Andreas Unterweger

Austrobob 2

Posted in Dylanologie, Tingeltangel-Tour, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 4. März 2015

Vorschau auf den Termin:
23.03.2015, 19:00, Präsentation der Anthologie „Austrobob. Österreichische Aneignungen von Bob Dylans Poesie und Musik“ (Falter Verlag 2014). Hauptbücherei der Stadt Wien, Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien.

Begrüßung: Siegmar Schlager (GF Falter-Verlag), Andreas Mailath-Pokorny (Wiener Stadtrat für Kultur und Wissenschaft)
Gäste: Armin Thurnher, Mika Vember, Markus Brandstetter, Andreas Unterweger (Podiumsdiskussion mit den Herausgebern Alexandra Ganser, Eugen Banauch, Martin Blumenau)
Lesungen: Andreas Unterweger, Bernhard Mooshammer
Musik: Bernhard Mooshammer, Markus Brandstetter, Agnès Milewski
Moderation: Eugen Banauch

Der ursprüngliche Termin wurde ja wegen des abenteuerlichen Grundes „Kabelbrand“ abgesagt. Armin Thurnher ersetzt Wolfgang Kos, und Mika Vember ersetzt Cornelia Travnicek.

In der ersten Ankündigung, in der mein eigener Beitrag zum Buch teilweise nachzulesen ist, habe ich vergessen zu erwähnen, dass der Initiator und Mitherausgeber des Projekts, Eugen Banauch, in seinem Essay „Gruber hört heimlich Dylan – Bob Dylan in der österreichischen Gegenwartsliteratur“ die meines Wissens erste wissenschaftliche Beschäftigung mit „Wie im Siebenten“ unternimmt. So etwas liest man natürlich gerne.

Hier zwei kurze Zitate aus Eugen Banauchs langer Auseinandersetzung mit „Wie im Siebenten“:

Über das Buch (mit schönem, schön verstecktem Dylan-Zitat zum Schluss):
Wie im Siebenten ist ein Buch über die erste große Liebe seiner Protagonisten. Es ist aber auch ein Buch über das Schreiben eines ersten Buchs; es bleibt wohl bewusst unklar, ob sich das auf einen (unveröffentlichten) Erstling, auf eine erste Fassung oder auf Wie im Siebenten ganz allgemein bezieht, also selbstreferenziell ist. So etwas bleibt in diesem Roman gerne offen, so klar und wahr er seine Sätze setzt: der Vergleich mit Richard Brautigan im Klappentext ist stimmig. Schon der Titel ist zumindest doppeldeutig: Wie im Siebenten steht sowohl für den sprichwörtlichen – hier weggelassenen – Himmel, als auch für den siebenten Wiener Gemeindebezirk Neubau. ,Neubau´ ist programmatisch zu verstehen, dafür, dass da einer sein Leben baut und seine Liebe, weil er weiß, dass das sonst keiner für ihn macht.“
Usw.

Über den Dylan-Essay im Buch:
„Unterweger schreibt direkt über Dylan, und auch wieder nicht. Er ist es ja nicht, der da schreibt, sondern Andreas, der Protagonist, dem wir in Andreas Unterwegers erstem Buch über die Schulter schauen können, wie er sein erstes Buch schreibt. Und diesem schreibenden Protagonisten ist Dylan so wichtig, dass er lange Überlegungen anstellt, warum Dylan 1964 dem Folk Movement den Rücken kehrt. Er kommt hier zu einer unorthodoxen Lesart von Dylans Gone Electric: ,Weniger wissenschaftlich (und genauer) gesagt: Es war die Liebe zu Sara Lownds, die Bob Dylan elektrifizierte.´ (115)“
Usf.

Zitate aus:

Eugen Banauch: Gruber hört heimlich Dylan – Bob Dylan in der österreichischen Gegenwartsliteratur. In: AustroBob. Österreichische Aneignungen von Bob Dylans Poesie und Musik. Hg. von von Eugen Banauch, Alexandra Ganser, Martin Blumenau.
Wien: Falter Verlag 2014.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors – danke!

