Andreas Unterweger

30 Jahre ORF-Hör- und Seebühne

Posted in Das gelbe Buch, Grazer Glossen, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 12. August 2017
Die ORF-Hör- und Seebühne feiert heuer ihren 30. Geburtstag mit vielen hochkarätig besetzten Lesungen, darunter etwa jene mit Alfred Kolleritsch und Sarah Kuratle (beim Interview mit Ilse Amenitsch vom ORF) am 27.08.17 …
 
In 2 von diesen 30 Sommern habe ich selbst auf der Seebühne gelesen, 2010 aus „Wie im Siebenten“ und den „Grazer Glossen“ und 2015 aus „Das gelbe Buch“.
Der ORF hat mich um eine Erinnerung gebeten – die ich niederschrieb, als ich gerade mitten in einer Alexandriner-Übersetzung steckte.
So sieht sie auf der digitalen Erinnerungstafel aus …
… und so auf der analogen im ORF-Park – zumindest dann, wenn die Sonne schon untergegangen ist:
 
#dastrunkeneschiff
(Vgl. dazu:  http://steiermark.orf.at/literatursommer, wo auch die Erinnerungen anderer SchriftstellerInnen zu lesen sind.)
*
Ich wünsche Ilse Amenitsch und ihrem Team noch einen schönen Lesesommer!
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„Wie im Siebenten“ im 7ten

Posted in Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 14. Juni 2017

Ein schöner Gruß aus einer der schönsten Ecken meiner Vergangenheit: In ihrem Artikel „“Literarischer Siebenter | Neubau in der Literatur“ bespricht Veronika Fischer auf der Website Im7ten.com „7 Bücher aus dem 7ten“ und findet erfreulicherweise freundliche Worte für mein erstes Buch, den Roman „Wie im Siebenten„, u. a. diese: “ ein charmantes Buch über das Leben und das Schreiben“.
Mehr dazu hier!

Those were the days.

Der Besuch der jungen Leute

Posted in Das gelbe Buch, manuskripte, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 8. Februar 2017

Volles Haus, oder genauer: volle manuskripte-Redaktion, als uns gestern, am 07.02.17, Schülerinnen und Schüler der 6., 7. und 8. Klassen des Akademischen Gymnasiums mit ihrem Deutsch-Lehrer Dr. Josef Buchegger besuchten.

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Die jungen Leute, die freiwillig (!) und nach Schulschluss (!!) zu Besuch waren, lauschten aufmerksam meinem Impulsvortrag über die manuskripte, stellten kluge Fragen und hatten auch mehrheitlich die richtige Antwort parat, als es darum ging, unter 2 Gedichten dasjenige zu erkennen, das Alfred Kolleritsch und ich in die nächste Ausgabe aufgenommen haben. (Ich habe die Texte ohne Nennung ihrer Autoren vorgelesen. Das gute Gedicht stammte aus Kornelia Koepsells Zyklus Die Wächter und ist in Heft 215 der manuskripte, die am 30.03.17, um 19:00, im Schauspielhaus Graz, Haus 3, präsentiert werden, nachzulesen.)

Die „Neigungsgruppe Deutsch“ (oder so ähnlich) beschäftigt sich in diesem Semester mit „Gegenwartsliteratur aus Graz“ (oder so ähnlich).

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Viktor Mutic (l.) und Akis Dakar haben ein Referat über Wie im Siebenten und Das gelbe Buch gehalten. Hier das Interview, das ich ihnen geben durfte:

Pakete austragen und Scherben aufsammeln

Andreas Unterweger im Gespräch mit Viktor Mutic und Akis Dakar

Welchen Bezug hast du heute noch zu deiner Heimatstadt Graz? Welche Bedeutung hat Graz für dich?

