Andreas Unterweger

mea ois wia a Buchmesse – Leipzig 2023

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 3. Mai 2023

Die Buchmesse Leipzig mit Gastland Österreich war mea ois wia erwartet, ja, erhofft, und dazu mea ois wia ich jetzt schon sagen kann. Ein großes Fest jedenfalls, in vielen Fällen wohl auch eines fürs Leben, dazu eine unbezahlbare Werbung für Österreich und seine Literatur, die tatsächlich viel mehr ist und kann, als man vor der Buchmesse geahnt hätte.

Dieser Blogeintrag liest meine persönliche Buchmesse mit Fokus auf den Poesieautomaten „Liebe aus Österreich“, den die manuskripte im Auftrag des Landes Steiermark im Herzen von Gastland Österreich aufgepflanzt haben …

… und die manuskripte 239 mit dem ebenso ironischen wie ikonischen Cover von Anna Jermolaewa, die sowohl als Teil des offiziellen Gastgeschenks (1.000 Stück, gemeinsam mit 8 anderen Literaturzeitschriften) als auch abgesehen davon (2.500 Stück) rund um den Österreich-Stand zur freien Entnahme auflagen.

Ich denke, dass wir mit unseren Aktionen neue Maßstäbe gesetzt haben, was eine Literaturzeitschrift wie die manuskripte sein kann, und dass uns diese Buchmesse noch lange positiv verfolgen wird.

Unser Dank gilt Katja Gasser und ihrem Team von Gastland Österreich, die all das möglich gemacht haben!

(c) Happy House Media

DIENSTAG (25.4. – aber auf Buchmessen spielt das Datum keine Rolle, man spricht, schon Monate vorher, nur von Wochentagen):

Der Flug ist unangekündigt verschoben worden, was mir das Aufstehen um 03:30 erspart. Dafür kann ich aber auch nicht vor der Lesung abends auf die Messe, um manuskripte-Hefte zu holen, was mein Handgepäck erheblich belastet.

Aus den Reisenotizen: „Duty free = beauty free“

Um 19:30 Lesung im Literaturhaus Leipzig, Literaturcafé:

Finissage von Matthias Göritz‘ Leipziger Poesieautomaten. Mit Lesungen von: Miljana Cunta, Stanka Hrastelj, Gregor Podlogar, Gerhild Steinbuch, Fiston Mwanza Mujila, Andreas Unterweger und Leipziger Poet*innen.
Literaturhaus Leipzig, Literaturcafé.
Literaturhaus Leipzig in Kooperation mit dem Slowenischen Kulturinformationszentrum SKICA Berlin sowie der Slowenischen Buchagentur JAK. Gefördert durch das Land Steiermark und manuskripte.

Michael Neubacher (auf dem linken Bild unten rechts), der den manuskripte-Poesieautomaten „Liebe aus Österreich“ nicht nur designt, sondern auch nach Leipzig gebracht und am Nachmittag auf der Messe montiert hat, empfängt mich mit guter Presse aus der Heimat:

Vielen Dank, lieber Christoph Hartner von Kronen Zeitung!

Ein Jahr lang haben die drei „Leipziger Poesieautomaten“ nach ihrer feierlichen Eröffnung im Juni 2022 die Stadt verzaubert, nun kommt es zur

Finissage von Matthias Göritz‘ Leipziger Poesieautomaten
Mit Lesungen von: Miljana Cunta, Stanka Hrastelj, Gregor Podlogar, Gerhild Steinbuch, Fiston Mwanza Mujila, Andreas Unterweger und Leipziger Poet*innen.
Literaturhaus Leipzig, Literaturcafé
Literaturhaus Leipzig in Kooperation mit dem Slowenischen Kulturinformationszentrum SKICA Berlin sowie der Slowenischen Buchagentur JAK. Gefördert durch das Land Steiermark und manuskripte.

Hausherr Thorsten Ahrend begrüßt und Matthias Göritz, Autor, Übersetzer und Mastermind der Poesieautomaten, moderiert.
Vielen Dank euch beiden für dieses wunderschöne Projekt!

In meiner improvisierten Leipziger Rede referiere ich u.a. über die verbindende Kraft der Poesie. Von Leibnitz nach Leipzig, etwa: Ein großer Schritt für die Menschheit, ein kleiner Schritt für die Sprache!
Anschließend lese ich unter dem Motto „Love’s not the way you treat a friend“ von Richard Brautigan meine Gedichte „Die Liebesbriefe Albert Camus‘ an Marie Casarès“ (unveröffentlicht), „Jedes Mal beim Rasenmähen“, „Von dir geküsst sein“, „Юдит“ und „Nahuatl“.

MITTWOCH

Vormittags auf die noch leere Messe:

Der Automat wird …

Selbiges gilt für die Medienstation (u.a. mit Katja Gassers Podcast-Reihe, zu der ich auch eingeladen gewesen bin).

Pressekonferenz der Leipziger Buchmesse (eröffnet durch eine Performance von rotahorn-Preisträgerin Franziska Füchsl) und Rundgang zum Österreich-Stand:

Aus der Konferenz resultierende Presse, u.a.:

„Viel Steirisches auf der Leipziger Buchmesse“ – orf.at

„Jetzt & Alles“ in Leipzig: Kunterbunt inszeniertes Zetteluniversum – Kurier

„A bisserl Anarchie in Leipzig“ – Die Presse

Ich wandere noch ein bisschen durchs Bild …

… nachmittags ins Katzenkaffee Katzentempel (Claim: „mea ois wia miau“?) …

… und abends durchs schöne Leipzig zum Essen mit dem Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen, unmittelbar nach seiner zurecht bejubelten Rede bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse im Gewandhaus.

