Ein einziger Kreuzzug, gut gemeint, aber grausam).

Auf so einen Friedhof verirrt man sich schnell, deshalb

Check Ort für Wort, wohin du trittst, ob nun in Lebring oder
Hier im Freizeitzentrum Flavia Solva, über dessen streets kein Dylan je sang
Are filled with rubble
, obwohl die Knochen nach der Landesausstellung
Nur notdürftig verscharrt worden sind. – Für dich, Freund, frei und froh, stehen die
Chancen freilich denkbar schlecht. O du süszer, holder, lieber, goldner
Ein Wort wie ein Friedhof, da verirrt man sich schnell.

**** ***** * *****

**** ***** * *****

Vielen Dank für die Einladung, lieber Walter Pobaschnig!

Neverend. Literarische Dialoge in Ljubljana

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 15. Juni 2022

Am 9.6. wurde „Neverend. Literarische Dialoge zwischen Nord und Süd“, das im Rahmen der Reihe „Internationale Literaturdialoge“ des Österreichischen Außenministeriums ausgezeichnete und geförderte Projekt von Monique Schwitter und mir, in den schönen Räumlichkeiten des Društvo slovenskih pisateljev/Slowenischen Schriftstellerverbandes in Ljubljana präsentiert.

Organisiert wurde der rundum gelungene Abend dankenswerterweise vom Österreichischen Kulturforum in Ljubljana – Direktor Andreas Pawlitschek (wir kennen uns aus Washington, D.C.) begrüßte:

© Miha Fras für ÖKF Ljubljana
(Vorne rechts: Der Schweizer Botschafter in Ljubljana, Denis Knobel. Herr Knobel wollte eigentlich bald wieder gehen, es gefiel ihm aber so gut, dass er bis zum Schluss blieb – wie wir anderen auch!)

Monique Schwitter und ich stellten unser Dialog-Projekt vor, verorteten es zwischen Liebe und Krieg.

© Miha Fras für ÖKF Ljubljana
V.l.n.r.: Moderatorin Breda Biščak, die auf Englisch und Slowenisch moderierte, Monique, Andreas

Monique sprach über die Liebe – sie habe sich in die Gedichte Nikola Madzirovs verliebt …

© Miha Fras für ÖKF Ljubljana

… ich hingegen sprach über den Krieg, den „Long Yugoslav War“. Die jugoslawischen Kriege also, die mitnichten beendet sind, sondern in der Diaspora, unter dem Deckmantel anderer Nationalitäten, weiterschwelen (so erlebt etwa in der Auseinandersetzung zwischen Marko Arnautovic und seinem nord-mazedonischen Gegenspieler bei der letzten Fußball-EM – dort gerieten ein Österreicher bzw. Nord-Mazedoniener aneinander, um einen Konflikt zwischen einem Serben und einem Albaner auszutragen).

Anschließend die Lesungen: Monique Schwitter (Schweiz) und Nikola Madzirov (Nord-Mazedonien) lasen ihren Dialog, abgedruckt in manuskripte 233:

© Miha Fras für ÖKF Ljubljana

© Miha Fras für ÖKF Ljubljana

Maša Kolanović (Kroatien) las ihre Beiträge vor Ort, Matthias Nawrat (Deutschland) seine per Videoaufzeichnung:

© Miha Fras für ÖKF Ljubljana

Von Aleš Šteger (Slowenien) und mir (Österreich) stammt der dritte Dialog. Während ich die entsprechende manuskripte-Ausgabe 233 mit dem tollen Cover von studio ASYNCHROME …

© Miha Fras für ÖKF Ljubljana

… und Aleš jüngst bei Wallstein auf Deutsch erschienenen Roman „Neverend„, von dem die Literaturdialoge sich ihren Titel geborgt hatten, in die Kamera hielt …

© Miha Fras für ÖKF Ljubljana

… vollendete Aleš in einer klugen Rede den anfangs begonnen Gedankengang zu Liebe und Krieg: Es gebe eben auch, sagte er, u.a. auf unseren Dialog, der um die Themen Sprache und Grenze kreist, Bezug nehmend, eine Liebe vor der Liebe, einen Krieg vor dem Krieg.

© Miha Fras für ÖKF Ljubljana

Unsere Unterhaltungen führten wir auf Englisch, wir lasen im Original, die zahlreichen Gäste waren vom Österreichischen Kulturforum großartigerweise mit schön gestalteten Übersetzungen ins Slowenische versehen worden. Diese werden in der slowenischen Zeitschrift Vrabec Anarhist veröffentlich werden.