Ich bin im Sommer (2016) wieder in die Nähe von Graz gezogen, nach Leibnitz, und komme zurzeit drei bis vier Vormittage die Woche nach Graz, um bei der Literaturzeitschrift manuskripte zu arbeiten. Seit Herbst bin ich dort Mitherausgeber. D. h. ich wähle gemeinsam mit Alfred Kolleritsch, der die Zeitschrift 1960 gegründet hat, aus den vielen, vielen Einsendungen, die wir ins Büro bekommen, die besten Texte für unser jeweils nächstes Heft aus. Außerdem kümmere ich mich um den Facebook- und Twitter-Auftritt der manuskripte, bringe Pakete zur Post etc.

Ich bin also wieder Teilzeit-Grazer geworden. Das freut mich sehr, denn ich fühle mich immer noch, wenn schon als irgendetwas, dann als Grazer. Es ist „meine Stadt“, wie man sagt.

Was hat dich dazu bewogen, „Wie im Siebenten“ und „“Das gelbe Buch“ zu schreiben? Wieviel vom Inhalt beruht auf eigenen Lebenserfahrungen? 

Beide Bücher kamen sozusagen aus heiterem Himmel. Oder eher aus einem finsteren – beide Anfänge sind nach oder in schlaflosen Nächten entstanden, ohne dass ich einen Plan dafür entworfen hätte. Aber ich habe jedes Mal sofort gespürt, dass das etwas Größeres werden könnte als nur dieser eine Text. Dass sich da eine eigene kleine Welt auftut.

Autobiographisch, also so gut wie möglich eins zu eins aus meinen eigenen Erfahrungen übertragen, ist bei beiden Büchern v. a. die Geographie. Die Schauplätze viel mehr als die Figuren.

Zu Beginn von „Wie im Siebenten“ habe ich im siebenten Wiener Gemeindebezirk gewohnt, „Das gelbe Buch“ verklärt die Landschaft rund um St. Johann/Grafenwörth in Niederösterreich, wo ich anschließend neun Jahre lang gelebt habe.

Wobei „Wie im Siebenten“ natürlich provokant autobiographisch „tut“, mit der Hauptfigur des Schriftstellers „Andreas“, der sein erstes Buch schreibt usw. Das Buch zeigt aber auch gleichzeitig, dass es schwierig ist zu erzählen, wie etwas „in Wirklichkeit“ gewesen ist. Der Schriftsteller im Buch scheitert daran, so wie ich in Wirklichkeit (!) daran gescheitert bin. Aber indem von eben diesem Scheitern berichtet wird, gelingt es dem Buch hoffentlich doch, etwas Wirkliches herzustellen, in all seiner Brüchigkeit und Wandelbarkeit. Es erzählt autobiographisch, indem es erzählt, dass man nicht autobiographisch erzählen kann, könnte man sagen …

„Das gelbe Buch“ besteht hingegen nicht, wie viele glauben wollen, aus Erinnerungen an meine eigene Kindheit. Diese bilden nur einen geringen Teil (Aspekte der Großvater-Figur, die „Tomatensauce“-Verwechslung). Alle anderen Storys sind Erlebnisse, Beobachtungen und Einfälle, die mir in dieser heiteren Landschaft begegnet sind, oder Dinge, die ich aus anderen Büchern und Filmen in mein Buch geholt und für meine Zwecke umgebaut habe. Und zwar aus ganz unterschiedlichen Werken: Weltliteratur, Philosophie, Science Fiction, Bibel etc. Im Lauf der Zeit habe ich den Eindruck gewonnen, die Welt des „gelben Buchs“ sei älter als „Das gelbe Buch“ selbst. Etwas, das als Rohstoff da draußen schon vorhanden ist, und ich, der Dichter, bin jemand, der herumgeht, die leuchtenden Stücke (die Scherben?!) aufsammelt und sie neu zusammenfügt.

– Wie würdest du die beiden Bücher gegenüberstellen? Welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede haben sie deiner Meinung nach?

Die beiden Bücher haben den Tonfall gemeinsam, der in meinen Ohren ein fröhlicher, allen Zweifeln zum Trotz optimistischer ist. Beide Bücher entspringen der Freude, u. a. der über einen neuen Wohnort, neue Eindrücke – einmal Wien, einmal das Haus am Land.