DONNERSTAG

Die Messe eröffnet …

… und wir sind für alles offen:

Nicht nur bei den Damen vom Literaturhaus Graz (v.l.n.r. Agnes Altziebler, Elisabeth Loibner, Irene Hetzenauer) herrscht ein G’riss um Automatengedichte und manuskripte-Hefte …

… und schnell wird klar, dass wir Nachschub sowohl für Freiexemplare als auch für den Automaten brauchen: Ich schließe neue Kooperationen und tausche Kaffee gegen Falten und Kleben:

Danke, liebe Paul und Laura vom Verlag Klingenberg (Mitte und ganz links, nur als Hand) und lieber Jeff Thoss (steirischer herbst)!

Um 13:00, unmittelbar nach der offiziellen Eröffnung durch Staatssekretärin Andrea Mayer und Doron Rabinovici, schon unser Messe-Höhepunkt:

27.04.2023, 13:00 – 13:25: „Liebe aus Österreich? Ja! Liebe aus Österreich!“
Verena Stauffer, Franz Josef Czernin und Andreas Unterweger über den „Leipziger Poesieautomaten“ namens „Liebe aus Österreich“. Moderation: Rainer Moritz.
Leipziger Buchmesse, Gastland-Österreich-Bühne am Messestand, Halle 4.
Eine Koproduktion von manuskripte, Gastland Österreich 23 und Land Steiermark.

V.l.n.r. Rainer Moritz, Franz Josef Czernin (mit seinem Gedicht „volle tube“), Verena Stauffer („Nasenbussi“) und ich, der ich über die historische Dimension der „Liebe aus Österreich“ extemporiere (Stichwort: „tu felix Austria nube“!).

Mein besonderer Dank gilt Verena Stauffer, die für Gerhild Steinbuch einspringt, die krankheitsbedingt am Morgen vor dem Auftritt absagen muss (Gerhild selbst ist wiederum für Valerie Fritsch eingesprungen).
Verena trotzt nicht nur dem Fluch, der auf ihrer Rolle liegt, sondern bleibt dem Automaten die ganze Buchmesse lang treu …

… und schenkt uns auch eine Fotomontage:

Anschließend: offizielle Eröffnung des Poesieautomaten durch den Vertreter des Auftraggebers Land Steiermark, Patrick Schnabl, der auf der Buchmesse als Leiter der Abteilung 9 Kultur, Europa, Sport und Leiter der offiziellen steirischen Delegation Landeshauptmann Christopher Drexler vertritt:

Auch Matthias Göritz, Autor, Übersetzer und Mastermind der Poesieautomaten, der sie, gemeinsam mit Elisabeth Fiedler von KiöR Steiermark, erfunden und den Automaten „Liebe aus Österreich“ gemeinsam mit mir kuratiert hat, schaut auf ein vom Moment des Auslösens an ikonisches Pressefoto vorbei:

(Wenig später hecken wir übrigens schon den nächsten Automaten aus. Frankfurt, wir kommen!)

Zur Feier des frühen Nachmittages poppen wir einige Flaschen Bio-Weißwein vom südsteirischen Weingut Nievoll auf – und damit einen manuskripte-Meet-and-Weißwein-Drink klassischer Prägung mit u.a. Staatspreisträgerin Anna Baar, Manfred Müller (ÖGfL) und der typischen Rudelbildung (danke euch allen fürs Kommen!).


Derweil zaubert der Poesieautomat – mit seinen eigens für den Automaten geschriebenen Gedichten von Christoph W. Bauer, Franz-Joseph Czernin, Erwin Einzinger, Barbara Frischmuth, Valerie Fritsch, Sabine Gruber, Elfriede Jelinek, Sarah Kuratle, Elke Laznia, Fiston Mwanza Mujila, Maja Haderlap, Ferdinand Schmatz, Verena Stauffer und Gerhild Steinbuch – ein Lächeln auf jedes Gesicht …

… und so geht es die ganze Buchmesse lang weiter …

… bis am SONNTAG, 14 Uhr, Verlegerlegende Max Droschl höchstpersönlich und freundlichsterweise die Rückführung unseres Satellite of Love auf seinen Heimatplaneten Graz übernimmt:

Ich selbst bin noch bis FREITAG Abend auf der Messe, besuche davor aber noch den Literaturverlag Droschl an seinem Stand (wie immer das Herz der Veranstaltung) und meinen gar nicht so alten Roman

… höre Kolleginnen und Kollegen zu …

… und übergebe die Aufsicht über den Automaten, das regelmäßige Gedichtschachtel-Bekleben und -Falten sowie das Nachlegen von manuskripte-Heften zur freien Entnahme an meine Kollegin Silvana Cimenti, die diese Aufgaben und mehr, wie nicht anders zu erwarten, bravourös meistern wird (vielen Dank!) …

… bevor ich am Nachmittag in den Sonnenuntergang fliege.

Nächster Stopp …

… Buchmesse Leibnitz (aka Draxlers Büchertheke) …

… samt Leibnitzer Katzenkaffee.

P.S.

Weitere Einblicke in meine Leipziger Eskapade finden sich im Interview mit Walter Pobaschnigs Literatur-Blog „Literatur outdoors“!