AustroBob

Posted in Dylanologie, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 27. November 2014

Ab Freitag, 28.11.14, im Handel:

AustroBob

Österreichische Aneignungen von Bob Dylans Poesie und Musik

9783854395171_l

Hg. von von Eugen Banauch, Alexandra Ganser, Martin Blumenau.
Wien: Falter Verlag 2014.
Mit Beiträgen von Wolfgang Ambros, Reinhold Bilgeri, Michael Köhlmeier, Doris Knecht, Hans Krankl, Cornelia Travnicek, Andreas Unterweger u. a. m.

Hier bestellbar.

Mein eigener Beitrag ist der sog. „Dylan-Essay“, also Kapitel VII und VIII, aus „Wie im Siebenten“ (Droschl 2009), der folgende Hauptthese ausbreitet: „Es war die Liebe zu Sara Lowndes, die Bob Dylan elektrifizierte“ (und gleichzeitig eine Art Nachwort zu meinem eigenen Buch darstellt).
Hier meine kleine, 2012 geschriebene Vorbemerkung zur Neuauflage des Essays in „AustroBob“ (Thema war, glaube ich: Warum hat man über Bob Dylan geschrieben? O. Ä. [Ah ja, ich sehe schon, der Titel spricht Bände … [[Erst denken, dann schreiben, Andreas! Andreas!! Andreas!!!]]):

WARUM ICH ÜBER BOB DYLAN GESCHRIEBEN HABE

„Ich war richtig verheiratet, und ich habe mich richtig scheiden lassen.“ Dieser Satz, den Bob
Dylan gesagt haben soll, steht in irgendeinem der Bücher, die, unabhängig von ihren
tatsächlichen Verfassern (Benzinger, Williams etc.), unter seinem Namen in meinem
Bücherregal eingeordnet sind – und vielleicht liegt ja darin, dass Bob Dylan alles, was er
getan hat (Protestsänger sein, Rockstar sein, Countrysänger sein, gläubig sein, alt sein usw.),
richtig getan hat – „richtig“ im Sinne von wirklich, absolut: in STS-Sprache heißt so was
„Leben ohne Kompromiss“ –, der Grund dafür, dass Leute wie ich (oder Benzinger, Williams
etc.) damit beginnen, über ihn nachzudenken oder gar zu schreiben, anstatt über sich selber.

Andererseits ist Rolf Benzingers Bob Dylan ein ganz anderer Bob Dylan als der von Paul
Williams, und was meinen eigenen anbelangt (er ist die Hauptfigur des Essays, der gut zwei
Neuntel meines ersten Buchs, Wie im Siebenten, ausmacht), so werde ich den Eindruck nicht
los, er habe mit seinen Namensvettern aus dem Bücherschrank recht wenig zu tun, weniger
zumindest als mit mir – wenn schon nicht mir, dem Autor, so doch „mir, Andreas“, dem Ich-
Erzähler der anderen sieben Neuntel des Romans. (Ähnliches ließe sich natürlich auch für die
Figur namens „Franz Kafka“ in den Büchern von Brod, Camus oder Theweleit behaupten.
Oder diverse Mozarts. Oder die Jesusse von Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. Usw.)

Aber bleiben wir bei den Dylans. Dass in Wie im Siebenten ein Teil der Handlung als
dylanologischer Essay erzählt wird, liegt vermutlich daran, dass ich im Frühling 2008, noch
mitten im Schreiben (sprich: Erleben) des Buchs, den Film I´m Not There gesehen habe – und
danach, beim Abendessen im Weltcafé, meiner damaligen Freundin (und heutigen Ehefrau)
Judith nicht jede ihrer Fragen zu Bob Dylan beantworten konnte. – Und es liegt an dem Song
Sara. Das Album, auf dem er zu finden ist (Desire), kannte ich damals zwar schon seit rund
fünfzehn Jahren, doch erst, als mir Judith begegnete, wurde mir klar, dass ich es bin, der ihn
geschrieben hat – und sie diejenige ist, von der er spricht … Und das schrieb ich dann auf.