Mit dem „gelben Buch“ habe ich direkt nach „Wie im Siebenten“ begonnen, also nach ca. einem Monat Pause, im Sommer 2008. Aus der Aufregung eines ersten Sommers am Land, aus einer großen Freude am Leben heraus. Es sollte mein zweites Buch werden und es fühlt sich für mich auch immer noch so an. Das Schreiben hat dann doch länger gedauert, weil ich zweimal Vater geworden bin und diese Erfahrungen in anderen Büchern verarbeitet habe (erst „Du bist mein Meer“, dann „Das kostbarste aller Geschenke“). In jenen Zeiten habe ich parallel an den Büchern gearbeitet, immer ein paar Monate am „gelben Buch“, dann am jeweils anderen. Das hat sich gut ergänzt und teilweise beeinflusst. „Du bist mein Meer“ ist eine ebenso legitime logische Weiterentwicklung von „Wie im Siebenten“ wie „Das gelbe Buch“: Gleichzeitig passt „Das gelbe Buch“ genauso gut auf „Das kostbarste aller Geschenke“ wie es auf „Wie im Siebenten“ gepasst hätte.

Für mich sind beide Bücher gelb. „Wie im Siebenten“ hat freilich einen deutlichen meer- bis nachtblauen Schattenstreifen im Bild.

*

Vielen Dank für den netten Besuch!

Eine Art Heimkommen

Posted in Das gelbe Buch, Das kostbarste aller Geschenke, Du bist mein Meer, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 24. Juni 2016

Besser zwei Monate zu spät als drei … Nachtrag zum Termin:
25.04., 17:15, Andreas Unterweger liest im Akademischen Gymnasium, Raum E 17. Bürgergasse 15, 8010 Graz. Eintritt frei. Mit kleinem Buffet.

Hier einige Fotos von dieser äußerst gelungenen Veranstaltung, die zum Großteil (inkl. langwieriger Terminverhandlung und Buffet!) von der Schülervertretung organisiert wurde. Reife Leistung!

Mein Dank gebührt insbes. Viktor Mutic (links), Noah Westermayer (Mitte) …

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… und Fr. Direktorin Mag. Hildegard Kribitz!

Ich habe mich sehr gefreut, im Publikum einige meiner Lehrer wiederzusehen (hier mit meinem ehemaligen Klassenvorstand Mag. Christiane Schribertschnig) …

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… aber die Tatsache, dass doch verhältnismäßig viele Schülerinnen und Schüler gekommen sind, hat mich am meisten beeindruckt. (Und das am Nachmittag! Freiwillig!) Wenn ich da an mich selbst mit 17 denke …

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Lieber nicht! In der schönen April-Gegenwart war jedenfalls auch die verantwortungsvolle Aufgabe „Büchertisch“ fest in Schülerinnenhand – und wurde von Lola Knoch und ihrer Freundin Caro hervorragend gemeistert (vielen Dank!). Ich musste also nur noch lesen …

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… und zwar jeweils den Anfang jedes meiner Bücher, garniert mit ein paar literarischen Anekdoten betreffs Schulfreunden und Lehrerfreunden. Alles in allem also eine bewegende Zeitreise …

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… ja, vielleicht sogar …

Danke, liebes Akademisches!

Kleine Zeitung und orf.at zum manuskripte-Preis

Am 07.04. erhielt ich einen überraschenden, äußerst informativen Anruf von Julia Schafferhofer, der erst ein Telefoninterview mit einer Reihe kluger, sehr genauer Fragen und schließlich unten stehenden Artikel zur Folge hatte. Vielen Dank für die gute Nachricht! Und das nette Gespräch!

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(Online nachzulesen auf: http://www.kleinezeitung.at/s/kultur/4964288/ManuskriptePreis_Andreas-Unterweger_Saetze-sind-zum-Strengsein-da)

Nachdem ich gerade „Doktor Faustus“ lese, gefällt mir der Titel besonders gut. Ich weiß nicht, ob ich so eine Formulierung verwendet habe oder ob sie Julia Schafferhofers Zusammenfassung meiner bestimmt viel vageren, weitschweifigeren Antworten darstellen, aber: ja, der „strenge Satz“ des Komponisten Adrian Leverkühn ist ein Konzept, das mir ebenso reizvoll wie vertraut erscheint.