Reblog: Interview mit „Literatur outdoors“ zur Buchmesse Leipzig 2023

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 30. April 2023

[Walter Pobaschnig vom Literaturblog „Literatur outdoors – Worte sind Wege“ hat mich zur Buchmesse Leipzig 2023 mit Gastland Österreich befragt. Anm. in solchen Klammern ][ von mir:]

Buchmesse Leipzig: „Liebe aus Österreich“ Andreas Unterweger, Schriftsteller, Herausgeber der Literaturzeitschrift manuskripte [mit Matthias Göritz, dem Mastermind dieser Art Poesieautomaten. (c) manuskripte]

Literatur outdoors: Lieber Andreas Unterweger, wie verhält sich ein Gastgeber als Gast zum Gastgeber als Gast im Gastland?

Andreas Unterweger: Sowohl die Gäste als Gastgeber als auch die Gastgeber als Gäste erwiesen sich als Ehrenleute! Und es war mir auch eine Ehre, die Leipziger Buchmesse mit dem Gastland Österreich mitzuerleben – als Ehrengastarbeiter, sozusagen.

Literatur outdoors: Wie lange bleibst Du? – wird Österreich in Leipzig dies zuerst gefragt?

Andreas Unterweger: Ich bin sicher nicht der Einzige, der den Auftritt von Gastland Österreich, kuratiert von Katja Gasser, als ausgesprochen gelungen empfindet. Bestimmt wird er in der Stadt in positiver Erinnerung bleiben, angefangen mit der großartigen Rede unseres Bundespräsidenten bei der Eröffnung im Gewandhaus. Welch seltenes Vergnügen, dass ein österreichischer Politiker einmal im Ausland für Aufsehen sorgt, ohne dass man sich dafür schämen muss.

Dazu kommen die zahlreichen Kontakte zwischen österreichischem und deutschem Literaturbetrieb, die auf der Messe und in ihrem Umfeld vertieft oder erst geknüpft wurden. Sie werden in Zukunft sicherlich für viel Freude sorgen. Diese Erfahrung habe ich als Autor und mit den manuskripten wieder und wieder gemacht. Ein geselliger Nachmittag im Zeichen der Poesie mit den richtigen Leuten, und man kann sich nicht nur die Agentur sparen, sondern findet darüber hinaus auch Freunde fürs Leben.

Ich hoffe, dass auch die manuskripte ihre Spuren hinterlassen haben. Mit dem manuskripte-Poesieautomaten „Liebe aus Österreich“, der im Herzen des österreichischen Standes für 50 Cent 14 Liebesgedichte aus Österreich ausgab, und den Tausenden Freiexemplaren der Ausgabe 239 mit dem ebenso ironischen wie ikonischen Cover von Anna Jermoalewa, stehen die Chancen dafür, vermute ich, gar nicht einmal so schlecht. Sowohl Gedichte als auch Hefte gingen jedenfalls weg wie die warmen Buchteln aus dem Österreich-Café, vom Bio-Weißwein (Weingut Nievoll), den wir zu besonderen Gelegenheiten ausschenkten, ganz zu schweigen.

Literatur outdoors: Ist „Meaoiswiamia“ eine Aussage bei einem Scheidungsrichter?
…oder Selbstkritik des Literaturbetriebes?

Andreas Unterweger: Mir gefällt der Claim „mea ois wia mia” von Thomas Stangl sehr gut. Scheidung sehe ich darin keine heraufdämmern, im Gegenteil: der Spruch, in dem das wohl typischste Merkmal der österreichischen Literatur, die Sprachmusikalität, anklingt, entgrenzt und umarmt die Welt. Zugleich handelt es sich freilich auch um eine deutliche Absage an ein scheuklappenhaftes „mia san mia“-Denken, auch die Biederkeit des ORF-Slogans „ORF. Wie wir“ wird entlarvt und aufgebrochen. Österreich ist ja weder in der Literatur noch im Allgemeinen jene eindimensionale und -sprachige wintertouristische Alpenfestung, auf die es jeden Wahlkampf wieder, und nicht einmal nur von einer Partei, reduziert wird.

[Bei der Podiumsdiskussion zu „Liebe aus Österreich“ auf der Gastland-Bühne in Leipzig
mit Rainer Moritz, Franz Josef Czernin und Verena Stauffer
(c) Literaturhaus Graz]

Literatur outdoors: Was nimmt ein österreichischer Gast Österreich aus Deutschland mit? Offiziell und inoffiziell.

Andreas Unterweger: Offiziell den neuen Gedichtband des slowenischen Dichters Aleš Šteger, einen Block und einen Kugelschreiber von der Pressekonferenz. Inoffiziell eine Mischung aus Hochgefühl und Kopfweh, die Erfüllung monatelanger Vorarbeit und die dazugehörige Erschöpfung, dazu noch Tassen vom Katzenkaffee Katzentempel für meine Kinder.

Ansonsten: Mehr als ich jetzt schon wissen kann. Reden wir doch in ein paar Jahren wieder darüber!

[Vielen herzlichen Dank, lieber Walter Pobaschnig! Besuchen Sie seinen sehr lesenswerten Blog mit zahlreichen Interviews und der Gedichtreihe „Give peace a chance“!]

[Kopiert von:

Buchmesse Leipzig: „Liebe aus Österreich“ Andreas Unterweger, Schriftsteller, Herausgeber der Literaturzeitschrift manuskripte_ Wien  29.4.2023 — Literatur outdoors – Worte sind Wege]

manuskripte 239 – Präsentation im Kunsthaus Graz

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 19. April 2023

Am 18.4.23 wurden die manuskripte 239 im Kunsthaus Graz präsentiert. Die Lesung von Valerie Fritsch aus der Ausgabe sowie die anschließende Podiumsdiskussion mit Valerie, Kunsthaus-Chefin Andreja Hribernik und mir fand in der Needle, und damit mitten in der Ausstellung „von weit weg sieht man mehr“ Martin Roth und Ingrid Wiener statt. In der Ausgabe findet sich auch ein Kapitel mit demselben Titel, darin interagieren eine Reiseprosa und Polaroids von Valerie Fritsch mit einem Text Katrin Bucher-Trantows über Roth/Wiener und Fotos der Ausstellung von Martin Grabner (Inhaltsverzeichnis).

