Andreas Unterweger

manuskripte in der Alten Schmiede

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 13. November 2020

Am 9.11. war ich mit den manuskripten in der Alten Schmiede zu Gast:

Wie down die allgemeine Stimmung in und um Wien auch immer gewesen sein mochte, die Veranstaltung fand glücklicherweise trotzdem statt. Ohne Publikum, aber im Livestream, dem doch eine stattliche User*innenschar beiwohnte.
So stellte ich also die Zeitschrift vor, hier das berühmte Heft 2 (feat. Wiener Gruppe) …

(c) Jana Volkmann, Alte Schmiede (danke!)

… spazierte durch die Geschichte der manuskripte, erinnerte an Alfred Kolleritschs Lebensleistung und führte danach die manuskripte-Autor*innen des Abends ein.

Den Auftakt machte Laura Freudenthaler, eben ausgezeichnet mit dem George-Saiko-Reisestipendium.
Sie las ihren absolut wunderbaren Text „Orangen abzugeben“ aus Heft 209 – ich war begeistert, man sieht´s:

(c) Jana Volkmann, Alte Schmiede

Sarah Kuratle, die jüngste Lesende und sozusagen meine erste Entdeckung für die manuskripte, las drei Gedichte (u.a. aus Heft 224) und einen Auszug aus ihrem aktuellen Romanprojekt „Greta und Jannis“ – feinsinnige Montagen abseits der Trampelpfade des Zeitgeistes.

(c) Jana Volkmann, Alte Schmiede

Man sieht es auf dem Foto nicht, denn da zucke ich noch vor mich hin – aber Hanno Millesi brachte mich mit seiner skurrilen, virtuos komponierten Textcollage aus diversen manuskripte-Publikationen (das sehr aktuelle Thema: ein Mann sieht sich das erste Mal in seiner Wohnung um, sieht sie zum ersten Mal wirklich …) einmal mehr zum Lachen:

(c) Jana Volkmann, Alte Schmiede

Letzte Lesung des Abends von Angelika Reitzer, die zwei längere, erzählende Gedichte (aus Heft 228 und 229 der manuskripte) zu den Themen des Jahres 2020 vorlas: Corona und der Tod von Alfred Kolleritsch.
Angelika ist für ihre Prosa berühmt, in der vordergründig wenig und im Hintergrund alles geschieht, erinnerte mit dieser Lesung aber auch daran, dass sie auch eine versierte Lyrikerin ist (die z.B. schon beim Finale des Leonce-und-Lena-Preises eingeladen war).

(c) Jana Volkmann, Alte Schmiede

An- uns abschließend stellte mir Lena Brandauer von der Alten Schmiede mehrere knifflige Fragen, die anderntags in Graz durchwegs gelobt wurde. Kein Wunder, dass ich mir zwischendurch, mitten in einem Exkurs zu Kolleritschs Meinung über Hölderlins „Hälfte des Lebens“ und die Digitalisierung, nur noch durch einen alles andere als vorgetäuschten, aber glücklicherweise harmlosen Erstickungsanfall samt Stimmverlust zu helfen wusste.

Ich danke Lena Brandauer, dem Team der Alten Schmiede und unseren manuskripte-Autor*innen für diesen trotz der widrigen Umstände äußerst gelungenen Abend!

Wien ❤

P.S.

Leseproben der genannten Autor*innen finden sich auf dem You-Tube-Kanal der manuskripte. Die Lesung in der Alten Schmiede war ja ursprünglich für April geplant und wurde dann, im Frühlingslockdown, dankenswerterweise nicht abgesagt, sondern verschoben worden. Damals hatten die manuskripte eine kleine Online-Ersatz-Lesung initiiert, bei der die Autor*innen durchwegs andere Texte lasen als am 9.11.:

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„Das gelbe Gesetz“ (Alte Schmiede)

Posted in Das gelbe Buch, Tankstellenmorgen, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 12. Dezember 2015

Nachtrag zum Termin:
„09.12.2015, 19:00, Andreas Unterweger liest aus „Das gelbe Buch“ (Droschl 2015). Außerdem liest: Franz Weinzettl. Moderation: Angelika Reitzer. Alte Schmiede, 1010 Wien.“

Hier Handy-Fotos von den wichtigsten Stationen dieses gelungenen Abends, bei dem ich mich besonders über den Besuch von V.I.P.s wie Rudolf Hochwarter (eigens aus dem Burgenland angereist!), Walter Famler (mit mehreren ideologiebildenden Buch-Geschenken) und Literaturbloggerin Eva Jancak (die über die Lesung berichtet hat, danke!) gefreut habe …

Hier liegt „Das gelbe Buch“ auf dem sitzbankweichen Amboss der Alten Schmiede:

Foto7236

Hier liest Franz Weinzettl (ich bin seit Jahren Fan, und womit? Mit Recht!):

Foto7240

Hier stellt mich Angelika Reitzer vor. Ihre Einleitung ist eine wunderbare Rezension geworden (danke!) und lässt sich hier zur Gänze nachlesen!
Mein Lieblingszitat daraus: „Wie A.U. episodisch und exemplarisch die Fauna dieses gelben Landes beschreibt, lässt erahnen, wie viel er davon verstanden bzw. wohl eher begriffen hat, dass man die ganze gelbe Zeit im gelben Haus, alle Sommer, die Kindheit, Glückskindheit nämlich nicht nur festhalten muss, sondern sowieso nur in einem gelben Buch festhalten kann.“
Und die Wendung „Das gelbe Gesetz“, die nur ausgesprochen, aber nicht niedergeschrieben wurde, halte ich nicht nur für einen großartigen Buchtitel, sondern auch für recht zutreffend, was meine Arbeit im Allgemeinen betrifft (interessant auch in Hinblick auf Stifters „sanftes Gesetz“, das ich immer sympathisch, aber für mich eben doch nicht ganz zutreffend gefunden habe).

Foto7239

Und hier sieht man mich bei der im Hotelzimmer stattfindenden Generalprobe für den letzten Programmpunkt: Andreas Unterweger intoniert den Song „Tankstellenmorgen“ (Payr/Unterweger). Bei so viel Zuversicht konnte ja gar nichts schief gehen.

Foto7235[1]