*

Und auch orf.at hat über den manuskripte-Preis 2016 berichtet. Mit Statements zu Andreas Unterberger (:-)) und von Kulturreferent LR. Dr. Christian Buchmann (danke, freut mich!).

Hier mit Link nachzulesen:

Und hier ohne Link:

Andreas Unterweger bekam „manuskripte“-Preis

Der „manuskripte-Preis“ 2016, der mit 10.000 Euro dotiert ist, geht heuer an den Schriftsteller und Musiker Andreas Unterweger. Der 1978 in Graz geborene Unterweger ist seit 2009 Mitglied der „manuskripte“-Redaktion.

Der „manuskripte-Preis“ des Landes Steiermark wird seit dem Jahr 1981 vergeben, bis 2006 jährlich, seit 2006 alle drei Jahre. Erster Preisträger war Alfred Kolleritsch, letzte Preisträgerin war 2013 Monique Schwitter.

Bereits mehrfach ausgezeichnet

Der Preis dient – wie die Zeitschrift „manuskripte“ selbst – der Förderung der jungen deutschsprachigen Literatur und wird an eine Autorin oder einen Autor für eine anerkennungswürdige literarische Leistung auf dem Gebiet der Lyrik, der Prosa, des Dramas oder des Essays vergeben.

Heuer nun geht der Preis an Andreas Unterberger: Der gebürtige Grazer hat unter anderem einen Roman und eine Novelle veröffentlicht. 2007 erhielt er den „manuskripte-Förderungspreis“ der Stadt Graz, 2010 den Literaturförderungspreis der Stadt Graz.

„Gewicht und tiefere Bedeutung“

Die Begründung der Jury: „Die Werke von Andreas Unterweger sind geprägt durch große stilistische Feinsinnigkeit und präzise Beobachtungen scheinbarer Nebensächlichkeiten, durch die rare Gabe, kleinen Dingen große Bedeutung zu verleihen. Seine Werke, oft nur aneinandergereihte Miniaturen, formen sich zu Geschichten des Vorangehens und Sich-Zurechtfindens, sie weiten das gegenwärtige Leben ins Vergangene und Zukünftige aus, sie schaffen Platz im Durcheinander der Welt durch das Namengeben aller Dinge. Seine Erzählungen, Naturschilderungen, Beziehungsgeschichten wirken fast schwerelos in ihrem Erzählton; gerade daraus ergibt sich ihr Gewicht und ihre tiefere Bedeutung.“

Buchmann: „Heimat stets sehr verbunden“

„Ich freue mich, dass die Literaturjury des Landes empfohlen hat, den manuskripte-Preis an Andreas Unterweger zu verleihen. Er zählt zu den bedeutendsten jungen Schriftstellern in Österreich, der seiner Heimat stets sehr verbunden ist und über die Grenzen hinaus ein wichtiger Botschafter des Kulturlandes Steiermark ist“, so Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP).

orf.at, 10.04.2016

Das Gelbe vom Jahr

Posted in Das gelbe Buch, Dylanologie, Koffeinismus, Tingeltangel-Tour, Twitteristik, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 5. Januar 2016

Noch einmal zum Nachlesen: jene 3 Beiträge, die 2015 die meisten Zugriffe auf dieser Homepage hatten:

1. Das gelbe Buch
Alles Lesens-, Hörens- und Sehenswerte zu meinem neuen Buch, das wieder bei Droschl erschienen ist und auch 2016 noch, zumindest für ein paar Wochen, Saison haben wird (offiziell – inoffiziell kann seine Zeit, wie jede seiner Leserinnen/jeder seiner Leser wissen muss, ohnehin nie zu Ende sein).