Was soll ich sagen – die Veranstaltung war ebenso spektakulär und stimmig wie die Location!

Mein großer Dank gilt zum einen dem Team des Kunsthaus Graz, das sind im Besonderen Chef-Kuratorin Katrin Bucher-Trantow (die auftreten hätte sollen, aber leider erkrankt ist), Leiterin Andreja Hribernik (die freundlicherweise spontan einsprang und ihre Aufgaben höchst eloquent und perfekt vorbereitet gelöst hat), Assistenz-Kurator Martin Grabner (der schon um 17 Uhr eine mehr als instruktive Führung durch die Ausstellung leitete) und Isabella Schmidsberger (die ihre erste Veranstaltung tadellos gemanagt hat)!

Und zum anderen den 1.000 Leuten (gefühlt), die gekommen sind, darunter Ilse Amenitsch mit einem Team vom ORF Steiermark, die Heft-Autoren Gerhard Melzer und Simon Skrepek und viele andere liebe Wegbegleiter und neue Gesichter.

Hier der Abend als Bildgeschichte.

Martin Grabner führte durch die Ausstellung von Martin Roth und Ingrid Wiener:

Andreja Hribernik begrüßte:

Ich erläuterte die offenkundigste Kooperation mit dem Kunsthaus Graz: das Cover von Anna Jermolaewa.


Die Künstlerin wurde mir von Katrin Bucher-Trantow empfohlen, als wir bereits vor über einem Jahr nach einem Cover suchten, das Katja Gasser bei der Pressekonferenz von „Österreich Gastland Buchmesse Leipzig 2023“ präsentieren konnte. Ich weiß noch, wie froh ich war, auf der Homepage der Künstlerin auf ihr Selbstporträt „Der Berg ruft“ zu stoßen – mit ihrer Ironie und dem Verweis auf das Wechselspiel von Körper und Landschaft die perfekte Titelseite für diesen Anlass (mehr dazu und zur Ausgabe 239 im Allgemeinen in meiner Marginalie).

Anna Jermolaewa, die Österreich nächstes Jahr auf der Biennale vertreten wird, ist mit ihren Werken ab 25.5. in der Ausstellung „body and territory“ im Kunsthaus Graz zu erleben.

Auch über den manuskripte-Poesieautomaten „Liebe aus Österreich“, den ich gemeinsam mit Matthias Göritz kuratiert habe und den ich, im Auftrag des Landes Steiermark, am 27.4.23, 13 Uhr, gemeinsam mit Gerhild Steinbuch und Franz Josef Czernin auf der Gastland-Österreich-Bühne der Buchmesse Leipzig vorstellen darf, wusste ich in Anwesenheit von Designer Michael Neubacher etwas zu erzählen:

Valerie Fritsch las ihren wunderbaren Reisebericht „Gras und Gedächtnis. Der Mensch in menschenleeren Landschaften“ aus manuskripte 239:

Podiumsdiskussion zum Dialog von Text und Ausstellung mit Themen wie Gras, großen Augen, Vergänglichkeit.

Abschließend: Weißwein-Catering vom Kunsthaus-Café und beste Laune!
(Sah so aus wie folgendes Bild, aber mehr Leute und alle mit Gläsern in der Hand.)

Von weit weg sieht man mehr!

Alle Fotos (c) manuskripte und privat

*

Presse:

ORF Steiermark v. 24.4.23https://steiermark.orf.at/stories/3204420/

Volksgruppen ORF Slowenien

Vorbericht in Kulturzeitung 80, April/Mai 2023

manuskripte 239 – Marginalie und mehr

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 17. April 2023

Meine Marginalie zu Heft 239 der manuskripte, das am Dienstag, 18.04.2023, 18:00, im Kunsthaus Graz (Needle – in der Ausstellung „von weit weg sieht man mehr“ von Martin Roth und Ingrid Wiener) präsentiert wird.

Marginalie

„mehr als wir“ – zur Leipziger Buchmesse schreiben die manuskripte das Motto des österreichischen Gastlandauftritts weiter und präsentieren mit dieser Ausgabe nicht nur Literatur, sondern Liebe aus Österreich.

Damit ist zum einen der gleichnamige „Leipziger Poesieautomat“ gemeint, den die manuskripte mit Unterstützung des Landes Steiermark als Teil von Gastland Österreich in der Messehalle 4 platziert haben. Sein Inhalt, 14 Liebesgedichte österreichischer Autor*innen von Elfriede Jelinek bis Fiston Mwanza Mujila, bildet den Auftakt des Heftes.

Zum anderen aber ist es von der Liebe zur (Selbst-)Reflexion nicht weit, „muss die Liebende“, wie es etwa bei Edie Meidav heißt, „sich selbst erkennen (wollen)“. Und so zeichnen die folgenden Beiträge auch eine Art Selbstporträt Österreichs, eines freilich, das sich maximal unterscheidet von den gängigen, in mehrerlei Hinsicht fahrlässig gestrigen Plakatbildern einer wintertouristischen Alpenfestung.

