Andreas Unterweger

„Musik war etwas, das nur Tote machten“ (Wiener digitale Revue über „Grungy Nuts“)

Posted in Grungy Nuts by andreasundschnurrendemia on 19. Dezember 2021

Bei aller berechtigten (Post-)Melancholie: das ist ein schönes Vorweihnachtsgeschenk!
In der „Wiener digitalen Revue. Zeitschrift für Germanistik und Gegenwart“ (Uni Wien) erschien jüngst ein germanistischer Aufsatz über mein Buch „Grungy Nuts“ (Droschl 2018).
In „Musik war etwas, das nur Tote machten“ analysiert der Grazer Literaturwissenschaftler und Autor Gerald Lind „Pop/Musik/Kultur in der jüngeren Grazer Literatur anhand ausgewählter Texte von Andreas Unterweger, Stefan Schmitzer und Valerie Fritsch“. („Grungy Nuts“ steht dabei in der ehrenwerten Gesellschaft der Bücher „okzident express. falsch erinnerte Lieder“ [Droschl 2019] und „Winters Garten“ [Suhrkamp 2015].)
Spoiler: Alles, was Gerald Lind über mein Buch behauptet, ist richtig.

Kleine Textprobe:

„Dieser (gefühlte) Endpunkt spiegelt sich bei Unterweger auf paradigmatische Weise darin, dass neben den tatsächlich toten Rockstars wie John Lennon, Jim Morrison und Cobain auch die noch lebenden Bob Dylan, Paul McCartney, Keith Richards und sogar der deutlich jüngere Axl Rose als untot wahrgenommen werden: „Jedenfalls: Damals, als wir 17 waren, hörten wir, wann immer wir Musik hörten – und das taten wir oft, sehr oft, ja fast immer! – die Musik von Toten. Die Toten waren es, die musizierten; Musik war etwas, das nur Tote machten.“ (Unterweger 2018: 92)9
Das Erstarren in und vor der Pop- und Rockgeschichte, zusammengefasst in dem von Hans formulierten (und wie ein dekontextualisiertes Echo von Adornos ambivalent rezipiertem Satz zur Unmöglichkeit der Gedichtproduktion nach Auschwitz wirkenden) Diktum „,nach Nirvana‘ sei ,kein Song mehr möglich‘“ (ebd.: 95), bedingt eine Krise pop/rockmusikalischen Schaffens, der, wenn überhaupt, künstlerisch nur noch auf einer Metaebene begegnet werden kann.“

Und hier geht es zum ganzen, höchst lesenswerten Text!
Wirklich eine Wohltat neben so mancher der immer kürzer werdenden Rezensionen mit ihren Sterne-Bewertungen.
Vielen herzlichen Dank, lieber Gerald Lind!

Auch wenn es so aussieht: „Grungy Nuts“ steht nicht zwischen Gerald Lind (l.) und mir (r.).


Und mit der geschätzten Kollegin Cordula Simon, die 2016 im Literaturhaus Graz zwischen uns saß, verhält es sich ebenso.
Originalfoto auf http://gerald-lind.at/

Schilf ahoi!

Posted in Cobainologie, Grungy Nuts, Koffeinismus by andreasundschnurrendemia on 19. August 2018

Nachtrag zum Termin:
16.08.2018, 20:00: Andreas Unterweger liest aus „Grungy Nuts“ (Droschl 2018). Außerdem liest: Manfred Rumpl. Musik von Maja Jaku & Band. ORF-Hör- und Seebühne, Graz.

Wie immer auf der Hör- und Seebühne war das ein sehr, sehr schöner Abend!

Hier ein paar Streiflichter …

Jazz-Sängerin Maja Jaku: „Auch wenn ich ,Alle meine Entchen´ singe, ist es Jazz“ .

Sie sang dann freilich nicht „Alle meine Entchen“, sondern nach Jazz-Standards klingende Eigenkompositionen mit Versen wie: „I lost my country, lost my friends, but I never lose my blues“.

Günter Encic interviewt mich – nicht zum Thema Jazz, sondern zum Thema Grunge (offenbar kaum jemandem [mehr] ein Begriff [im Gegensatz zu Nirvana, übrigens].
Ich versuche eloquenzmäßig mitzuhalten: „Sogar wenn ich ein Kindergedicht schreibe, ist es Grunge“.*

Günter Encic moderiert bestens vorbereitet und launigst – u. a. mit allseits beliebten Witzen über den SK Sturm (0:5!!) …

Ich entere die Bühne …

… und versuche, witzmäßig mitzuhalten: „Ich bin GAK-Fan, mir geht’s gut … Vorsicht mit den Bechern …“

Ich lese „Koffeinismus“, die Auftakterzählung aus „Grungy Nuts“. Es wird dunkler, doch nicht ganz.

Edwin Rainer alias Voiceinspiration hat ein gewohnt hochprofessionelles Video von meinem Auftritt gemacht – vielen herzlichen Dank!

Nach mir die große Pause, dann Kollege Manfred Rumpl, hier im Gespräch mit Günter Encic:

Irrlichter über St. Peter:

Vielen Dank, liebe Ilse Amenitsch, für die Einladung!
Vielen Dank, lieber Günter Encic, für die tolle Moderation!
Vielen Dank, liebe viele Leute, fürs Kommen!

Und wer kein Buch mehr ergattert hat und den Weg zur Buchhandlung seines/ihres Vertrauens scheut: Hier kann man „Grungy Nuts“ bestellen.

Nächste Lesungen aus „Grungy Nuts“:
20.09., Alte Schmiede, Wien;
25.09., Literaturhaus Graz.

Ein Mitschnitt des Abends ist übrigens am 19.08.2018, 22:00, auf Radio Steiermark zu hören!

So long,
Euer Andreas

P.S. Fotos 4, 5, 6 (c) Literaturverlag Droschl.

* Beispiel für ein grungiges Kindergedicht:

Mein Freund Leo

Mein Freund Leo
braucht kein Deo.

Er riecht immer
wie sein Zimmer.

Nichts riecht schlimmer.