© Miha Fras für ÖKF Ljubljana

Hinterher: Poetisches Mit- und Durcheinander – unter Zuhilfenahme von sensationellen Brötchen aus dem hauseigenen Restaurant und slowenischem Wein:

© Miha Fras für ÖKF Ljubljana

Mein Dank für diese schöne Veranstaltung gilt dem Österreichischen Kulturforum in Ljubljana, besonders Andreas Pawlitschek und seiner großartigen Mitarbeiterin Marjeta Malus, sowie den unterstützenden Institutionen (Schweizerische Botschaft, Goethe-Institut, Slowenischer Schriftstellerverband …), die vom Österreichischen Kulturforum zur Zusammenarbeit gewonnen wurden.

Hvala! Zelo lepo je bilo v Ljubljani!

Selbstporträt als Bücherschrank

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„Neverend“, noch einmal kompakt zusammengefasst:

NEVEREND | Literatur-Dialoge
Monique Schwitter (Schweiz) – Nikola Madzirov (Nordmazedonien)
Andreas Unterweger (Österreich) – Aleš Šteger (Slowenien)
Matthias Nawrat (Deutschland) – Maša Kolanović (Kroatien)

9.6.2022, 18:00 | LJUBLJANA | VRT LILI NOVY | TOMŠIČEVA UL. 12
(beim Regen im Saal des Slowenischen Schriftstellerverbandes)
Moderatorin: Breda Biščak
Sprache: Englisch und ins Slowenische gedolmetscht


Exakt dreißig Jahre nach ihrem Beginn und zwanzig nach ihrem Ende sind die Jugoslawien-Kriege
noch immer eine offene Wunde, die sich über die jugoslawische Diaspora hinaus in allen Bereichen
der europäischen Identität bemerkbar macht. Vom offiziellen Diskurs meist ignoriert, bildet dieser
Schmerz den Ausgangspunkt für die „Neverend“-Dialoge, die nach dem Roman des slowenischen Schriftstellers Aleš Šteger benannt sind. Wie der Roman kreisen die Dialoge um die Frage, welche Auswirkungen dieses ins kollektive Unterbewusstsein verbannte Trauma der jugoslawischen Kriege auf unsere Gegenwart und Zukunft haben. Wie ist der gegenwärtige Zustand der aus dem ehemaligem Jugoslawien hervorgegangenen Staaten, mit ihren regionalen Nationalismen und autoritären Tendenzen? Wie ist in diesem Zusammenhang die EU verfasst? Was erzählen die Flüchtlings-„Lager“? Wie rasch kann der analytische Blick auf den Süden in eine kolonialistische oder imperialistische Überheblichkeit kippen?
Welche Lehren kann Europa ziehen, um dem Gräuel zu entgehen, dem der Balkan erst kürzlich
entflohen ist und der sich leider erneut in der Ukraine wiederholt? Und welche direkten und vor
allem indirekten Spuren hinterließen der Krieg und seine Folgen in den Biografien der
Gesprächsteilnehmer*innen, in ihrem Selbstverständnis und in ihren literarischen Arbeit?