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2. AustroBob
Ankündigung der schönen Bob Dylan-Anthologie dieses Namens, von Eugen Banauch, Alexandra Ganser und Martin Blumenau im Falter Verlag herausgegeben. Der Beitrag enthält mein Vorwort zu dem im Buch enthaltenen Ausschnitt aus „Wie im Siebenten“.
(Lesenswert auch: Austrobob 2 [mit einem Auzug aus Eugen Banauchs brillantem Essay über u.a. „Wie im Siebenten“] und Austrobob 3 [Bericht von der Buchpräsentation, bei der ich lesen und öffentlich mit so klugen Menschen wie Armin Thurnher diskutieren durfte]!).

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3. Wolfgang Bauer und die manuskripte
Mein Presstext zum Thema, geschrieben für die Pressekonferenz anlässlich der Wiederentdeckung des verschollen gewesenen und 2015 sensationell wieder aufgetauchten Wolfgang Bauer-Stücks “Der Rüssel” am 13.02.2015 im Redaktionsbüro der von meinem lieben Chef Alfred Kolleritsch herausgegebenen manuskripte.
(Der Elefant der Liebe, mein Artikel über das Stück für die Kleine Zeitung, war übrigens der vierterfolgreichste Beitrag :-)).

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Nicht so populär, aber – neben dem populärsten (s.o) und all seinen Links – 3 meiner Lieblingsdinger auf dieser Homepage:

Kaffee mit Kolleritsch

The American Notebook

Na Bumba!

2015 war jedenfalls, nicht nur statistisch betrachtet, ein gutes Jahr – ich danke allen Verlinkerinnen und Verlinkern, allen Retweeterinnen und Retweetern und, v. a., allen Anklickerinnen und Anklickern. Und ich wünsche uns allen ein ebenso gutes 2016!

 

AustroBob 3

Posted in Dylanologie, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 27. März 2015

Nachtrag zum Termin:
23.03.2015, 19:00, Präsentation der Anthologie “Austrobob. Österreichische Aneignungen von Bob Dylans Poesie und Musik” (Falter Verlag 2014). Hauptbücherei der Stadt Wien, Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien.

Begrüßung: Siegmar Schlager (GF Falter-Verlag), Andreas Mailath-Pokorny (Wiener Stadtrat für Kultur und Wissenschaft)
Gäste: Armin Thurnher, Mika Vember, Markus Brandstetter, Andreas Unterweger (Podiumsdiskussion mit den Herausgebern Alexandra Ganser, Eugen Banauch, Martin Blumenau)
Lesungen: Andreas Unterweger (aus Wie im Siebenten), Bernhard Mooshammer
Musik: Bernhard Mooshammer, Markus Brandstetter, Agnès Milewski
Moderation: Eugen Banauch

So habe ich mir damals, als ich in der Schottenfeldgasse an „Wie im Siebenten“ schrieb, meinen späteren Alltag als Schriftsteller immer vorgestellt: Lesungen …

DSC_0720… an coolen Locations …

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… vor viel Publikum …

DSC_1998(C) Olivia Rathammer

… spannende Diskussionen mit geist- und prominenzreichen Zeitgenossen …

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… und anschließend Übernachtung in einem schönen Hotel (Am Brilliantengrund, Bandgasse, 1070 Wien) …

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… und tatsächlich ist es, zumindest an manchen Tagen, Tagen wie diesen (s.o.), auch ganz genau so gekommen!

Ich danke allen Beteiligten, insbesondere den oben auf der Bühne sitzenden für das lustige Diskutieren, Susanne Schwameis vom Falter Verlag für die freundliche Betreuung und Bernhard Mooshammer für die schöne Musik, v.a. „You Gotta Serve Somebody“.

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Austrobob 2

Posted in Dylanologie, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 4. März 2015

Vorschau auf den Termin:
23.03.2015, 19:00, Präsentation der Anthologie „Austrobob. Österreichische Aneignungen von Bob Dylans Poesie und Musik“ (Falter Verlag 2014). Hauptbücherei der Stadt Wien, Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien.

