Andreas Unterweger

AustroBob

Posted in Dylanologie, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 27. November 2014

Ab Freitag, 28.11.14, im Handel:

AustroBob

Österreichische Aneignungen von Bob Dylans Poesie und Musik

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Hg. von von Eugen Banauch, Alexandra Ganser, Martin Blumenau.
Wien: Falter Verlag 2014.
Mit Beiträgen von Wolfgang Ambros, Reinhold Bilgeri, Michael Köhlmeier, Doris Knecht, Hans Krankl, Cornelia Travnicek, Andreas Unterweger u. a. m.

Hier bestellbar.

Mein eigener Beitrag ist der sog. „Dylan-Essay“, also Kapitel VII und VIII, aus „Wie im Siebenten“ (Droschl 2009), der folgende Hauptthese ausbreitet: „Es war die Liebe zu Sara Lowndes, die Bob Dylan elektrifizierte“ (und gleichzeitig eine Art Nachwort zu meinem eigenen Buch darstellt).
Hier meine kleine, 2012 geschriebene Vorbemerkung zur Neuauflage des Essays in „AustroBob“ (Thema war, glaube ich: Warum hat man über Bob Dylan geschrieben? O. Ä. [Ah ja, ich sehe schon, der Titel spricht Bände … [[Erst denken, dann schreiben, Andreas! Andreas!! Andreas!!!]]):

WARUM ICH ÜBER BOB DYLAN GESCHRIEBEN HABE

„Ich war richtig verheiratet, und ich habe mich richtig scheiden lassen.“ Dieser Satz, den Bob
Dylan gesagt haben soll, steht in irgendeinem der Bücher, die, unabhängig von ihren
tatsächlichen Verfassern (Benzinger, Williams etc.), unter seinem Namen in meinem
Bücherregal eingeordnet sind – und vielleicht liegt ja darin, dass Bob Dylan alles, was er
getan hat (Protestsänger sein, Rockstar sein, Countrysänger sein, gläubig sein, alt sein usw.),
richtig getan hat – „richtig“ im Sinne von wirklich, absolut: in STS-Sprache heißt so was
„Leben ohne Kompromiss“ –, der Grund dafür, dass Leute wie ich (oder Benzinger, Williams
etc.) damit beginnen, über ihn nachzudenken oder gar zu schreiben, anstatt über sich selber.

Andererseits ist Rolf Benzingers Bob Dylan ein ganz anderer Bob Dylan als der von Paul
Williams, und was meinen eigenen anbelangt (er ist die Hauptfigur des Essays, der gut zwei
Neuntel meines ersten Buchs, Wie im Siebenten, ausmacht), so werde ich den Eindruck nicht
los, er habe mit seinen Namensvettern aus dem Bücherschrank recht wenig zu tun, weniger
zumindest als mit mir – wenn schon nicht mir, dem Autor, so doch „mir, Andreas“, dem Ich-
Erzähler der anderen sieben Neuntel des Romans. (Ähnliches ließe sich natürlich auch für die
Figur namens „Franz Kafka“ in den Büchern von Brod, Camus oder Theweleit behaupten.
Oder diverse Mozarts. Oder die Jesusse von Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. Usw.)

Aber bleiben wir bei den Dylans. Dass in Wie im Siebenten ein Teil der Handlung als
dylanologischer Essay erzählt wird, liegt vermutlich daran, dass ich im Frühling 2008, noch
mitten im Schreiben (sprich: Erleben) des Buchs, den Film I´m Not There gesehen habe – und
danach, beim Abendessen im Weltcafé, meiner damaligen Freundin (und heutigen Ehefrau)
Judith nicht jede ihrer Fragen zu Bob Dylan beantworten konnte. – Und es liegt an dem Song
Sara. Das Album, auf dem er zu finden ist (Desire), kannte ich damals zwar schon seit rund
fünfzehn Jahren, doch erst, als mir Judith begegnete, wurde mir klar, dass ich es bin, der ihn
geschrieben hat – und sie diejenige ist, von der er spricht … Und das schrieb ich dann auf.