Zu den Autor*innen:
NIKOLA MADZIROV (Nordmazedonien), in Strumica geboren, lebt in Skopje. Er ist Dichter,
Herausgeber und Übersetzer. Er war Gast bei Literaturfestivals auf der ganzen Welt und wurde in
mehr als 40 Sprachen übersetzt. Sein Werk ist vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Gebrüder-
Miladinov-Preis und den Hubert-Burda-Preis.
MATTHIAS NAWRAT (Deutschland), in Opole in Polen geboren, lebt seit 2012 in Berlin. Bisher
veröffentlichte er fünf Romane, die große Aufmerksamkeit erregten sowie übersetzt und
ausgezeichnet wurden. Der jüngste war die „Reise nach Maine“ aus dem Jahr 2021 und im Herbst
2022 erscheint sein Gedichtband bei Parasitenpresse. Nawrat ist Mitglied des Deutschen PEN-
Zentrums.
MONIQUE SCHWITTER (Schweiz), in Zürich geboren, lebt seit 2005 in Hamburg. Sie ist
Schriftstellerin, Theaterregisseurin und Schauspielerin. Seit 2010 widmet sie sich ausschließlich ihrer
schriftstellerischen Tätigkeit. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Robert-Walser-
Preis, dem Schweizer Buchpreis und dem manuskripte-Preis des Landes Steiermark. Sie ist Mitglied
des Deutschen PEN-Zentrums und Präsidentin der Freien Akademie der Künste in Hamburg.
ALEŠ ŠTEGER (Slowenien), geb. 1973, lebt in Ljubljana. Er arbeitet regelmäßig mit Komponisten,
Musikern, bildenden Künstlern und Filmemachern zusammen. Seine Bücher wurden in mehr als 20
Sprachen übersetzt. Neben zahlreichen Preisen wurde sein Buch „The Book of Things“ mit zwei
American Mayor Translation Awards (BTBA und AATSEL) ausgezeichnet. 2016 erhielt er den Horst-
Bienek-Preis für Lyrik und 2021 den Alfred-Kolleritsch-Preis der Stadt Graz. Er wurde vom
französischen Staat mit dem Titel Chevalier des Artes et Lettres ausgezeichnet. Er ist Mitglied der
Berliner Akademie der Künste und Mitglied der Deutschen Akademie der Sprache und Dichtung.
ANDREAS UNTERWEGER (Österreich), geb. 1978 in Graz, lebt in Leibnitz. Er ist Schriftsteller,
Übersetzer und Herausgeber der manuskripte. Im Jahr 2022 erscheint bei Droschl sein Roman So
long, Annemarie. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Literatur-Preis der
Akademie Graz 2009 und dem manuskripte -Preis des Landes Steiermark 2016.


„NEVEREND“ ist ein Projekt von Monique Schwitter und Andreas Unterweger, das im Rahmen der
Ausschreibung „Internationale Literaturdialoge“ des Österreichischen Bundesministerium für
Europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) und in Kooperation mit manuskripte und
der Freie Akademie der Künste Hamburg seine Umsetzung gewann. Das Projekt nominierte drei
Tandems, bestehend aus je einer/einem deutschsprachigen und einer/einem südosteuropäischen
Schreibenden.)

Offizielle Darstellung auf Literaturdialoge.at:

Leipziger Poesieautomaten

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 7. Juni 2022

Bei der Vernissage von Matthias Göritz‘ Leipziger Poesieautomaten am 1.6. im Literaturhaus Leipzig lasen Gerhild Steinbuch und ich sämtliche Gedichte aus dem Poesieautomaten „Liebe aus Österreich“, den ich gemeinsam mit Matthias kuratiert habe.

Erste Reihe, v.r.n.l.: Frieder von Ammon (Vorstandsvorsitzender des Vereins Literaturhaus Leipzig e.V.), Thorsten Ahrend (Leiter Literaturhaus Leipzig, Wallstein Verlag), Franc But (Botschafter Sloweniens in Deutschland) mit Begleitung, Burkhard Jung (Oberbürgermeister von Leipzig), Gerhild Steinbuch (Autorin und Leiterin der Sprachkunst Wien), Andreas Unterweger (ich)

Der Automat „Liebe aus Österreich“ …

… hat seinen Baum im wunderschönen Garten des Literaturhauses Leipzig mittlerweile verlassen und wird bis zur Leipziger Buchmesse 2023 Standort Schaubühne Lindenfels positioniert sein, wo Gastland Österreich sein Hauptquartier hat.
Bei der Präsentation lasen Gerhild Steinbuch und ich abwechselnd alle 14 Liebesgedichte und -Prosagedichte (von Christoph W. Bauer, Franz-Joseph Czernin, Erwin Einzinger, Barbara Frischmuth, Valerie Fritsch, Sabine Gruber, Elfriede Jelinek, Sarah Kuratle, Elke Laznia, Fiston Mwanza Mujila, Maja Haderlap, Ferdinand Schmatz, Verena Stauffer, Gerhild Steinbuch) aus dem Automaten.

Es handelt sich um die Ausbaustufe des vom Grazer Desginer Michael Neubacher designten Poesieautomaten „Gefühlsechte Gedichte“, der letztes Jahr in Graz zu sehen war (ein Projekt von Kunst im öffentlichen Raum Steiermark/Dr. Elisabeth Fiedler und Matthias Göritz).
Zum Abschluss der Präsentation las ich die Gedichte „Nebel ist die Musik“ von Alfred Kolleritsch und „Nahuatl“ von mir, die sich mit 12 anderen Texten darin befunden hatten.

