Andreas Unterweger

„nichts weniger als Magie“ – Laura Freudenthaler zu Gast bei den manuskripten

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 20. Mai 2021

Zum Erscheinen der neuen manuskripte-Ausgabe 231 war erfreulicherweise meine Verlagskollegin Laura Freudenthaler in der Redaktion zu Gast.

Meine Nachnachfolgerin als manuskripte-Preisträger*in hat eine gewohnt faszinierende Kurzprosa und die Übersetzung des Essays „Teufelskirsche“ von Catherine Lemieux zum Heft beigetragen. Aus Letzterem stammt das Motto für die gesamte Ausgabe: „nichts weniger als Magie“.

In Roland Renners Kurzfilm unterhalten Laura und ich uns über Magie und Literatur, bevor sie ihren titellosen Beitrag liest.

Zur Erinnerung noch die Jurybegründung für Laura Freudenthalers manuskripte-Preis:

„Laura Freudenthalers Prosa verzaubert durch Geradlinigkeit. Die Sätze, aus denen sie ihre faszinierend vielschichtigen Gefühls- und Bildwelten baut, kommen ganz ohne Showeffekte aus – gerät man aber erst einmal in ihren Sog, sieht man die Dinge (auch außerhalb der Buchdeckel!) mit anderen Augen.

Präzise Beobachtungen, ebenso formuliert, generieren eine zweite Wirklichkeit, die geradezu magisch aufgeladen ist mit hyperrealistischer Intensität. Freudenthalers Romane und Prosastücke, von ihr gerne schlicht als „Geschichten“ bezeichnet, rufen in Erinnerung, was Erzählen (bzw. erzählt zu bekommen) im Grunde darstellt: einen bewusstseinserweiternden Akt.

Die 1984 in Salzburg geborene Autorin gilt als eine der größten Hoffnungen der deutschsprachigen Belletristik. Die Literaturzeitschrift manuskripte ist seit 1960 ein fruchtbarer Nährboden solcher Hoffnungen. Laura Freudenthaler veröffentlicht seit 2010 regelmäßig in der Grazer Literaturzeitschrift und ist der Steiermark auch durch ihren Grazer Verlag Droschl verbunden.

Laura Freudenthaler, geboren 1984 in Salzburg, lebt in Wien.

Die Erzählungen Der Schädel von Madeleine. Paargeschichten erschienen 2014.

Für ihren ersten Roman Die Königin schweigt (2017) erhielt sie den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2018. Der Roman wurde auch als bester deutschsprachiger Debütroman beim Festival du premier Roman 2018 in Chambéry ausgezeichnet.

2019 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman, Geistergeschichte, der mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet wurde.

Im Juni 2020 gewann sie mit dem Text Der heißeste Sommer den 3sat-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

Im November 2020 erhielt Laura Freudenthaler den Literaturförderpreis der Stadt Meersburg.“

Vielen Dank für Deinen Besuch, liebe Laura!

Die manuskripte 231 sind im Buchhandel und im manuskripte-Webshop erhältlich.