Das Österreich, das sich auf den folgenden Seiten mit dem bewusst international gestalteten Line-up entfaltet, erkennt sich auch in seinen Nachbarländern, von denen zurzeit keines näher ist als die Ukraine, wieder. Hier steht der Dialog an Stelle populistischer Ausgrenzung, gibt es Raum für gleichberechtigte „Wechselreden“, auch zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen „Traumalandschaft und Sehnsuchtsort“, zwischen Mensch und Natur. Schließlich sind Augenblicke, in denen sich – wie im ironischen Selbstbildnis Anna Jermolaewas auf dem Cover – „dein Körper auf die Landschaft reimt“, denkbar rar.

Diagnosen der gegenseitig zugefügten Deformationen hingegen ziehen sich als motivisches Rückgrat durch die vorliegende Textsammlung: vom harten bäuerlichen Arbeitsalltag im Romanauszug Angelika Reitzers über ökologische Kampfzonen in der Naturlyrik der Klimaaktivistin Katharina Rogenhofer bis zu Momentaufnahmen des „Menschen in menschenleeren Landschaften“ bei Valerie Fritsch.

„mehr als wir“ – zur Leipziger Buchmesse 2023 erscheinen die manuskripte in vervielfachter Auflage. 1.000 Stück werden als offizielles Gastgeschenk Österreichs verteilt, 2.500 liegen auf der Buchmesse zur freien Entnahme auf.

Unser Dank gilt allen Partnerinstitutionen, die dies ermöglicht haben – Gastland Österreich Leipzig 2023, Land Steiermark, Slowenien Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2023 – sowie Matthias Göritz, dem Mastermind der „Leipziger Poesieautomaten“.

Danke auch den rekordverdächtigen 70 Autor*innen der Ausgabe, und danke Ihnen, dass Sie trotz der multimedialen Zerstreuungsmöglichkeiten unserer Tage das Risiko auf sich nehmen, sich der Literatur unserer Zeitschrift auszusetzen! Nicht nur die Liebenden, auch die Lesenden laufen schließlich Gefahr, sich selbst zu erkennen.

Andreas Unterweger

Das Cover der manuskripte 239 stammt von Anna Jermolaewa, die Österreich 2024 bei der Biennale vertreten wird: ein „herrlich ironischer Kommentar auf Konstruktionen von „Weiblichkeit“ und „Heimat““ lt. Katrin Bucher-Trantow (Chef-Kuratorin Kunsthaus Graz).

Inhalt:

Die manuskripte 239 sind ab 18.4.23 im Handel und im manuskripte-Webshop erhältlich.

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Termine:

18.04.2023, 18 Uhr, Kunsthaus Graz, Needle

Lesung von Valerie Fritsch aus dem Heft direkt in der Ausstellung von weit weg sieht man mehr von Martin Roth und Ingrid Wiener
Podiumsdiskussion mit Valerie Fritsch, Katrin Bucher-Trantow und Andreas Unterweger
(Tipp: 17:00 Kuratorinnenführung durch die Ausstellung mit Katrin Bucher-Trantow!)

Eine Kooperation von manuskripte und Kunsthaus Graz

*

25.04.2023, 19:30, Literaturhaus Leipzig

Lesungen aus dem Heft im Rahmen der „Finissage für drei Poesieautomaten“

Mit Dichterinnen und Dichtern aus Slowenien, Deutschland und Österreich (Fiston Mwanza Mujila, Gerhild Steinbuch, Andreas Unterweger)
Moderation: Matthias Göritz

Literaturhaus Leipzig in Kooperation mit dem Slowenischen Kulturinformationszentrum SKICA Berlin sowie der Slowenischen Buchagentur JAK. Gefördert durch das Bundesland Steiermark und manuskripte

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27.04.2023, 13:00, Leipziger Buchmesse, Halle 4, Gastland-Österreich-Bühne

Valerie Fritsch, Franz Josef Czernin und Andreas Unterweger präsentieren den Poesieautomaten namens „Liebe aus Österreich“ und sprechen über Poesie im Alltag.
Moderation: Rainer Moritz

Eine Koproduktion von manuskripte, Gastland Österreich 23 und Land Steiermark

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28.04.2023, 19:00, Kultum, Graz

die höhlenkörper. Ein poetisches Konzert: Mit Laure Gauthier (Text) und Olivier Mellano (Musik).

Eine Kooperation von Kultum, Kulturvermittlung Steiermark und manuskripte.

*

Presse:

ORF Steiermark v. 24.4.23https://steiermark.orf.at/stories/3204420/

Volksgruppen ORF Slowenien

Vorbericht in Kulturzeitung 80, April/Mai 2023

manuskripte-Preis 2023 an Yevgeniy Breyger

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 3. März 2023

Der manuskripte-Preis des Landes Steiermark 2023 geht an Yevgeniy Breyger – herzlichen Glückwunsch!

Kleine Zeitung v. 03.03.23

Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen von der Literaturjury des Landes Steiermark (Daniel Hadler, Christoph Hartner, Klaus Kastberger, Angelika Klammer, Birgit Pölzl, Andrea Stift-Laube) sowie Christiane Kada und Sabine Hödl (Land Steiermark) für die konstruktive Zusammenarbeit!

Hier meine Jurybegründung:

Yevgeniy Breyger versteht es, mit wenigen Zeilen ganze Königreiche zu erschaffen. Dies gilt nicht nur für den gleichnamigen Zyklus, mit dem er 2019 den renommierten Leonce-und-Lena-Preis gewann. Auch in den weiteren, mittlerweile drei Bände umfassenden Gedichten des Frankfurter Lyrikers ist ein gelehrter Demiurg am Werk, der mit geradezu kindlichem Eifer, zärtlich und rücksichtslos zugleich, die Einzelteile unserer Sprache zu ungeahnten Welten zusammenbaut.

