Andreas Unterweger

Liebesgedichte zum Valentinstag

Posted in ratlos, Tankstellenmorgen, Wie im Siebenten by andreasundschnurrendemia on 12. Februar 2015

Nachtrag zum Termin:
14.02.2015, 09:00 – 10:00, Andreas Unterweger liest Liebesgedichte zum Valentinstag in Walter Langs „Werkskantine“, Radio Helsinki , Graz.

Ich habe, wie angekündigt, ausschließlich eigene Texte gelesen, die sich entlang folgender 3 Mottos von anderen bewegt haben – dreier wahrer Sätze über DIE LIEBE, falls man das überhaupt so, in einem Wort (plus Artikel), sagen kann:

Der erste Satz, von Stendhal, ist freilich gar kein Satz, sondern nur ein Gedanke, eine (von mir bewusst vage formulierte) These aus „De l ´amour“:
Es gibt nicht die Liebe, es gibt die Lieben (= mehrere Arten der Liebe).

Dazu wurde folgendes, schon 2005 geschriebene Kurzprosastück gelesen:

Lieben

„Es gibt nicht: die Liebe. Es gibt: die Lieben.“ Es gibt so viele Lieben, wie es Menschen gibt. Es gibt für jeden Menschen nur: die eine. Sie bricht das erste Mal aus, wenn er sechzehn ist. Sie wird zu viel für ihn sein, schon das erste Mal. Erst viel zu leicht und dann: schon viel zu schwer. Er wird die Liebe einem auf die Schulter legen, der sie nicht haben will. Dann wird der Mensch sich wundern: ach, wie schwer das ist. So eine Liebe loszukriegen. So allein mit der Liebe. So allein mit sich. Der Mensch wird weiter nach dem suchen, der die Liebe trägt. Seine Liebe: erträgt. Und wird vielleicht, von Zeit zu Zeit: jemanden finden, der sie auf sich nimmt. Für eine Zeit und dann: wieder allein. Mit seiner Liebe und: allein mit sich. Und immer schwerer wird die Liebe werden, weil: die Liebe wächst. Sie wächst und wächst, wenn: keiner da ist, der: sie haben will. Sie halten und: für sich behalten will. Der Mensch wird mit der Liebe weitertaumeln, die: ihn fast erdrückt. Der Mensch wird schwer bewaffnet sein, mit seiner Liebe. Und so wird es geschehen, dass der Mensch: den Menschen, den er, lebenslang!, gesucht hat, trifft. Mit seiner Liebe. Und: ihn so erschlägt.

Musik: ratlos: „… ich habe kalt“

*

Der zweite Satz: ein Vers aus einem Gedicht von Richard Brautigan:
„Mit Liebe behandelt man keinen Freund.“ (Das ganze Gedicht, übersetzt von Johannes Beilharz)

Dazu, u. a., dieses Gedicht:

Der Vogel

Der Vogel, den die Katze gestern / im Buschwerk fing, hat mich an dich / erinnert. Es war
wohl was mit seinen Augen. Jedenfalls / schloss ich die Katze drinnen / ein & hob den Vogel
hoch, setzte ihn auf den höchsten Zweig / des Apfelbaums. Da saß er / dann & sah mich an

mit deinen Augen. Von all den / Frauen, die ich früher / kannte, hast du mir am wenigsten
wehgetan, dachte ich, als ich / unter dem Apfelbaum stand, & / am meisten … Am Ende
brachte ich dem Vogel / einen Regenwurm. Dann ließ ich ihn / allein, ging wieder rein & ließ

die Katze raus.

Musik: ratlos: Morgen in Graz

*

Der dritte wahre Satz über die Liebe, verbunden mit meinem eigenen Valentinsgruß, steht in der Erzählung „Von der Liebe“ von Anton Tschechow:
„Bis heute ist über die Liebe nur ein einziger wahrer Satz gesprochen worden, nämlich: „Dies Geheimnis ist groß“, alles andere, was man über die Liebe geschrieben oder gesagt hat, war keine Lösung, sondern nur das Stellen von Fragen, die auch weiterhin ungelöst bleiben.“

Dazu habe ich das Kapitel „Viel weiter“ aus „Wie im Siebenten“ gelesen, dem Tschechows Satz als Motto voransteht.

Musik: Norb Payr und Andreas Unterweger: Bei dir

*

Danke fürs Zuhören!
Danke, Walter Lang, für Deine Gastfreundschaft!

Wartholz

Posted in Das gelbe Buch, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 3. März 2012

Fwd: Einladung zum Zuhören am kommenden Montag, 17 Uhr

Von: Barbara Belic
Gesendet: Donnerstag, 01. März 2012 22:13
An: …
Betreff: Einladung zum Zuhören am kommenden Montag, 17 Uhr

Liebe Freundinnen und Freunde,

am kommenden Montag, 5.3., ab 17.00 Uhr auf Radio Helsinki:

HART, ABER HERZLICH: DER LITERATURWETTBEWERB WARTHOLZ

In Reichenau an der Rax fand Mitte Februar 2012 zum fünften Mal der
Literaturwettbewerb Wartholz statt. Die hochkarätige Jury hatte aus 749
anonym eingereichten Texten zwölf ausgewählt, deren Autoren in der
Schlossgärtnerei Wartholz zum Finale antraten.

Einer der vier Österreicher, die es ins Finale geschafft haben, war der
junge Grazer Andreas Unterweger*. Ihm ist ein großer Teil dieser Sendung
gewidmet – stellvertretend für seine elf Kollegen, die während dieser drei
Tage wohl Ähnliches erlebt haben.

Den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis hat schließlich nicht Unterweger,
sondern die 31-jährige, in Wien lebende Burgenländerin Barbara Zeman
gewonnen. Auch ihr Text ist in dieser Sendung zu hören.

Zu hören auf 92,6 (nur in Graz und Umgebung) oder im Netz per livestream
<http://helsinki.at/>

Herzliche Grüße,
Barbara

* Anm. von Andreas: Den Text, den ich bei Wartholz gelesen habe/in der Sendung lesen werde – Auszüge aus „Das gelbe Buch“ – gibt es übrigens hier zum Mitlesen.