„Liebe aus Österreich“ wurde wesentlich von der Literaturzeitschrift manuskripte finanziert – aus Mitteln des Archivverkaufs an das Land Steiermark.

Die anderen beiden Poesieautomaten, die Matthias Göritz für Leipzig konzipiert hat:

„Mein Nachbar aus der Wolke“ mit Gedichten von slowenischen Lyriker*innen, wie man sie auch aus der gleichnamigen Rubrik in den manuskripten kennt.
„Frische Gedichte“: junge Lyrik aus Leipzig

Weitere Highlights:

Der slowenische Automat wird staatstragend eröffnet: in der fröhlichen Gruppe sind u.a. der Dichter Tone Skrjanec (2. v.l.), die Dichterin Ana Pepelnik (2. v.r.) und Amalija Maček, Co-Kuratorin und Übersetzerin (ganz rechts), auszumachen.
Matthias Göritz, der Erfinder und Mastermind des Poesieautomatenprojekts, eröffnet die Eröffnung und moderiert.
Burkhard Jung, der Oberbürgermeister von Leipzig, liest Gedichte aus den Automaten und hält eine erfrischende Ansprache.
Vermutlich brauchen wir mehr ehemalige Deutsch-Lehrer*innen in der Politik.
Lara Rüter, eine von mehreren anwesenden manuskripte-Autor*innen (u.a. Sibylla Vričić Hausmann), liest aus dem Poesieautomaten „Frische Gedichte“ mit junger Literatur aus Leipzig.
Vorbildliche Buchstadt Leipzig: Neben dem Büchertisch gibt es einen eigenen manuskripte-Tisch.
(c) Literaturhaus Leipzig/Haus des Buches

Mein Dank gilt allen Beteiligten, insbesondere Matthias Göritz und Thorsten Ahrend, meiner exzellent lesenden lieben Kollegin Gerhild Steinbuch und allen österreichischen Autorinnen und Autoren, die ein Gedicht für den Automaten geschrieben haben!

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Leipzig – Poesieautomaten, wohin man schaut:

Kulturstrategie 2030 – Regionalkonferenz Südweststeiermark

Posted in Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 1. Juni 2022

Am 30.05.2022 fand die Regionalkonferenz der Region Südweststeiermark in Schloss Seggau bei Leibnitz statt.

V.l.n.r.: Heimo Schrempf, Elisa Schwab, AU, Elisa Schwab, AU, Heidrun Primas

Beruflich und kulturell bin ich zwar eindeutig eher Grazer als Südsteirer, aber Klaus-Dieter Hartl, Leiter der Galerie Marenzi, wo ich schon viel Schönes erleben und mitgestalten durfte (zuletzt etwa die Lesung mit Aleš Šteger und das Corona-Tagebuch „In Zeilen wie diesen“), hatte mich gebeten, für ihn einzuspringen.
Und so moderierte ich, gemeinsam mit Elisa Schwab, um 15:00 den „Thementisch 1: Regionales Profil“ (mit Maria Brunner, Walter Dirnböck, Irene Diwiak, Peter Music, Ursula Pintz, Dominikus Plaschg, Wolfgang Pollanz, Stefanie Schmid und Itshe Petz) und durfte um 19 Uhr eine Zusammenfassung der zweistündigen Diskussion auf der Bühne vorstellen. Die Fragen, die wir uns stellten, waren im Prinzip: „Was funktioniert schon gut in der Region? Was könnte man wie verbessern?“

Die gesamte Abendveranstaltung ist hier zu re-erleben, wie man womöglich sagt:

Ab ca. 01:05:00 spreche ich über allzu schöne Notizbücher, die Marginalien der irischen Mönche im 4. Jahrhundert und die Rockband Status Quo, besonders ihr Album „to be or not be“. Dann auch über die Nachwuchsprobleme in der regionalen Kultur, den Wunsch nach einer übergeordneten hilfreichen Struktur, einer Art Regionalkulturbüro, die u.a. Bildungsangebote für Lehrer*innen, Journalist*innen, Politiker*innen und Kunstschaffende bereitstellen könnte, kritisiere im Namen meiner Gruppe und wohl einiger mehr die zwar gewissenhaft betreuten, aber alles in allem doch sehr schwerfällig gestalteten bürokratischen Prozesse in der Förderstruktur des Landes Steiermark und münde in die Schlagworte: Vernetzung! Professionalisierung! Überregionalisierung! Entkomplizierung!