Es sind verblüffend einfache, gerade deshalb atemberaubend neue Wortkombinationen, mit denen Breyger die Trägheit der alltäglichen Phrasen aushebelt. Manchmal liedhafte, dann wieder freie, zur Prosa tendierende Verse fügen sich wie selbstverständlich zu Rätselsprüchen, die dem lesenden Verstand ein Schnippchen schlagen: Noch bevor man bemerkt, dass man nicht begreift, hat man schon – auf unbewusste, ja, körperliche Weise – verstanden: „Vergiss, was du tust, folge einem Gesang.“

Dabei handelt es sich um alles andere als weltabgewandte Elfenbeinturmlyrik. Im Gegenteil, die Gedichte stochern in den thematischen Glutnestern der Gegenwart, von digitaler Kunst (wie in seinen „Cryptopoems“) über „inhaltliche Blender blendender Inhalte“ bis zur titelgebenden Anspielung auf den im sowjetischen Lager umgekommene Dichter Ossip Mandelstam: „Gestohlene Luft“ (Titel von Breygers zweitem, 2020 bei kookbooks erschienenem Gedichtband) nannte dieser widerständige, weil ohne Erlaubnis von Stalins Terrorregime verfasste Texte.

Politisches Engagement zeigt der 1989 in Charkiv in der Ukraine geborene, „Ende der Neunziger als jüdischer Kontingentflüchtling nach Deutschland“ gezogene Breyger gelegentlich auch in messerscharf argumentierten Zeitungskommentaren. Und ein Vers wie „Im Krieg spielen Knochen / die Rolle von Grüßen“ ist mittlerweile leider ohnehin von erschütternder Aktualität.

Yevgeniy Breyger stieß 2018 auf Empfehlung von Olga Martynova zu den manuskripten. Seither künden Qualität und Timing seiner Veröffentlichungen von der gegenseitigen Wertschätzung*. So schickte er etwa seine Königreiche noch direkt von der Leonce-und-Lena-Preis-Verleihung per Telefon für die manuskripte 224 oder war in der wichtigen Relaunch-Ausgabe 231 mit seinem umfangreichen Zyklus Was lernt man ohne Absicht zu verzeihen? als Auftakt des ersten Kapitels prominent präsent.

Auch einen Werbespruch hat er der Zeitschrift geschenkt: „Wo ich meine Gedichte zur Erstpublikation hingebe? Unbedingt an die manuskripte. Eine LITERATURzeitschrift unter den Literaturzeitschriften.“ So gesehen geht der manuskripte-Preis des Landes Steiermark 2023 an einen DICHTER unter den Dichterinnen und Dichtern.

Andreas Unterweger
im Namen der Literaturjury des Landes Steiermark

Yevgeniy Breyger, geb. 1989, studierte an der Universität Hildesheim, am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Hochschule für Bildende Künste Städelschule in Frankfurt am Main, wo er lebt und arbeitet.

2016 erschien sein Debütband flüchtige monde bei kookbooks. 2019 gewann er den Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt, 2021 den Lyrikpreis München. Sein zweiter Gedichtband gestohlene luft wurde 2020 bei kookbooks publiziert, 2022 folgte Kryptomagie. Zwanzig suesse kleine Cryptopoems bei mikrotext.

Zur Leipziger Buchmesse 2023 erscheinen bei kookbooks neue Gedichte von Yevgeniy Breyger unter dem Titel Frieden ohne Krieg (Vorabdruck in manuskripte 239, Erscheinungstermin 18.4.23)

***

* S. auch: Yevgeniy Breyger bei der manuskripte-Benefizlesung „Unter freiem Himmel – Lesen für die Ukraine“

***

Buchmesse Leipzig 2019: Yevgeniy Breyger und die manuskripte (im Vordergrund) mit David Hoffmann (l.), Tim Holland (r.) und mir, der ich das Glas auf ihn erhebe.
(c) Verena Stauffer

Offizielle Aussendung des Landes Steiermark mit Statement von Landeshauptmann Christopher Drexler:

Graz: Räume der Literatur – Herkünfte (Literaturhaus Graz)

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 20. Februar 2023

Die ebenso hochkarätig wie spannend besetzte Diskussion, an der ich am 30.01. im intimen Rahmen der ausverkauften Lounge des Literaturhauses Graz mitwirken durfte, lässt sich nun auf YouTube noch einmal erleben:

Ankündigung des Literaturhauses Graz:

GRAZ: Räume der Literatur: Herkünfte

Mo 30.01.2023 / 19 Uhr

Kategorie: Gespräch / Zwanzig Jahre literatur h aus graz

Reihe: LOUNGE-Gespräche

Ein LOUNGE-Gespräch mit Günter Eichberger, Barbara Frischmuth, Günther Höfler, Annette Knoch und Andreas Unterweger, Moderation: Klaus Kastberger.

Graz, eine Hauptstadt der Literatur? Es steht außer Frage: Diese Stadt spielt in den 1960er und 1970er Jahren eine bedeutsame Rolle in der Durchsetzung moderner und avantgardistischer Schreibweisen. Heute treffen solche Traditionslinien auf eine überaus lebendige literarische Szene, die sich aus einer Vielzahl von Quellen speist. Gemeinsam mit prominenten Vertreterinnen und Vertretern der Grazer Literatur diskutieren wir Herkunft und Gegenwart des literarischen Lebens der Stadt.