Begrüßung: Siegmar Schlager (GF Falter-Verlag), Andreas Mailath-Pokorny (Wiener Stadtrat für Kultur und Wissenschaft)
Gäste: Armin Thurnher, Mika Vember, Markus Brandstetter, Andreas Unterweger (Podiumsdiskussion mit den Herausgebern Alexandra Ganser, Eugen Banauch, Martin Blumenau)
Lesungen: Andreas Unterweger, Bernhard Mooshammer
Musik: Bernhard Mooshammer, Markus Brandstetter, Agnès Milewski
Moderation: Eugen Banauch

Der ursprüngliche Termin wurde ja wegen des abenteuerlichen Grundes „Kabelbrand“ abgesagt. Armin Thurnher ersetzt Wolfgang Kos, und Mika Vember ersetzt Cornelia Travnicek.

In der ersten Ankündigung, in der mein eigener Beitrag zum Buch teilweise nachzulesen ist, habe ich vergessen zu erwähnen, dass der Initiator und Mitherausgeber des Projekts, Eugen Banauch, in seinem Essay „Gruber hört heimlich Dylan – Bob Dylan in der österreichischen Gegenwartsliteratur“ die meines Wissens erste wissenschaftliche Beschäftigung mit „Wie im Siebenten“ unternimmt. So etwas liest man natürlich gerne.

Hier zwei kurze Zitate aus Eugen Banauchs langer Auseinandersetzung mit „Wie im Siebenten“:

Über das Buch (mit schönem, schön verstecktem Dylan-Zitat zum Schluss):
Wie im Siebenten ist ein Buch über die erste große Liebe seiner Protagonisten. Es ist aber auch ein Buch über das Schreiben eines ersten Buchs; es bleibt wohl bewusst unklar, ob sich das auf einen (unveröffentlichten) Erstling, auf eine erste Fassung oder auf Wie im Siebenten ganz allgemein bezieht, also selbstreferenziell ist. So etwas bleibt in diesem Roman gerne offen, so klar und wahr er seine Sätze setzt: der Vergleich mit Richard Brautigan im Klappentext ist stimmig. Schon der Titel ist zumindest doppeldeutig: Wie im Siebenten steht sowohl für den sprichwörtlichen – hier weggelassenen – Himmel, als auch für den siebenten Wiener Gemeindebezirk Neubau. ,Neubau´ ist programmatisch zu verstehen, dafür, dass da einer sein Leben baut und seine Liebe, weil er weiß, dass das sonst keiner für ihn macht.“
Usw.

Über den Dylan-Essay im Buch:
„Unterweger schreibt direkt über Dylan, und auch wieder nicht. Er ist es ja nicht, der da schreibt, sondern Andreas, der Protagonist, dem wir in Andreas Unterwegers erstem Buch über die Schulter schauen können, wie er sein erstes Buch schreibt. Und diesem schreibenden Protagonisten ist Dylan so wichtig, dass er lange Überlegungen anstellt, warum Dylan 1964 dem Folk Movement den Rücken kehrt. Er kommt hier zu einer unorthodoxen Lesart von Dylans Gone Electric: ,Weniger wissenschaftlich (und genauer) gesagt: Es war die Liebe zu Sara Lownds, die Bob Dylan elektrifizierte.´ (115)“
Usf.

Zitate aus:

Eugen Banauch: Gruber hört heimlich Dylan – Bob Dylan in der österreichischen Gegenwartsliteratur. In: AustroBob. Österreichische Aneignungen von Bob Dylans Poesie und Musik. Hg. von von Eugen Banauch, Alexandra Ganser, Martin Blumenau.
Wien: Falter Verlag 2014.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors – danke!

Liebesgedichte zum Valentinstag

Posted in ratlos, Tankstellenmorgen, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 12. Februar 2015

Nachtrag zum Termin:
14.02.2015, 09:00 – 10:00, Andreas Unterweger liest Liebesgedichte zum Valentinstag in Walter Langs „Werkskantine“, Radio Helsinki , Graz.