Kurzfassung des letzten Drittels für Grapholog*innen
Entkomplizierung!

Wir sind wohl alle gespannt, wohin dieser so breit angelegte Prozess führen wird. Die von Landesrat Christopher Drexler angekündigte Überarbeitung der Förderverfahren ist jedenfalls ein erfreulicher erster Schritt.

Höhepunkt zum Abschluss: die soziale Plastik im Schlosshof mit Musik von der Franz-Koringer-Musikschule Leibnitz.

Mein Dank für die freundliche Betreuung gilt den Damen und Herren vom Land Steiermark und vor allem Heidrun Primas!

Literaare Thun

Posted in Grungy Nuts, manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 23. Mai 2022

Am 21.05. war ich mit „Grungy Nuts“ (Droschl 2018) und ein paar manuskripten zu Gast beim Literaturfestival Literaare in Thun (Schweiz).

(c) Tabea Steiner

Unter dem Titel „Geschichten aus dem Nachbarland“ repräsentierten Laura Freudenthaler, Sarah Kuratle, Kaśka Bryla und ich „die junge österreichische Literatur“. Vor der Lesung stieß auch Lauras und mein Droschl-Verlagskollege und Freund, Leipziger Buchpreis-Gewinner Tomer Gardi zu uns!

Um 21 Uhr durfte ich mich dann wieder einmal in der Doppelrolle als Moderator und Lesender, als manuskripte-Herausgeber und Autor üben.

(c) Österreichisches Kulturforum Bern

Im Zuge der Anmoderation bekam Laura Freudenthaler auch den manuskripte-Preis des Landes Steiermark 2021 überreicht, dessen Verleihung sie unlängst krankheitsbedingt verpasst hatte:

(c) Tabea Steiner

Meine Jurybegründung für Laura:

Laura Freudenthalers Prosa verzaubert durch Geradlinigkeit. Die Sätze, aus denen sie ihre faszinierend vielschichtigen Gefühls- und Bildwelten baut, kommen ganz ohne Showeffekte aus – gerät man aber erst einmal in ihren Sog, sieht man die Dinge (auch außerhalb der Buchdeckel!) mit anderen Augen.

Präzise Beobachtungen, ebenso formuliert, generieren eine zweite Wirklichkeit, die geradezu magisch aufgeladen ist mit hyperrealistischer Intensität. Freudenthalers Romane und Prosastücke, von ihr gerne schlicht als „Geschichten“ bezeichnet, rufen in Erinnerung, was Erzählen (bzw. erzählt zu bekommen) im Grunde darstellt: einen bewusstseinserweiternden Akt.

Die 1984 in Salzburg geborene Autorin gilt als eine der größten Hoffnungen der deutschsprachigen Belletristik. Die Literaturzeitschrift manuskripte ist seit 1960 ein fruchtbarer Nährboden solcher Hoffnungen. Laura Freudenthaler veröffentlicht seit 2010 regelmäßig in der Grazer Literaturzeitschriftund ist der Steiermark auch durch ihren Grazer Verlag Droschl verbunden.

(c) Tabea Steiner

In der abschließenden Diskussion versuchten wir so etwas wie eine Reflexion der Zuschreibung „junge österreichische Literatur“, unter der wir angekündigt worden waren.
„Jung“ war rasch widerlegt, „österreichisch“ langsamer. Es gibt zwar Gemeinsamkeiten – von den Wohnorten über dialektale Einflüsse bis zum Kanon bzw. den Lektüreerfahrungen („sprachkritische“ Literatur à la Handke, Jelinek, Bernhard) -, aber auch immer Ausnahmen oder Unbehagen, und so konnten wir uns am Ende quasi darauf einigen, dass wir weder jung noch österreichisch sind.

Nichtsdestotrotz wurden wir während Lesung und Gespräch von einheimischen Kunststudierenden porträtiert:

Herzlichen Dank an Tabea Steiner für die Einladung, die perfekte Organisation und die Fotos!
Der Reiz eines solchen Festivals misst sich für uns Teilnehmende immer auch an der Fülle und Güte der Begegnungen mit anderen Kunstschaffenden, und davon hatte Literaare jede Menge zu bieten!