Programmschwerpunkt Zwanzig Jahre literatur h aus graz

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Nachbericht des Literaturhauses Graz:

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Herzlichen Dank für die Einladung!

„Grazer Literatur-Plätzchen“ auf der Murinsel

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 16. Dezember 2022

Am 15.12.2022 fanden erstmals die „Grazer Literatur-Plätzchen“ statt – eine Kooperation von manuskripte und der Grazer Murinsel.

Zu jeder vollen Stunde wischen 14 und 19 Uhr präsentierten literaturhauptstadtbekannte Grazerinnen und Grazer ihre Lieblingsweihnachtstexte und Lieblingsweihnachtskekse:

Literatur-Plätzchen auf der Murinsel:

Literatur-Plätzchen auf der Murinsel:

Von drauß‘ vom Walde:

Hausherr Wolfgang Skerget begrüßte – vielen Dank für die wieder gut funktionierende Kooperation!

Cordula Simon, die künftige Kaffeehausliteraturstipendiatin der Murinsel, wusste noch ein Gedicht von James Krüss aus ihrer Kindheit auswendig …

… und präsentierte selbstgebackenen Lebkuchen nach Art der Familie Simon:

Literaturhaus-Chef Klaus Kastberger las Gedichte von Clemens Setz und Friederike Mayröcker …

… und lieferte sich eine knallharte Mürbteig-Battle mit manuskripte-Redakteurin Silvana Cimenti.

Wer von den beiden die besseren Ischler-Törtchen gebacken hatte, blieb richtigerweise unentschieden bzw. Geschmacksfrage. Kekse sind schließlich keine Texte, und es gab auch keinen Backmann-Preis zu küren.

Schauspielerin und Autorin Pia Hierzegger

… las Christine Lavant, erzählte von Salzstangen und brachte syrisches Süßgebäck aus Wien mit.

Fiston Mwanza Mujila erzählte von Weihnachtstraditionen in der Demokratischen Republik Kongo, ohne Kommerz, ohne Kekse, dafür mit viel Musik und afrikanischem Bier. Er las ein Gedicht von Mariama Jobe aus der von ihm herausgegebenen Anthologie „Kontinentaldrift. Das schwarze Europa“.

Valerie Fritsch konnte leider nicht kommen, sie steckte im Stau fest, und zwar in Marokko. Dankenswerterweise schickte sie uns jene Texte, die sie üblicherweise zu Hause unter dem Christbaum vorträgt. Jimi Lend, Silvana Cimenti und ich lasen in ihrer Vertretung Gedichte von Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse und Joachim Ringelnatz. Hoffentlich kommt Valerie bis zum Heiligen Abend gut heim, sonst müssen wir am 24.12. bei Familie Fritsch schon wieder einspringen!

Um 19 Uhr der krönende Abschluss. In klirrender Kälte performte Jimi Lend ein herzerwärmendes Potpourri seiner künstlerischen Qualitäten: packende Dialektdichtung aus der eigenen Feder, politisch engagierte Songs auf der Ukulele, ein Auszug aus „Aus dem Leben Hödlmosers“, mit dessen dramatischer Adaption er gerade durch Österreich tourt:

Dazu gab es selbstgemachte Rumkugeln aus seiner Eibiswalder Seelenküche!

Ich danke allen Besucherinnen und Besuchern, allen Beteiligten fürs Mit- sowie dem Team der Grazer Murinsel fürs Möglichmachen! Wieder haben wir etwas Neues probiert, vielleicht war es ja der Beginn einer neuen Grazer Weihnachtstradition!

Alle Fotos (c) manuskripte oder privat

manuskripte 238 – Marginalie und mehr

Posted in manuskripte by andreasundschnurrendemia on 5. Dezember 2022

Meine Marginalie zu Heft 238 der manuskripte, das letzten Mittwoch, 30.11.2022, im Literaturhaus Graz präsentiert wurde (s.u.).

Marginalie

Gleich zwei Protagonisten der manuskripte-Geschichte feiern in diesem Dezember ihren 80. Geburtstag.
Am 6.12. Peter Handke, der den ersten Schritt auf dem Weg zum literarischen Weltruhm bekanntlich mit einer Veröffentlichung in der Ausgabe 10 der manuskripte (1964) machte. Und am 28.12. Klaus Hoffer, der mit seinem Doppelroman „Bei den Bieresch“ tatsächlich nichts weniger als den „Grazer Moby Dick“* schuf.
Diesen so unterschiedlichen Autoren der Grazer Gruppe, beide auch lebenslange Freunde Alfred Kolleritschs, sind entsprechend unterschiedliche Hommagen gewidmet – kleinteiliges Mosaik die eine (im Stil der legendären Handke’schen Aufzeichnungen), Diptychon die andere.

Sowohl Handke als auch Hoffer wurden einst von den manuskripten „entdeckt“. Umgekehrt sind es ihre Beiträge (gemeinsam rund hundert!), die den Ruf unserer Zeitschriftwesentlichmitbegründet haben.
Lieber Peter, lieber Klaus, wir gratulieren Euch ganz im Sinne des Wortstamms gratus: dankbar!

Dass es gerade „in dürftiger Zeit“ notwendiger denn je ist, die Dichtung mit ihren Heldinnen und Helden zu ehren, davon künden auch die anderen Texte dieser Ausgabe. In all ihrer Vielfalt belegen sie, jeder auf seine eigene, unverwechselbare Weise, Radka Denemarkovás Definition von Literatur als „Oase des Humanismus“, eines „Humanismus der gelebten Hoffnung“, altruistisch und, in jeder Hinsicht, grenzenlos.

