Andreas Unterweger

Björn Treber (Kleine Zeitung v. 25.05.17)

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 26. Mai 2017

Gestern, am 25.05.17, in der Kleinen Zeitung, aber auch heute noch gültig: Mein Porträt von Björn Treber, Teilnehmer der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt 2017.

Hier ein Foto des Zeitungsartikels …

… und hier die ursprüngliche Fassung:

Mit vollem Risiko nach Klagenfurt

 

Den jungen Kärntner Björn Treber hat wohl kaum jemand als Teilnehmer beim Bachmann-Preis erwartet. Der Jury empfohlen wurde er von der Grazer Literaturzeitschrift manuskripte.

 

Wettkampfsituationen sind nichts Neues für Björn Treber. Schließlich galt der 24-jährige als großes Tennistalent. Drei Jugendstaatsmeistertitel und ein 7:1-Score gegen Dominic Thiem sprechen für sich. Seine Leidenschaft galt aber anderem: „Im Internat in der Südstadt bin ich um fünf Uhr aufgestanden, um zu lesen“, erzählt er. Kein Wunder, dass ihm für das Training bald die Kraft fehlte.

Die steckte er in den Sport namens Literatur … Nach Beginn eines Germanistik-Studiums in Graz schickte er seine Versuche an die manuskripte, wo ich damals schon als Redakteur arbeitete. Ich weiß noch, wie mir Alfred Kolleritsch erstmals einen Text „von diesem langen Kärntner“ über den Schreibtisch schob. Wir druckten die allzu expressiven Frühwerke zwar nicht ab, waren aber von der Hingabe und Lernwilligkeit ihres Autors beeindruckt.

In der Folge kam der junge Mann oft zu Text- und Lebensbesprechungen in die Redaktion, zahllose E-Mails gingen hin und her. Und einmal verkosteten wir gemeinsam Treberschnaps. „Bei den manuskripten“, meint er heute, „habe ich zum zweiten Studium immatrikuliert.“

In Heft 211 und 214 debütierte der Doppelstudent endlich mit Prosa: introspektiven Beobachtungen, die in jeder Formulierung um maximalen Ausdruck ringen. Dass Juror Stefan Gmündner ihn mit seinem Text Weintrieb für die Tage der deutschsprachigen Literatur nominiert hat, ist aber auch für Alfred Kolleritsch und mich eine Überraschung – eine erfreuliche!

Vor einem der groben Verrisse, für die das Wettlesen berüchtigt ist, zeigt Björn keine Angst. „Ich bin zwar etwas nervös, war aber schon beim Tennis ein Risikospieler!“, lacht er.

Vor Klagenfurt gibt Treber noch ein Heimspiel und liest bei der Präsentation der neuen manuskripte am 21.6., um 19:00, im Schauspielhaus Graz.

Björn Treber mit Alfred Kolleritsch …

… im Café König …

… und mit Treberbrand.

*

Mit bestem Dank für die gute Zusammenarbeit, lieber Werner Krause!

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„Österreichs literarischer Außenseiter der Schönheit“

Posted in Das gelbe Buch, manuskripte by andreasundschnurrendemia on 4. Dezember 2015

Während uns die manuskripte 209 schon ihren Rücken zuwenden (und selbst der ist noch hochinterssant …

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…), bringen die manuskripte 210 neben großartigen Texten von und über den großen Jürg Laederach (u. a. von Elfriede Jelinek, Herta Müller, Bruno Steiger, Klaus Hoffer) und vielen anderen höchst lesenswerten Beiträgen mehr (von Friederike Mayröcker, Angelika Reitzer, Norbert Hummelt, Serhij Zhadan, Wolfgang Hofer [Wolfgang-Bauer-Essay!] …) auch eine „unverlangt“ und ursprünglich einfach nur an mich persönlich geschickte Rezension zu „Das gelbe Buch“, die mich ob ihrer Emotionalität und sprachlichen Qualität sehr berührt hat.
Womit weder Björn Treber, ihr Autor, noch ich gerechnet haben: Alfred Kolleritsch, dem ich den Text zum Lesen gegeben habe, war davon so überzeugt, dass er prompt beschlossen hat, ihn zu veröffentlichen.

Danke dafür, lieber Fredy – und danke für Dein Mit-dem-Buch-Sein, lieber Björn!

Zitat aus der Rezension:
„Viel stichhaltiger als andere Gegenwartsautoren thematisiert dieses Buch das Schöne am In-der-Welt-Sein, und nicht nur das; sondern es wird hier auch in anschaulicher Weise das Schöne am lebhaften Mit-der-Welt-Sein dargestellt: eine Seltenheit in der österreichischen Literaturlandschaft nach 1945“.

Und hier der ganze Text!

Björn Treber lebt als Student, u. a. der Poesie, in Graz. Ich gehe davon aus, dass er demnächst als Schriftsteller debütiert. Oder als Fotokünstler, wer weiß:

 

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Die vier unteren Fotos: (c) Björn Treber