(c) Tabea Steiner

Besten Dank für die Unterstützung des Abends auch an das österreichische Kulturforum in Bern, dessen stellvertretende Direktorin, MMag. Christiane Zaunmair, den Abend einleitete:

Schöne Reise, schöne Schweiz, schönes T(h)un!

1. Grazer Kaffeehausliteratur-Stipendium

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 13. Mai 2022

Das Grazer Kaffeehausliteratur-Stipendium wurde von Silvana Cimenti und mir, also der Redaktion der Literaturzeitschrift manuskripte, für die Murinsel Graz entwickelt.
Erster Stipendiat ist der Grazer Klassiker Willi Hengstler.

Pressetext und mehr:

Grazer Kaffeehausliteratur-Stipendium

Eine Kooperation von Murinsel Graz und der Literaturzeitschrift manuskripte

Auch in Zeiten von Coffee-to-go und Rückzug ins Home-Office hat das Kaffeehaus als Ort der Inspiration nichts an Faszination eingebüßt. Immer noch wird, wie zu Zeiten von Josef Roth, Peter Altenberg oder Alexander Roda Roda, in Cafés geschrieben – und welcher Ort eignete sich dafür besser als das Kaffeehaus auf der Murinsel, die ja selbst, unwahrscheinlich wie der Traum eines Dichters, zwischen den Ufern des Möglichen ankert?

Und so lädt das Murinsel-Café ab Mai 2022 Schreibende, die von der manuskripte-Redaktion ausgewählt werden, für einen bestimmten Zeitraum auf Kaffee ein. Die so entstehenden Prosaskizzen, lyrischen Impressionen und Gedankenspiele werden mit einer Lesung im Café präsentiert.

Mit dem Kaffeehausliteratur-Stipendium bietet Graz einem traditionellen Genre der Moderne eine zeitgenössische Plattform und erweist sich als Hauptstadt auch der Kaffeehauskultur!

Der erste Grazer Kaffeehausliteratur-Stipendiat: Wilhelm Hengstler

Der erste Kaffeehausliteratur-Stipendiat, der von der manuskripte-Redaktion ausgewählt wurde, ist ein echter Grazer Klassiker: Wilhelm Hengstler zählte neben etwa Peter Handke und Alfred Kolleritsch zum innersten Kern der sogenannten „Grazer Gruppe“, die sich in den 60ern aufmachte, um vom Forum Stadtpark und den manuskripten aus „die Literatur zu erobern“.

Hengstler wurde 1944 in Graz geboren, promovierte 1969 als Jurist und arbeitete danach als Kulturjournalist u. a. für die »Volksstimme« und »Die Presse«. Als Regisseur drehte er die Jack-Unterweger-Verfilmung Fegefeuer (1989), Tief oben (1995) sowie mehrere Dokumentationen.
Zu seinen literarischen Werken zählen u. a. Die letzte Premiere (Suhrkamp 1987), fare (Droschl 2003) und flussabwärts, flussabwärts (Droschl 2015). 1995 wurde Hengstler mit dem Viennale-, 2004 mit dem manuskripte-Preis des Landes Steiermark ausgezeichnet. Heute lebt er in Judendorf bei Graz.

Die „Amtszeit“ des ersten Kaffeehausliteratur-Stipendiaten dauert bis Ende Juni. Seine Vorhaben? Im Gespräch mit Murinsel-Programmchef Wolfgang Skerget und der manuskripte-Redaktion kündigte Willi Hengstler an, sich auf der Murinsel regelmäßig mit Grazer Freunden zum Austausch treffen und ein Journal über seine Erlebnisse im Kaffeehaus führen zu wollen.
Am 3.6. um 18:30 liest Wilhelm Hengstler im Murinsel-Café aus seinem Insel-Tagebuch und diskutiert mit manuskripte-Herausgeber Andreas Unterweger und dessen Studierenden vom Institut für Sprachkunst Wien über Kaffeehausliteratur und andere Kurzprosaformen.

Wilhelm Hengstler und Andreas Unterweger im Murinsel-Café  mit den manuskripte-Ausgaben von Hengstlers erster und jüngster Veröffentlichung in der Grazer Literaturzeitschrift (Heft 17, 1966, und 235, 2022. Insgesamt sind es 27).
© manuskripte
Kulturzeitung 80 (Mai/April) über die Kooperation zwischen Murinsel und manuskripte