Ich habe, wie angekündigt, ausschließlich eigene Texte gelesen, die sich entlang folgender 3 Mottos von anderen bewegt haben – dreier wahrer Sätze über DIE LIEBE, falls man das überhaupt so, in einem Wort (plus Artikel), sagen kann:

Der erste Satz, von Stendhal, ist freilich gar kein Satz, sondern nur ein Gedanke, eine (von mir bewusst vage formulierte) These aus „De l ´amour“:
Es gibt nicht die Liebe, es gibt die Lieben (= mehrere Arten der Liebe).

Dazu wurde folgendes, schon 2005 geschriebene Kurzprosastück gelesen:

Lieben

„Es gibt nicht: die Liebe. Es gibt: die Lieben.“ Es gibt so viele Lieben, wie es Menschen gibt. Es gibt für jeden Menschen nur: die eine. Sie bricht das erste Mal aus, wenn er sechzehn ist. Sie wird zu viel für ihn sein, schon das erste Mal. Erst viel zu leicht und dann: schon viel zu schwer. Er wird die Liebe einem auf die Schulter legen, der sie nicht haben will. Dann wird der Mensch sich wundern: ach, wie schwer das ist. So eine Liebe loszukriegen. So allein mit der Liebe. So allein mit sich. Der Mensch wird weiter nach dem suchen, der die Liebe trägt. Seine Liebe: erträgt. Und wird vielleicht, von Zeit zu Zeit: jemanden finden, der sie auf sich nimmt. Für eine Zeit und dann: wieder allein. Mit seiner Liebe und: allein mit sich. Und immer schwerer wird die Liebe werden, weil: die Liebe wächst. Sie wächst und wächst, wenn: keiner da ist, der: sie haben will. Sie halten und: für sich behalten will. Der Mensch wird mit der Liebe weitertaumeln, die: ihn fast erdrückt. Der Mensch wird schwer bewaffnet sein, mit seiner Liebe. Und so wird es geschehen, dass der Mensch: den Menschen, den er, lebenslang!, gesucht hat, trifft. Mit seiner Liebe. Und: ihn so erschlägt.

Musik: ratlos: „… ich habe kalt“

*

Der zweite Satz: ein Vers aus einem Gedicht von Richard Brautigan:
„Mit Liebe behandelt man keinen Freund.“ (Das ganze Gedicht, übersetzt von Johannes Beilharz)

Dazu, u. a., dieses Gedicht:

Der Vogel

Der Vogel, den die Katze gestern / im Buschwerk fing, hat mich an dich / erinnert. Es war
wohl was mit seinen Augen. Jedenfalls / schloss ich die Katze drinnen / ein & hob den Vogel
hoch, setzte ihn auf den höchsten Zweig / des Apfelbaums. Da saß er / dann & sah mich an

mit deinen Augen. Von all den / Frauen, die ich früher / kannte, hast du mir am wenigsten
wehgetan, dachte ich, als ich / unter dem Apfelbaum stand, & / am meisten … Am Ende
brachte ich dem Vogel / einen Regenwurm. Dann ließ ich ihn / allein, ging wieder rein & ließ

die Katze raus.

Musik: ratlos: Morgen in Graz

*

Der dritte wahre Satz über die Liebe, verbunden mit meinem eigenen Valentinsgruß, steht in der Erzählung „Von der Liebe“ von Anton Tschechow:
„Bis heute ist über die Liebe nur ein einziger wahrer Satz gesprochen worden, nämlich: „Dies Geheimnis ist groß“, alles andere, was man über die Liebe geschrieben oder gesagt hat, war keine Lösung, sondern nur das Stellen von Fragen, die auch weiterhin ungelöst bleiben.“

Dazu habe ich das Kapitel „Viel weiter“ aus „Wie im Siebenten“ gelesen, dem Tschechows Satz als Motto voransteht.

Musik: Norb Payr und Andreas Unterweger: Bei dir

*

Danke fürs Zuhören!
Danke, Walter Lang, für Deine Gastfreundschaft!