Und so laden wir Sie in ein „anderes Graz“ ein. Sie alle, die Sie Literatur wie die hier versammelte lesen, wissen schließlich um die „Möglichkeit, ein Vogel zu werden, immer“ / „mit andren Worten“. Mit den Worten anderer geht das ganz „wie von selbst“.

Andreas Unterweger

* Clemens Setz auf S. 148 dieser Ausgabe

Titelbild

Das wunderbare Titelbild, das mit seiner Wald- und Pilzmotivik einerseits auf die Welt Handkes, mit dem abgründigen Riss aber auch auf die Hoffer’sche Ästhetik verweist, stammt von Isa Riedl.

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Inhalt

Die manuskripte 238 sind nun im Handel und im manuskripte-Webshop erhältlich.

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Präsentation

Bernd Melichar würdigte die Ausgabe mit einer Vorschau in der Kleinen Zeitung (vielen Dank!):

Die erste manuskripte-Präsentation seit rund 7 Jahren, die ich verpasst habe …

Herzlichen Glückwunsch, lieber Kurt Neumann!

Presse

Die Kleine Zeitung brachte am Samstag, den 03.12.2022, eine 6-Seiten-Hommage an Peter Handke, eine Doppelseite war den manuskripten 238 gewidmet – mit Abdrucken und Zitaten aus dem Heft:

Ich danke Kleine-Literaturchef Bernd Melichar für diese schöne Kooperation!

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Die Kronen Zeitung vom Sonntag, den 04.12.22, würdigte den Jubilar mit dieser schönen Rezension der manuskripte 238:

Herzlichen Dank, lieber Christoph Hartner!

Buch Wien 2022

Posted in manuskripte, So long, Annemarie, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 5. Dezember 2022

Unmittelbar bevor mich die böse Muse Corona erstmals küsste, war ich mit „So long, Annemarie“ (Droschl ’22) und den manuskripten (= meiner Kollegin Silvana Cimenti, 6 Flaschen Bio-Weißwein vom Weingut Nievoll, dem letzten Schokotaler des Grazer Cafés König und zwei manuskripte-Säcken voller manuskripte-Hefte) auf der Buch Wien.

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Am Freitag, 25.11.2022, um 14:00, präsentierten Monique Schwitter, Aleš Šteger und ich „Neverend. Literarische Dialoge zwischen Nord und Süd“ (manuskripte 233) in der Donau Lounge.

Manfred Müller (Österreichische Gesellschaft für Literatur) bin ich für seine unaufgeregte und prägnante Moderation des kurzen, aber wieder einmal intensiven Gesprächs mit meinen Projektpartnern sehr dankbar!

Von außen sah das so aus:

Und von innen so:

(c) Aleš Šteger

Mehr Informationen, u.a., hier.

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Direkt im Anschluss, um 15:00, fand der heimliche Höhepunkt der diesjährigen Wiener Buchmesse statt, der allseits beliebte manuskripte-Meet-and-Weißwein-Drink. Am Stand der Verlage DROSCHL, Folio und Residenz kam es zum Halligalli im Dienst der Literatur!

Autorin Sophia Schnack, rotahorn-Förderpreisträgerin 2022, übernahm gerne die höchste Verantwortung, nämlich die für die letzte Etappe des Weins vom südweststeirischen Bio-Weingut Nievoll:

Eine Flasche Nievoll-Bio-Weißwein beim Vorkosten am Vortag. In Graz erhältlich u.a. im Gscheft (neben Scherbe):

Verena Stauffer und Silvana Cimenti bildeten die Doppelspitze der manuskripte-Gastfreundschaft:

Nievolls Bio-Weißwein und wir freuten uns über regen Zuspruch von Autorinnen und Autoren wie Christian Steinbacher, Wolfgang Hermann, Julius Handl, Raoul Eisele (auf den Bildern) und vieler anderer mehr, darunter Anna Baar, Monique Schwitter, Aleš Šteger, Manfred Müller, Elke Atzler, Denise von Quistorp, Sherzad Hassan, Alexander Sitzmann, Cornelius Hell usw. usf.

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Der Tag danach begann mit einem Interview. Regisseur Martin Vogg befragte mich zu meinen Erfahrungen mit der so genannten „Auslandskultur“:

(c) Clever Contents Filmproduktion

Die Doku wird im Frühling 2023 auf ORF 3 ausgestrahlt.

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Danach: Pressearbeit am Droschl-Stand, wie immer das Herz der Veranstaltung, mit der gesamten Droschl-Presseabteilung.

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Um 16:30 dann meine Abschlusslesung. Auf DER STANDARD-Bühne sprach ich mit Johanna Öttl über „So long, Annemarie“ (Droschl 2022) und las den Anfang des Romans (Foto von der Generalprobe des Lesungsoutfits vor trister Hotelzimmerwand):

Ich danke allen Kontaktpersonen für diese fröhliche Buchmesse und wünsche uns allen eine gute Besserung!

„Heute gibt es jeden Tag einen Skandal“ – Kulturzeitung 80

Posted in manuskripte, Tingeltangel-Tour by andreasundschnurrendemia on 27. November 2022

Das Cover der aktuellen Ausgabe der Grazer Kulturzeitung 80:

Hier der dazugehörige Artikel – es geht um inszenierte Randale, poetische Pizzabausätze, das PAM-Gefühl bei der Entdeckung von Talenten und andere tägliche Aufregungen im Literaturbetrieb.

Ich danke Stefan Zavernik und Sigrun Karre für das nette Gespräch und die so freundliche redaktionelle Betreuung!