AustroBob

Posted in Dylanologie, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 27. November 2014

Ab Freitag, 28.11.14, im Handel:

AustroBob

Österreichische Aneignungen von Bob Dylans Poesie und Musik

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Hg. von von Eugen Banauch, Alexandra Ganser, Martin Blumenau.
Wien: Falter Verlag 2014.
Mit Beiträgen von Wolfgang Ambros, Reinhold Bilgeri, Michael Köhlmeier, Doris Knecht, Hans Krankl, Cornelia Travnicek, Andreas Unterweger u. a. m.

Hier bestellbar.

Mein eigener Beitrag ist der sog. „Dylan-Essay“, also Kapitel VII und VIII, aus „Wie im Siebenten“ (Droschl 2009), der folgende Hauptthese ausbreitet: „Es war die Liebe zu Sara Lowndes, die Bob Dylan elektrifizierte“ (und gleichzeitig eine Art Nachwort zu meinem eigenen Buch darstellt).
Hier meine kleine, 2012 geschriebene Vorbemerkung zur Neuauflage des Essays in „AustroBob“ (Thema war, glaube ich: Warum hat man über Bob Dylan geschrieben? O. Ä. [Ah ja, ich sehe schon, der Titel spricht Bände … [[Erst denken, dann schreiben, Andreas! Andreas!! Andreas!!!]]):

WARUM ICH ÜBER BOB DYLAN GESCHRIEBEN HABE

„Ich war richtig verheiratet, und ich habe mich richtig scheiden lassen.“ Dieser Satz, den Bob
Dylan gesagt haben soll, steht in irgendeinem der Bücher, die, unabhängig von ihren
tatsächlichen Verfassern (Benzinger, Williams etc.), unter seinem Namen in meinem
Bücherregal eingeordnet sind – und vielleicht liegt ja darin, dass Bob Dylan alles, was er
getan hat (Protestsänger sein, Rockstar sein, Countrysänger sein, gläubig sein, alt sein usw.),
richtig getan hat – „richtig“ im Sinne von wirklich, absolut: in STS-Sprache heißt so was
„Leben ohne Kompromiss“ –, der Grund dafür, dass Leute wie ich (oder Benzinger, Williams
etc.) damit beginnen, über ihn nachzudenken oder gar zu schreiben, anstatt über sich selber.

Andererseits ist Rolf Benzingers Bob Dylan ein ganz anderer Bob Dylan als der von Paul
Williams, und was meinen eigenen anbelangt (er ist die Hauptfigur des Essays, der gut zwei
Neuntel meines ersten Buchs, Wie im Siebenten, ausmacht), so werde ich den Eindruck nicht
los, er habe mit seinen Namensvettern aus dem Bücherschrank recht wenig zu tun, weniger
zumindest als mit mir – wenn schon nicht mir, dem Autor, so doch „mir, Andreas“, dem Ich-
Erzähler der anderen sieben Neuntel des Romans. (Ähnliches ließe sich natürlich auch für die
Figur namens „Franz Kafka“ in den Büchern von Brod, Camus oder Theweleit behaupten.
Oder diverse Mozarts. Oder die Jesusse von Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. Usw.)

Aber bleiben wir bei den Dylans. Dass in Wie im Siebenten ein Teil der Handlung als
dylanologischer Essay erzählt wird, liegt vermutlich daran, dass ich im Frühling 2008, noch
mitten im Schreiben (sprich: Erleben) des Buchs, den Film I´m Not There gesehen habe – und
danach, beim Abendessen im Weltcafé, meiner damaligen Freundin (und heutigen Ehefrau)
Judith nicht jede ihrer Fragen zu Bob Dylan beantworten konnte. – Und es liegt an dem Song
Sara. Das Album, auf dem er zu finden ist (Desire), kannte ich damals zwar schon seit rund
fünfzehn Jahren, doch erst, als mir Judith begegnete, wurde mir klar, dass ich es bin, der ihn
geschrieben hat – und sie diejenige ist, von der er spricht … Und das schrieb ich dann auf.